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„Lycée? Jo! Um Tossebierg?
Nee!“
"D'Georges Kayser
Altertumsforscher" sind gegen den Bau eines Lyzeums auf dem "Tossebierg" in
Mamer
"Mir sin nëtt geint e Lycée, mee mir
si géint e Lycée um Mamer Tossebierg" hieß es vorgestern von den "Georges
Kayser Altertumsforscher", die sich während einer Pressekonferenz vehement gegen
den Bau des geplanten Gymnasiums auf dem archäologisch wertvollen „Tossebierg“
wehrten.
Ihren Aussagen zufolge gefährdet der
für das Lyzeum ausgewählte Bauplatz ein archäologisches Areal von großer
Bedeutung; die Überreste eines gallo-römischen Vicus, der vom ersten bis zum
vierten Jahrhundert bewohnt war, soll hier unter dem Boden liegen.
Auch wenn das Lyzeum nicht direkt in
den Vicus hineingebaut würde, so müsse doch damit gerechnet werden, dass
wichtige archäologische Strukturen im Umfeld überbaut würden, meinen die
Nospelter Hobbyarchäologen. "Da in Richtung Bartringen eine Villa und ein
größeres Gräberfeld bekannt sind, muss davon ausgegangen werden, dass in
Richtung der vorgesehenen Baustelle Ähnliches verborgen liegt und die
notwendigen Infrastrukturarbeiten am Lyzeum auch den Kern des Vicus treffen
werden", so Jacques Bonifas von den Altertumsforschern.
Ein Schritt in Richtung Zerstörung
Sogar wenn Voruntersuchungen
durchgeführt und keine Spuren von antiken Überresten gefunden würden, wäre dies
keine Garantie dafür, dass nicht dennoch wichtige Zeugen der Vergangenheit unter
der Erde verborgen lägen, meinte auch Michel Polfer, Präsident der Vereinigung
der Luxemburger Geschichtsprofessoren, die sich zusammen mit vier anderen
Geschichtsvereinen den "Georges Kayser Altertumsforscher" angeschlossen haben,
um gegen den geplanten Standort Einspruch zu erheben. Das "Anknabbern" eines
archäologischen Standortes sei ein Schritt in Richtung Zerstörung des
historischen Erbgutes. Der Bau einer Schule auf diesem wichtigen historischen
Grundstück sei für die luxemburgische Denkmalschutzpolitik eine katastrophale
Entscheidung weil es die Türen zur Reklassierung eines historisch wertvollen
Areals öffnen wurde, gab Michel Polfer zu bedenken.
Verkehrstechnisch nicht ideal
Auch aus verkehrstechnischer Sicht sei
der Standpunkt nicht ideal, erklärten die "Georges Kayser Altertumsforscher",
die den geplanten Bauplatz geprüft und für gefährlich empfunden haben.
Die Zufahrt zum neuen Lyzeum erfolge
ab der Arloner Straße entweder über einen Kreisverteiler oder über eine mit
Ampeln geregelte Kreuzung. Beide Lösungen seien gefährlich, da die - oft mit
großer Geschwindigkeit - aus Richtung Strassen kommenden Fahrzeuge dieses
Hindernis zu spät hinter der Kurve bemerkten.
Da das neue Lyzeum vorwiegend Schüler
aus dem Westen des Landes aufnehmen soll, schlagen die "Georges Kayser
Altertumsforscher" nun einen neuen Standort vor, der sich westlich von Mamer
zwischen Mamer und Capellen befinden sollte. Allerdings müsste auch hier vorher
geprüft werden, welcher Ort aus ökologischen, archäologischen und
verkehrstechnischen Gründen in Frage komme.
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