Flur- und Ortsnamen
Mamer - Holzem - Cap/Capellen
*** wird z. Z.
bearbeitet ***
I.
Einführung
Flurnamen sind die
namentliche
Bezeichnung (Flurbezeichnung) kleinräumiger, unbebauter
Landschaftsteile
(Fluren); im Gegensatz dazu bezeichnet ein
Ortsname
immer einen Landschaftsteil mit Häusern. Neubaugebiete tragen oft den Namen der
Flur, auf der sie entstanden sind.
Flurnamen kennzeichnen die kleineren und kleinsten geografischen Einheiten, wie,
Täler
(Muedendall),
Wälder
(Juckelsbesch),
Weiden
(Léineweiden),
Wiesen
(Déifwiss),
Berge (an
de Biergen),
Ackerland
(op dem
Aker)
und
Auen,
Wege,
Gewanne,
Fluren
bis hin zu einzelnen
Parzellen.
Flurnamen sind überlieferte geografische Namen (Lokalnamen), die sich im
örtlichen Sprachgebrauch oft bis zur Unkenntlichkeit entwickelt haben.
Flurnamen sind und waren vor allem Gebrauchsnamen
(noms
d’usage),
gebräuchliche Namen, die in der Regel nur im Dorf und nicht darüber hinaus
bekannt waren.
Flurnamen dienen dazu, die Lage eines Flurstückes innerhalb der
Gemarkung eindeutig zu identifizieren. Nur durch die eindeutige Benennung
können Verwaltung (Kataster),
Besitzverhältnisse (Grundbücher)
oder Landnutzung geregelt werden.
Keine
Übereinstimung herrscht in der Flurnamenforschung darüber, ob Gewässer- oder
Wegenamen auch zu den Flurnamen zu zählen sind.
Großräumige Flurnamen oder Lagebezeichnungen sind meist über Jahrhunderte
überliefert. Flurnamen, die bis in die Vor- und Frühgeschichte zurückreichen,
sind eher selten, wenn man von Flussnamen oder Ortschaftsnamen absieht.
In den
Flurnamen spiegeln sich historische und sprachliche Entwicklungen wider. Viele
kleinräumige Flurnamen entstanden erst nach der Aufhebung der
Dreifelderwirtschaft und nach Aufgabe der Feld- und Weidewirtschaft, sowie
nach Aufhebung der
Allmende nach 1800. Dort, wo die
Realteilung des Grundbesitzes praktiziert wurde, entstanden dadurch viele
neue und zusätzliche Flurnamen. Insbesondere die Attribute der
relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten beim,
auf, über, unter, vor, hinter, oberst
und
unter deuten auf eine Besitzteilung hin. Wurde hingegen der Grundbesitz nur
an einen Erben weitergegeben (Anerbenrecht),
waren zusätzliche Namen nicht erforderlich. Daher gibt es in diesen Gemarkungen
auch vergleichsweise weniger Flurnamen.
In den
Flurnamen spiegeln sich aber auch die
topographischen Gegebenheiten. Die kleinräumig strukturierten
luxemburgischen Landschaften erfordern mehr Flurnamen als grossräumige
Landschaften. Flurnamen kann man nur
etymologisch erklären, wenn man sich mit der Zeit ihrer Entstehung
auseinandersetzt. Jedem Flurnamen liegt ein Benennungsmotiv zugrunde, ein
Merkmal, das diesem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit anhaftet. Zum
Zeitpunkt der Entstehung wurde dieses Merkmal in der gängigen Umgangssprache
beschrieben. Das heißt, der Name entstand aus der vor Ort gesprochenen Mundart
und wurde so überliefert und weitergegeben. Die Bedeutung des Namens blieb dabei
erhalten, der Wortschatz, die Aussprache und die Schreibweise haben sich jedoch
verändert.
Als man
im 19.Jahrhundert die Flurnamen schriftlich wurden Namen oft total entstellt und
sind für die Forschung völlig unbrauchbar, da sie in der „verhochdeutschten“
Form zu den unsinnigsten Deutungen führen. Dies geht besonders deutlich auf dem
Kadasterplan von 1822 hervor, wo ohne Zweifel ein französchsprachiger
Landvermesser, ihm mündlich übermittelte Namen auf seinen Plan auf Deutsch
eintrug, so wie er sie vernommen hatte. So wurde zum Beispiel aus
“Lësperwisss” – “Hesper Wiesz”, aus dem “Trëbëschmiirchen” das
“Tribüsch Maerchen”, usw.
Befragungen von älteren ortskundigen Leuten sind oft ausgezeichnete Quellen (siehe
auch
Oral History, das Sammeln mündlicher Überlieferungen). Zu dieser
Problematik gehört auch das Umfeld der „Eindeutschungen“
und dem entsprechender Vorgang in anderen Sprachen, die in den zahllosen
politischen Konflikten der letzten Jahrhunderte begründet ist.
Quelle:
Wikipedia – Flurnamen
Sie auch: Vogelfänger, Tobias,
Warum zum Teufel gehen Sie denn nicht zu den Bauern?,
Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Flurnamenforschung,
in:
Kritische Ausgabe,
Sommer 2008, SS. 211-214
II. Deutung
& Bedeutung
der Flurnamen
Nach diesen generellen Betrachtungen soll nunmehr auf die Flur-
und Ortsnamen der Gemeinde Mamer im Speziellen eingegangen werden und dabei die
verschiedenen Benennungen, die typischsten Bildungsweisen, Ursprung und
Bedeutung der einzelnen Flurnamen beschrieben werden.
Wenn Sie Interesse haben, an diesem Flurnamenlexikon
mitzuarbeiten, Kenntnisse von Fluren haben, die hier nicht (oder auch falsch)
aufgeführt sind, Dokumente besitzen, auf denen Flurnamen erwähnt sind, so
melden Sie sich bitte hier.
Alphabetische Liste der Flurnamen
Geografische Koordinaten der
Flurnamen (im DMS ETRF 1989 Format).
III.
Die Flurnamen auf Google©
Earth und Google©
Maps
Google
Earth
ist Landkartenprogramm, virtueller Globus, Welt-Atlas und mehr in
einem außergewöhnlichen Programm. Google
Earth zeigt die ganze Welt anhand hochauflösender Satelliten- und Luftaufnahmen.
Google Earth benutzt für die
Projektion das globale System
World Geodetic
System 1984
(WGS 84), ein geodätisches Referenzsystem, als einheitliche
Grundlage für Positionsangaben.
In Google Earth können auch eigene Bilder und
3D-Modelle über die Ansicht der Erde gelegt werden. Bild-Overlays stellen
zusätzliche Informationen über das darunterliegende Bildmaterial der Erde
bereit.
Google
Earth für PC, Mac oder Linux herunterladen (deutsche Version).
Google Earth arbeitet im
Hauptspeicher Ihres Computers. Das Anzeigen grosser oder vieler Overlays und
Karten gleichzeitig kann daher eventuell zu einer langsameren
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Download
Overlays |
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Gemeindegrenzen von
2004 |
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| Flurnamen |
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| Katasterplan von 1822 |
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Planches scannées du
plan cadastral d'origine de 1811 – 1832.
© Origine : Administration du cadastre et de la topographie,
Droits reserves à l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg.
Service du géoportail et de l'ILDG (ACT)
(mailto:ecadastre@act.etat.lu) |
| Katasterplan von 1999 |
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Plan topographique
numérique BD-L-TC 1/5000 Blatts 183/186/195/199
© Origine : Administration du cadastre et de la topographie,
Droits reserves à l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg. |
|
Katasterplan von
2008 |
 |
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Plan topographique
numérique 1:5.000 (BD-L-Scan5)
(sortie graphique couleur de la BD-L-TC)
+ couche des toponymes du plan cadastral
+ couche des limites administratives des communes
sur www.geoportail.lu.
© Origine : Administration du cadastre et de la topographie,
Droits reserves à l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg. |
IV.
Quellen und Links
ANB:
Ernst Förstemann, Altdeutsches Namenbuch (1.
Band: Personennamen;
2. Band, 1. Hälfte: Orts- und sonstige geographische Namen A-K;
2. Band, 2. Hälfte: Orts- und sonstige geographische Namen L-Z und Register).
3. erw. Auflage, hgg. v. H. Jellinghaus, Bonn 1913)
ANEN, 1945:
Pierre Anen, Luxemburgs Flurnamen und Flurgeschichte. Luxemburg,
1945.
CADASTRE 1822:
Planches scannées du plan cadastral d'origine de 1811 – 1832 © Origine :
Administration du cadastre et de la topographie, Droits reserves à l’Etat du
Grand-Duché de Luxembourg.
Service du géoportail et de l'ILDG
(ACT).
CADASTRE 1835:
Planches d’un plan cadastral de 1835? conservé au Service Technique de la
Commune de Mamer
CADASTRE 1999:
Plan topographique numérique BD-L-TC 1/5000 feuilles 183/186/195/199. ©
Origine : Administration du cadastre et de la topographie, Droits reserves à
l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg.
CADASTRE 2008:
Plan topographique numérique 1:5.000 (BD-L-Scan5) (sortie graphique couleur
la BD-L-TC) + Couche des toponymes du plan cadastral + Couche des limites
administratives des communes produit par
www.geoportail.lu.©
Origine : Administration du cadastre et de la topographie, Droits reserves à
l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg.
DITTMAIER, 1963:
Heinrich Dittmaier, Rheinische Flurnamen. Bonn 1963.
DNF:
Rudolf Goebels,
Digitales Nordrheinisches Flurnamenarchiv,
Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft,
Arbeitsstelle Rheinische Sprachforschung, Universität Bonn
DRW:
Deutsches
Rechtswörterbuch.
Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache. Verlag Hermann Böhlaus
Nachfolger Weimar. Herausgegeben von der Heidelberger Akademie der
Wissenschaften.
FLENER, 1960:
Nik. Flener-Delcourt, Aus der Geschichte der Ortschaft Mamer.
Herausgegeben von der Gemeindeverwaltung bei Gelegenheit der 1000-Jahr-Feier
von Mamer im Jahre 1960.
FICK, 1894:
August Fick,
Vergleichendes Wörterbuch der Indogermanischen Sprachen.
Vierte Auflage bearbeitet von Adalb. Bezzenberger, Aug. Fick und Whitley
Stokes. Zweiter Theil. Wortschatz der Keltischen Spracheinheit von Whitley
Stokes und Adalbert Bezzenberger. Göttingen, 1894.
GRAFF, 1834:
Eberhard Gottlieb Graff, Althochdeutscher Sprachschatz oder Wörterbuch
der althochdeutschen Sprache, in welchem nicht nur zur Aufstellung der
ursprünglichen Form und Bedeutung der heutigen hochdeutschen Wörter und zur
Erklärung der althochdeutschen Schriften alle aus den Zeiten vor dem 12ten
Jahrhundert uns aufbewahrten hochdeutschen Wörter unmittelbar aus den
handschriftlichen Quellen vollständig gesammelt, sondern auch durch
Vergleichung des Althochdeutschen mit dem Indischen, Griechischen [...] die
Verwandtschaft dieser Sprachen, so wie die dem Hoch- und Niederdeutschen,
dem Englischen [...] gemeinschaftlichen Wurzelwörter nachgewiesen sind.
Berlin 1834-1842.
Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI
Teil VII
(alphabetischer Index).
GRIMM:
Jacob und Wilhelm Grimm:
Deutsches Wörterbuch.
Internet-Version erstellt von Kurt Gärtner und Mitarbeitern.
HNWB:
Lorenz Diefenbach / Ernst Wülcker:
Hoch- und niederdeutsches Wörterbuch der mittleren und neueren Zeit.
Zur Ergänzung der vorhandenen Wörterbücher insbesondere des der Brüder
Grimm. Basel 1885.
KLEIBER, 2004:
Wolfgang Kleiber,
Die Flurnamen. Voraussetzungen, Methoden und Ergebnisse sprach- und
kulturhistorischer Auswertung.
Herausgegeben von Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann, Stefan
Sonderegger. Berlin, New York (Walter de Gruyter), 2004.
KÖBLER, 1993:
Gerhard Köbler,
Althochdeutsches Wörterbuch,
(4. Auflage) 1993.
KÖBLER, 2000:
Gerhard Köbler,
Indogermanisches Wörterbuch,
(3. Auflage) 2000.
LAGIS:
Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen.
Mittelhessisches Flurnamenbuch (MHFB),
Südhessisches Flurnamenbuch (SHFB), Hessische Flurnamen.
LEXER:
M. Lexer,
Mittelhochdeutsches Handwörterbuch,
Nachträge zu M. Lexers Mittelhochdeutschem Handwörterbuch
LLU:
Lexicon der
Luxemburger Umgangssprache
(wie sie in und um
Luxemburg gesprochen wird) mit hochdeutscher und französischer Uebersetzung
und Erklärung
— von J. F. Gangler, Luxemburg, Verlag von V. Hoffmann, Buchhändler. — 1847.
LWB:
LWB - Luxemburger Wörterbuch.
Im Auftrage der Großherzoglich Luxemburgischen Regierung herausgegeben von
der Wörterbuchkommission, auf Grund der Sammlungen, die seit 1925 von der
Luxemburgischen Sprachgesellschaft und seit 1935 von der
Sprachwissenschaftlichen Sektion des Großherzoglichen Instituts veranstaltet
worden sind. - Luxemburg P. Linden, Hofbuchdrucker - 1950-70 (5 Bände)
MHD:
G.F.
Benecke / W. Müller / F. Zarnck,
Mittelhochdeutsches Wörterbuch
MHDW:
Findebuch zum mittelhochdeutschen Wortschatz
MÖLLER, 1970:
Hermann Möller,
Vergleichendes indogermanisch-semitisches Wörterbuch,
Vandenhoeck & Ruprecht, 1970.
SCHIBER, 1894: Adolf Schiber,
Die fränkischen and alemannischen Siedlungen in Gallien, besonders in Elsass
und Lothringen, Strasburg, 1894.
WIKIPEDIA:
die freie Enzyklopädie
WLM:
Wörterbuch der luxemburgischen Mundart
. Luxemburg, Druck M. Huss, 1906
http://www.geodaten-gll-oldenburg.de/service/flurnamen/Flurnamenglossar-Endfassung.pdf
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