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Die Gräber des gallo-römischen vicus von Mamer

Das östliche Gräberfeld
 

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Neuere Funde aus dem Bereich des östlichen Gräberfeldes

Die Gräber 1-3 in der Trasse der Verlegung der Gasleitung

Interpretation und Fundinventare*

* Da es sich bei den hier vorzustellenden Inventaren um Einzelbefunde handelt, von denen keine neuen Erkenntnisse zur Chronologie einzelner Gefäßtypen zu erwarten sind, kann auf eine ausführliche Diskussion verzichtet werden. Zu jedem Gefäß wird lediglich eine nahestehende Parallele in einer der gebräuchlichen Keramiktypologien angegeben.

In dem nach Entfernen der Ackerschicht angelegtem Planum konnten drei verschiedene Befunde unterschieden werden:

GRAB 1 - Ein Brandschuttgrab mit Urne, dessen Inventar aus einer Schüssel, der oberen Hälfte eines Doppelhenkelkruges, einem Terra-Sigillata-Napf, einem Einhenkelkrug, einem Terra-Sigillata-Teller sowie einigen Glasfragmenten bestand. Die mit der Mündung nach unten gestellte obere Hälfte des Zweihenkelkruges diente als Urne. In dem spärlichen Leichenbrand, der stark mit Holzkohlefragmenten durchsetzt war, befanden sich der Terra-Sigillata-Napf sowie die Glasfragmente. Die als Deckel über diese Doppelhenkelkrughälfte gestülpte Schüssel lag mit einem Teil ihres Randes auf einer senkrecht gestellten Steinplatte auf.

Bei den Gräbern 1 und 2 handelt es sich ohne jeden Zweifel um sogenannte Urnengräber, also Grablegen, bei denen der Leichenbrand des oder der Verstorbenen nach der Verbrennung getrennt von den übrigen Primärbeigaben aufgelesen und in einem Gefäß beigesetzt wurde (zur Terminologie römischer Brandgräber vgl. T. Bechert, Zur Terminologie römischer Brandgräber, in: ArchKorrbl.10, 1980, S. 253ff.).

Für das Grab 1 erlauben die keramischen Beigaben eine Datierung in das letzte Viertel des 2. Jahrhunderts bzw. das erste Viertel des 3. Jahrhunderts.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Inventar von Grab 1

1) Einhenkelkrug (Inventarnummer 241/70E) mit linsenförmiger Lippe, schwach markiertem Uebergang zwischen Hals und Schulter und stark einziehendem Fuß (vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 31, Typ 375). Glattwandige Ware. Orangefarbener Ton, ebensolche Oberfläche. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

2) Terra-Sigillata-Teller (Inventarnummer 241/70F) des Typs Dragendorff 32/Niederbieber 5a (vgl. Oelmann, Niederbieber, S. 21f. und Taf. 1). Vollständig erhalten, braunrote, glänzende Oberfläche. Drehspuren im Tellerinnern. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

3) Schüssel (Inventarnummer 241/70G) mit nach innen umgeknicktem und außen abgesetztem Kragenrand und stark einziehendem Fuß (vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 48f., Typ 495 und 496). Glattwandige Ware. Starke Brandspuren im unteren Bereich. Der Boden fehlt fast völlig, ansonsten vollständig. Rötlichbrauner Ton. Oberfläche stark abgerieben. Primärbeigabe.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

4) Obere Hälfte eines großen Doppelhenkelkruges (Inventarnummer 241/70H) mit Trichterhals und zweigeteilter, horizontaler Mündungslippe (vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 37, Typ 408 . Vgl auch Abegg, Siesbach, S. 200).Orangefarbener Ton, ebensolche Oberfläche. Sekundärbeigabe. Diente als Urne. In diesem Krug befanden sich die Beigaben 5 und 6 sowie der Leichenbrand 7.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

5) Kleiner Terra-Sigillata-Napf (Inventarnummer 241/70I) des Typs Dragendorff 40 (vgl. Oswald/Pryce, Introduction, S. 184 und Taf. 48). Bis auf eine Randscherbe vollständig erhalten. Stark verbrannt. Primärbeigabe.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

 

6) Sehr kleine, milchig-weiße, unbestimmbare Glasfragmente. Sekundärbeigabe.

 

7) Leichenbrand aus Beigabe 4; kleine bis mittelgroße Knochenstücke, mit zahlreichen Holzkohlefragmenten durchsetzt.

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Mamer Tossenberg Gräber 1-3

Fotos und Zeichnungen: "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher" (GKA)


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