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Neuere Funde
aus dem Bereich des östlichen Gräberfeldes
Die Gräber 1-3 in der Trasse
der Verlegung der Gasleitung
Interpretation und
Fundinventare*
* Da
es sich bei den hier vorzustellenden Inventaren um Einzelbefunde handelt, von
denen keine neuen Erkenntnisse zur Chronologie einzelner Gefäßtypen zu erwarten
sind, kann auf eine ausführliche Diskussion verzichtet werden. Zu jedem Gefäß
wird lediglich eine nahestehende Parallele in einer der gebräuchlichen
Keramiktypologien angegeben.
Bei den Gräbern 1 und 2 handelt es
sich ohne jeden Zweifel um sogenannte Urnengräber, also Grablegen, bei denen der
Leichenbrand des oder der Verstorbenen nach der Verbrennung getrennt von den
übrigen Primärbeigaben aufgelesen und in einem Gefäß beigesetzt wurde
(zur
Terminologie römischer Brandgräber vgl. T. Bechert, Zur Terminologie römischer
Brandgräber, in: ArchKorrbl.10, 1980, S. 253ff.).
Für das Grab 1 erlauben die keramischen Beigaben eine Datierung in das letzte
Viertel des 2. Jahrhunderts bzw. das erste Viertel des 3. Jahrhunderts.

Inventar von Grab 1
1)
Einhenkelkrug (Inventarnummer
241/70E) mit linsenförmiger Lippe, schwach markiertem Uebergang
zwischen Hals und Schulter und stark einziehendem Fuß
(vgl. Gose, Gefässkeramik,
Taf. 31, Typ 375). Glattwandige Ware. Orangefarbener Ton,
ebensolche Oberfläche. Sekundärbeigabe.


2) Terra-Sigillata-Teller (Inventarnummer 241/70F) des
Typs Dragendorff 32/Niederbieber 5a (vgl. Oelmann, Niederbieber, S. 21f.
und Taf. 1). Vollständig erhalten, braunrote, glänzende Oberfläche.
Drehspuren im Tellerinnern. Sekundärbeigabe.




3) Schüssel (Inventarnummer 241/70G) mit nach innen
umgeknicktem und außen abgesetztem Kragenrand und stark einziehendem Fuß
(vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 48f., Typ 495 und 496). Glattwandige
Ware. Starke Brandspuren im unteren Bereich. Der Boden fehlt fast
völlig, ansonsten vollständig. Rötlichbrauner Ton. Oberfläche stark
abgerieben. Primärbeigabe.


4) Obere Hälfte eines großen Doppelhenkelkruges
(Inventarnummer 241/70H) mit Trichterhals und zweigeteilter,
horizontaler Mündungslippe (vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 37, Typ 408 .
Vgl auch Abegg, Siesbach, S. 200).Orangefarbener Ton, ebensolche
Oberfläche. Sekundärbeigabe. Diente als Urne. In diesem Krug befanden
sich die Beigaben 5 und 6 sowie der Leichenbrand 7.


5) Kleiner Terra-Sigillata-Napf (Inventarnummer 241/70I)
des Typs Dragendorff 40 (vgl. Oswald/Pryce, Introduction, S. 184 und
Taf. 48). Bis auf eine Randscherbe vollständig erhalten. Stark
verbrannt. Primärbeigabe.


6) Sehr kleine, milchig-weiße, unbestimmbare
Glasfragmente. Sekundärbeigabe.
7) Leichenbrand aus Beigabe 4; kleine bis mittelgroße
Knochenstücke, mit zahlreichen Holzkohlefragmenten durchsetzt.


Fotos und
Zeichnungen: "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher"
(GKA) |