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Neuere Funde
aus dem Bereich des östlichen Gräberfeldes
Die Gräber 1-3 in der Trasse
der Verlegung der Gasleitung
Interpretation und
Fundinventare
GRAB 2 - Wie sich bald herausstellen sollte, war diese Steinplatte Bestandteil der
Grubenauskleidung eines genau unter Grab 1 liegenden und somit älteren Grabes.
Es handelte sich hierbei um ein Urnengrab. Über einen als Urne dienenden Topf
war das Unterteil eines großen Kruges als Abdeckung gestülpt.
Schwieriger erweist sich die chronologische Einordnung von Grab 2, da die
einzige bestimmbare Beigabe, der muschelgemagerte Topf, chronologisch nur wenig
aussagekräftig ist. Aufgrund der stratigraphischen Beobachtung muß Grab 1
jedenfalls wohl vor der Mitte des zweiten Jahrhunderts in die Erde gelangt sein,
ein Ansatz in die zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. erscheint für
Grab 2 am wahrscheinlichsten.
Aber auch eine Datierung in den Anfang bzw. die erste Hälfte des 2. Jh. ließe
sich vertreten, nachdem für die muschelgemagerte Ware eine Fortdauer der
Produktion bis um die Mitte des 2. Jh. n. Chr. nachgewiesen werden konnte
(vgl. hierzu Michel Polfer: Das
gallo-römische Brandgräberfeld von Septfontaines-Dëckt und der dazugehörige
Verbrennungsplatz. Luxemburg, 1996 sowie M. Polfer, Une production
céramique particulière de la Cité des Trevires: la céramique à aspect de liège
dégraissée à l’aide de coquilles, in: Actes du Congrès de Dijon du 16-19 mai
1996 de la Société Française d’Etude de la Céramique Antique en Gaule).
Inventar von Grab 2
1)
Bodenteil eines dickwandigen großen Kruges (Inventarnummer 241/70L).
Glattwandige Ware, hellbrauner Ton, ebensolche Oberfläche. Brandspuren;
wahrscheinlich Primärbeigabe.


2) Topf (Inventarnummer 241/70m) mit
weitbauchiger Wandung, einziehendem Fuß, kurzer Schulter und nach außen
umgelegtem Rand (vgl. Polfer:
Das gallo-römische Brandgräberfeld von Septfontaines-Dëckt und der
dazugehörige Verbrennungsplatz. Luxemburg, 1996, Typ KT 8).
Muschelgemagerte Ware; grauer bis schwarzer Ton. Grobe, an der Oberfläche
sichtbare Muschelmagerung. Oberfläche dunkel- bis schwarzgrau. Brandspuren an
der Gefäßunterseite und an der Außenwand, eher Benutzungsspuren.
Sekundärbeigabe. Diente als Urne.


3) Leichenbrand aus Beigabe
2. Sehr grober, sauber gewaschener Leichenbrand. Keine Holzkohle- oder
Brandschuttreste.
GRAB 3 - Eine schwarze, fast quadratische Grube. Die schwarze Verfüllung war stark
holzkohlehaltig und enthielt zahlreiche große Leichenbrandfragmente,
unverbrannte Knochen, einige Dachziegelstücke sowie verbrannte Keramikscherben.
Das Grab 3 läßt sich mit großer Wahrscheinlichkeit einer anderen Kategorie von
gallorömischen Brandgräbern, den sogenannten “Brandschuttgräbern” zuweisen, bei
denen der Leichenbrand vermischt mit anderen Resten des Scheiterhaufens und der
Primärbeigaben beigesetzt wurde. Eine Interpretation als sogenannte
“Aschengrube”, d.h. als Abraumgrube für die Überreste einer Verbrennung,
erscheint angesichts der großen Menge an Leichenbrand eher unwahrscheinlich.
Inventar von Grab
3
1) Leichenbrand, ziemlich
große Fragmente, mit Holzkohle durchsetzt.

2) Eine Randscherbe und ein
Wandstück (Inventarnummer 241/70a2) eines Karniesrandbechers.
Mattschwarze Oberfläche, orangefarbener Ton. Primärbeigabe.

3) Hals und Henkel eines
kleinen Einhenkelkruges (Inventarnummer 241/70a3). Glattwandige Ware,
Ton und Oberfläche orangefarben. Primärbeigabe.
4) Drei Fragmente von
Dachziegeln mit Brandspuren.

5) Zwei Randscherben eines
Topfes (Inventarnummer 241/70d) mit sichelförmigem Rand. Rauhwandige
Ware. Brauner bis orangefarbener Ton, schwarze Oberfläche. An der
Oberfläche sichtbare Quarzmagerung. Stark verbrannt. Primärbeigabe.
6) Tierknochen und drei
unbestimmbare Keramikscherben.
Fotos und
Zeichnungen: "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher"
(GKA) |