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Die Gräber des gallo-römischen vicus von Mamer

Das östliche Gräberfeld
 

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Neuere Funde aus dem Bereich des östlichen Gräberfeldes

 

Das Grab Nummer 4

Carte topographique 1:20000 Série TC, Edition 2002
© Origine Administration du Cadastre et de la Topographie Luxembourg.
Droits réservés au Grand-Duché de Luxembourg (1998-2000) (ACT)

 

Lageplan 1:20000    

Carte topographique 1:5000 BD-L-TC
© Origine Administration du Cadastre et de la Topographie Luxembourg.
Droits réservés au Grand-Duché de Luxembourg (2004) (ACT)

Lageplan 1:5000  
     
   

Grabungsbericht

Am 7. Februar 1992 entdeckte ein Vereinsmitglied der "D’Georges Kayser Altertumsfuerscher" Scherben und Kohlespuren auf einem frisch gepflügten Acker auf dem Tossenberg. Nach Absprache mit Herrn Dr. Jean Krier vom Musée National d’Histoire et d’Art wurde am darauffolgenden Tag eine Notgrabung durchgeführt, bei der jedoch lediglich eine Fläche von 1m2 untersucht werden konnte. Die Fundstelle liegt etwa 75m westlich der drei Gräber, die bereits am 5. Oktober 1991 geborgen worden waren. In der Ackerschicht wurden zahlreiche Streuscherben sowie Leichenbrandfragmente und ein Eisennagel aufgelesen.

In 25 cm Tiefe, direkt unter der Ackerschicht, fanden sich die Reste eines stark gestörten Brandgrabes: ein fast vollständig erhaltenes Terra-Sigillata-Schälchen (Durchm. 8,6 cm, Höhe 3,1 cm) stand schräg mit dem Sockel nach oben im Boden. Etwa 20 cm südwestlich davon lag ein auf die Seite gestürzter Topf (Durchm. 11,5 cm, Höhe 8,3 cm). Auf gleichem Niveau fand sich der Hals eines Doppelhenkelkruges.

Acht Zentimeter tiefer als der Krughals wurde ein Bronzebeschlag entdeckt. In 35 cm Tiefe konnte noch ein stark korrodierter Gegenstand aus Bronze entdeckt werden. Nur wenig Leichenbrand wurde zwischen den Beigaben aufgesammelt, lediglich um den Bronzebeschlag lag der Leichenbrand etwas dichter. Zwischen dem TS-Schälchen und dem Topf zeigten sich schwache Brandspuren im Boden. Zwischen den Beigaben lagen vereinzelte kleine Steine ohne erkennbare Ordnung. Nur wenig Leichenbrand konnte zwischen den Beigaben aufgesammelt werden.

In 15m Entfernung westlich der Fundstelle konnten zahlreiche hochgepflügte Holzkohlefragmente beobachtet werden. Dies läßt auf das Vorhandensein weiterer Gräber in diesem Bereich des Geländes schließen.

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Mamer Tossenberg Grab 2
Zeichnung von Grab Nummer 4

Inventar von Grab 4

1) Terra-Sigillata-Napf (1992-86/1) vom Typ Dragendorff 35
(vgl. Oswald/Pryce, Introduction, S. 192-194 und Taf. 53). Barbotineauflage im Uhrzeigersinn. Matte, braunrote Oberfläche, teilweise abgerieben. Lachsfarbener Ton. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Grab 2

2) Weitbauchiger kleiner Topf (1992-86/2) beziehungsweise Becher mit nach außen umgelegtem Rand (vgl. Grab Nummer 2, Beigabe 2). Muschelgemagerte Ware. Dunkelgrauer bis schwarzer Ton. Grobe, an der Oberfläche sichtbare Muschelmagerung. Hellbraune Oberfläche. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Grab 2

3) Hals und Rand eines Doppelhenkelkruges (1992-86/3) mit Trichterhals (vgl. Gose, Gefässkeramik, Taf. 34, Typ 397). Glattwandige Ware. Hellrötlicher Ton mit ebensolcher Oberfläche. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Grab 2

4) Bronzebeschlag (1992-86/4). Bandförmiges Bronzeblech mit kreisrunder Verzierung. Massive, herzförmige Abschlußplatte. Sekundärbeigabe.

Mamer Tossenberg Grab 2

5) Bronzering? Sekundärbeigabe.

 

Bei Grab 4 erweist sich aufgrund des schlechten Erhaltungszustands und der ungünstigen Bergungsumstände eine Bestimmung der Grabkategorie leider als unmöglich. Die keramischen Beigaben erlauben eine Datierung in das letzte Viertel des ersten bzw. das erste Viertel des zweiten Jahrhunderts n. Chr.

Bei dem bronzenen Beschlagteil und dem Bronzering dürfte es sich wohl um die beiden einzigen erhaltenen Spuren einer Holzkassette handeln, die als Sekundärbeigabe ins Grab gelangte. Solche Holzkassetten dienten in der Regel der Aufbewahrung von Schmuck, Toilettegerät oder anderen persönlichen Gegenständen. Sie wurden bereits häufiger in gallo-römischen Gräbern des Treverergebietes beobachtet und gelten als eine für Mädchen- oder Frauengräber typische Beigabe. Somit ist das Grab 4 das einzige unserer Reihe, das von archäologischer Seite her eine Vermutung hinsichtlich des Geschlechts der bestatteten Person erlaubt.

Nähere Informationen zu Geschlecht und Alter der Bestatteten könnte darüberhinaus eine anthropologische Untersuchung der geborgenen Leichenbrände liefern. In Anbetracht der damit verbundenen Unkosten wurde auf diese Untersuchungen verzichtet, da es sich bei den vier vorgestellten Gräbern lediglich um Einzelbefunde aus einem sehr viel größeren, bislang so gut wie unerforschten Gräberfeld handelt und somit einzelne Analysen ohnhin keinerlei weitere Schlüsse erlauben würden.


Zeichnungen: "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher" (GKA)


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