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Die Gräber des gallo-römischen vicus von Mamer
Das östliche Gräberfeld
 

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Notgrabungen auf dem Tossenberg 2001
Joël Adam, Notgrabung auf Tossenberg, in: Den Ausgriewer 2002, Nummer 12

Körperbestattungen

Nur wenige Meter südlich der Urnengräberansammlung deutet eine längliche, rund 2m lange Verfärbung auf einen weiteren Befund hin (Befund 20). Die Verfüllung ist homogen und kompakt. Die Orientierung ist dieselbe wie die des Grabens zur nördlichen Seite. Nur gibt es zu beiden Seiten einen klaren Abschluss.

Beim Anlegen eines Querschnittes werden menschliche Knochen freigelegt; es handelt sich um eine Körperbestattung. Die Knochen sind sehr gut erhalten. Bei den Fußknochen werden zahlreiche Schuhnägel festgestellt. Ein Silexfeuerstein befindet sich zwischen den Beinknochen. Ansonsten werden keine weiteren Beigaben bemerkt.

Erst wenige Tage vor dem Abschluss der Grabungskampagne auf Tossenberg wird eine weitere Körperbestattung (Befund 72) an der nördlichen Seite der Gräberkonzentration entdeckt. Das Skelett liegt im Begrenzungsgraben des Grabgartens. Folglich muss der Graben bereits verfüllt gewesen sein, als die Person hier bestattet wurde.

   

Beigabe aus Befund 72
 

Die Bestattung hebt sich durch die außergewöhnliche Lage des Skelettes hervor: der rechte Arm ist auf Augenhöhe über den Kopf geschlagen, der linke Unterarm liegt auf dem Oberarm und berührt mit der Handrückseite die Schulter. Die Finger sind leicht gekrümmt. Diese besondere Lage erinnert an eine Verteidigungsposition, als wollte die Person sich vor Schlägen schützen. Die Fußknochen fehlen gänzlich, allerdings in Folge einer modernen Störung. Wahrscheinlich wurden sie bei der Untersuchung der Bodenbeschaffenheit im Vorfeld der Baggerarbeiten zum Verlegen der Gasleitung 1991 abgetrennt. Eine etwa einen Quadratmeter große Verfärbung mit modernem Fundmaterial bezeugt dies.

Der Befund 72 enthält eine Gefäßbeigabe. Es handelt sich um einen rötlichen Teller mit überhängender Lippe, welcher teils unter dem linken Schulterblatt, teils unter den Halswirbeln steht. Da der Erhaltungszustand des Tellers hervorragend ist, müssen wir davon ausgehen, dass er als Beigabe ins Grab gelangte und nicht zufällig im Begrenzungsgraben stand, als die Person bestattet wurde, denn im Begrenzungsgraben waren gebrochene Keramikfunde sehr zahlreich.

Fotos: "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher" (GKA)

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