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Die Gräber des gallo-römischen vicus von Mamer

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Das östliche Gräberfeld

Etwas besser unterrichtet sind wir über das östliche Gräberfeld am Tossenberg durch die seit Jahrhunderten hier getätigten Funde, durch eine grössere Grabung von De La Fontaine/Namur aus dem Jahre 1844 sowie den Grabungen der « D'Georges Kayser Altertumsfuerscher » im Auftrag des « Musée National d'Histoire et d'Art ».

Beim Lesen der älteren Berichte über die Funde am Tossenberg erscheint es manchmal verwirrend, daß die Grabungsstätte einmal Mamer, dann wieder Bartringen oder Strassen zugeordnet wird. Dies rührt daher, daß im vergangenen Jahrhundert die Banne der drei Dörfer sich am Tossenberg trafen. Es besteht jedoch kein Zweifel an der Tatsache, daß das Gräberfeld dem vicus unter der heutigen Ortschaft Mamer zuzuordnen ist.

Die erste bekannte Erwähnung römerzeitlicher Strukturen aus Mamer verdanken wir dem Jesuitenpater Alexander Wiltheim (1604-1684), der im 17. Jahrhundert in seinem Werk Luciliburgensia Romana auf die noch sichtbaren Zeugen römischer Vergangenheit aus Mamer eingeht (vgl. Mamer vu par Alexandre WILTHEIM dans son oeuvre principale, le "LUXEMBURGUM ROMANUM").
 

Alexander Wiltheim, Luciliburgensia Romana, Originalmanuskript im Staatsarchiv in Luxemburg, Institut Grand-Ducal, Section Historique, Abt. 15, Nummer 380. Die bislang einzige gedruckte Ausgabe der Luciliburgensia Romana erfolgte - allerdings auf der Grundlage von Abschriften - im Juli 1841 durch Auguste Neÿen: Luciliburgensia sive Luxemburgum Romanum, Editions Neÿen, Luxembourg, 1842.

Ein kurzgefaßter Überblick zu Person und Werk Alexander Wiltheims sowie zur Überlieferungsgeschichte der Luciliburgensia Romana sowie eine Bibliographie mit weiterführender Literatur bei Raymond Weiller, Alexandre Wiltheim, sa famille et son oeuvre principale, le "Luxemburgum Romanum", in J. Krier et R. Weiller, Le manuscrit Wiltheim de Baslieux. Un document archéologique et historique du XVIIe siècle. Luxembourg, 1984, S. 15-25. Vgl. auch Charles-Marie Ternes: Aux sources de l’archéologie luxembourgeoise, I, Luxembourg, 1978, sowie Alexandre Wiltheim 1604-1684. Sa vie, son oeuvre, son siècle. Bilan d'une exposition par Jean Krier et Edmond Thill avec le concours de Raymond Weiller. Luxembourg 1984.

Besonders wertvoll sind in unserem Zusammenhang seine Beschreibungen der Überreste von zwei römerzeitlichen Grabmonumenten sowie die Zeichnungen der von ihm beschriebenen Stücke. Wir kennen diese Zeichnungen, die zum größten Teil von Wiltheim selbst stammen, einerseits aus seinem Manuskript, andererseits durch Nachzeichnungen, die speziell von einem unbekannten Zeichner für die Ausgabe eines Atlas angefertigt wurden.

Der Atlas, bezeichnet als Delineamenta oder Delineationes, befindet sich im im Staatsarchiv Luxemburg, Institut Grand-Ducal, Section Historique, Abt. 15, Nummer 382. Eine Gegenüberstellung der Originalzeichnungen sowie der Zeichnung des Atlas befindet sich bei Charles Marie Ternes, Répertoire Archéologique du Grand-Duché de Luxembourg, Tome l, Texte et Tome II. Planches. Bruxelles. 1970, Centre National de Recherches Archéologiques en Belgique, Série C).

Über den genauen Fundort der von ihm beschriebenen Mamer Grabsteine macht Wiltheim leider keine Angaben. Mit grosser Wahrscheinlichkeit kann man aber annehmen, daß diese von Grabbauten stammten, die an der Römerstrasse in Richtung Trier am Rande des östlichen Gräberfeldes aufgestellt waren.

Eine weniger ernstzunehmende Erwähnung des östlichen Gräberfeldes von Mamer stammt aus der Feder des selbsternannten "Chevalier" l'Évêque de la Basse-Moûturie, eines Belgiers, der im Jahre 1843 Luxemburg durchquerte. Obwohl er weder Archäologe noch Historiker war, so sind seine Berichte doch insofern interessant, als er als Zeitzeuge über eine genaue Beobachtungsgabe verfügte. Er berichtet folgendes über seinen ersten Eindruck des Gräberfeldes:

 [CEBM 1980, S. 45-46.] "Lorsqu'on a franchi la côte qui longe le Mameren Schloss, on aperçoit, à un kilomètre environ vers le sud, le joli village de Bertrange. La voie romaine d'Arlon à Luxembourg se trouve ici rapprochée à 50 pas de l'angle décrit par la grand'route.

Sur le flanc méridional de ce Kem est un vaste champ qui vient d'acquérir une espèce de célébrité par les décou­vertes archéologiques qui y ont été faites tout récemment.

Déjà, quand nous nous y sommes arrêté, au mois de juin dernier, nous avons été émerveillé à la vue des in­nombrables débris de poteries romaines de toute espèce dont le sol se trouve parsemé."

Rekonstuktionsversuch einer Gräberstrasse
Rekonstuktionsversuch einer Gräberstrasse (Quelle: http://www.illu-atelier.de/)


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