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Die Gräber des gallo-römischen vicus von Mamer

Das östliche Gräberfeld


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Ältere Funde aus dem Bereich des östlichen Gräberfeldes

Der Grabstein des Ehepaares
 

Zeichnung aus dem Originalmanuskript "Luxemburgum Romanum" von Alexander Wiltheim

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Block eines Grabmonumentes, das auf den beiden Seiten jeweils eine Tänzerin darstellt; auf der Vorderseite das Bildnis eines Ehepaares. Sandstein. Höhe 73,5 cm, Breite 77 cm, Tiefe 56,5 cm. Es handelt sich um den einzigen der beiden von Witheim beschriebenen Grabsteine, der bis heute erhalten geblieben ist. Er wird im Nationalmuseum für Geschichte und Kunst unter der Inventarnummer 144 aufbewahrt (vgl. WILTHEIM, pars II, liber VIII, caput IV, S. 134-138 sowie WILHELM 1974, S. 42, Nummer 291).

Wiltheim interpretierte diese Tänzerinnen als Teil einer Darstellung der Mythen um Kassandra und Eurydike (zu diesen Mythen vgl. Daremberg, Saglio, Pottier: Dictionnaire des Antiquités Grecques et Romaines, Paris, 1987 sowie M.C. Howatson: Dictionnaire de l’Antiquité, Paris 1993. S. 185-186 und S. 703-704).

 

Zeichnungen aus dem Atlas «  Delineamenta »

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Das Ehepaar hat sich in aufrechter Stellung abbilden lassen. Der Mann, dessen Gesicht seiner Frau zugewandt ist, trägt in seiner linken Hand ein gefülltes Geldsäckchen, offensichtliches äußeres Zeichen seines Erfolges. Die Fingerspitzen seiner rechten Hand ruhen auf seinem Mantelkragen in der Höhe des Halses. Er trägt einen Mantel mit Kapuze, darunter eine enganliegende Hose.

Die Frau hält in der linken Hand ein kleines Gefäß mit Henkel, wahrscheinlich ein Parfümbehälter. Ihre rechte Hand ist bis in die Höhe der Brust erhoben, die Finger sind ausgestreckt und die Handinnenfläche zeigt zum Beobachter, als ob sie diesen grüssen wollte. Sie ist mit einer bis zu den Füssen reichenden langen Tunika bekleidet, deren Ärmel weit offen sind.

Zeichnung aus der Edition Neÿen, Luciliburgensia sive Luxemburgum Romanum

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Eine direkte Parallele zu diesem Grabstein stellt ein im Archäologischen Museum von Arlon aufbewahrtes Grabrelief dar. Bereits Wiltheim zog in seinem Text Vergleiche zwischen diesen beiden Grabmonumenten.
Eine weitere Parallele zu diesem Grabstein bei
WILHELM, 1974, S. 42).

Text aus Buch VI, Kapitel II über Arlon

Der Grabstein aus Arlon (Originalmanuskript Wiltheim)

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Wiltheim vermerkt zum Bildnis des Ehepaares:

"Der Stein wurde jedoch nicht gesetzt für den Gatten oder für die beiden Vermählten, aber für die verstorbene Gattin durch den lebenden Gatten, anhand der mythischen Mysterien der Euridyke und der Kassandra ein Beispiel der Keuschheit und der extremen Reinheit einer schamhaften Ehefrau."

Wir wissen nicht, wie Wiltheim zu dieser Aussage gelangte. Eher unwahrscheinlich ist, daß er die heute fehlende Inschrift des Grabmonumentes selbst gesehen hat, da sie in seiner Beschreibung nicht erwähnt wird. Wahrscheinlicher ist, daß es sich hier um seine persönliche Überlegungen zur Idealisierung der Keuschheit handelt. (Er zögerte nicht, die anfänglich unbekleidet gezeichneten Mythen mit passenden Röckchen zu versehen. Zu den unverhüllten Tänzerinnen auf dem Grabstein von Arlon schreibt er [WILTHEIM, pars II, liber VI, caput X]:

"Frauen sind auf den beiden Seiten des Blocks dargestellt, diejenige rechts kaum verhüllt, diejenige links so nackt, daß meine Schamhaftigkeit sich scheute, sie zu zeichnen.".

Über den Verbleib des Steines macht Wiltheim nur folgende Angabe: "Mansfeld liess in der Ortschaft Mamer diesen Stein entfernen" [WILTHEIM, pars II, liber VIII, caput IV, S. 134-138]. Nach der Auflösung der Sammlung Mansfelds in Luxemburg-Clausen gelangte der Grabstein in den Besitz des Jesuitenkollegiums, von wo er 1866 (?) ins Nationalmuseum gelangte.

Anhand der Elemente, über die wir verfügen, kann eine Datierung des Grabsteins in die 2. Hälfte des 2. Jh. vorgeschlagen werden.

Beschreibung von [Wilhelm 1974, S. 42]:

"291 Moitié supérieure de l'édicule d'un monument funéraire.

L'homme dont la main droite est ramenée sur la poitrine et qui tient de l'autre main une bourse, est légèrement tourné vers la femme à sa droite. Elle tient un flacon.

Les faces latérales présentent l'une, une danseuse nue, les bras levés et jouant des crotales, l'autre une danseuse également nue, le bras gauche levé, la paume de la main ouverte, celui de droite baissé. (D'après le dessin du manuscrit Wiltheim, un serpent entourait la cheville gauche de cette dernière femme.)

H. 73,5 Larg. 77 Prof. 56,5 cm. - Grès.

Provenance : Mamer, transférée à Clausen, dans les jardins du palais Mansfeld (A. Wiltheim). Ensuite Collection des Pères Jésuites à Luxembourg.

Musée (1866?) - N° d'inv. 144.

Références :
Wilhelm, 1974 N° 291 p. 42
Wiltheim, Lux. Rom. II, 135 Delin. fol. 128 fig. 366, 368, 369 (=Neyen, p. 305 pl. 90 fig. 414-416
Ternes, RAL fig. 279-284)

(cf. Engling, wiedergef. Bildst. p. 107: mais d'après les descriptions données par Engling, ce fragment ne fait pas partie des pierres retrouvées en 1866.)
Espérandieu N° 4194."

Beschreibung von [Epérandieu V, Nummer 4194]:

"Cippe en deux fragments transporté de Mamer à Clausen, dans les jardins Mansfeld.

Un des fragments a été retrouvé, en 1866, en ouvrant la rue de l'Athénée, près de l'ancien collège des Jésuites; il est au Musée de Luxembourg; l'autre est perdu.
Calcaire grossier.

Hauteur du fragment retrouvé, 0 m. 68; largeur, 0 m 73; épaisseur, 0 m. 52.

Espérandieu 4194 Monument funéraire de deux époux

Sur la face principale, un homme et une femme debout; leur vêtement se compose d'une tunique et d'un manteau. L'homme est imberbe et porte une bourse; la femme tient un flacon.

Espérandieu 4194 Monument funéraire de deux époux

Le dessin de Wiltheim indique sur chaque face latérale une femme nue : l'une paraît fuir; sa jambe gauche est entourée d'un serpent; l'autre joue des crotales. Le fragment ne contient que la moitié supérieure de la femme nue de droite et des restes informes de la tête et des deux bras de celle de gauche. Wiltheim a cru qu'il s'agissait de Cassandre et d'Eurydice. N'était-ce le serpent, que je ne puis pas expliquer, j'y verrais simplement des danseuses."


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