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MAMER - "JUCKELSBËSCH"

Grabungen 2006-2008 der "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher"

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Fibeln und Metallfunde
aus dem gallo-römischen Gräberfeld vom "
Juckelsboesch"

 

[Adam-Faber, Juckelsboesch IV]
Wie bei anderen Gräberfeldern aus spätkeltischer beziehungsweise frührömischer Zeit kamen auch bei der Untersuchung des Juckelsboescher Bestattungsplatzes zahlreiche Fibeln und andere Metallfunde zu Tage. Die Verstorbenen wurden mitsamt ihrer Kleidung auf dem Scheiterhaufen eingeäschert. Nach Erlöschen des Feuers wurden unverbrannte Knochenreste in Form von Leichenbrandteilchen, Teile von verbrannten Keramikgefäßen, Metallgegenstände und geschmolzene Glasreste aus der Asche ausgelesen und anschließend in einer ausgehobenen Erdgrube mit weiteren Beigaben, insbesondere Keramikgefäßen, beigesetzt.

Ein Teil der Metallfunde konnte bislang im Atelier des nationalen Geschichtsmuseums in Bartringen restauriert werden. Hierfür sei insbesondere Herrn Jean-Marie Elsen herzlichst gedankt.

 

Fibeln in Fundlage

 

Bei den Grabbeigaben aus Metall handelt es sich an erster Stelle um Fibeln aus Bronze, nur sehr selten aus Eisen. Bei einigen Gräbern war dem Verstorbenen zudem eine Münze mit ins Jenseits gegeben worden. In wenigen Gräbern wurde eine Schere geborgen. Verschiedentlich konnten Eisennägel festgestellt werden.

Einmalig war der Fund einer Lanzenspitze, eines Siebes aus Bronze und eines Torques mit dazugehörigem Armreif.

 



Foto: Tom Lucas, MNHA

Die Bestattung der beigesetzten Person
kann frühestens 72 n. Chr. stattgefunden haben
(Münzbeigabe des Vespasian mit Prägedatum 72 n. Chr. Im Leichenbrand).

 

Besonders hilfreich bei der Datierung der Gräber sind Fibeln. Als Modeartikel waren sie einer ständigen Entwicklung ausgesetzt. Immer wieder wurden neue Formen entworfen, weiterentwickelt oder es wurden aus einer anderen Gegend des römischen Reiches andere Fibelmodelle eingeführt. Zusammen mit anderen Grabbeigaben, vornehmlich Keramikgefäßen, ist es so möglich die Gräber durchaus auf das Jahrzehnt präzise zu datieren.

 

An dieser Stelle soll nun ein Teil der Formenvielfalt der Fibelfunde vom Juckelsboesch vorgestellt werden.

 
Der Datierungsversuch ist als relativ zu betrachten und beruht auf Erfahrungswerten von anderen Fundplätzen. Für eine präzisere Datierung müssen die Fundumstände und alle Beigaben eines jeweiligen Befundes in Betracht gezogen werden.

 

 

     
Scharnierfibel mit knickartig abgesetztem. längsverziertem Blechbügel
Frühe Distelfibel frühaugusteisch bis tiberisch (etwa ab 20 v. Chr. - bis 20. n. Chr.)
Geschweifte Fibel mit Bügelknoten frühe Kaiserzeit (etwa 1-20 n. Chr.)
Hülsenspiralfibel vom Typ “Langton Down” augusteisch bis frühtiberisch (etwa ab 10 v. Chr. - 15 n. Chr.)
 
Kragenfibel des Typs der sogenannten Schildflügelfibel. Mittelaugusteisch bis tiberisch (etwa 10 v.-20 n. Chr.)
 
Einfache Spiralfibel mit Stützbalken und Sehnenhaken (sogenannte « einfache gallische Fibel ») Augusteisch-tiberisch (1-20 n. Chr.)   Große Distelfibel frühe Kaiserzeit (etwa 1-20 n. Chr.)
Große Distelfibel, spätere Variante

Betrachtet man den Gesamtplan des Gräberfeldes stellt man fest, dass zwei isolierte Gräbergruppen vorliegen. Beide Gruppen werden durch einen rund 25 Meter breiten gräberfreien Raum getrennt. Ob die Gräber in römischer Zeit beidseitig eines dort verlaufenden Weges angelegt worden waren, konnte während den Ausgrabungsarbeiten nicht geklärt wer¬en.

Da die quer zum heutigen Weg verlaufenden Erdverfärbung, welche wir als früheren Hohlweg deuteten, über eine der beiden Gräbergruppen verläuft, stammt sie mit Sicherheit aus spätrömischer, beziehungsweise aus nachrömischer Zeit.

Alle Fotos und Zeichnungen dieser Seite (wenn nicht anders angegeben):
"D`Georges Kayser Altertumsfuerscher", Nospelt (
GKA)

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