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Fibeln und Metallfunde
aus dem gallo-römischen Gräberfeld vom "Juckelsboesch"
[Adam-Faber, Juckelsboesch
IV]
Wie bei anderen Gräberfeldern aus spätkeltischer beziehungsweise frührömischer
Zeit kamen auch bei der Untersuchung des Juckelsboescher Bestattungsplatzes
zahlreiche Fibeln und andere Metallfunde zu Tage. Die Verstorbenen wurden
mitsamt ihrer Kleidung auf dem Scheiterhaufen eingeäschert. Nach Erlöschen des
Feuers wurden unverbrannte Knochenreste in Form von Leichenbrandteilchen, Teile
von verbrannten Keramikgefäßen, Metallgegenstände und geschmolzene Glasreste aus
der Asche ausgelesen und anschließend in einer ausgehobenen Erdgrube mit
weiteren Beigaben, insbesondere Keramikgefäßen, beigesetzt.
Ein Teil der Metallfunde konnte bislang im Atelier des nationalen
Geschichtsmuseums in Bartringen restauriert werden. Hierfür sei insbesondere
Herrn Jean-Marie Elsen herzlichst gedankt.
Bei den Grabbeigaben aus
Metall handelt es sich an erster Stelle um Fibeln aus Bronze, nur sehr selten
aus Eisen. Bei einigen Gräbern war dem Verstorbenen zudem eine Münze mit ins
Jenseits gegeben worden. In wenigen Gräbern wurde eine Schere geborgen.
Verschiedentlich konnten Eisennägel festgestellt werden.
Einmalig war der Fund einer Lanzenspitze, eines Siebes aus Bronze und eines
Torques mit dazugehörigem Armreif.


Foto: Tom Lucas, MNHA
Die Bestattung der beigesetzten Person
kann frühestens 72 n. Chr. stattgefunden haben
(Münzbeigabe des Vespasian mit Prägedatum 72 n. Chr. Im Leichenbrand).
Besonders hilfreich bei der
Datierung der Gräber sind Fibeln. Als Modeartikel waren sie einer ständigen
Entwicklung ausgesetzt. Immer wieder wurden neue Formen entworfen,
weiterentwickelt oder es wurden aus einer anderen Gegend des römischen Reiches
andere Fibelmodelle eingeführt. Zusammen mit anderen Grabbeigaben, vornehmlich
Keramikgefäßen, ist es so möglich die Gräber durchaus auf das Jahrzehnt präzise
zu datieren.
An dieser Stelle soll nun
ein Teil der Formenvielfalt der Fibelfunde vom Juckelsboesch vorgestellt werden.
Der Datierungsversuch ist als relativ zu betrachten und beruht auf
Erfahrungswerten von anderen Fundplätzen. Für eine präzisere Datierung müssen
die Fundumstände und alle Beigaben eines jeweiligen Befundes in Betracht gezogen
werden.
Betrachtet man den Gesamtplan des Gräberfeldes stellt man
fest, dass zwei isolierte Gräbergruppen vorliegen. Beide Gruppen werden durch
einen rund 25 Meter breiten gräberfreien Raum getrennt. Ob die Gräber in
römischer Zeit beidseitig eines dort verlaufenden Weges angelegt worden waren,
konnte während den Ausgrabungsarbeiten nicht geklärt wer¬en.
Da die quer zum heutigen Weg verlaufenden Erdverfärbung,
welche wir als früheren Hohlweg deuteten, über eine der beiden Gräbergruppen
verläuft, stammt sie mit Sicherheit aus spätrömischer, beziehungsweise aus
nachrömischer Zeit.
Alle Fotos und Zeichnungen dieser Seite
(wenn nicht
anders angegeben):
"D`Georges Kayser Altertumsfuerscher", Nospelt (GKA)
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