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Ein römerzeitlicher Keller

Aus dem Grabungsbericht
(Quelle: D’Georges Kayser Altertumsfuerscher)

Als im Spätsommer 1991 in der Arlonerstrasse in Mamer neue Gas- und Postleitungen verlegt wurden entdeckten am Freitag, dem 27. September Herr Jean Krier vom Staatsmuseum und ein Mitarbeiter der "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher" Steinquader und Mauerreste im Graben an der Einmündung der Strasse "Dangé Saint Romain" und der Arlonerstrasse. Im Rahmen einer am 28.09 und 05.10. durchgeführten Notgrabung wurden, soweit dies noch möglich war, die Funde geborgen und die Befunde dokumentiert.

Es stellte sich schnell heraus, dass der Bagger bereits den Keller eines römischen Gebäudes durchschnitten hatte. Die Mauerprofile waren deutlich im Graben zu erkennen. Die Nordost-Ecke des Kellers war komplett zerstört. Die Südost-Ecke ruhte auf einem mächtigen, sekundär verwendetem Steinquader aus Muschelkalk. Die Mauer, welche beide Ecken verband, war fast völlig zerstört und brach während der Grabung ganz zusammen.

Parallel zu dieser Mauer, etwa 1 Meter westlich, verlief ungefähr 60 cm über dem früheren Kellerboden ein Fundament, angefertigt aus Spolien. Dort, wo dieses Fundament die südliche Mauer kreuzte, war letztere tiefer eingespart. Genau an diesem Kreuzpunkt befand sich eine grössere Spolie auf welcher das Teil eines Reliefs erhalten war. Dargestellt sind der hintere Teil eines Pferdes sowie die vordere Hälfte eines vierrädrigen Wagens mit Kutscher.

Dieser Stein sowie die anderen aus dem Fundament stammten wahrscheinlich von einem römischen Grabdenkmal. Der relifierte Steinblock passt an einen anderen an, bereits rund 20 Jahren in der Umgebung gefunden worden war und im Staatsmuseum aufbewahrt ist (vgl. Relieffragment mit Wagenfahrtdarstellung).


Die beiden zusammengefügten und restaurierten Teile des Reliefs

Entgegen seinem Versprechen hatte der Unternehmer während der Woche einen Teil der Steine abtransportiert. Die südliche Mauer war auf einer Höhe von 80 cm noch relativ gut erhalten. Die Fugen waren mittels eines Fugeneisens mit Mörtel verputzt. Längs der Mauer, über dem Kellerboden, lagen zahlreiche Keramikscherben, hauptsächtlich Becherscherben. Die Südwest-Ecke des Kellers konnte gerade noch erreicht werden; eine Öffnung direkt um die Ecke, in der Westmauer, konnte noch festgestellt werden. Wegen der abgeschlossenen Strassenbauarbeiten konnte der Keller und das Gebäude nicht weiter erforscht werden.



Die Kellerauffüllung wies mehrere Schichten auf (vergleiche Profilzeichnung). Direkt unter dem neuzeitlichen Strassenunterbau, der hauptsächtlich aus Hochofenschlacke besteht (Schicht I) stiess man auf eine Lage aus Lehm und Steinen (Schicht II). Darin war das Fundament aus Spolien eingebettet.

 

 



Unter dem Fundament befand sich eine Lage aus mit Mauerbruchstücken durchsetzten Lehm (Schicht III). Darunter befand sich eine beinahe 30 cm dicke Brandschicht (Schicht IV). Viel Holzkohle, rote Steine und verschmolzenes Eisen- und Bronzefragmente weisen auf eine starke Feuereinwirkung hin. Den Abschluss bildete ein über dem anstehenden Felsgestein ausgebreiteter, etwa 20 cm dicker Steinschotterbelag, welcher wohl ursprünglich als Kellerboden gedient haben mag (Schicht V).

In den Schichten II, III und IV fanden sich viele kleine Bronzeteile (Münzen u. dgl.), die so stark oxydiert waren, dass eine Identifizierung oder Bergung nicht mehr möglich war.

Einige der restaurierten Funde aus der Grabung:

1991/218-5

1991/218-6 1991/218-3

1991/218-6a

1991/218-6b
1991/218-7

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