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1238 Sigfridus
Von
den Pfarrern, die der Pfarrei Mamer vorstanden, gilt bis jetzt als ältester ein
Sigfridus (Sigfrido pastore de Manbre), welcher in einer
Urkunde des Jahres 1238 erwähnt ist.
1486 Johannes Knaust
Aus
einer Urkunde der Reinach'schen Archive geht
hervor, daß im Jahre 1486 Johannes Knaust, "Pfarrer und Notar zu Mamer",
einen Vergleich zwischen Gotthard und Johann, Herren von Fels und Mersch
schriftlich niederlegte.
1548 -1607 Johannes Falck
Johannes Falck stand der Pfarrei 59 Jahre lang vor.
Im
Jahre 1570 erklärt Paul von der Fels, Herr zu Mersch, dem Pfarrer Falck von
Mamer einen daselbst gelegenen Weiher, genannt "Neuer Weiher", verpachtet
zu haben.
Im
Weistum vom Jahre 1583
wird Falck ebenfalls als Pfarrer von Mamer erwähnt „… ihre ehrw, und gn.
durch den wurdigen und andechtigen hern Johanssen Falck, ihren pastoren…“.
Er
sagte bei der Gelegenheit in einer Streitsache zugunsten des Meiers Schiltz aus
und berief sich dabei auf seine 35jährige Amtstätigkeit in Mamer „ … undt
obwohl der würdigh undt andechtig herr Johan Falcken, priester undt pastor
daselbst zu M., ein solches wahr zu sein undt als derjenigh, so nunmehr die
pfarkirch M. uber die xxxv jahr regirt, undt gesehen, dasz in hinweghnehmung
der zunechst ahngezogener zween häusten heuwes, weder dieszem noch seinem
vorfahrenden meyeren, die zeit seiner residentz , einigen irrthumb geschehen zu
sein affermirte …“.
Im
Schöffenweistum aus dem Jahre 1612 heißt es: „… Ausgenommen f … haupricht,
des hern Johannes hauβ…“ - nicht dem Herrn von Mersch unterworfen ist das
Haus des Pfarrers Johann Falck.
Am
21.2.1607 erbot der hochbetagte Mann von dem Abt von St. Maximin, als dem
Patronatsherrn der Pfarrei, die Zusage, daß er noch einige Zeit im Amt belassen
werde. Falls man ihm einen Kaplan als Beihilfe gebe, sei er noch gut imstande,
seinen Pflichten als Seelsorger nachzukommen. Dieser Bitte wurde anscheinend
nicht stattgegeben, denn am 23. April 1607 wurde Theodor Brüll zu seinem
Nachfolger ernannt.
Hatte
Pfarrer Falck auch mit Wahrsagerei und Hexentum zu tun?
„Noch 1628
bei der Visitation in dem Archidiakonat Longuyon findet man Spuren dieser
fatalen Gesellen (Dorfwahrsager). In Mamer (Luxemburg) trieb ein gewisser
Johannes Falck sein Unwesen, und er hatte einem Mann aus Angelsberg bei Mersch,
dessen Kind entstellt (vitiatum) war, erklärt, das sei auf Hexen aus der
Nachbarschaft zurückzuführen.“
(Anmerkung: Johann Baptist Kaiser,
Das Archidiakonat Longuyon am Anfange d. 17. Jahrhunderts. Visitationsbericht
von 1628-1629. Teil. 1: Die vier wallonischen Dekanate, Heidelberg, Winter,
1928. Teil. 2: Die drei dt. Dekanate, Heidelberg, Winter. 1929.).
Quelle: Gunther Franz, Methoden und Konzepte der historischen Hexenforschung,
Trier 1998, S. 309: Die Trierer und Luxemburger Hexenprozesse in der
dämonologischen Literatur.
"In einem Visitationsbericht von 1628-1629 erlebt man hautnah die Einstellung
der Bevölkerung zur Magie und die Praktiken der dörflichen Seher und Magier,
deren Einfluss auf die Hexenverfolgungen sehr oft übersehen wird. Ob es nun
darum geht, dass der Experte Joannes Falck von Mamer einem gewissen Dominik aus
Angelsberg erklärt, warum seine Kinder entstellt sind - er weist auf benachbarte
Hexen hin! - oder ob derselbe Falck verspricht, die Pferde, die auf magische
Weise ‚vergiftet' worden sind, zu heilen, immer wieder ist die divinatio im
Spiel. Da hat jemand wegen einer verlorenen Geldsumme sich der Magie ergeben,
ein verlassenes Mädchen hat dem ungetreuen Liebhaber einen Liebeskuchen verpasst
und Ähnliches mehr.”
Quelle: Othon Scholer,
Der versunkene Kontinent oder die
magisch-dämonologischen Vorstellungen im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts, sowie:
Othon Scholer, Les idées
magiques et démonologiques, in: Rita Voltmer und Franz Irsigler, Incubi
Succubi. Les sorcières et leurs bourreaux, hier et aujourd'hui, Publications
scientifiques du Musée d'Histoire de la Ville de Luxembourg, 2000, S. 131
1607-1628? Theodor Brüll
Brüll
war von dem Patronatsherrn Reiner, Abt von St. Maximin vorgeschlagen worden und
wurde von dem Erzpriester von Longuyon in sein Amt eingeführt. Brüll war noch
1628 im Amt.
1628?-1636 Michel Stroesser
Stroesser hatte nicht lange die Pfarrei inne hatte, denn am 5. Juli 1636 schlug
Aegidius, Abt von St. Maximin, Mathias Bofferding, zum Nachfolger des
verstorbenen Stroesser vor.
1636-?
Mathias Bofferding
Bofferding erhielt das Placet des Provinzialrates am 12. August 1636. Während
seiner Amtszeit erfolgte die zweite uns bekannte größere
Reparatur der Mamer Pfarrkirche. Sein Nachfolger war wahrscheinlich Johannes
Du Mont.
1662-1668 Johannes Du Mont
Johannes Du Mont wird allerdings erst im Jahre 1662 als Pfarrer von Mamer
erwähnt. In einer Urkunde des Jahres 1665 betreffend den Verkauf der
Friedrichsvogtei von Mamer figuriert Du Mont als Zeuge. Er wurde im Jahre 1668
ersetzt durch Johann Steil.
1668-1692 Johann Steil
1692-1719 Peter Steil
Am
13. April 1696 verpfändete Charles de Boudonville, Schloßherr zu Mamer und seine
Gattin Adele d'Huart einen Pesch zu Mamer, längs des Baches, für 24 Gulden an
den Pfarrer Steil.
1719-1728 Gérard Eischen
1728-1753 Alexius Ambrosy
Ambrosy machte der Kirchenfabrik eine Schenkung von 150 Reichstalern zum
Unterhalt der ewigen Lampe in der Mamer Kirche.
Nach
dem Abgang Ambrosys entstand aus nicht genau bekannter Ursache ein Prozeß wegen
der Pfarreinkünfte zwischen einem Verwandten des früheren Zehntherren Hoecklin
und dem Pfarrer André Lambert von Mersch. Lambert erhielt die Einkünfte
zugesprochen und vom Beginn des Prozesses bis zum Tode Lamberts wurde die
Pfarrei Mamer von
Verwesern
verwaltet.
In die Amtszeit von Pfarrer Ambrosy fällt auch die Errichtung
des "Pastorskreuzes", das nach einer Legende von einem Pfarrer errichtet wurde
als Dank für seine wunderbare Rettung vor einem Überfall von Hexen (mehr hierzu
im Kapitel über die Kirchhofkreuze).
1753-1758 Peter Eischen
Es
wohnte derzeit eine Familie Eischen in der Pellenvogtei, welcher der
Pfarrverwalter möglicherweise angehörte. Er wurde am 24.6.1758 ersetzt.
1758-1759 Joh. Franz. Kerschen
In
dem von Martin Blum in Ons Hémecht 1926 veröffentlichten Verzeichnis der
Pfarrer von Mamer werden außer Kerschen noch als Verwalter aufgeführt:
1759-1761: Michel Lorent
1761-1763: Karl Schreiber
1763-1764: Claude.
Nach
den in den Regierungsarchiven befindlichen Dokumenten (van Werveke, Localités)
erhielt jedoch bereits am 20. April 1759 Joh. Franz Kerschen das
Placet
als regelrechter Pfarrer von Mamer, welche Stelle durch den Tod des Pfarrers
Lambert von Mersch freigeworden war.
Kollator
war der Erzbischof von Trier.
1760-1791 Jakob Ransonnet
Jakob Ransonnet aus Luxemburg, der an Stelle des verstorbenen Kerschen 1760 von
Willibrord, Abt von St. Maximin, vorgeschlagen wurde erhielt am 12. April 1760
das Placet der Landesregierung (nach Martin Blum (M. BLUM et J. ZIESER, Series
pastorum, O.H. 1926, p. 164.) hätte Ransonnet erst am 24. Juni 1764 die Pfarrei
übernommen).
Anscheinend fand der neue Pfarrer die Pfarrei in desolatem Zustand vor, denn aus
den von ihm angelegten Aufstellungen läßt sich ersehen, daß er bestrebt war, in
seinem Amtsbereich überall Ordnung zu schaffen. Die Zehntherren erinnerte er an
ihre Pflichten, die Kirche in ordentlichem baulichen Zustand zu halten und trat
deren Übergriffen beim Einziehen des Zehnten entgegen.
Wie
sehr ihm das Wohl seiner Pfarrkinder am Herzen lag, beweist die Stiftung, die er
zur Unterstützung von 24 dürftigen Schülern machte. Im Schuletat vom Jahre 1829
sind die Zinsen dieser Stiftung mit 22 Florins 68 Cents aufgeführt. Dieselben
wurden bis weit ins 19. Jahrhundert hinein bei der Besoldung des Lehrers in
Rechnung gestellt.
Am
24. Januar 1791 wurde Ransonnet nach Grevenmacher versetzt.
Er
starb am 13. Juli 1818 in Luxemburg.
Auszug
aus Jules Mersch,
La
famille
Ransonnet,
in: Biographie nationale du pays de Luxembourg depuis ses origines jusqu'à nos
jours (collection présentée par Jules Mersch), fasc. XV, p. 5ff. Luxembourg,
1967 [=Mersch 1967]:
JEAN-JACQUES
RANSONNET.
Fils cadet des
époux Ransonnet-Scheffer, il naquit à Luxembourg le 12. 4. 1734 et se voua au
sacerdoce.
Collationné par
l'abbé de St-Maximin, Jean-Jacques Ransonnet reçut le 12. 4. 1760 le placet pour
la cure de Mamer, vacante depuis le décès de Fr. Kerschen (1759). Mais Ransonnet
ayant vu surgir un concurrent en la personne de l'abbé N. Probst, nommé par
Louvain, il en résulta un procès qui fut porté devant le Grand Conseil de
Malines (13. 7. 1763). L'arrêt du 14. 4. 1764 ayant confirmé une sentence rendue
le 27. 6. 1758 par le Conseil provincial de Luxembourg dans la cause remontant
déjà au prédécesseur de feu l'abbé Kerschen, André Lambert, et concernant la
possession de la cure de Marner, le Conseil provincial autorisa le 22. 5. 1764
respectivement les trois gagnants (A. Lambert, F. Kerschen, J.-J Ransonnet) et
leurs héritiers à lever pro rate temporis les revenus de la dite cure consignés
au: greffe du Conseil. (A. SCHON, Zeittafel, pp. 468, 488, 494.)
Ce n'est donc qu'à
la date du 24. 6. 1764 que Ransonnet se trouve inscrit sur la liste des curés de
Mamer. (M. BLUM et J. ZIESER, Series pastorum, O.H. 1926, p. 164.)
Des relevés dressés
par le nouveau curé attestent des efforts qu'il fit pour remettre de l'ordre
dans les affaires de sa paroisse. C'est ainsi qu’il rappela aux décimateurs leur
devoir de subvenir à l'entretien de l’église et qu'il combattit les abus
entachant le prélèvement des dîmes. (N. FLENER-DELCOURT, Aus der Gesch. d.
Ortschaft Mamer, 1960, p. 120.)
Par acte du magistrat de la ville de Luxembourg en date du 26. 7. 1681, il fut
nommé régisseur de la bourse que Marie Marein, fille des époux Marein-Scheffer
fonda le 10. 1. 1764. (J. P. KOLTZ, Manuel des fond. de bourses, p. 390.)
Le 22. 8. 1769 il
fonda, moyennant une somme de 102 R 6 escalins, une rente de 5 R 8 sols pour
que, pendant les mois de novembre à février, 24 enfants pauvres pussent être
instruits gratuitement. Ransonnet fixa ce nombre à 24, parce qu'il était d'usage
à Mamer de payer pour chaque enfant, pendant ces quatre mois, 2 pièces à 6 sols.
(J. GOERENS, Inv, des Arch. de l'Hospice St. Jean, p. 602.)
En 1723 lors de la
reconstruction de la nef de l'église qui datait de 1542, on avait adjoint au
côté Nord de l’ancien chœur resté intact, une sacristie qui était si humide que
les parements s'y gâtaient. C'est la raison pour laquelle l'abbé Ransonnet fit
construire en 1772 une nouvelle sacristie située à l'Ouest du chœur.
D'un rapport du
curé Ransonnet de 1778 il résulte que la paroisse comptait en cette année 840
habitants répartis sur 71 maisons à Mamer, 32 à Holzem, 5 à Cap et sur les 4
moulins du « Gaschtgrund.» (N. FLENER-DELCOURT, op. cit., pp. 106, 103.)
Le 11. 2. 1779,
Ransonnet fit don à la fabrique d'église de Mamer de deux bois sis au ban de
Holzem, le revenu des coupes annuelles étant à attribuer « zu den bischen der
hausarmen des pfahren Mamer». (A. SCHON, op. cit., t. V, p. 55.)
Aux archives
générales du Royaume à Bruxelles (Ch. des cptes No 46801) on conserve - dressée
de la main de J.-J. Ransonnet et écrite en langue allemande - une déclaration
datée du 10. 3. 1788, concernant les revenus et charges de la chapelle de
Holzem, paroisse de Mamer. (N. MAJERUS, Die Luxemburger Gemeinden, t. V, 1958,
p. 412.)
Ransonnet desservit
cette cure jusqu'au 24. 1. 1791, date à laquelle il fut nommé curé à
Grevenmacher.
D'après Spedener
(« Die im Luxemburger Lande lebten und webten ») Ransonnet serait décédé le 14.
7. 1818 à Grevenmacher. Effectivement il mourut le 13 juillet à Luxembourg, au
No 310 du Marché-aux Poissons. (Etat civil, Luxbg, Reg. des décès No 180.)
1791-1807 Thomas
Jacoby
Thomas
Jacoby aus Grevenmacher, geboren am 24. Februar 1747.
In der Serie der Pfarrer war es Jacoby Thomas aus Grevenmacher, der als Pfarrer
zu Mamer den Einzug der Franzosen erlebte.
Einige Jahre nach seinem Amtsantritt in Mamer rückten die Truppen der
französischen Revolutionsarmee in unser Land ein, und die Gesetze der Republik
traten auch bei uns in Kraft. Gleich der Mehrzahl der katholischen Geistlichen
weigerte Jacoby sich, den
Eid
auf die Konstitution
zu leisten um nicht deportiert zu werden, ebenso sein Kaplan Christophe Brücher und der im Ruhestand im
Wieshaus lebende Trinitarierpater Andreas Meyers (der Wiespater).
Daraufhin wurde diesen drei Geistlichen jede Amtshandlung untersagt und das
Kirchenvermögen beschlagnahmt.
Pfarrer Jacoby hielt sich einige Zeit auf der
Wilzermühle verborgen und zelebrierte dort die
Messe. Auch in "Stemes” in der Gretengasse wurde der Gottesdienst
heimlich gefeiert.
Am 7. Primaire VI (27. November 1797) traf der
republikanische Kommissar Klein in Mamer ein und begab sich in Begleitung des
Munizipalagenten Henri Styr (Schmiddenschmett) und des Adjoint Mathias
Hansen in das Haus des ehemaligen (ci-devant) Pfarrers Jacoby, Von diesem
ließ er sich die Pfarregister, Pachtverträge und sonstige Besitztitel vorlegen,
worauf er das gesamte Kirchenvermögen als unter Sequester stehend erklärte. Dann
befahl er dem Pfarrer, binnen drei Tagen das Pfarrhaus zu räumen.
Von da begab
sich Klein mit den beiden Agenten in die Kirche, um die Kirchengeräte zu
beschlagnahmen. Er kam jedoch ein wenig zu spät. Wahrscheinlich waren die Mamer
von Luxemburg aus gewarnt worden, denn der Kommissar fand die Kirche vollständig
ausgeräumt. Ärgerlich schreibt Klein in seinem Bericht, daß keine Spur von Gold-
und Silbergeräten vorhanden sei. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, sei
gestohlen worden. In der Kirche seien nur mehr drei leere Altäre, sonst nicht
die geringsten Möbel, nicht einmal ein Stuhl.
Was
Klein in seinem Bericht als Diebstahl bezeichnet, war eine Vorsichtsmaßnahme der
Mamer, die ihre Kirchenschätze rechtzeitig vor den Raubgelüsten der
Sansculottes
in Sicherheit gebracht hatten. Der gesamte öffentliche Gottesdienst war
unterbunden und die Glocken durften nicht mehr geläutet werden. Der Kommissar
legte Siegel an Sakristei und Kirche und versperrte deren Zugänge. Die Schlüssel
übergab er dem Agenten Styr mit dem Befehl, dieselben zur Verfügung der
republikanischen Behörde zu halten.
Styr
scheint jedoch keinen allzugroßen Respekt vor den Befehlen dieser Behörde gehabt
zu haben. Ein Bericht vom 25 Messidore VI (13. Juli 1798) besagt:
"Heute begaben wir, die Gendarmen Simon und Thill, uns von Luxemburg nach
Capellen, über die Landstraße Luxemburg-Calais. Als wir dabei gegen neun Uhr
morgens das Dorf Mamer passierten, vernahmen wir Glockengeläute. Bei unserer
Rückkehr von Capellen suchten wir zu Mamer den Munizipalagenten Styr Henri auf
und forderten Rechenschaft über das verbotene Glockengeläute. Styr erklärte
zunächst, er sei während der Zeit abwesend gewesen und wisse nichts von der
Sache. Bei näherem Verhör zog er jedoch diese Ableugnung zurück und sagte, das
Läuten sei erfolgt, um die Einwohner zusammen zu rufen. Er lasse überhaupt die
Glocken läuten, wann und so oft es ihm beliebe. - Wir errichteten daraufhin
Protokoll gegen ihn."
Es
ist möglich, daß die Glocken eben wegen der Gendarmen ertönten und das Geläute
ein Warnungssignal war, denn der Gottesdienst fand heimlich in Privathäusern
statt. Der Pfarrer Jacoby soll sich einige Zeit auf der Wilzermühle verborgen
gehalten und dort die Messe zelebriert haben. Auch in "Stemes" in der
Gretengasse wurde heimlicher Gottesdienst abgehalten. Vielleicht auch in anderen
Häusern.
Bereits am 26. Pluviose VI (14. Februar 1798) waren die zu Mamer liegenden Güter
der Abtei St. Maximin als Nationalgüter versteigert worden. Zu diesen gehörte
auch das sogenannte „Schloß“, in welchem der Pfarrer wohnte. Dieses wurde mit
dem dazu gehörenden Garten für 91000 Frk von dem französischen General Morand
angesteigert.
An
demselben Tage wurde auch der bis dahin vom Pfarrer benutzte Patresgarten beim
Schlosse von Pierre Reuter, Schankwirt zu Luxemburg, für 42000 Frk.
angesteigert.
Auch
alle Kirchengüter, selbst die Möbel wurden versteigert. Die Glocken wurden nach
Luxemburg in ein Depot abgeliefert. Am 25 Frimaire VI (15. Dezember 1797) kehrte
der Kommissar Klein nach Mamer zurück und forschte bei den Verwaltern der St.
Johannis-Bruderschaft, welche die heutige Kirchenfabrik darstellte, nach
etwaigem noch vorhandenem Kirchenvermögen. Diese, nämlich Henri Styr, Mathias
Hansen, Jean Baptiste Groff und Nicolas Hasel, erklärten, der Präsident der
Bruderschaft sei gestorben, ohne jemand Kenntnis über das Kirchen vermögen zu
geben. Ihnen sei nur bekannt, daß die Kirchenfabrik noch eine Schuld von 28
Gulden an den Kerzenfabrikanten Hentsch von Luxemburg zu zahlen hätte. Klein
scheint dennoch die Kirchengüter aufgespürt zu haben, denn aus späteren
Aufzeichnungen geht hervor, daß dieselben beschlagnahmt wurden.
Der
neue Eigentümer des Schlosses, oder Pfarrhauses, scheint seinen neuen Mitbürgern
wohlwollend gesinnt gewesen zu sein und seinen Einfluß zu deren Gunsten
gebraucht zu haben.
Am
26. Frimaire VII (16. Dezember 1798) erstattete der republikanische Kommissar
Vallée auf General Morands Verwenden dem Dorf eine Glocke zurück, um damit den
auf dem Felde beschäftigten Einwohnern die Zeit angeben zu können.
Wohl
auf Morands Einfluß ist auch zurückzuführen, daß die drei Geistlichen des Ortes,
Jacoby, Brücher und Meyers sich schließlich wieder frei im Dorfe bewegen
durften. Da dieselben sich standhaft weigerten, den verbotenen Eid auf die
Konstitution zu leisten, begnügte man sich, dieselben am 10. Frimaire IX (1.
Dezember 1800) einen Revers unterschreiben zu lassen, in welchem sie
versprechen, als friedliche Bürger zu leben und den Gesetzen der Republik
Gehorsam zu leisten, soweit ihr Glaube es gestatte.
Auch
Holzem erhielt eine Glocke zurück, um damit die Zeit angeben zu können.
Während dieser traurigen Zeit waren die Geistlichen des Dorfes auf die
Freigebigkeit ihrer Pfarrkinder angewiesen. Immerhin war ihr Los minder hart als
das vieler ihrer Amtsbrüder, die ihre Treue gegen die Kirche mit Deportation und
Tod büßen mußten.
Der
Abschluß des Konkordates zwischen Bonaparte und Papst Pius VII. am
15.
Juli 1801
machte den Religionsverfolgungen ein Ende und bahnte eine Neuregelung der
kirchlichen Verhältnisse an.
Am
19. Messidor X (8. Juli 1802) gab Jacoby vor dem Maire Knepper die Erklärung ab,
daß er das Konkordat annehme und mit dem vom Papst ihm vorgesetzten Bischof in
Frieden leben wolle. Auf einer sämtliche Geistliche des Wälderdepartements
umfassenden Liste vom 3. Ventôse XI (22. Februar 1803) ist Jacoby mit dem Vermerk eingetragen:
"Adhère au Concordart. Tranquille."
Am
22. Pluviôse desselben Jahres (11. Februar 1802) ernannte Bischof
Bienaymé von Metz
ihn zum Pfarrer von Mamer und Christophe Brücher zu seinem Vikar. Brücher wird
in verschiedenen Akten als Pfarrer von Holzem bezeichnet. Durch ein von
Saint
Cloud
datiertes Dekret vom 11. Prairial XII (31. Mai 1804) ordnete
Bonaparte
an, daß die Präfekten und Bischöfe in gegenseitigem Einvernehmen eine neue
Einteilung der Pfarreien vornehmen sollten.
Infolge dieser Neuverteilung wurde die Filiale Holzem 1804 von Mamer abgetrennt
und zur selbständigen Pfarrei erhoben.
An
Stelle seines früheren Titels "Curé" behielt Jacoby nur noch den Titel eines
"Curé desservant", da nur mehr die Dechanten "Curés" hießen. Am 25.1.1806
erhielt er von der Regierung seine neue Ernennung als "Desservant" zu Mamer.
Durch
das schon angesprochene Dekret vom 11. Prairial XII wurde den Desservants vom 1.
Messidor des Jahres ab ein jährliches Gehalt von 500 Franken zuerkannt, wozu
eine freie Wohnung kam.
Das
Dekret besagte unter anderm: "au moyen de ce traitement les desservants ne
pourront rien demander aux communes, sauf le logement.
Ils
peuvent néanmoins accepter des dons volontaires."
Über
den Sinn des letzten Satzes entbrannte in Mamer eine heftige Kontroverse, welche
10 Jahre lang das Dorf in zwei sich erbittert bekämpfende Lager teilte. Ein Teil
der Einwohner wurzelte noch in den alten Anschauungen und hielt dafür, die
früheren Gebräuche wie den Zehnten usw. beizubehalten, während die anderen den
neuzeitlichen Ideen huldigten und nichts von dem "ancien
régime" wissen wollten.
Man
einigte sich nach einigem Streiten dahin, statt der zehnten, die dreißigste
Garbe zu liefern, doch hielt diese Einigung nicht lange an. Der Streit
entbrannte aufs neue und Jacoby starb inmitten der Wirren am 24. September 1807.
1807-1808 Johann Heinrich Reding
Der
aus Esch-Sauer gebürtige Johann Heinrich Reding war vorher Desservant in
Bauschleiden und übernahm mit der Nachfolge Jacobys auch dessen strittige
Angelegenheit in Sachen des Zehnten. Die Dorfpolitik hatte sich inzwischen der
Sache bemächtigt und Reding hatte einen schweren Stand. Daß er nicht aus Habgier
für die von ihm als gerecht angesehene Sache eintrat, geht daraus hervor, daß er
eine Stiftung von 460 Fr., also fast eines Jahresgehaltes, machte, um den vier
ersten Kommunikanten Preise zu verschaffen. Seine Gegner behielten jedoch die
Oberhand. Ein Teil des Gemeinderates hatte zwecks Anschaffung einer neuen Glocke
einen Holzschlag vorgenommen, zu dem die Genehmigung der Oberbehörde nicht
eingeholt worden war. Bei dem Präfekten wurde Reding als Anstifter dieses
illegalen Holzschlags hingestellt, worauf der Präfekt seine Versetzung beim
Bischof von Metz beantragte. Dieser versetzte Reding nach Alleux/Ardennes und
ernannte an seine Stelle nach Mamer am 1. Oktober 1808 Thilges Gilles
1808-1808 Gilles Thilges
Gilles Thilges, geboren in Rollingergrund am 19.3.1762.
Mittlerweile war es Reding jedoch gelungen, Gehör beim Bischof zu finden, und
seine Versetzung nach Alleux wurde rückgängig gemacht. Thilges amtierte nur
einen Sonntag zu Mamer.
1808-1809 Johann Heinrich Reding
Da
Reding jedoch selbst einsah, daß seine Stellung in Mamer unter den obwaltenden
Umständen täglich schwerer wurde, so verzichtete er.
1809-1816 Johann Baptiste Schu
Johann Baptiste Schu, geboren am 13. Februar 1765, war vorher Desservant zu
Ehnen.
Auch
Schu hatte die nämlichen Feinde wie die vorhergehenden Pfarrer, und noch am 10.
Oktober 1814 richtete er eine 4 Seiten lange Klageschrift an den
Generalkommissar des
Wälderdepartementes,
Franz Edmund Joseph Ignatius
Freiherr von Schmitz-Grollenburg (1776-1844), gegen seine Widersacher. Dieser
sandte den Oberbürgermeister Dutreux-Boch nach Mamer zur Untersuchung der
Angelegenheit. Dutreux übergab seinen Auftrag dem Bürgermeister Suttor von
Bartringen, und es scheint, als ob daraufhin der Hader in Mamer aufhörte. Schu
wurde am 1. Mai 1816 nach Zolver versetzt.
1816-1846 Johann Asselborn
Johann Asselborn, vorher Pfarrer in Merl, beteiligte sich, im Verein mit den
Pfarrern von Bartringen und Straßen, an
Ausgrabungen am Tossenberg.
Asselborn amtierte 30 Jahre lang, bis 1846 als Pfarrer in Mamer. Dann legte er
das Pfarramt nieder, um noch drei Jahre als Vikar in Mamer tätig zu sein. Er
starb im Jahre 1849 und wurde links vom Ostportal, dem damaligen Hauptportal
begraben.
In
seiner Amtszeit (1843-44) wurde die Verlängerung der 1721 erbauten Kirche und
der Bau der zwei Türme durchgeführt.

Luxemburger Wort,
22.04.1849.
Link zum Artikel
1846-1858 Dominik Niedercorn
Der
aus Cessingen gebürtige Dominik Niedercorn veranlaßte die Erbauung der
Missionskapelle bei der Kirche und wanderte 1858 nach Nordamerika aus, wo er an
der Kirche zum hl. Herzen Jesu in Chicago noch eine Reihe von Jahren als
Seelsorger tätig war.

1862, 6. November – Nachricht von Pfarrer
Niederkorn.
Es wird manche unserer Leser
interessieren, Nachricht zu erhalten von dem Jesuitenpater Niederkorn, früherer
Pfarrer zu Mamer. Wir lesen im „Daily Missouri Republican", daß er am 6.
November zu Waterloo, Monroe County im Illinois, beim Hochw. Bischof Junker von
Arlon bei einer Kirchenweihe assistierte, und bei der Gelegenheit eine deutsche
Predigt zur Segnung von Stationsbildern hielt. (Luxemburger
Wort 08.01.1863.
Link zum Artikel)
1866, 11. April – Brief des Jesuitenpaters
Niederkorn
...Ich war gewiß oft erbaut,
wenn ich zur Zeit meiner Wirksamkeit in Mamer Gläubige von allen Seiten zur
Mission herbeiströmen sah. Ich erinnere mich mit freudiger Rührung an jene Zeit,
wo meine ehemaligen Pfarrkinder unter Abbetung des Rosenkranzes aus der Mission
der Nachbardörfer Bartringen, Strassen und Holzem prozessionsweise heimkehrten.
Jene Zeiten bleiben mir unvergeßlich...
(ganzen
Artikel lesen).
1858-1877 Joseph Metz
Der
aus Wiltz gebürtige Joseph Metz war vordem Pfarrer in Roodt. Während seiner
Amtszeit wurde Mamer in den Jahren 1865-66 von einer Cholera-Epidemie
heimgesucht, die ihm Gelegenheit gab, sich als guter Hirt seiner Pfarrkinder zu
bewähren. Seine aufopfernde Tätigkeit in diesen Schreckenstagen wurde vom
König-Großherzog durch eine Dekoration anerkannt.
Im
Jahre 1877 trat er von seinem Amt in Mamer zurück und nahm die Vikarstelle von
Ansemburg an, wo er 1880 starb. Seinem letzten Wunsche gemäß, wurde er in der
Missionskapelle zu Mamer bestattet.
1860, 15. März – Wurden Kinder gröblich
geschlagen? ...Wir
unterzeichnete Mitglieder des Gemeinde- und Kirchenraths von Mamer haben zu
unserm größten Leidwesen vernommen, daß ein Correspondent des „Courrier”,
angeblich aus Mamer, in Nr. 58 dieses Blattes sich erfrecht zu sagen, es
seien Kinder aus Mamer “gröblich geschlagen worden"...
(ganzen
Artikel lesen).
1860, 30. Oktober – Pfarrer predigt
gegen Karusselspiel
...Der Hr. Pastor von Mamer hatte, wie es scheint, seine Pfarrangehörigen
vor einem Spiel gewarnt, wahrscheinlich wegen dabei vorgekommener sittlicher
Gefahren... (ganzen
Artikel lesen).
1866, 28.
Februar – Choleraepidemie
...Vergessen wir nicht den
würdigen Herrn Pastor Metz, der ebenfalls mit der christlichen Aufopferung
eines Priesters tiefe verhängnißvolle Zeit durchgemacht hat, und mit Rath
und That überall vorging, wo es Noth that....
(ganzen Artikel lesen).
1880, 11.
Juni – Zum Tod von Pfarrer Jos Metz
...„Ja, Herr Richter,
schauen Sie nach in der Schublade dieses Tisches, da liegt das Testament in
einer Bonbonsschachtel.”... (ganzen
Artikel lesen).
1877-1886 Peter Nicolas Wittenauer
Peter
Nicolas Wittenauer aus Luxemburg war vorher Pfarrer in Tüntingen. Am 30. März
1886 wurde er zum Dechanten von Remich ernannt.
1899, 27. März – Pfarrer Wittenauer gestorben
...Gestern Abend, den 27. März, verschied allhier, gegen 10 Uhr, der hochw. Herr
Dechant Wittenauer, wohl versehen mit den hhl. Sterbesakramenten, nach kurzer
Krankheit im Alter von 68 Jahren...
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1886-1900 Jakob Hengesch
Jakob
Hengesch, gebürtig aus Düdelingen, war vorher Pfarrer in Arsdorf. Hengesch
machte eine ebenso mühevolle wie interessante Arbeit zu Mamer durch die Anlegung
eines Familienbuches der Pfarrei, das es ermöglichte, die Abstammungen der
Dorffamilien bis 1717 zurück zu verfolgen. Am 3.
September 1900 wurde er als Dechant nach Vianden versetzt.
* Mamer, 31. März. (Installation.)
Heute fand unter zahlreicher Beteiligung der Nachbarsgeistlichen und dem
großen Andrange aller Einwohner der Pfarrei die feierliche Einführung des
neuen Seelenhirten Hrn. Jak. Hengesch in die hiesige Pfarrkirche statt.
Die Straßen der Ortschaft
und die Kirche waren sehr sinnvoll geschmückt. Der Gesangverein brachte dem
neuen Pfarrer ein herrliches Willkominen dar, die Jugend und die Schulkinder
begrüßten denselben als ihren innigst geliebten Hirten, der sie auf die
rechte Seelenweide führe, als den Schiffsmann, der ihr Lebensschiff durch
die Stürme des Lebens hindurch lenke, als den Vater, dessen treue und
gehorsame Kinder zu sein sie sich bestreben würden.
Ehre die wackern Bewohner
der Pfarrei Mamer, die so recht den Diener und Stellvertreter Gottes in
ihren geistlichen Vorgesetzten achten und hochschätzen.
Luxemburger Wort, 02.04.1886.
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1921, 5. November – Dechant Jakob
Hengesch gestorben -
Am Samstag starb im hohen
Alter von 81 Jahren, der frühere Dechant von Vianden, Hochw. Hr. Jakob
Hengesch. In den letzten Jahren schon war er für die Außenwelt so gut wie
tot; denn eine schwere Krankheit fesselte ihn seit langem an’s Zimmer und
an’s Krankenbett. Gott der Herr hat seinem treuen Diener und besten
Verwandten die Gelegenheit gegeben, in bewundernswerter Geduld viele
Verdienste für den Himmel zu sammeln.
Der Verewigte war im Jahre 1840 in Düdelingen aus einer echt katholischen
Familie geboren, die der Kirche mehrere hervorragende Priester und
Ordenspersonen schenkte. Nach erfolgreichen Studien in Luxemburg wurde er am
26. August 1866 zum Priester geweiht. Dann erhielt er folgende Anstellungen:
als Vikar in Remich im Jahre 1866, als Pfarrer in Arsdorf im Jahre 1874, als
Pfarrer in Mamer im Jahre 1889 und als Dechant in Vianden im Jahre 1899.
Nach 12jähriger Tätigkeit mußte er 1911 aus Gesundheitsrücksichten seine
Entlassung nehmen. Er zog sich zu seinen Verwandten nach Luxemburg-Bahnhof
zurück, wo er noch 4 Jahre lang in der Kapelle U. L. Fr. vom Berge Carmel
als Hilfsseelsorger bei den Karmeliterinnen sowie den regulierten
Tertiar-Schwestern tätig war.
Physisch ganz gebrochen gab er im Jahre 1915 auch diesen Posten auf, um dann
ein langes leidenvolles Martyrium zu beginnen, aus dem ihn jetzt der Tod
erlöste. Dechant Hengesch war ein Priester nach dem Herzen Gottes. Ein
heiliger Ernst ließ ihn die Aufgaben seines Standes in ihrer schärfsten
Gestaltung schauen und begeisterte ihn stets zu möglichst vollkommener
Erfüllung derselben. Bei ihm gab es keine Halbheit und kein Feilschen: er
lebte ganz Gott und den ihm anvertrauten Seelen. Er war unermüdlich und
solange er arbeiten konnte, tat er es mit seltenem Fleiß. Ihn zeichnete vor
alten, eine tiefe Frömmigkeit aus, die ihm immer neue Kraft und Begeisterung
verlieh, an der eigenen und der anderen Vervollkommnung zu arbeiten. Was er
von seinen Pfarrkindern forderte, hatte er vorher durch sein persönliches
Tugendbeispiel gezeigt. Die Selbstheiligung, die ihm stets als Priesterideal
während seiner pastoralen Tätigkeit vorschwebte, hat er in der langen
Krankheitsperiode durch Leidenskraft und Leidenstugend geläutert und
gestählt, so daß Gebet, Betrachtung und häufiger Empfang der hl. Kommunion,
heldenhafte Geduld und Ergebung in seiner Krankheit ihn zum echten
„Ewigkeits”-Menschen machten.
Besonders in den letzten Wirkungskreisen, in Mamer und Vianden, ist und
bleibt Hr. Hengesch unvergessen und es war fein besonderes Verdienst, daß er
es verstand, die bewährten Methoden der früheren Seelsorger mit den
Forderungen, welche die moderne Zeit an den Pfarrer stellt, aufs
glücklichste zu vereinen. Gott der Herr, dem der nunmehr Verewigte ein
langes Leben lang mit Treue und Eifer gedient hat, „wird sein übergroßer
Lohn sein.“ Luxemburger Wort
07.11.1921.
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1900-1905 Theodor Meyers
Der
aus Berdorf gebürtige Theodor Meyers, der vorher Pfarrer in Kaundorf war, wurde
bereits am 9. März 1905 zum Dechanten von Koerich ernannt.
1922, 7. Oktober – Ehrendomherr Meyers †
"Der
Tod holt sich weitere Opfer aus den Reihen des lux. Klerus: nach dem jungen
Priester des Herrn, der in Wiltz eben seine Augen zum ewigen Schlafe
geschlossen, stirbt in den Sielen ein Veteran der Seelsorgsgeistlichkeit, der
hochwürdige Herr Theodor Meyers, Pfarrdechant von Körich. Schon lange halte ihn
eine schwere Krankheit gepackt: in den letzten Lagen trat sie heftiger als sonst
auf und meisterte den starken, hünenhaft gebauten Mann, der noch am letzten
Sonntag seinen Amtspflichten nachgekommen war.
Der Verewigte war geboren zu Berdorf am 24. November 1853. Nachdem er am 24.
August 1878 zum Priester geweiht worden war, erhielt er folgende Anstellungen:
am 1. Oktober 1378 als Vikar in Siebenbrunnen (Lux.); am 25. Juni 1890 als
Pfarrer in Kaundorf; am 3. September 1900 als Pfarrer in Mamer und am 9. März
1905 als Dechant in Körich.
Die großen Verdienste des Herrn Meyers anerkannten die kirchlichen Vorgesetzten
durch die Ernennung zum Ehrendomherrn der Kathedrale von Luxembg. am 8. April
1920 und die weltliche Autorität durch Verleihung des Ritterkreuzes im Orden der
Eichenlaubkrone.
In dem Andenken des Klerus und seiner Pfarrkinder wird Dechant Meyers fortleben
als der in Ehren ergraute Priester, der von seinem Amte die allerhöchste
Auffassung hatte und ihr entsprechend allezeit und überall lebte. Seine reiche
Arbeit war geadelt durch den Geist des Opfers und der Treue im Kleinen wie im
Großen. Er war gewissenhaft bis zum Aeußersten. Sein weiser, erfahrener Rat,
sein ausgeprägtes kirchliches Empfinden und seine charaktervolle
Grundsatzfestigkeit sicherten ihm allgemeine Hochachtung.
Dechant Meyers konnte mit besonderem Rechte das Wort des Psalmisten auf sich
anwenden: „Ich liebte die Zierde deines Hauses, o Herr!” An seinen verschiedenen
Wirkungsorten ging er darauf aus, dem Herrn eine würdige Wohnstätte zu bereiten.
In Körich darf die von ihm besorgte Kirchenverschönerung als Meisterwerk
angesprochen werden. Er führte sie durch mit Hülfe von Staatsubsidien,
allerdings; aber Gott allein weiß, wieviel persönliches Vermögen er zugelegt
hat. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß der Verewigte überhaupt eine sehr
freigebige Hand für gute Werke hatte. Von Haus aus verfügte er über ein gewisses
Vermögen. Es ist gut angewandt worden: manche kirchliche Werke erhielten
regelmäßige Förderung durch die diskrete Unterstützung des nunmehr verewigten
Seelsorgers von Körich.
Dechant Meyers war durch eine harte Schule gegangen. Schon bei seiner Geburt
starb seine Mutter. Waren es diese Umstände, oder waren es seine
Charakteranlagen, die ihn nach außen hin äußerst zurückhaftend, wenig
entgegenkommend, ja ab und zu hart machten? In seinem Innern schlug jedenfalls
ein gutes, für alles Edle und Schöne begeisterte Herz und seinen Pfarrlindern
war der autoritätsvolle Seelsorger ein sicherer Führer und ein lauteres Vorbild.
In Dankbarkeit werden sie des Verewigten im Gebete gedenken und trauernd an der
Bahre desjenigen knien, der ihnen so viele Jahre ein aufrechter und treuer Hirte
gewesen." Luxemburger Wort 07.10.1922.
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1905-1917 Philippe Schmit
Der
aus Hemstal gebürtige Philippe Schmit war vorher ebenfalls Pfarrer in Kaundorf.
Am 2. Januar 1917 wurde er als Pfarrer nach Remerschen versetzt.
"Montag, 17. April fand die feierliche Installierung
unsers neuen Herrn Pastors, des hochwürdigen Herrn Philipp Schmit, statt.
Wenn schon ein solches Ereignis ein Jubelfest für eine Pfarrei ist, so steigert
die Begeisterung der Leute zu einem wahren Enthousiasmus, weil gerade die
Ceremonien der Installierung durch den hochw. Herrn Meyers, Dechant von Körich,
vorgenommen wurden. Es war dies die erste feierliche Funktion, welche unser
geliebter unvergeßlicher Herr Pastor, jetziger Dechant, in seinem neuen Amte
vornahm, und zwar in der Pfarrei selbst, die er am letzten 29. März verließ,
nachdem er hier 4 1/2 Jahrgewirkt hatte. Der hochw. Herr Meyers hatte sich in
dieser kurzen Zeit die Sympathie aller Leute erworben, und allen blutete das
Herz bei seinem Abschied. Die gedrückte Stimmung wurde einigermaßen gehoben, als
am 3. April, der hochwürdige Herr Schmit zum Pfarrer von Mamer ernannt wurde.
Derselbe ist dem hochwürdiget Herrn Meyers zum dritten Male gefolgt, zuerst nach
Rollingergrund, dann nach, Kaundorf und jetzt nach Mamer, und überall ist er in
die Fußstapfen seines Vorgängers getreten.
Die Mamer Jugend konnte deswegen mit vollem Recht in der Begrüßungsrede sagen,
daß bloß der Name des Hrn. Pastors geändert, die Person aber dieselbe geblieben
fei. Die Installierung gestaltete sich auch darum zu einem wahren Triumphe.
Die ganze Einwohnerschaft trug mit einer nie gesehenen Begeisterung zur Feier
dieses schönen Festes bei. Das Pfarrhaus und der Weg zur Kirche waren aufs
herrlichste geschmückt und Ehrenpforten mit tiefsinnigen Sprüchen, Guirlanden,
Tannen, Fahnen und Fähnchen waren von der Jugend mit viel Geschmack, angebracht
worden. Das Gotteshaus war aber unvergleichlich schön.
Ungeachtet der frühen Jahreszeit prangten die Altäre in einer wahren
Blumenpracht. Im Schiffe der Kirche erblickte man die kunstvollen, reichlich
gestickten Fahnen, welche alle unter dem hochw. Herrn Meyers angeschafft würben.
Erhebender aber als aller Schmuck, war die großartige Beteiligung der Einwohner
am Gottesdienst. Die Kirche war viel zu klein, um alle aufzunehmen. Nachmittags
3 Uhr riefen Böllerschüsse sämtliche Einwohner zum zweiten Male zusammen, um den
beiden hochverehrten Herren Geschenke anzubieten.
Ein Gesangstück eigens komponiert für diese Gelegenheit, wurde von den
verschiedenen Gesellschaften von Mamer mit viel Gefühl vorgetragen; darauf
Anbietung der Geschenke, zuerst an den hochwürdigen Herrn Pastor, dann an den
hochwürdigen Herrn Dechanten. Der neue Herr Pfarrer wurde mit begeisterten
Vivatrufen empfangen, beim Erscheinen des Herrn Dechanten flogen alle Hüte und
Mützen von den Köpfen, und ein frohes und zugleich wehmütiges „Oh das ist er”
ging durch die Menge. Eine Weile tiefe Stille, die aber bald unterbrochen wurde,
durch herzliche Vivatrufe. Nur ein Wunsch beseelte alle Herzen, nämlich der, die
neuen Pfarrkinder des hochwürdigen Herrn Dechanten möchten ihm dieselbe Liebe
und dasselbe Vertrauen schenken, wie seine Pfarrkinder von Mamer, und dem
hochwürdigen Herrn Pastor möge es gegönnt sein mit demselben Erfolg am Heile der
Seelen hier zu arbeiten, wie sein hochverehrter Vorgänger."
Luxemburger Wort
19.04.1905.
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1917-1938 Michel Urwald
Michel Urwald, geboren 1878 in Grevenmacher, vorher Pfarrer in Michelau. Während
seiner Amtszeit erfolgte der Umbau der Pfarrkirche (1931-32). Pfarrer Urwald
förderte den Umbau unter persönlichen Opfern nach Kräften und dank seiner
Initiative wurden die erheblichen Kosten der Innenausschmückung durch
freiwillige Beiträge gedeckt. Er dankte am 1. September 1938 ab und lebte dann
in Luxemburg-Belair im Ruhestand.
1938, 28. August – Abschiedsfeier für
Pfarrer Urwald - "Die
Abschiedsfeier für unseren, in den Ruhestand tretenden Pfarrer, Hochw. Hrn.
Urwald, gestaltete sich am vergangenen Sonntag zu einer eindrucksvollen
Kundgebung der Verehrung und der Dankbarkeit.
Im feierlichen
Hochamt für bie Lebenden und Verstorbenen ber Pfarrei, wo unsere prächtige
Kirche, das Werk und Denkmal unsers scheidenden Hrn. Pfarrers, bis auf den
letzten Platz besetzt war, ward es allen bewußt, wie tief die Wurzeln in den
22 Jahren fruchtbringender priesterlicher Tätigkeit hier gedrungen waren und
wie schwer die Trennung ist, wenn man sich losreißen muß aus einem reichen
Arbeitsfeld, wo man die besten Kräfte seines Lebens verschenkte.
Nachmittags, vor
der Vesper, sagten Schulkinder und Lehrpersonal, in einer intimen aber
herzlichen Feier, in einem Schulsaal ihrem geschätzten Lehrer und Freund
Lebewohl. Nach der Vesper versammelte sich die ganze Ortschaft, alle Vereine
ohne Ausnahme, mit Gemeinde- und Kirchenrat an der Spitze und huldigten
Herrn Urwald in aufrichtiger Zuneigung.
Herr
Bürgermeister Wilhelm fand die rechten Worte, um dem scheidenden
Seelenhirten, der alles für die Pfarrei und nichts für sich hatte, der
niemanden wehe tat, jedem aber Wohltaten spendete wo er nur konnte, der
immer und überall still doch stetig seine ganze Pflicht erfüllte und sich so
die Hochachtung aller erzwang, den Dank der ganzen Gemeinde auszudrücken und
ihn eines unvergeßlichen Andenkens zu versichern.
Ein prächtiger
Kelch sollte der Ausdruck dieser Gefühle sein. Herr J. P. Knepper würdigte
ln treffender und humorvoller Weise die großen Verdienste des Herrn Pfarrers
um Kirchengesang und Musik und hatte damit allen aus der Seele gesprochen.
Ein treffendes Lied des Kirchenchores, schöne Weisen der beiden
Musikgesellschaften rahmten das Ganze würdig und wohltuend ein.
Herr Urwald,
sichtlich gerührt und gewiß erfreut diesen Dank für lange, schwere und gute
Arbeit, diese edle Gesinnung bei seinen Pfarrkindern zu finden, fand im
schönsten Frieden dieser großen Ortschaft seinen besten Lohn und wünschte
unserer Heimat ein stetiges und glänzendes Gedeihen.
Die „Hemecht” gab dazu den
passenden Schlußakkord. Wer so seine besten Diener zu ehren weiß, ehrt sich
selber. Luxemburger Wort, 30.08.1938.
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Abschiedsfeier für Pfarrer Urwald am
Nordportal der Kirche am 28. August 1938.
Foto: Lucien Mayer. Aus Stoffel 1988, Vol. I, Nr. 144, S. 49.
1938-1950 Nikolaus Koster
Nikolaus Koster, geboren in Rümelingen, war vorher Pfarrer in Merscheid. Er
wurde am 6. September 1938 feierlich installiert.
Nach
dem Einmarsch der Armeen Hitlers am 10. Mai 1940 bestand die erste Amtshandlung
des Ortskommandanten von Mamer darin, daß am Pfingstfest das Abhalten des
Hochamtes verboten wurde.
Viel
schlimmer wurde jedoch die Bedrückung, als gleich nach Einführung der
Zivilverwaltung im August die Annexion Luxemburgs mit aller Perfidie angestrebt
wurde. Durch seine aufrechte, kompromißlose Haltung wurde Pfarrer Koster den
Nazibonzen bald ein Dorn im Auge, da sie in ihm die Seele der Resistenz gegen
ihre Heiminsreich Propaganda sahen. Dieses Hindernis aus dem Wege zu räumen
überfielen am 5. Mai 1941 Gestapoleute Pfarrer Koster in seinem Haus und rissen
ihn jäh von Mutter und Schwester aus seiner Pfarrei, um ihn mit einer Anzahl
namhafter Geistlichen nach Frankreich zu deportieren. Die Seelsorge in Mamer
wurde nun zuerst von dem emeritierten Pfarrer Urwald, dann von Herrn Kayser,
Pfarrer in Capellen, übernommen.
Am 8.
Juni wurde das Dekret der Machthaber betreffend Trennung von Kirche und Staat
von der Kanzel verlesen, welche Maßnahme die Einführung einer Kirchensteuer im
Gefolge hatte. Ab 31. September wurde dann der Neupriester Robert Olinger vom
Bistum als Seelsorger nach Mamer entsandt, der als Pfarrverweser amtierte bis
zum 31. Oktober 1944. An dem Tage kehrte Herr Koster, unter dem Jubel der ganzen
Pfarrei aus seinem Exil zurück.
Herr
Koster wurde am 5. August 1950 in die Pfarrei Rollingergrund versetzt und seine
öffentliche Abschiedsfeier in Mamer fand am 10. September statt. Da die
Pfarrwohnung in Rollingergrund jedoch erst in Stand gesetzt werden mußte, blieb
Koster zu Mamer bis zum 5. November, an welchem Tage er noch das Hochamt hier
feierte, um am selben Tage nachmittags in Rollingergrund installiert zu werden.
1938, 6. September –
Installationsfeierlichkeiten zu Ehren des Pfarrers Koster
"Die
Installationsfeierlichkeiten zu Ehren des Pfarrers Hochw. Hrn. Koster
verliefen hier wie üblich und dennoch war Manches außergewöhnlich dran. Wenn
ein großes Dorf mit Liebe und Energie an die Organisation eines solchen
Festes herangeht, wo in schönster Einigkeit und Harmonie jeder fein Bestes
hergibt und ein gewisser Sinn für Geschmack und Pracht vorhanden sind, dann
kann was Herrliches zustande kommen. Und so war es auch.
Die Begeisterung
zu Ehren des neuen Hrn. Pfarrers galt der Person, die bestens empfohlen,
sich in kürzester Zeit ganz angenehm vorgestellt hatte; aber auch der Sache,
der der Priester dient, denn trotz allem ist das religiöse Gefühl in unserer
Ortschaft tief verankert, das beweisen schon der stolze Bau und der
Ausschmuck der Kirche. Es ging aber auch um die Ehre des Dorfes. Und dieser
wurde großartig gedient. Der Schmuck auf dem weiten Kirchenplatz und um das
Pfarrhaus herum war wirklich originell und tableauartig prächtig. Hunderte
schönster Zierstöcke aus dem Dorfe zusammengeführt und bestens geordnet,
gaben eine Blumenanlage, die jedem Kunstgärtner und jeder Stadt Ehre gemacht
hätte. Schöner noch war die Beteiligung der Bevölkerung und aller Vereine am
Gottesdienst u. an der Ovation: es lag eine Stimmung auf der weiten
Versammlung, die für die Zukunft in der Zusammenarbeitung von Pfarrer und
Pfarrei in den Reden der Jugend, des Herrn Pfarrers und des Herrn
Bürgermeisters das Beste hoffen lassen.
Sang und Klang am Morgen durch die
Musikgesellschaft „Union” und den Kirchengesang und am Abend durch das recht
passende Konzert der „Pompiers Fanfare” rahmten die Feier glücklich ein, die
wirklich nicht nur ohne den geringsten Mißton, sondern in recht aufbauender
Zuversicht verlief. Der Segen wird nicht ausbleiben."
Luxemburger Wort, 10.09.1938.
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1939, 15. März –
Begräbnis des Vaters von Pfarrer Koster - "Das
Begräbnis des geschätzten Vaters unseres Herrn Pfarrers Koster zeigte so
recht, wie schön es ist, wenn Eltern in ihren Kindern geehrt werden. Nur
einige Monate erst kennt man sich und schon sind gegenseitig die Bande so
fest geknüpft, daß man einerseits das Liebste, was man hat, der Erde dieses
Wirkungsortes als seiner Heimat anvertraut, anderseits sehr wohl diese
spontane Zuneigung versteht und offen mitfühlt. Darum gab es wohl kaum ein
Haus, das nicht seinem Beileid Ausdruck verlieh.
Kirchenrat und Schulen hatten schöne Kränze gestiftet. „Cäcilia” sang einen
ergreifenden Trauerchoral. Aus Düdelingen, Merscheid und besonders Hellingen
hielten sehr starke Deputationen darauf, ihrem früheren Herrn Vikar und
Pfarrer und der ganzen Familie ihre unverbrüchliche Treue und Hochachtung zu
zollen.
Nahezu 40 geistliche Amtsbrüder und Freunde, an ihrer Spitze die Herren
Dechanten von Wiltz und Körich gaben den Leichenfeierlichkeiten ein
besonderes Gepräge. Es möge denn dieser gute und getreue Knecht, der 80
Jahre lang im Weinberg des Herrn die Last und Hitze des Tages getragen hat,
friedlich und getrost bei uns seinen Ostern entgegenschlummern!
Luxemburger Wort, 15.03.1939.
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1944, 1. November – Pfarrer Koster aus dem Exil zurück
- Am 5. Mai 1941 drang die Gestapo in das Pfarrhaus von Mamer ein und riß
unsern beliebten Pfarrer, Herrn Koster, aus seinem segensreichen Wirken,
fort von seiner betagten Mutter und seiner Schwester, um ihn mit andern
Geistlichen in die Verbannung nach Frankreich schleppen. Über 3 ½ Jahre
mußte Herr Koster die Bitterkeit des Exils tragen und nur auf Umwegen
gelangten spärliche Nachrichten von ihm an seine Angehörigen und seine
Pfarrkinder. Aber frisch und lebendig blieb in den Herzen aller Mamer das
Gedenken an ihren Seelsorger, und als vor Wochen die erste Nachricht über
dessen Heimkehr sich im Dorf verbreitete, wurde gleich alles zum herzlichen
Empfang vorbereitet.

Ovation für Pfarrer Koster am 31.10.1944
anlässlich seiner Rückkehr aus dem Exil.
Sammlung René Federspiel. Aus Stoffel 1988, Vol. II, Nr. 228, S. 83.
Pfarrer Koster
wurde am Abend des 4. Mai 1941 verhaftet, nach einer Denunziation bei der
Gestapo wegen Französischfreundlichkeit und Tragens eines französischen
Ordens.
Am
Allerheiligentag fand die Bewillkommnung des Heimgekehrten statt, die sich
zu einem Fest gestaltete, wie es Mamer in solcher Einigkeit und Größe nicht
oft gesehen.
Unter
Führung der zwei Musikgesellschaften zogen der Kirchenrat, der Gemeinderat,
die Miliz, die Feuerwehr, eine Abordnung Amerikaner sowie die übrige
Einwohnerschaft zum Pfarrhaus, wo der Kirchenratälteste, Herr Redlinger, die
Begrüßungsansprache hielt und dem Heimgekehrten einen Blumenstrauß anbot.
Im Namen
der Gemeinde sprach Herr Schöffe Erpelding und Herr Knepper, Präsident des
Kirchenchores, im Namen der Vereine.
In seiner
Antwort dankte Herr Pfarrer Koster tiefgerührt für den herzlichen Empfang,
für die Betreuung seiner Angehörigen während seiner Abwesenheit und die
Liebe seiner Pfarrkinder. Er sprach allen aus dem Herzen, als er aufrief zur
unerschütterlichen Treue zu Thron, Altar und Heimat.
Daraufhin
begab sich die ganze Festgemeinde ins Hochamt, das mit einem feierlichen Te
Deum schloß. Luxemburger Wort 14.11.1944.
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Ovation für Pfarrer Koster am 31.10.1944
anlässlich seiner Rückkehr aus dem Exil.
Sammlung René Federspiel. Aus Stoffel 1988, Vol. II, Nr. 229, S. 83.
1950 – 1957 Balthasar Bourggraff
Balthasar Bourggraff, geboren in Oberbeßlingen, Kaplan in Bonneweg, dann Kaplan
in Goetzingen, dann Pfarrer in Eschdorf, war am 5. August 1950 an die Pfarrei
Mamer versetzt worden. Wegen der erwähnten Ursache fand seine Installation
jedoch erst am Sonntag, den 12. November, nachmittags statt. Bourggraf schied
1957 aus.
1950, 12. November – Installationsfeiern für
Pfarrer Bourggraff
— "Am
Sonntag, den 12. November, um 14.30 Uhr, findet in unserer Ortschaft die
feierliche Installation unsers neuen Herrn Pfarrers, des Hw. Herrn Bourggraff,
statt. Unter der Teilnahme der Vereine und der Schulkinder wird der neue Herr
Pfarrer in feierlicher Prozession vom Pfarrhause zur Kirche geleitet. Nach der
kirchlichen Feier versammelt sich die ganze Pfarrei beim Pfarrhause, um dem
neuen Seelsorger in einer herzlichen Ovation den ersten Willkommgrüß zu
entbieten. Das Organisationskomitee lädt hiermit alle Einwohner aus Mamer ein,
regen Anteil an der Feier zu nehmen und bittet zugleich, bei dieser Gelegenheit
die Häuser zu beflaggen."
Luxemburger Wort 10.11.1950.
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Trotz feuchtkaltem
Herbstwetter hatte sich die Einwohnerschaft von Mamer am letzten Sonntag recht
zahlreich eingefunden um der Installation ihres neuen Herrn Pfarrers, des Hochw.
Hrn. Balthasar Bourggraff beizuwohnen.
Fleißige Hände hatten das Innere der Pfarrkirche, sowie die beiden Portale und
das Pfarrhaus kunstvoll geschmückt. Ab 2 Uhr versammelten sich die Schulkinder,
die Ortsvereine, der Gemeinderat und der Kirchenrat auf dem freien Platz vor der
Kirche. Punkt 2.30 Uhr setzte sich die Prozession unter Beteiligung des
Feuerwehrkorps, der beiden Musikgesellschaften u. des Gesangvereins Cäcilia in
Bewegung zum Pfarrhause. Bald darauf erschien der neue Herr Pfarrer auf der
Haustüre, umgeben von den Hw. Herren Dechanten Faltz und Colling. Ein Schulknabe
brachte den ersten Willkommengruß entgegen und ein Schulmädchen überreichte ein
herrliches Blumengebinde. Der Gesangverein Cäcilia trug ein zur Tagesfeier
passendes Lied vor. Alsdann wurde der neue Pfarrer zur Kirche geleitet.
Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten des Kirchenrates, Nikolaus Flener,
und nach Ueberreichen des Kirchenschlüssels durch Herrn Dechanten Faltz, öffnete
Herr Pfarrer Bourggraff sein neues Gotteshaus und die eigentliche
Installationsfeier konnte beginnen.
In der darauffolgenden Festpredigt gab Herr Dechant Faltz seiner Freude darüber
Ausdruck, daß er sich in Vertretung des Herrn Dechanten Kirch aus Körich, der in
Oberkerschen einer Denkmaleinweihung beiwohne, diese Installation seines
früheren Mitarbeiters vornehmen dürfe. Er gedachte der früheren Seelsorger von
Mamer und hob deren Verdienste während ihrer Wirkungszeit hervor. Dann sprach er
uns über unsern neuen Herrn Pfarrer den er uns als einen liebevollen,
geistlichen Vater schilderte.
Nach der kirchlichen Feier versammelten sich alle Anwesenden vor dem
Seitenportale der Kirche, um dem neuen Pfarrer eine herzliche Ovation
darzubringen. Als Sprecher der Pfarrei wandte sich ein Jungmann an den neuen
Seelsorger und hieß ihn herzlich willkommen. Zugleich wurde ihm ein passendes
Geschenk überreicht. Herr Bürgermeister Wilhelm fügte auch einige Worte bei und
begrüßte den neuen Seelsorger im Namen der ganzen Gemeinde. Herr Dechant Kirch
aus Körich, der inzwischen eingetroffen war, schloß sich den Worten aller
Vorredner an und forderte die Anwesenden auf zusammenzuarbeiten mit ihrem neuen
Herrn Pfarrer für das Wohl aller und ließ ein Hoch erklingen auf den neuen Herrn
Pfarrer und auf das so schöne Dorf Mamer.
Herr Bourggraff dankte daraufhin allen die zum Gelingen dieses so schönen Festes
beigetragen hatten, dem Organisationskomitee, dem Gemeinderat, dem Kirchenrat
und allen Dorfvereinen, sowie der ganzen Einwohnerschaft für ihre innige
Teilnahme. Er stellte uns Herrn Dechanten Colling vor, der, was viele nicht
wußten, ein gebürtiger Mamer ist, der dann auch so schöne Worte an alle
Anwesenden richtete. Mit dem Abspielen der Hémecht fand diese prächtige Feier
ihren Abschluß. Luxemburger Wort
18.11.1950.
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1957-1966
Jean
Legros
An
seine Stelle trat am 16. Juni 1957 Jean Legros, geboren am 25.5.1914 in
Luxemburg-Neudorf, vorher Vikar auf Limpertsberg, dann Pfarrer zu Burglinster.
Im
Laufe der Jahre 1956-60 ließ er verschiedene, tiefgreifenden Umänderungen an der
Raumausstattung der Pfarrkirche vornehmen.
1966-1987 Jos Eicher
Auf
Initiative des Pfarrers Joseph Eicher wurden mehrere wertvolle Objekte, die
während der Ära des Bildersturms aus dem Kirchenraum entfernt und in den
Abstellraum verbannt worden waren, wieder in die Kirche zurückgeholt. Während
seiner Amtszeit wurden ebenfalls verschiedene wichtige Veränderungen in der
Pfarrkirche vorgenommen.
Er
starb am 13. Februar 1987 auf dem Heimweg von der Kirche zum Pfarrhaus
unerwartet eines plötzlichen Todes.
Nach
seinem Tode wurde die Pfarrei Mamer von den beiden Geistlichen Pfarrer François
Zewen und Pater Aloyse Reiles sowie von Diakon Alfred Mousset verwaltet.
Quelle: Nik. Flener-Delcourt, Aus der
Geschichte der Ortschaft Mamer.
Herausgegeben von der Gemeindeverwaltung bei Gelegenheit der 1000-Jahr-Feier von
Mamer im Jahre 1960, Ss. 118-126 [= Flener 1960]. Mit Verbesserungen und
Ergänzungen.
Von Flener angegebene
Quellen:
Pfarrbuch, Regierungsarchiv: Regime Français, Ons Hémecht, Séries Pastorum, van
Werwecke: Localités, J. P. Kirsch, Ons Hémecht 1922, Martin Blum, in Ons
Hémecht 1926 veröffentlichtes Verzeichnis der Pfarrer von Mamer.
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