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Am 8. April 960 vermacht Liutgardis, Tochter des Ardennergrafen Wigerich und
seiner Gemahlin Kunigunde, der Abtei Sankt Maximin in Trier ihr elterliches
Erbgut Mamer (vgl.:
Schenkungsurkunde),
einschließlich der Kirche des Dorfes.

Die Pfarrkirche (Foto: Jos Thiel, 2009)
Die Kirche bestand also schon vor dem Datum der Schenkung und war wahrscheinlich
eine
Eigenkirche
der Ardennergrafen (sie ebenfalls: Der Mamer Zehnt
und die Einkünfte der Pfarrer).
Die reichen Einkünfte dieser Abgaben erweckten jedoch bald das Interesse der
weltlichen Herren, die den Zehnten für eigene Zwecke beanspruchten.
Mit dem Verfall der fränkischen Staatseinrichtungen erlangten die
Grundherrschaften wieder größere Selbständigkeit und sie rissen einen Teil der
Zehnteinkünfte an sich, indem sie zwar dem Pfarrer sein Drittel beließen, die
übrigen zwei Drittel aber selbst bezogen mit der Begründung, ihnen obliege der
Unterhalt der Kirchen und der Armen.
Mit dem Aufkommen des
Lehnsystems
im 11. Jahrhundert wurde auch der von den Grundherren beanspruchte Teil des
Zehnten als Lehnsobjekt angesehen. Die Maximiner vergaben denn auch den Mamer
Zehnten als Lehen.

Die Kirche mit dem Friedhof sowie das "Mamer
Schloss" auf der Ferrariskarte von 1777
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Kadasterplan um 1824 |
Kadasterplan um 1834 |
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Commune de Mamer, Service Technique |

Luftaufnahme von 1962.
Editions CIM, Macon.
Die erste
Kirche vor 960
Wie die erste Kirche ausgesehen hat kann nur vermutet werden. Auch ist nicht
bekannt, wann genau sie errichtet wurde. Gemessen an der damaligen
geringen Einwohnerzahl kann es sich nur um einen schlichten Bau gehandelt haben,
der wohl mit Stroh gedeckt gewesen war. Noch im Jahre 1620 besaß das
Kirchenschiff auf jeder Seite nur ein Fenster. Auch ist nicht bekannt, ob die
Kirche von Anfang an einen Turm besessen hat oder wann dieser errichtet wurde
(der 2. Turm wurde erst beim Umbau von 1844/45 gebaut).
Da bei Um- oder Neubauten die noch brauchbaren Teile der alten Gebäude in die
neuen Bauten integriert wurden, oder Neubauten meist auf den Fundamenten der
alten Gebäude errichtet wurden, kann man annehmen, dass die erste Kirche an der
Stelle erbaut wurde, an der auch die heutige Kirche steht. In direkter
Nachbarschaft der Kirche befanden sich die Vogteien und das
Hofhaus der Herren
von Mamer,
in dem auch der Pfarrer seine Wohnung hatte.
Wohl erhielten die Besitzer einer Eigenkirche deren Einnahmen ganz oder
wenigstens teilweise, mussten dafür aber für den Unterhalt des Gebäudes
aufkommen. Als diese Verpflichtung später auf die Zehntherren übertragen wurde,
weigerten diese sich oft, ihren Verpflichtungen nachzukommen, so dass sie von
den Pfarrangehörigen bei Gericht verklagt wurden.
Der Neubau von
1541
Erst im 16. Jh. erfahren wir Näheres über die Mamer Kirche:
im Namen der Pfarrkinder von Mamer verklagten 1541 Stephan von Mamer und Peter
Trippaert von Holzem den Zehntherrn Christoph Hoecklin, Herr zu Bartringen, "wegen
der ganz baufälligen Pfarrkirche von Mamer".
Am 16. Mai 1541 wurde der Zehntherr Christoph Hoecklin vom Provinzialrat zum
Neubau der Kirche verurteilt, wobei die Pfarrangehörigen
Frondienste
zu leisten hatten. Da in der Folgzeit nur noch Änderungen am Kirchenschiff
vorgenommen wurden kann man davon ausgehen, dass bei diesem Neubau der heute
noch bestehende Chor errichtet wurde, worauf auch sein
spätgotisches
Netzgewölbe hinweist.
Quellen:
Nic Flener-Delcourt, Aus der
Geschichte der Ortschaft Mamer, 960-1960, Luxembourg, 1960, S. 101-114.
Alex Langini, Die Kirche in
Mamer: seit mehr als tausend Jahren, in: Die Warte. - Luxembourg. - Année
55(2003), n° 16 = n° 2036 (8. Mai), p. [3], ill.
Joseph Salentiny, Die
Pfarrkirche in Mamer, in: 100e anniversaire / Chorale Sainte-Cécile Mamer. -
Luxembourg, 1983. - P. 91-104, ill.
Norbert Thill, Mamer Pfarrkirche,
in: Heimat und Mission. – Clairefontaine, Jg. 77 (2003), Nr. 9/10, p. 1-24; Jg.
77 (2003), Nr. 11/12, p. 25-44; Jg. 78 (2004), Nr. 1/2, p. 45-68; Jg. 78 (2004),
Nr. 3/4, p. 69-88, ill.
Roby Zenner, Die Pfarrkirche von
Mamer, in: Letzeburger Sonndesblad. - Jg. 126(1993), Nr. 45, p. 24, ill.
Der Kanton Capellen: Festschrift zur Zentenarfeier
der Unabhängigkeit Luxemburgs
/ Hrsg. vom Organisations-Comité der Kantonalfeier in Cap, am 11. Juni 1939.
Kierch Mamer
http://lb.wikipedia.org/wiki/Kierch_Mamer
Parverband Mamerdall - Kirche Mamer
http://www.pvmamerdall.cathol.lu/pages/kierchen/mamer/mamer.html
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