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DER INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE

DIE RAUMATMOSPHÄRE


Beim Besuch der Mamer Pfarrkirche erwartet man eigentlich - infolge des wuchtigen Architekturbildes, insbesondere infolge der monumentalen Anlage des Nordportals - selbst an lichtfrohen Sonnentagen einen halbdunklen Innenraum.

Umso größer ist dann die Überraschung, wenn man einen lichtdurchfluteten Kirchenraum vorfindet. Die in zarten Farben verglasten, zehn großflächigen Fenster des Querschiffs lassen so viel Licht in den Raum einfließen, dass man meinen könnte, der Baumeister habe das Licht eingefangen und sein Mauerwerk um das Licht herum gebaut. Die weit gespannten Gewölbe mit ihren zarten Gurten leuchten tagsüber, als würden sie von einer geheimnisvollen Lichtquelle angestrahlt.

Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch die zartgelbe Farbgebung des Mauerwerks. Die Beschreibung von [Staud 1932] hat auch heute noch ihren vollen Wert: "In der befreienden Weiträumigkeit des Querhauses wirken die Gewölbe mit ihren steingelben Rippen wegen ihrer schlichten, sachlichen Klarheit über aus wohltuend".

Mit jedem Schritt und mit jedem veränderten Blickwinkel, ob in Richtung des Chores oder der Empore, ändert die Bildkomposition. Von besonderer Wirkung ist die Vierung, der Schnittpunkt des alten Langschiffs mit dem 1931/32 eingebauten Querschiff.

Die einzelnen Gewölbe wachsen wie versteinerte Palmen aus den gestaffelten Kapitellen der sechs quadratischen Säulen, an den Seitenwänden werden die Gewölbegurte von plastischen, kombinierten Konsolenkapitellen abgestützt. An den Schnittpunkten der Gewölbegurte befinden sich einige Schlusssteine mit floralem Schmuck.

Hochaltar und Chorraum nach den Renovierungen
von 1956/60 (oben) und 2002 (unten).

 

Sowohl von ästhetischem als auch von historischem Interesse ist der Übergang vom Kirchenschiff zum Chor, auf das schmale Joch des Kirchenschiffes mit seinen neoromanischen Gurten folgt, räumlich und zeitlich durch den Triumphbogen getrennt, das elegante, 1541 im gotischen Stil erbaute, weit nach unten ausschweifende Netzgewölbe, das erhalten geblieben ist und den ältesten Teil der Kirche darstellt.

Infolge einer ausgeklügelten Fensteranlage erfolgt tagsüber eine raffinierte Lichtsteuerung, welche die einzelnen Gewölbepartien plastisch hervortreten lässt. Dieses Phänomen wird zu einem Schauspiel des Lichtes, das - bedingt durch den sich langsam, aber ununterbrochen verändernden Einfallswinkel des Tageslichtes - im Zeitlupentempo abläuft. Die Mamer Pfarrkirche bietet, je nach Tageszeit, eine grundverschiedene Raumatmosphäre, die während der Abenddämmerung, beim verglühenden Tageslicht, eine meditative Stimmung erzeugt.

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