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DER
INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE
DIE KREUZIGUNGSGRUPPE
Dem rechten Seitenaltar gegenüber, an der Rückwand des nördlichen
Seitenschiffes, wurde eine monumentale
Kreuzigungsgruppe
angebracht, die unter dem wie ein versteinerter Baldachin wirkenden Netzgewölbe
besonders gut zur Geltung kommt. Diese Kreuzigungsgruppe war 1852 geschaffen und
in der auf Veranlassung von Pfarrer Niedercorn im gleichen Jahr neben dem
Ostportal erbauten Missionskapelle aufgestellt worden. Aus Sicherheitsgründen
wurde die Gruppe in das Innere der Kirche versetzt, nachdem seine
Polychromierung erneuert worden war
(siehe ebenfalls: Ueber
die Missionen zu Mamer und zu Holtzem).

Dem
Bildschnitzer kam es hier nicht darauf an, die Schmerzen sichtbar zu machen,
welche der Gekreuzigte erdulden musste. Wohl sind Hände und Füße mit Nägeln ans
Kreuz genagelt, wohl erinnert die blutende Seitenwunde an den Todesstoß, den der
römische Soldat
Longinus
mit der Lanze ausgeführt hat, aber der Aufschrei der Verzweiflung ist verhallt:
"Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Auch
die
Dornenkrone
ist verschwunden; lediglich einige geronnene Blutstropfen, die unter den
Haarlocken herausgesickert sind, erinnern daran. Das geneigte Haupt beweist,
dass der Tod eingetreten ist.
Die
Darstellung ist also weniger ein Hinweis auf die erlittenen Folterqualen als die
tröstende Gewissheit, dass der Tod den schmerzbeladenen Menschen endgültig von
allen irdischen Drangsalen erlöst und den Weg zum Paradies freimacht. Deshalb
ist der neue Standplatz der Kreuzigungsgruppe gut gewählt, denn direkt daneben
befindet sich der Beichtstuhl mit der Darstellung der Rückkehr des verlorenen
Sohnes, der genau so in Gnaden aufgenommen wird wie der reumütige Verbrecher am
Kreuz.
Sehr
eindrucksvoll in Haltung und Gewandung sind die beiden Assistenzfiguren
Johannes
und
Maria.
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