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DER
INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE
DIE KREUZWEGSTATIONEN
Ein
Bericht von 1932 erwähnt Kreuzweggemälde, „die von Kennern als Kunstobjekte
ersten Ranges bezeichnet werden und wie sie keine zweite Kirche im weiten
Umkreis besitzt; sie waren (wahrscheinlich) zur Zeit der Renaissance von einem
unbekannten Künstler geschaffen worden. Es ist nicht auszuschließen, dass sie im
Jahre 1541 beim damaligen Umbau der Kirche erworben wurden. Im Laufe der Zeit
waren die Gemälde infolge einer mangelhaften Pflege bis zur Unkenntlichkeit
verschmutzt, so dass sie eher als Unzierde denn als Schmuck der Kirche angesehen
wurden."
1930 ließ Pfarrer Urwald die Bilder fachmännisch reinigen und mit adäquaten
Rahmen versehen. So wurde die älteste, und künstlerisch wertvollste
Sehenswürdigkeit von Mamer in einen ihrer Bedeutung würdigen Rahmen gesteilt".
Hierzu bemerkt [Staud 1932]: "Zu
diesem hervorragend restaurierten Mobiliar stimmt nun auch der schon früher
restaurierte alte Kreuzweg mit seinem guten barocken Holzrahmen, die vom
Bildhauer M. Jungblut
aus,
Remich geschaffen wurden".
Wie
diese Kreuzweggemälde ausgesehen haben, wann, durch wen und weshalb sie aus der
Kirche entfernt wurden, und wohin sie gekommen sind, konnte nicht geklärt
werden.
Die
heute sichtbaren, unter Pfarrer Eicher 1986 angeschafften, in einer Tiroler
Kunstwerkstatt hergestellten, aus Holz geschnitzten
Kreuzwegstationen
sind an den Wänden des alten Kirchenschiffs angebracht.
Obschon sie bei flüchtiger Betrachtung unansehnlich scheinen, zeigen sie bei
einer Detailanalyse bemerkenswerte Einzelheiten. Interessant ist der jeweilige
Aufbau der verschiedenen Gruppierungen, beachtlich sind die einzelnen Figuren in
Haltung und Gewandung, ergreifend ist die ansprechende Expressivität der
einzelnen Gesichter, die zu tiefsinnigen Spiegelbildern der jeweiligen
Gefühlsregungen werden. Ungemein realistisch und evokativ sind die vielen
Nebenhandlungen wie z. B. der Hammerschlag bei der Kreuzesnagelung (XI); sehr
eindrucksvoll ist stets das Porträt der Gottesmutter.
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I) Jesus wird zum Tode verurteilt.
Am
rechten Bildrand steht der Beschuldigte als hilfloser Mensch.
Lediglich der goldene Heiligenschein weist darauf hin, dass es sich
um Jesus handelt.
Pilatus
sitzt auf dem Richterstuhl und hört mit teilnahmslosem,
gelangweiltem Gesicht der Anklage des rechtsgelehrten
Hohepriesters
zu, der die Gesetzesrolle in der rechten Hand hält.
Unmissverständlich zeigt dieser mit der Linken auf den Angeklagten:
"Das ist er!" In seinen Händen hält Pilatus den gebrochenen
Stab zum
Zeichen, dass der Verurteilte sein Leben vor der irdischen
Gerechtigkeit verwirkt hat.
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II) Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. |
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III)
Jesus
fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. |
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IV) Jesus
begegnet seiner Mutter.
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V)
Simon von
Cyrene
hilft Jesus das Kreuz tragen. |

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VI)
Veronika
reicht Jesus das Schweißtuch dar.
Bemerkenswert sind die drei grundverschiedenen Gefühlsregungen, die
sich auf den Gesichtern spiegeln: Demut und Mitleid (Veronika),
Trauer und Ergebenheit (Jesus), Teilnahmslosigkeit (Soldat). |


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VII) Jesus fällt zum zweiten Mal unter der Last des Kreuzes.
Teilnahmsvolle Bestürzung, Grausamkeit des Folterknechtes,
Genugtuung beim Hohepriester. |

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VIII) Jesus begegnet den weinenden Frauen.
Begegnung mit drei weinenden Frauen, die von Jesus getröstet werden.
Sehr eindrucksvoll sind die drei Frauengesichter. |
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IX) Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. |
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X) Jesus wird seiner Kleider beraubt. |

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XI) Jesus wird ans Kreuz genagelt.
Der ausgemergelte Körper weist auf die erduldeten Qualen hin. Der
kräftig ausholende Hammerschlag weist darauf hin, dass die
Kreuznagelung mit Begeisterung durchgeführt wird. |

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XII) Jesus stirbt am Kreuz.
"Es ist vollbracht."
Während die Mutter vor Schmerz zusammenbricht, scheint Johannes den
Exitus noch nicht begriffen zu haben, oder wartet er auf ein Wunder? |

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XIII) Jesus wird vom Kreuz herab genommen.
Die Darstellung der verzweifelten, schmerzgebeugten Mutter, die
ihren toten Sohn umarmt, ist wohl die ergreifendste Szene des ganzen
Kreuzweges. Auch wenn die Tränen auf dem Gesicht der
Mater Dolorosa
fehlen, wird doch offenbar, dass hier die Grenzen der ertragbaren
Schmerzen erreicht sind. |
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XIV) Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
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Fotos: J. Thiel, 2011 |
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