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DER INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE

DIE ORGEL UND DIE EMPORE


Während der Amtszeit von Pfarrer Dominik Niedercorn (25.10.1846 bis 8. 9.1858) wurde 1852 eine Empore aus Holz mit hölzerner Brüstung eingebaut, deren Baukosten in Höhe von 887,95 F durch die Versteigerung von Plätzen auf der Empore finanziert werden sollten. Diese geplante Versteigerung stieß auf derart heftigen Widerstand, dass die Gemeindeverwaltung sich schließlich bereit erklärte, die Baukosten für die Empore zu übernehmen. Erst ab 1890 wurden die Plätze auf der Empore versteigert.

Der ehemals außerhalb der Kirche angelegte Aufstieg zur Empore wurde während der Umbauarbeiten von 1931/32 in die Halle des Ostportals verlegt.

1964 wurde die hölzerne, morsche Empore abgebrochen und durch eine Betonempore mit hölzerner Brüstung ersetzt.

Die Seitenfenster der Empore sind Stiftungen der Familien Knepper (rechts) und Roden-Pauly (links).

Am 17. Februar 1890 berichtet das "Luxemburger Wort": "Die neue Orgel für unsere Kirche wird für Ostern aufgestellt sein und etwas über 4000 Fr. kosten."

Zur Begleitung des Chorgesangs stand bis 1890 nur ein einfaches Harmonium zur Verfügung. 1890 konnte dann eine neue Orgel der Firma Wetzel aus Straßburg eingeweiht werden. Das "Luxemburger Wort" vom 10. Mai 1890 berichtete unter "Kirchenmusikalisches" daß "unsere neue Orgel, auf die wir uns schon lange gefreut haben, jetzt fertig ist. Der Revisor konnte nach eingehender Prüfung des Werkes in allen seinen Theilen, auf Ehr und Gewissen bezeugen, daß die Orgel ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk ist, sehr gewissenhaft gearbeitet, den Bedingungen des Contraktes entsprechend und daß sie dem Erbauer Herrn Charles Wetzel aus Straßburg alle Ehre macht." Daß die Firma Wetzel eine gute Arbeit leistete, war wohl selbstverständlich, denn sie hatte Geschäft und Tradition der Silbermanndynastie übernommen.

Kirchenmusikalisches.

Mamer, 10. Mai. Unsere neue
Orgel, auf die wir uns schon lange gefreut und deren Zustandekommen mir dem unermüdlichen Schaffen unsers Herrn  Pfarrers zu verdanken haben, ist jetzt fertig. Vor eini gen Tagen fand die Revision derselben statt, und konnte der Revisor, nach Einsicht des Contraktes und nach eingehender Prüfung des Werkes in allen seinen einzelnen Theilen, auf Ehre und Gewissen bezeugen, daß die Orgel  ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk ist, sehr gewissenhaft gearbeitet, den Bedingungen des Contraktes entsprechend, und daß sie dem Erbauer, dem Hrn. Charles Wetzel von Straßburg alle Ehre macht.

Uns sei im Interesse der guten Sache, gestattet, folgendes im Einzelnen über diese Orgel hier zu erwähnen:

Die Pfarrkirche von Mamer könnt, gewiß eine größere, reichhaltigere Orgel vertragen; allein zweierlei Hindernisse stellten sich dem Ankauf eines größern Werkes entgegen:

1. Der Mangel an Geld,und 2. der Mangel an Raum auf der Emporbühne.

Diesen beiden Uebelständen Rechnung tragend, hatte unser hochw. Herr Pastor mit dem Orgelbauer einen  Contrakt abgeschlossen, lautend auf nur neun klingende Stimmen, für viertausend zweihundert Franken. Diese neun Register sind auf zwei Manuale vertheilt, wie folgt :

I. Hauptmanual.

1. Principal 8', theilweise im Prospekt stehend, ganz von englischem Zinn, mit Ausnahme einiger der tiefsten Pfeifen;
2.
Bourdon 16', halb von Holz, halb von Metall;
3. Bourdon 8';
4.
Gamba 8', mit nicht allzuscharfem Strich;
5. Octav 4', hell und scharf intonirt.

II. Nebenmanual.

6. Salcional 8', die tiefste Oktav aus folgendem Register conduzirt.
   7. Flöte 8' offen;
   8. Dolce 4' und endlich
   9. Hautbois 8', in den unteren Oktaven als Basson gearbeitet.

In Betreff des Pedals wurde festgesetzt, kein selbständiges Pedal herzustellen (aus oben angeführten Motiven), sondern von den Registern des Hauptmanuals einige in ihren 18 tiefsten Tönen als Pedalregister zu verwerthen. Zu diesem Zweck hat man Bourdon 16' als Subbass 16', Principal 8' als Octavbass und, wenn ich nicht irre Gamba 8' als Violonbass eingerichtet, indem man ihnen eigene Züge, eigene Lade und Doppelventile gegeben, so daß diese 3 Register in dieser Einrichtung sich vollständig als selbständiges Pedal gebrauchen lassen, unabhängig von den Manualen.

Gemiss wäre an obiger Disposition gar Manches besser zu machen gewesen, sowohl in der Auswahl ! Der Manual-Register als in der Ordnung des Pedals; aber man mutzte sich der Decke nach strecken, unb deßhalb wollen mir incht allzu streng hierüber urtheilen.

Was nun bie Ausführung des Werkes durch Herrn Karl Wetzel von Sraßburg betrifft, so müssen wir dasselbe als gut gelungen bezeichnen. Alle Theile desselben im Innern, wie
Windladen, Mechanik, Spieltisch, Bälge, sowie auch das äußere Gehäuse sind äußerst sorgfältig gearbeitet; Holz- und Metall-Parthien, Velederung u. s. w. sind tadellos, Die Pfeifen haben ihre Stimmröllchen, respektiv Stimmschieber. Das Gebläse spendet reichlichen Wind, unb haben die Kanäle ihre völlige Weite, so dass nichts Schwindsüchtiges am Ton zu hören ist.

Der Spieltisch ist an der
Epistelseite angebracht, wohl, verschließbar, und enthält nebst bei, 2 Manualen (jedesmit 56 Tasten, von groß C bis zum 3gestrichenen g, die 12 Registerzüge, eine Pedalkoppel zum Hauptmanual, eine dito zum Nebenmanual, eine Manualkoppel für die beiden Manuale unter sich, und einen Forte-Tritt.

Die Windladen sind im altbewährten Schleifladen- System gebaut. Die Mechanik, fast ganz aus Metall, arbeitet geräuschlos und leicht. Die einzelnen Register sind ihren Namen entsprechend als gut gelungen zu bezeichnen, und endlich ist das Gehäuse, in Eichenholz äusserst geschmackvoll und solide hergestellt, ein Schmuck unserer Kirche zu nennen.

Wir wünschen dem Orgelbauer, Herrn Karl Wetzel und seinem Sohne Edgar Wetzel (welch' Letzterer während mehrerer Jahre als Volontär in Paris bei Herrn Cavaillé-Coll gestanden und die besten Zeugnisse aufzuweisen hat) Glück für ihre schöne Orgel, und können dieselben mit gutem Gewisssen als tüchtige Meister in ihrem Fach empfehlen. 

Luxemburger 16.05.1890. Link zum Artikel
Numérisé par la Bibliothèque nationale de Luxembourg,
www.eluxemburgensia.lu


Charles Wetzel (1828-1902) erhielt, wie sein Bruder Emile  (1822-1910), seine Ausbildung im Betrieb seines Vaters Martin Wetzel (1794-1887).

Er übernahm 1863 zunächst mit seinem Bruder (unter der Bezeichnung „Wetzel Frères“) den väterlichen Betrieb. 1874 trennten sich die beiden, Emile eröffnete eine Werkstatt in Bergheim. Charles baute zwischen 1886 und 1891 vier neue Orgeln in Luxemburg (Junglinster 1886-1887, Pfaffenthal/Hospice civil 1887-1888, Mamer 1889-1890 und Küntzig 1890-1891), wovon nur die Orgel in Pfaffenthal original und in Junglinster größtenteils erhalten bleibt. Sein Sohn Edgard (1865-1945) machte zunächst seine Lehre im väterlichen Betrieb, anschließend beim berühmten Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll in Paris.

Ab 1886 half Edgard seinem Vater bei einzelnen Projekten, um ab 1890 mit seinem Vater zusammen unter der Bezeichnung „Charles Wetzel & fils“ zu arbeiten. 1893 heiratete er seine Frau Berthe Frésez in Mamer, die er beim Aufbau der dortigen Orgel kennengelernt hatte. Nach dem Tode seines Vaters führte er bis 1945 den Betrieb alleine weiter und baute – infolge des großen Konkurrenzdrucks aus Deutschland – nur noch vereinzelt neue Instrumente.

Quelle:
http://www.tuntange.net/tuntange/index.php?id=255&tx_aknp_article[article_uid]=801


Die Empore mit der Orgel vom Zelebrationsalar aus gesehen.

Auteur: Cornischong at lb.wikipedia - Datum: 13 Juli 2005 (original upload date) - Transferred from lb.wikipedia

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c4/MAMER_K_01.jpg

Die Disposition dieser Orgel entsprach durchwegs der Schablonenorgel der damaligen Zeit. Ob man mit größeren finanziellen Mitteln auch eine erweiterte Klangpalette geschaffen hätte, bleibt fraglich. Denn selbst in weit größeren Werken fehlten damals die Aliquoten (Oberstimmen); sogar die 2'­ Register blieben selten. Größere Dispositionen bestanden lediglich aus einer Anhäufung von 8' -Registern. Dadurch fehlte den Instrumenten dieser Epoche die Klangkrone; ihr Klang blieb brummig und dickflüssig. Als Ausgleich waren die einzelnen Register allerdings meist sehr gut intoniert; sie hatten durchwegs eine stark ausgeprägte, eigene Klangfarbe. Besondere Beachtung verdient der Ausbau der Manuale auf einen Umfang mit 56 Tasten. Dies war damals noch keine Selbstverständlichkeit, denn Charles Haupt baute noch 1935 in Mondorf eine Orgel mit nur 54 Tasten, von C-f3.

Episoden aus dem Leben dieser Wetzel-Orgel sind in den Archiven nicht vorhanden, so daß wir nicht feststellen konnten, wie sie sich bewährte und welche Reparaturen im Laufe der Jahre notwendig wurden. Gelegentlich des Kirchenumbaus 1932 wurde auch die Orgel vollständig restauriert und ein Motor eingebaut zum Gesamtpreis von 6 250 F.

Ab 1960 wurde das Innere der Pfarrkirche vollständig erneuert. Das "Luxemburger Wort" vom 8.1.65 schreibt: "Im Zuge dieser vielfältigen Arbeiten drängte sich die Ersetzung der über 60 Jahre alten und zum Teil ausgespielten Orgel auf. Zugleich aber bot die Anschaffung einer neuen Orgel die Gelegenheit, die aus dem Jahre 1844 stammende, stark reparaturbedürftige Empore abzutragen, um 0,75 Meter zu senken ... Die nun tiefer gelegene Empore wird die Klangfülle der neuen Orgel voll zur Geltung kommen lassen."

Aber bis zur Weihe des neuen Instrumentes war noch ein langer und beschwerlicher Weg. Am 30. August 1962 hatte die Orgelfirma Haupt aus Lintgen ein Angebot für den Bau einer neuen Orgel unterbreitet. Dieses Angebot ist in den Archiven nicht vorhanden.

Zwischendurch ereignete sich etwas, worauf viele Eingeweihte schon längst warteten, andere aber nicht wahrhaben wollten: der Konkurs der Orgelbaufirma Charles Haupt aus Lintgen. "Haupt habe immer gewirtschaftet, ohne zu rechnen und deshalb sei die Faillite unvermeidlich gewesen", sagten später die neuen Leiter der erneuerten Orgelfirma gemäß Sitzungsbericht des Kirchenrats vom 24. September 1963. Kenner der Orgelbaubranche wunderten sich, daß dieser Konkurs erst jetzt erfolgte.

Im Sitzungsbericht vom 23.5.63 heißt es: "Gesehen die Tatsache, daß die neue Orgel noch immer nicht in Auftrag gegeben werden kann (Faillite Firma Haupt Lintgen) beschließt der Kirchenrat unterdessen, notwendige und schon lange aufgeschobene Reparaturen am Glockenstuhl, an der Turmuhr und am automatischen Glockengeläute vornehmen zu lassen".

Höchst eigenartig und beinahe unerklärlich bleibt die Tatsache, daß, trotz aller Bedenken, genau vier Monate später, am 24.9.1963, doch mit dem Orgelbaumeister Charles Haupt ein Bauvertrag abgeschlossen und "von beiden Parteien für gut befunden wurde". Charles Haupt war damals aber nur noch Vertreter der neugegründeten "Fabrique d'Orgues Luxembourgeoise", deren eigentliche verantwortliche Leiter die Herren August Mreches und Schroeder waren.


Quelle: User:Cornischong
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/lb/b/bb/KIE_MAM_UER_101.jpg

"Die Kirchenfabrik Mamer" beauftragt den Orgelbaumeister Charles Haupt, Lintgen, mit dem Bau einer neuen Orgel unter Wiederverwendung des noch brauchbaren Pfeifenmaterials des jetzigen Instrumentes.

Die Orgeldisposition:

I. Manual, C_g3: Bordun 8' - Prinzipal 8' - Gemshorn 8' - Praestant 4'­ Dulzflöte 4' - Quinte 2 2/3' - Doublette 2' - Mixtur 3fach 1 1/3' - Krummhorn 8' -

II. Manual, C_g3 (Schwellwerk): Lieblich Gedackt 8' - Salicional 8' - Ital. Prinzipal 4' - Rohrflöte 4' - Nachthorn 2' - Kleinnasat 1 1/3' - Terz 1 3/5' - Zymbel 3fach 1' - Feldtrompete 8'

Pedal' C-f1: Subbass 16' - Octavbass 8' - Gedacktbass Auszug 8' - Choralbass Auszug 4' - Kleingedackt Auszug 4' - Pedalflöte Auszug 2' - Basson 16' (Transmission) - Dulcian 8' (Transmission) - Singend Kornett 4' (T ransmission)

Koppeln und Spielhilfen : II/I – I/P - II/P; eine freie Registerkombination, vier feste Kombinationen P - MF - F - Tutti; Registerschweller, Tonschweller II; Manual, Tremulant II; Manual, frei einstellbares Pianopedal.

Elektrisch gesteuerte Schleifladen für das Haupt- und Oberwerk, Kastenlade für das Pedalwerk. Der wichtige Zusatz "Nähere Einzelheiten sind aus dem Angebot vom 30.8.62 ersichtlich" hat für den Historiker keine Bedeutung, denn dieses Angebot ist unauffindbar. So bleiben notgedrungen viele Fragen unbeantwortet: Welche Pfeifen der alten Wetzel-Orgel wurden wiederverwendet, welche umfunktioniert? Welche Mensuren haben die neuen Register? Welche Pfeifen sind aus Holz, welche aus Metall? Welche Metallegierung wurde verwendet? Zwar unterschreibt der Orgelbauer "ich verbürge mich für eine Auswahl einwandfreier Materialien und ebenfalls für eine fachgerechte Verarbeitung derselben". Aber dies sind erfahrungsgemäß vage Floskeln, auf die man sich bei der Aufstellung eines Orgelbauvertrags nicht verlassen sollte.

Der Lieferpreis der Orgel belief sich auf 609 900 F. Nicht einbegriffen in dieser Summe sind "die elektrische Installation des Ventilators, des Gleichrichters und der Schalter dafür im Spieltisch sowie auch einige Beleuchtungsstellen des Orgelinnern. Diese Arbeiten sind durch einen konzessionierten Elektriker auf Kosten des Bestellers ausführen zu lassen. Ebenfalls sind die Montagearbeiten in der Kirche vom Besteller zu tragen. Lieferzeit ca. 1 Jahr". Eine sofortige Anzahlung von 120000 F, "die für Vorauszahlungen verwandt werden", erfolgte vertragsgemäß bei der Auftragserteilung. Und damit saß die Kirchenfabrik Mamer recht schön in der Tinte!

Die Chronik berichtet: "Anfangs blieb es unheimlich still um die neue Orgel, bis im April 1964 die neuen Vertreter der Firma Haupt, die HH. Auguste Mreches und H. Schroeder vorstellig wurden mit der Erklärung, die geplante Orgel könne unmöglich zu dem von Ch. Haupt festgelegten Kostenanschlag geliefert werden. Mreches und Schroeder verlangten dann für dieselbe Orgel 850000 F. Das war natürlich eine gewaltige Preiserhöhung”.

Die Kosten für eine "neue Posaune", commandée et payée d'avance (im Text unterstrichen) chez Giesecke wurden nicht eigens in Rechnung gestellt, es sei denn, ihr Preis verschwindet in dem Posten "Kost und Restkosten des Orgelbauers von 7 200 F". Elektriker Konz führte für 7 888 F elektrische Arbeiten aus. Weiter heißt es: "Doch was sollten wir tun. Wir hatten schon soviel Geld bezahlt. Wir hatten A gesagt und mußten auch B sagen. Wir haben die bittere Pille geschluckt, doch schlußendlich ist sie uns nicht schlecht bekommen. Die Orgel ist zur allgemeinen Zufriedenheit und nach dem Urteil von Fachleuten auch preiswert ausgefallen."

Im Sitzungsbericht des Kirchenrates vom 5.4.1964 heißt es: "Gesehen die Tatsache, daß in der vergangenen Woche unter dem Vorsitz des Pfarrers ein Organisations-Comité gegründet wurde zwecks Vorbereitung der Einweihungsfeierlichkeiten der Neuen Orgel, gesehen die Tatsache, daß diesem Comité außer dem Pfarrer 3 weitere Mitglieder des Kirchenrates angehören, beschließt der Kirchenrat diesem Comité sein volles Vertrauen auszudrücken und ihm seinerseits alle Befugnisse zu erteilen, die zur glücklichen Vollendung der gestellten Aufgabe erfordert sind. Die Orgeleinweihung wird voraussichtlich am 27. September stattfinden".

In Wirklichkeit fand sie aber erst drei Monate später statt, am 10. Januar 1965. In der Ankündigung im "Luxemburger Wort" vom 8. Januar 1965 wird darauf hingewiesen, "daß die Orgelweihe am nächsten Sonntag den feierlichen Abschluß bildet all dieser Arbeiten, die durch das Entgegenkommen der weltlichen Behörden und besonders durch die offenherzige Mithilfe aller Mamer Pfarrangehörigen ermöglicht wurden".

Die benötigten Geldmittel wurden in der Tat auf vielfältige Weisen zusammengetragen:
- Kollekten wurden in der Kirche abgehalten
- Theatervorstellungen und Bazars wurden veranstaltet
- eine Hauskollekte erbrachte 162 000 F
- der zuständige Minister P. Grégoire gewährte einen Zuschuss von 10000 F
- der Gemeinderat bewilligte schließlich eine Unterstützung von 50000 F.

Zuvor hatten allerdings noch einige Mißverständnisse ausgeräumt werden müssen.

Doch endlich war es soweit: "Am nächsten Sonntag, um 3 Uhr nachmittags, wird Generalvikar Mgr Dr. Jean Hengen im Rahmen einer Festfeier die neue Orgel weihen und segnen ... wir sind überzeugt, daß alle Freunde der Orgelkunst sich Stelldichein in Mamer geben. Folgendes Programm, das von Domorganist Albert Leblanc, Frl. Marguy Kerschenmeyer, sowie von unserm Kirchenchor unter Leitung von Fernand Keiser, bestritten wird, erwartet die Liebhaber geistlicher Musik:

Jubilate Deo, choeur d'hommes a capella - C. Aiblinger
Allocution de circonstance de Mgr Dr. Jean Hengen, Vicaire général
Remise de médailles à des membres méritants de la Chorale Sainte-Cécile de Mamer
Veni Creator
Bénédiction des Orgues par Mgr Jean Hengen

Concert - Aux orgues: Maitre Albert Leblanc (organiste de la Cathédrale de Luxembourg)

1) Fantaisie et fugue en la mineur - J.S. Bach
2) Air varié - P. Martini
3) Rhapsodie catalane - J. Bormet
4) Laudate Dominum (Choeur et orgues) - J.M. Plum
5) Noël étranger - Cl. Daquin

Aux orgues: Mlle Kerschenmeyer, organiste a Mamer

6) Suite liturgique A. Leblanc

Salut:
Ave Verum - W.A. Mozart
Puer qui natus est (Antienne de St. Jean) - A. Leblanc
Tantum Ergo – Himmel
Hymne an Gott - M. Haydn
Sortie: Carillon de Westminster - L. Vierne

Am 13. Januar 1965 brachte das "Luxemburger Wort" den Bericht der Orgelweihe.

"Unter den Ehrengästen dieser Feierstunde waren die Herren Charles Wirtgen, Deputierter; Marx, Bürgermeister; Thein, Schöffe; Trausch, Bissen, Konz, Gemeinderäte aus Mamer; Raus, Schöffe aus Cap; Schonckert, Gemeindesekretär, sowie das Lehrpersonal von Mamer.

Die Herstellerfirma, die ,Fabrique d'Orgues Luxembourgeoise' aus Lintgen, war vertreten durch die Herren Auguste Mreches, Direktor, Schroeder, Schmidt und Sciewek.

Selbstverständlich beehrten auch viele Geistliche die Feier durch ihre Anwesenheit. Es waren die Hw. Herren Ehrendomherr N. Müller, Ehrendomherr M. Feller, Dr. P. Weber, Dechant J. Kirch aus Körich, Pfarrer J. Wagner aus Cap, Pfarrer R. Kauthen aus Garnich, Pfarrer J. Frisch aus Bartringen, Aumônier N. Schram aus Capellen."

Der Bericht erwähnt "die dynamische Leitung des jungen Dirigenten" Fernand Keiser, die Ansprache des Herrn Generalvikars an die zahlreichen Anwesenden, der abschließend im Namen des Hw. Herrn Bischofs allen, die zum Gelingen dieses schönen Werkes beigetragen haben, dankt: dem Herrn Pfarrer Jean Legros, den weltlichen Autoritäten, dem Organisationsvorstand, den vielen Patinnen und Paten, den Erbauern der Orgel, Herrn Albert Leblanc und besonders herzlich dem Kirchenchor, der bei allen Gelegenheiten auf der Bresche steht. Zehn Mitglieder dieses Chores wurden sodann ausgezeichnet.

Neben dem herrlichen Orgelkonzert des Domorganisten "bewies die junge, sympathische Organistin von Mamer, Frl. Kerschenmeyer, ihr großes Können." Beim anschließenden Ehrenwein im Festsaal der Schule fand Pfarrer Jean Legros ergreifende Worte des Lobes und des Dankes für seine Pfarrkinder. Der Berichterstatter "jm" schließt mit den Worten: "Die Pfarrei Mamer hat sicher nicht die größte Orgel, die hierzulande gebaut wurde. Aber sie hat eine Orgel, die der Kirche angepaßt ist, von präziser und wertvoller Qualität und die jedem Organisten Freude bereiten würde. Möge die neue Orgel von Mamer noch lange spielen zur größeren Ehre Gottes und zur Freude der Menschen."

Quellen:

Norbert Thill, Organographische Spiegelbilder, in: Chorale Sainte-Cécile Mamer, 100e annversaire, Imprimerie Saint-Paul, Luxembourg 1983, Ss. 109-123.[= Thill 1983] (mit Ergänzungen).

Norbert Thill, Die Mamer Pfarrkirche, in: Heimat und Mission, Jg. 77 (2003), 9/10, SS: 1-24; Jg. 77 (2003), 11/12, SS: 25-44; Jg. 77 (2003), 9/10, SS: 1-24;  Jg. 78 (2004), 1/2, SS: 45-68; Jg. 78 (2004), 3/4, SS: 69-88. [= Thill 2003] (mit Ergänzungen). 

Nic Flener-Delcourt, Aus der Geschichte der Ortschaft Mamer, 960-1960, Luxembourg, 1960, S. 101-114.  [= Flener  1960]

Richard Maria Staud, Die Pfarrkirche von Mamer, in: Luxemburger Wort vom 21.09.1932, S. 1. [=Staud 1932]


Die Orgel wird renoviert

Aus dem Sitzungsbericht des Mamer Gemeinderates vom 16. Februar 2009:

13) Restauration de l’orgue en l’église paroissiale de Mamer:

a) allocation d’une aide d’investissement de 43.380,00 € au Conseil de la fabrique d’église;

b) vote d’un crédit spécial de 43.380,00 € à charge du budget extraordinaire de 2009.

Bürgermeister Gilles Roth (CSV) erklärt, dass die Instandsetzungsarbeiten an der Orgel in der Pfarrkirche in Mamer im vergangenen Jahr angefangen haben und sich voraussichtlich auf 86.760 Euro belaufen werden. Im Namen des Schöffenrates schlage er vor, der Kirchenfabrik aus Mamer eine Investitionshilfe von 50 Prozent oder 43.380 Euro zu bewilligen.

Gemeinderat Fred Klopp (DP) betont, dass die DP auch dem Beitrag der Gemeinde für die Instandsetzung der Orgel in der Pfarrkirche in Capellen zugestimmt habe und auch die finanzielle Hilfe für die Kirchenfabrik aus Mamer mittrage.

Gemeinderat Alfons Schmid (CSV) hebt hervor, dass die Kirche zum kulturellen Patrimonium der Gemeinde gehöre und aus diesem Grunde sei die vorgeschlagene Investitionshilfe berechtigt. Eine gut funktionierende Orgel sei auch ein Mehrwert für die Kirche.

Gemeinderat Roland Trausch (LSAP) erklärt, dass die LSAP-Fraktion dem Vorschlag zustimme, da man auch bereits andere ähnlich gelagerte Projekte unterstützt habe.

Der Vorschlag wird einstimmig genehmigt.

Quelle: SITZUNGSBERICHT VOM 16/02/2009 in: De Gemengebuet, Informatiounsblat vun der Gemeng Mamer, Nummer 3/2009.


Orgel in der Mamer Kirche wird renoviert
Kirchenrat bittet um Unterstützung

Am Sonntag, dem 10. Januar 1965, hat der damalige Generalvikar und spätere Erzbischof von  Luxemburg, Mgr Jean Hengen, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, eine neue Orgel in der Pfarrkirche in Mamer eingeweiht.

Nach 44 Jahren wird das Kircheninstrument grundlegend renoviert. Bereits im September vorigen Jahres hat Orgelbaumeister Th. Erz aus Wasserliesch, der in den vergangenen Jahren schon kleinere Reparaturen durchgeführt hat, mit den diesmal tiefgreifenden Renovierungsarbeiten begonnen.

Die komplette Instandsetzung dauert voraussichtlich noch bis in den Herbst des laufenden Jahres. Der Gesamtkostenvoranschlag beläuft sich auf rund 87 000 Euro. Die Mamer Gemeindeverwaltung hat zwar eine substantielle Unterstützung in Aussicht gestellt, dennoch bleibt eine bedeutende Summe vom Mamer Kirchenrat zu tragen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies tun durch Überweisung einer beliebigen Summe auf das Konto der Kirchenfabrik Mamer, Fortis LU42 0030 8448 8256 2000, Vermerk: Orgel.

Luxemburger Wort - Samstag, den 17. Januar 2009, S.34
Editeur: Saint-Paul SA,
www.wort.lu.


21. März 2010

Renovierte Orgel in Mamer eingeweiht

Zur Ehre des Herrn

Nach 18-monatiger Instandsetzungszeit erklingt Königsinstrument neu

VON NADJA RAFALSKI

Nach knapp zwölf Jahren kontinuierlicher Renovierungsarbeiten schließt sich nun der Kreis: Die Pfarrkirche in Mamer erstrahlt in neuem Glanz. Letztes verbleibendes Element der langwierigen Arbeiten war die Renovierung der Orgel aus dem Jahre 1965, die am Sonntag feierlich eingeweiht wurde. Unter den Ehrengästen befand sich neben den Gemeinderatsvertretern und Bürgermeister Gilles Roth auch Staatsminister Jean-Claude Juncker, der sich eigens Zeit genommen hatte.

Die vor 45 Jahren vom damaligen Generalvikar und späteren Erzbischof Jean Hengen eingeweihte Orgel sah sich im Laufe der Jahrzehnte den üblichen Verschleißerscheinungen ausgesetzt. Abgeknickte Pfeifen, ein gerissener Lederzwickel, die notwendige Reinigung der elektrischen Kontakte am Spieltisch waren nur einige der notwendigen Arbeiten, mit denen man den Orgelbaumeister Thomas Erz aus dem grenznahen Wasserliesch (D) beauftragt hatte.

Bevor Pater Fernand Bomb S.J. – ihm stand der ehemalige Pfarrer von Mamer Martin Molitor zur Seite – die Einsegnung der Orgel vornahm, erinnerte der Geistliche in seiner Predigt an den eigentlichen Zweck des imposanten Instruments, nämlich den der Verherrlichung Gottes und der Festigung des Glaubens. Die Orgel würde seit alters und zu Recht als die Königin der Instrumente bezeichnet, weil sie alle Töne der Schöpfung aufnimmt und die Fülle des menschlichen Empfindens von der Freude bis zur Traurigkeit, vom Lob bis zur Klage zum Schwingen bringe. Darüber hinaus weise sie, wie alle gute Musik, über das Menschliche hinaus auf das Göttliche hin.

Gaston Roderes, Präsident der Mamer Kirchenfabrik, dankte der Gemeinde Mamer für die substanzielle finanzielle Unterstützung als auch allen anderen großzügigen Spendern, die sich pekuniär an der Renovierung beteiligt hatten und ohne deren Hilfe die Umsetzung des Projekts nicht möglich gewesen wäre. Auch die zeitliche Verzögerung um einige Monate stünde nicht wirklich zur Debatte, sehe man das Endergebnis. Die Arbeiten hatten am 15. September 2008 begonnen und waren auf knapp ein Jahr angesetzt worden. Da im Laufe der Renovierungsarbeiten aber immer neue Mängel an der Orgel zum Vorschein kamen, die behoben werden mussten, verschob sich der Zeitrahmen. Insgesamt schlug die Renovierung der Orgel mit 120 000 Euro zu Buche.

Als Ehrengast hatte man Organist Gilles Leyers eingeladen, der der erschienenen Gemeinde das  beeindruckende Klangspektrum der Orgel vorführte, ebenso wie der traditionelle Organist der Gemeinde, Guy Lucas. Gesanglich wurde der Gottesdienst von der Chorale Ste-Cécile Mamer und ihren Nachwuchssängern unter der Leitung von Sylvie Serra-Jacobs gestaltet.


Pater Fernand Bomb S.J. oblag die feierliche Einsegnung der Orgel nach ihrer Renovierung.


Unter den Ehrengästen konnte Kirchenratspräsident Gaston Roderes (1. v. r.) neben dem Gemeinderat Mamer, unter anderem Staatsminister Jean-Claude Juncker begrüßen. (FOTOS: GERRY HUBERTY)

Luxemburger Wort - Dienstag, den 23. März 2010, S.28
Editeur: Saint-Paul SA,
www.wort.lu.


7. Dezember 2010 - Nettoerlös der „Fête des nations“ gespendet

Am 4. Juli fand in Mamer die „Fête des nations“ mit Bürgern aus elf Nationen statt. Angesichts des Erfolges der Veranstaltung wurde kürzlich im Schloss der Nettoerlös von 4 500 Euro verteilt.

Der Verantwortliche der Organisation Marco Welter umgeben von seinen Mitarbeitern Frank Beck und Luc Feller, überreichte folgenden Beträge: 750 Euro an die Kirchenfabrik, vertreten durch Gaston Roderes, als Beitrag zu den Kosten der Erneuerung der Kirchenorgel; 750 Euro an Pater Fernand Bomb sj zugunsten eines sozialen Werkes in Bolivien und 3 000 Euro an die „Oeuvres paroissiales“, vertreten durch Präsident Georges Herr. (Text / Foto: André Feyereisen.)

Luxemburger Wort / 7.12.2010 Link zum Artikel

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