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DER
INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE
DIE ORGEL UND DIE EMPORE
Während der Amtszeit von Pfarrer
Dominik Niedercorn (25.10.1846 bis 8. 9.1858) wurde 1852 eine Empore aus Holz
mit hölzerner Brüstung eingebaut, deren Baukosten in Höhe von 887,95 F durch die
Versteigerung von Plätzen auf der Empore finanziert werden sollten. Diese
geplante Versteigerung stieß auf derart heftigen Widerstand, dass die
Gemeindeverwaltung sich schließlich bereit erklärte, die Baukosten für die
Empore zu übernehmen. Erst ab 1890 wurden die Plätze auf der Empore versteigert.
Der ehemals außerhalb der Kirche
angelegte Aufstieg zur Empore wurde während der Umbauarbeiten von 1931/32 in die
Halle des Ostportals verlegt.
1964 wurde die hölzerne, morsche
Empore abgebrochen und durch eine Betonempore mit hölzerner Brüstung ersetzt.
Die Seitenfenster der Empore sind
Stiftungen der Familien Knepper (rechts) und Roden-Pauly (links).
Am 17. Februar
1890 berichtet das "Luxemburger Wort":
"Die neue
Orgel für unsere Kirche wird für Ostern aufgestellt sein und etwas über 4000 Fr.
kosten."

Zur Begleitung
des Chorgesangs stand bis 1890 nur ein einfaches Harmonium zur Verfügung.
1890 konnte dann eine neue Orgel der Firma Wetzel aus Straßburg eingeweiht werden. Das "Luxemburger
Wort" vom 10. Mai 1890 berichtete unter "Kirchenmusikalisches" daß "unsere
neue Orgel, auf die wir uns schon lange gefreut haben, jetzt fertig ist. Der
Revisor konnte nach eingehender Prüfung des Werkes in allen seinen Theilen, auf
Ehr und Gewissen bezeugen, daß die Orgel ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk
ist, sehr gewissenhaft gearbeitet, den Bedingungen des Contraktes entsprechend
und daß sie dem Erbauer Herrn Charles Wetzel aus Straßburg alle Ehre macht."
Daß die Firma Wetzel eine gute Arbeit leistete, war wohl selbstverständlich,
denn sie hatte Geschäft und Tradition der
Silbermanndynastie
übernommen.
Kirchenmusikalisches.
Mamer, 10. Mai. Unsere neue
Orgel, auf die wir
uns schon lange gefreut und deren Zustandekommen mir dem unermüdlichen
Schaffen unsers Herrn Pfarrers zu verdanken haben, ist jetzt fertig. Vor
eini gen Tagen fand die Revision derselben statt, und konnte der Revisor,
nach Einsicht des Contraktes und nach eingehender Prüfung des Werkes in
allen seinen einzelnen Theilen, auf Ehre und Gewissen bezeugen, daß die
Orgel ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk ist, sehr gewissenhaft
gearbeitet, den Bedingungen des Contraktes entsprechend, und daß sie dem
Erbauer, dem Hrn. Charles Wetzel von Straßburg alle Ehre macht.
Uns sei im
Interesse der guten Sache, gestattet, folgendes im Einzelnen über diese
Orgel hier zu erwähnen:
Die
Pfarrkirche von Mamer könnt, gewiß eine größere,
reichhaltigere Orgel vertragen; allein zweierlei Hindernisse stellten sich
dem Ankauf eines größern Werkes entgegen:
1. Der Mangel an
Geld,und 2. der Mangel an Raum auf der Emporbühne.
Diesen beiden
Uebelständen Rechnung tragend, hatte unser hochw. Herr Pastor mit dem
Orgelbauer einen Contrakt abgeschlossen, lautend auf nur neun klingende
Stimmen, für viertausend zweihundert Franken. Diese neun Register sind auf
zwei Manuale vertheilt, wie folgt :
I. Hauptmanual.
1.
Principal
8', theilweise im Prospekt stehend, ganz von englischem Zinn, mit Ausnahme
einiger der tiefsten Pfeifen;
2.
Bourdon
16', halb von Holz, halb von Metall;
3. Bourdon 8';
4.
Gamba
8', mit nicht allzuscharfem Strich;
5. Octav 4', hell und scharf intonirt.
II.
Nebenmanual.
6. Salcional
8', die tiefste Oktav aus folgendem Register conduzirt.
7. Flöte 8' offen;
8. Dolce 4' und endlich
9. Hautbois 8', in den unteren Oktaven als Basson gearbeitet.
In Betreff des
Pedals wurde festgesetzt, kein selbständiges Pedal herzustellen (aus oben
angeführten Motiven), sondern von den Registern des Hauptmanuals einige in
ihren 18 tiefsten Tönen als Pedalregister zu verwerthen. Zu diesem Zweck hat
man Bourdon 16' als Subbass 16', Principal 8' als Octavbass und, wenn ich
nicht irre Gamba 8' als Violonbass eingerichtet, indem man ihnen eigene
Züge, eigene Lade und Doppelventile gegeben, so daß diese 3 Register in
dieser Einrichtung sich vollständig als selbständiges Pedal gebrauchen
lassen, unabhängig von den Manualen.
Gemiss
wäre an obiger Disposition gar Manches besser zu machen gewesen, sowohl in
der Auswahl ! Der Manual-Register als in der Ordnung des Pedals; aber man
mutzte sich der Decke nach strecken, unb deßhalb wollen mir incht allzu
streng hierüber urtheilen.
Was nun bie Ausführung des Werkes durch Herrn Karl Wetzel von Sraßburg
betrifft, so müssen wir dasselbe als gut gelungen bezeichnen. Alle Theile
desselben im Innern, wie
Windladen, Mechanik,
Spieltisch, Bälge,
sowie auch das äußere Gehäuse sind äußerst sorgfältig gearbeitet; Holz- und
Metall-Parthien, Velederung u. s. w. sind tadellos, Die Pfeifen haben ihre
Stimmröllchen, respektiv Stimmschieber. Das
Gebläse spendet
reichlichen Wind, unb haben die Kanäle ihre völlige Weite, so dass nichts
Schwindsüchtiges am Ton zu hören ist.
Der Spieltisch ist an der
Epistelseite
angebracht, wohl, verschließbar, und enthält nebst bei, 2 Manualen (jedesmit
56 Tasten, von groß C bis zum 3gestrichenen g, die 12 Registerzüge, eine
Pedalkoppel zum Hauptmanual, eine dito zum Nebenmanual, eine Manualkoppel
für die beiden Manuale unter sich, und einen Forte-Tritt.
Die Windladen
sind im altbewährten Schleifladen- System gebaut. Die Mechanik, fast ganz
aus Metall, arbeitet geräuschlos und leicht. Die einzelnen Register sind
ihren Namen entsprechend als gut gelungen zu bezeichnen, und endlich ist das
Gehäuse, in Eichenholz äusserst geschmackvoll und solide hergestellt, ein
Schmuck unserer Kirche zu nennen.
Wir wünschen dem Orgelbauer, Herrn Karl Wetzel und seinem Sohne Edgar Wetzel
(welch' Letzterer während mehrerer Jahre als Volontär in Paris bei Herrn
Cavaillé-Coll gestanden und die besten Zeugnisse aufzuweisen hat) Glück für
ihre schöne Orgel, und können dieselben mit gutem Gewisssen als tüchtige
Meister in ihrem Fach empfehlen.
Luxemburger 16.05.1890.
Link zum Artikel
Numérisé par la Bibliothèque nationale de Luxembourg,
www.eluxemburgensia.lu
Charles Wetzel (1828-1902) erhielt, wie sein
Bruder Emile (1822-1910), seine Ausbildung im Betrieb seines
Vaters Martin Wetzel (1794-1887).
Er übernahm 1863 zunächst mit seinem Bruder (unter
der Bezeichnung „Wetzel Frères“) den väterlichen Betrieb. 1874 trennten
sich die beiden, Emile eröffnete eine Werkstatt in Bergheim. Charles
baute zwischen 1886 und 1891 vier neue Orgeln in Luxemburg (Junglinster
1886-1887, Pfaffenthal/Hospice civil 1887-1888, Mamer 1889-1890 und
Küntzig 1890-1891), wovon nur die Orgel in Pfaffenthal original und in
Junglinster größtenteils erhalten bleibt. Sein Sohn Edgard (1865-1945)
machte zunächst seine Lehre im väterlichen Betrieb, anschließend beim
berühmten Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll in Paris.
Ab 1886 half Edgard seinem Vater bei einzelnen
Projekten, um ab 1890 mit seinem Vater zusammen unter der Bezeichnung
„Charles Wetzel & fils“ zu arbeiten. 1893 heiratete er seine Frau Berthe
Frésez in Mamer, die er beim Aufbau der dortigen Orgel kennengelernt
hatte. Nach dem Tode seines Vaters führte er bis 1945 den Betrieb
alleine weiter und baute – infolge des großen Konkurrenzdrucks aus
Deutschland – nur noch vereinzelt neue Instrumente.
Quelle:
http://www.tuntange.net/tuntange/index.php?id=255&tx_aknp_article[article_uid]=801

Die Empore mit der Orgel vom Zelebrationsalar aus gesehen.
Auteur: Cornischong at lb.wikipedia - Datum: 13 Juli 2005 (original upload date)
- Transferred from lb.wikipedia
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c4/MAMER_K_01.jpg
Die
Disposition dieser Orgel entsprach durchwegs der Schablonenorgel der damaligen
Zeit. Ob man mit größeren finanziellen Mitteln auch eine erweiterte Klangpalette
geschaffen hätte, bleibt fraglich. Denn selbst in weit größeren Werken fehlten
damals die Aliquoten (Oberstimmen); sogar die 2'
Register
blieben selten. Größere Dispositionen bestanden lediglich aus einer Anhäufung
von 8' -Registern. Dadurch fehlte den Instrumenten dieser Epoche die Klangkrone;
ihr Klang blieb brummig und dickflüssig. Als Ausgleich waren die einzelnen
Register allerdings meist sehr gut intoniert; sie hatten durchwegs eine stark
ausgeprägte, eigene
Klangfarbe.
Besondere Beachtung verdient der Ausbau der Manuale auf einen Umfang mit 56
Tasten. Dies war damals noch keine Selbstverständlichkeit, denn Charles Haupt
baute noch 1935 in Mondorf eine Orgel mit nur 54 Tasten, von C-f3.
Episoden aus dem Leben dieser Wetzel-Orgel sind in den Archiven nicht vorhanden,
so daß wir nicht feststellen konnten, wie sie sich bewährte und welche
Reparaturen im Laufe der Jahre notwendig wurden. Gelegentlich des Kirchenumbaus
1932 wurde auch die Orgel vollständig restauriert und ein Motor eingebaut zum
Gesamtpreis von 6 250 F.
Ab
1960 wurde das Innere der Pfarrkirche vollständig erneuert. Das "Luxemburger
Wort" vom 8.1.65 schreibt: "Im Zuge dieser vielfältigen Arbeiten drängte sich
die Ersetzung der über 60 Jahre alten und zum Teil ausgespielten Orgel auf.
Zugleich aber bot die Anschaffung einer neuen Orgel die Gelegenheit, die aus dem
Jahre 1844 stammende, stark reparaturbedürftige Empore abzutragen, um 0,75 Meter
zu senken ... Die nun tiefer gelegene Empore wird die Klangfülle der neuen Orgel
voll zur Geltung kommen lassen."
Aber
bis zur Weihe des neuen Instrumentes war noch ein langer und beschwerlicher Weg.
Am 30. August 1962 hatte die Orgelfirma
Haupt
aus Lintgen ein Angebot für den Bau einer neuen Orgel unterbreitet. Dieses
Angebot ist in den Archiven nicht vorhanden.
Zwischendurch ereignete sich etwas, worauf viele Eingeweihte schon längst
warteten, andere aber nicht wahrhaben wollten: der Konkurs der Orgelbaufirma
Charles Haupt aus Lintgen. "Haupt habe immer gewirtschaftet, ohne zu rechnen
und deshalb sei die Faillite unvermeidlich gewesen", sagten später die neuen
Leiter der erneuerten Orgelfirma gemäß Sitzungsbericht des Kirchenrats vom 24.
September 1963. Kenner der Orgelbaubranche wunderten sich, daß dieser Konkurs
erst jetzt erfolgte.
Im
Sitzungsbericht vom 23.5.63 heißt es: "Gesehen die Tatsache, daß die neue
Orgel noch immer nicht in Auftrag gegeben werden kann (Faillite Firma Haupt
Lintgen) beschließt der Kirchenrat unterdessen, notwendige und schon lange
aufgeschobene Reparaturen am Glockenstuhl, an der Turmuhr und am automatischen
Glockengeläute vornehmen zu lassen".
Höchst eigenartig und beinahe unerklärlich bleibt die Tatsache, daß, trotz aller
Bedenken, genau vier Monate später, am 24.9.1963, doch mit dem Orgelbaumeister
Charles Haupt ein Bauvertrag abgeschlossen und "von beiden Parteien für gut
befunden wurde". Charles Haupt war damals aber nur noch Vertreter der
neugegründeten "Fabrique
d'Orgues Luxembourgeoise",
deren eigentliche verantwortliche Leiter die Herren August Mreches und Schroeder
waren.

Quelle: User:Cornischong
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/lb/b/bb/KIE_MAM_UER_101.jpg
"Die
Kirchenfabrik Mamer" beauftragt den Orgelbaumeister Charles Haupt, Lintgen, mit
dem Bau einer neuen Orgel unter Wiederverwendung des noch brauchbaren
Pfeifenmaterials des jetzigen Instrumentes.
Die
Orgeldisposition:
I. Manual,
C_g3: Bordun 8' - Prinzipal 8' - Gemshorn 8' - Praestant 4' Dulzflöte 4' -
Quinte 2 2/3' - Doublette 2' - Mixtur 3fach 1 1/3' - Krummhorn 8' -
II.
Manual, C_g3 (Schwellwerk): Lieblich Gedackt 8' - Salicional 8' - Ital.
Prinzipal 4' - Rohrflöte 4' - Nachthorn 2' - Kleinnasat 1 1/3' - Terz 1 3/5' -
Zymbel 3fach 1' - Feldtrompete 8'
Pedal' C-f1:
Subbass 16' - Octavbass 8' - Gedacktbass Auszug 8' - Choralbass Auszug 4' -
Kleingedackt Auszug 4' - Pedalflöte Auszug 2' - Basson 16' (Transmission) -
Dulcian 8' (Transmission) - Singend Kornett 4' (T ransmission)
Koppeln und Spielhilfen : II/I – I/P - II/P; eine freie Registerkombination,
vier feste Kombinationen P - MF - F - Tutti; Registerschweller, Tonschweller II;
Manual, Tremulant II; Manual, frei einstellbares Pianopedal.
Elektrisch gesteuerte Schleifladen für das Haupt- und Oberwerk, Kastenlade für
das Pedalwerk. Der wichtige Zusatz "Nähere Einzelheiten sind aus dem Angebot
vom 30.8.62 ersichtlich" hat für den Historiker keine Bedeutung, denn dieses
Angebot ist unauffindbar. So bleiben notgedrungen viele Fragen unbeantwortet:
Welche Pfeifen der alten Wetzel-Orgel wurden wiederverwendet, welche
umfunktioniert? Welche Mensuren haben die neuen Register? Welche Pfeifen sind
aus Holz, welche aus Metall? Welche Metallegierung wurde verwendet? Zwar
unterschreibt der Orgelbauer "ich verbürge mich für eine Auswahl
einwandfreier Materialien und ebenfalls für eine fachgerechte Verarbeitung
derselben". Aber dies sind erfahrungsgemäß vage Floskeln, auf die man sich
bei der Aufstellung eines Orgelbauvertrags nicht verlassen sollte.
Der
Lieferpreis der Orgel belief sich auf 609 900 F. Nicht einbegriffen in dieser
Summe sind "die elektrische Installation des Ventilators, des Gleichrichters
und der Schalter dafür im Spieltisch sowie auch einige Beleuchtungsstellen des
Orgelinnern. Diese Arbeiten sind durch einen konzessionierten Elektriker auf
Kosten des Bestellers ausführen zu lassen. Ebenfalls sind die Montagearbeiten in
der Kirche vom Besteller zu tragen. Lieferzeit ca. 1 Jahr". Eine sofortige
Anzahlung von 120000 F, "die für Vorauszahlungen verwandt werden",
erfolgte vertragsgemäß bei der Auftragserteilung. Und damit saß die
Kirchenfabrik Mamer recht schön in der Tinte!
Die
Chronik berichtet: "Anfangs blieb es unheimlich still um die neue Orgel, bis
im April 1964 die neuen Vertreter der Firma Haupt, die HH. Auguste Mreches und
H. Schroeder vorstellig wurden mit der Erklärung, die geplante Orgel könne
unmöglich zu dem von Ch.
Haupt festgelegten Kostenanschlag geliefert werden.
Mreches und Schroeder verlangten dann für dieselbe Orgel 850000 F. Das war
natürlich eine gewaltige Preiserhöhung”.
Die
Kosten für eine "neue Posaune", commandée et payée d'avance (im Text
unterstrichen) chez Giesecke wurden nicht eigens in Rechnung gestellt, es sei
denn, ihr Preis verschwindet in dem Posten "Kost und Restkosten des Orgelbauers
von 7 200 F". Elektriker Konz führte für 7 888 F elektrische Arbeiten aus.
Weiter heißt es: "Doch was sollten wir tun. Wir hatten schon soviel Geld
bezahlt. Wir hatten A gesagt und mußten auch B sagen. Wir haben die bittere
Pille geschluckt, doch schlußendlich ist sie uns nicht schlecht bekommen. Die
Orgel ist zur allgemeinen Zufriedenheit und nach dem Urteil von Fachleuten auch
preiswert ausgefallen."
Im
Sitzungsbericht des Kirchenrates vom 5.4.1964 heißt es: "Gesehen die
Tatsache, daß in der vergangenen Woche unter dem Vorsitz des Pfarrers ein
Organisations-Comité gegründet wurde zwecks Vorbereitung der
Einweihungsfeierlichkeiten der Neuen Orgel, gesehen die Tatsache, daß diesem
Comité außer dem Pfarrer 3 weitere Mitglieder des Kirchenrates angehören,
beschließt der Kirchenrat diesem Comité sein volles Vertrauen auszudrücken und
ihm seinerseits alle Befugnisse zu erteilen, die zur glücklichen Vollendung der
gestellten Aufgabe erfordert sind. Die Orgeleinweihung wird voraussichtlich am
27. September stattfinden".
In
Wirklichkeit fand sie aber erst drei Monate später statt, am 10. Januar 1965. In
der Ankündigung im "Luxemburger Wort" vom 8. Januar 1965 wird darauf
hingewiesen, "daß die Orgelweihe am nächsten Sonntag den feierlichen Abschluß
bildet all dieser Arbeiten, die durch das Entgegenkommen der weltlichen Behörden
und besonders durch die offenherzige Mithilfe aller Mamer Pfarrangehörigen
ermöglicht wurden".
Die
benötigten Geldmittel wurden in der Tat auf vielfältige Weisen zusammengetragen:
- Kollekten wurden in der Kirche abgehalten
- Theatervorstellungen und Bazars wurden veranstaltet
- eine Hauskollekte erbrachte 162 000 F
- der zuständige Minister P. Grégoire gewährte einen Zuschuss von 10000 F
- der Gemeinderat bewilligte schließlich eine Unterstützung von 50000 F.
Zuvor
hatten allerdings noch einige Mißverständnisse ausgeräumt werden müssen.
Doch
endlich war es soweit: "Am nächsten Sonntag, um 3 Uhr nachmittags, wird
Generalvikar Mgr Dr. Jean Hengen im Rahmen einer Festfeier die neue Orgel weihen
und segnen ... wir sind überzeugt, daß alle Freunde der Orgelkunst sich
Stelldichein in Mamer geben. Folgendes Programm, das von Domorganist Albert
Leblanc, Frl. Marguy Kerschenmeyer, sowie von unserm Kirchenchor unter Leitung
von Fernand Keiser, bestritten wird, erwartet die Liebhaber geistlicher Musik:
Jubilate Deo, choeur d'hommes a capella - C. Aiblinger
Allocution de circonstance de Mgr Dr. Jean Hengen, Vicaire général
Remise de médailles à des membres méritants de la Chorale Sainte-Cécile de
Mamer
Veni Creator
Bénédiction des Orgues par Mgr Jean Hengen
Concert - Aux orgues: Maitre Albert Leblanc (organiste de la Cathédrale de
Luxembourg)
1) Fantaisie et fugue en la mineur - J.S. Bach
2) Air varié - P. Martini
3) Rhapsodie catalane - J. Bormet
4) Laudate Dominum (Choeur et orgues) - J.M. Plum
5) Noël étranger - Cl. Daquin
Aux orgues: Mlle Kerschenmeyer, organiste a Mamer
6) Suite liturgique A. Leblanc
Salut:
Ave Verum - W.A. Mozart
Puer qui natus est (Antienne de St. Jean) - A. Leblanc
Tantum Ergo – Himmel
Hymne an Gott - M. Haydn
Sortie: Carillon de Westminster - L. Vierne
Am
13. Januar 1965 brachte das "Luxemburger Wort" den Bericht der Orgelweihe.
"Unter
den Ehrengästen dieser Feierstunde waren die Herren Charles Wirtgen,
Deputierter; Marx, Bürgermeister; Thein, Schöffe; Trausch, Bissen, Konz,
Gemeinderäte aus Mamer; Raus, Schöffe aus Cap; Schonckert, Gemeindesekretär,
sowie das Lehrpersonal von Mamer.
Die
Herstellerfirma, die ,Fabrique d'Orgues Luxembourgeoise' aus Lintgen, war
vertreten durch die Herren Auguste Mreches, Direktor, Schroeder, Schmidt und
Sciewek.
Selbstverständlich beehrten auch viele Geistliche die Feier durch ihre
Anwesenheit. Es waren die Hw. Herren Ehrendomherr N. Müller, Ehrendomherr M.
Feller, Dr. P. Weber, Dechant J. Kirch aus Körich, Pfarrer J. Wagner aus
Cap, Pfarrer R. Kauthen aus Garnich, Pfarrer J. Frisch aus Bartringen,
Aumônier N. Schram aus Capellen."
Der
Bericht erwähnt "die dynamische Leitung des jungen Dirigenten" Fernand
Keiser, die Ansprache des Herrn Generalvikars an die zahlreichen Anwesenden, der
abschließend im Namen des Hw. Herrn Bischofs allen, die zum Gelingen dieses
schönen Werkes beigetragen haben, dankt: dem Herrn Pfarrer Jean Legros, den
weltlichen Autoritäten, dem Organisationsvorstand, den vielen Patinnen und
Paten, den Erbauern der Orgel, Herrn Albert Leblanc und besonders herzlich dem
Kirchenchor, der bei allen Gelegenheiten auf der Bresche steht. Zehn Mitglieder
dieses Chores wurden sodann ausgezeichnet.
Neben
dem herrlichen Orgelkonzert des Domorganisten "bewies die junge, sympathische
Organistin von Mamer, Frl. Kerschenmeyer, ihr großes Können." Beim
anschließenden Ehrenwein im Festsaal der Schule fand Pfarrer Jean Legros
ergreifende Worte des Lobes und des Dankes für seine Pfarrkinder. Der
Berichterstatter "jm" schließt mit den Worten: "Die Pfarrei Mamer hat sicher
nicht die größte Orgel, die hierzulande gebaut wurde. Aber sie hat eine Orgel,
die der Kirche angepaßt ist, von präziser und wertvoller Qualität und die jedem
Organisten Freude bereiten würde. Möge die neue Orgel von Mamer noch lange
spielen zur größeren Ehre Gottes und zur Freude der Menschen."
Quellen:
Norbert
Thill, Organographische Spiegelbilder, in: Chorale Sainte-Cécile Mamer,
100e annversaire, Imprimerie Saint-Paul, Luxembourg 1983, Ss. 109-123.[=
Thill 1983]
(mit
Ergänzungen).
Norbert Thill, Die Mamer Pfarrkirche, in: Heimat und Mission, Jg. 77
(2003), 9/10, SS: 1-24; Jg. 77
(2003), 11/12, SS: 25-44; Jg. 77
(2003), 9/10, SS: 1-24; Jg. 78
(2004), 1/2, SS: 45-68; Jg. 78
(2004), 3/4, SS: 69-88.
[= Thill 2003]
(mit
Ergänzungen).
Nic Flener-Delcourt,
Aus der Geschichte der Ortschaft Mamer, 960-1960, Luxembourg, 1960, S. 101-114.
[=
Flener 1960]
Richard Maria Staud, Die Pfarrkirche von Mamer, in:
Luxemburger Wort vom 21.09.1932, S. 1.
[=Staud 1932]
Die Orgel wird renoviert
Aus dem Sitzungsbericht des Mamer Gemeinderates
vom 16. Februar 2009:
13)
Restauration de l’orgue en l’église paroissiale de Mamer:
a)
allocation d’une aide d’investissement de 43.380,00 € au Conseil de la fabrique
d’église;
b)
vote d’un crédit spécial de 43.380,00 € à charge du budget extraordinaire de
2009.
Bürgermeister Gilles Roth (CSV) erklärt, dass die Instandsetzungsarbeiten an
der Orgel in der Pfarrkirche in Mamer im vergangenen Jahr angefangen haben
und sich voraussichtlich auf 86.760 Euro belaufen werden. Im Namen des
Schöffenrates schlage er vor, der Kirchenfabrik aus Mamer eine
Investitionshilfe von 50 Prozent oder 43.380 Euro zu bewilligen.
Gemeinderat Fred Klopp (DP) betont, dass die DP auch dem Beitrag der
Gemeinde für die Instandsetzung der Orgel in der Pfarrkirche in Capellen
zugestimmt habe und auch die finanzielle Hilfe für die Kirchenfabrik aus
Mamer mittrage.
Gemeinderat Alfons Schmid (CSV) hebt hervor, dass die Kirche zum kulturellen
Patrimonium der Gemeinde gehöre und aus diesem Grunde sei die vorgeschlagene
Investitionshilfe berechtigt. Eine gut funktionierende Orgel sei auch ein
Mehrwert für die Kirche.
Gemeinderat Roland Trausch (LSAP) erklärt, dass die LSAP-Fraktion dem
Vorschlag zustimme, da man auch bereits andere ähnlich gelagerte Projekte
unterstützt habe.
Der
Vorschlag wird einstimmig genehmigt.
Quelle: SITZUNGSBERICHT VOM 16/02/2009 in: De Gemengebuet, Informatiounsblat vun
der Gemeng Mamer, Nummer 3/2009.
Orgel in der Mamer
Kirche wird renoviert
Kirchenrat bittet um Unterstützung
Am Sonntag, dem
10. Januar 1965, hat der damalige Generalvikar und spätere Erzbischof von
Luxemburg, Mgr Jean Hengen, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, eine
neue Orgel in der Pfarrkirche in Mamer eingeweiht.
Nach 44 Jahren
wird das Kircheninstrument grundlegend renoviert. Bereits im September
vorigen Jahres hat Orgelbaumeister Th. Erz aus Wasserliesch, der in den
vergangenen Jahren schon kleinere Reparaturen durchgeführt hat, mit den
diesmal tiefgreifenden Renovierungsarbeiten begonnen.
Die komplette
Instandsetzung dauert voraussichtlich noch bis in den Herbst des laufenden
Jahres. Der Gesamtkostenvoranschlag beläuft sich auf rund 87 000 Euro. Die
Mamer Gemeindeverwaltung hat zwar eine substantielle Unterstützung in
Aussicht gestellt, dennoch bleibt eine bedeutende Summe vom Mamer Kirchenrat
zu tragen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies tun durch
Überweisung einer beliebigen Summe auf das Konto der Kirchenfabrik Mamer,
Fortis LU42 0030 8448 8256 2000, Vermerk: Orgel.
Luxemburger Wort -
Samstag, den 17. Januar 2009, S.34
Editeur: Saint-Paul SA,
www.wort.lu.
21.
März 2010
Renovierte Orgel in Mamer eingeweiht
Zur Ehre des Herrn
Nach
18-monatiger Instandsetzungszeit erklingt Königsinstrument neu
VON
NADJA RAFALSKI
Nach
knapp zwölf Jahren kontinuierlicher Renovierungsarbeiten schließt sich nun
der Kreis: Die Pfarrkirche in Mamer erstrahlt in neuem Glanz. Letztes
verbleibendes Element der langwierigen Arbeiten war die Renovierung der
Orgel aus dem Jahre 1965, die am Sonntag feierlich eingeweiht wurde. Unter
den Ehrengästen befand sich neben den Gemeinderatsvertretern und
Bürgermeister Gilles Roth auch Staatsminister Jean-Claude Juncker, der sich
eigens Zeit genommen hatte.
Die
vor 45 Jahren vom damaligen Generalvikar und späteren Erzbischof Jean Hengen
eingeweihte Orgel sah sich im Laufe der Jahrzehnte den üblichen
Verschleißerscheinungen ausgesetzt. Abgeknickte Pfeifen, ein gerissener
Lederzwickel, die notwendige Reinigung der elektrischen Kontakte am
Spieltisch waren nur einige der notwendigen Arbeiten, mit denen man den
Orgelbaumeister Thomas Erz aus dem grenznahen Wasserliesch (D) beauftragt
hatte.
Bevor
Pater Fernand Bomb S.J. – ihm stand der ehemalige Pfarrer von Mamer Martin
Molitor zur Seite – die Einsegnung der Orgel vornahm, erinnerte der
Geistliche in seiner Predigt an den eigentlichen Zweck des imposanten
Instruments, nämlich den der Verherrlichung Gottes und der Festigung des
Glaubens. Die Orgel würde seit alters und zu Recht als die Königin der
Instrumente bezeichnet, weil sie alle Töne der Schöpfung aufnimmt und die
Fülle des menschlichen Empfindens von der Freude bis zur Traurigkeit, vom
Lob bis zur Klage zum Schwingen bringe. Darüber hinaus weise sie, wie alle
gute Musik, über das Menschliche hinaus auf das Göttliche hin.
Gaston
Roderes, Präsident der Mamer Kirchenfabrik, dankte der Gemeinde Mamer für
die substanzielle finanzielle Unterstützung als auch allen anderen
großzügigen Spendern, die sich pekuniär an der Renovierung beteiligt hatten
und ohne deren Hilfe die Umsetzung des Projekts nicht möglich gewesen wäre.
Auch die zeitliche Verzögerung um einige Monate stünde nicht wirklich zur
Debatte, sehe man das Endergebnis. Die Arbeiten hatten am 15. September 2008
begonnen und waren auf knapp ein Jahr angesetzt worden. Da im Laufe der
Renovierungsarbeiten aber immer neue Mängel an der Orgel zum Vorschein
kamen, die behoben werden mussten, verschob sich der Zeitrahmen. Insgesamt
schlug die Renovierung der Orgel mit 120 000 Euro zu Buche.
Als
Ehrengast hatte man Organist Gilles Leyers eingeladen, der der erschienenen
Gemeinde das beeindruckende Klangspektrum der Orgel vorführte, ebenso wie
der traditionelle Organist der Gemeinde, Guy Lucas. Gesanglich wurde der
Gottesdienst von der Chorale Ste-Cécile Mamer und ihren Nachwuchssängern
unter der Leitung von Sylvie Serra-Jacobs gestaltet.

Pater Fernand Bomb S.J.
oblag die feierliche Einsegnung der Orgel nach ihrer Renovierung.

Unter
den Ehrengästen
konnte
Kirchenratspräsident Gaston Roderes (1. v. r.) neben dem Gemeinderat Mamer,
unter anderem Staatsminister Jean-Claude Juncker begrüßen.
(FOTOS: GERRY HUBERTY)
Luxemburger Wort - Dienstag, den 23. März 2010, S.28
Editeur: Saint-Paul SA,
www.wort.lu.
7. Dezember 2010 - Nettoerlös
der „Fête des nations“ gespendet

Am 4.
Juli fand in Mamer die „Fête des nations“ mit Bürgern aus elf Nationen
statt. Angesichts des Erfolges der Veranstaltung wurde kürzlich im Schloss
der Nettoerlös von 4 500 Euro verteilt.
Der Verantwortliche der Organisation Marco Welter umgeben von seinen
Mitarbeitern Frank Beck und Luc Feller, überreichte folgenden Beträge: 750
Euro an die Kirchenfabrik, vertreten durch Gaston Roderes, als Beitrag zu
den Kosten der Erneuerung der Kirchenorgel; 750 Euro an Pater Fernand Bomb
sj zugunsten eines sozialen Werkes in Bolivien und 3 000 Euro an die
„Oeuvres paroissiales“, vertreten durch Präsident Georges Herr. (Text /
Foto: André Feyereisen.)
Luxemburger Wort
/ 7.12.2010
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