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DER
INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE
DIE SAKRISTEI
Die
Sakristei, die 1721 an das Chor der Kirche angebaut worden war, erwies sich als
derart feucht dass die Paramente vermoderten. Deshalb ließ der von 1760-1791 für
Mamer verantwortliche Pfarrer Jakob Ransonnet 1772 an der Westseite eine neue,
geräumigere Sakristei errichten; die alte Sakristei blieb bis zum Umbau der
Kirche im Jahre 1844 bestehen und diente als Abstellraum. Bei
der Restaurierung von 1931/33 wurde an der Südseite des Chores eine geräumige
Sakristei errichtet.
Erwähnenswert ist hier ein vierteiliger Schrank, dessen einzelne Bauteile auf
einen einfallsreichen Kunstschreiner schließen lassen.

Die Glasminiaturen in der
Sakristei
In
der
Supraporta
der Verbindungstür zwischen
Sakristei
und Kirchenchor leuchtet, wie vor einem geheimnisvollen Licht angestrahlt, das
symbolträchtige Motiv der
Dreifaltigkeit:
in einem feuerroten Dreieck erscheint das
Auge
Gottes
und sendet seine Gnadenstrahlen nach allen Richtungen.

"Das
Dreieck, das in der Architektur der antiken Kulturvölker eine große Rolle
spielt man denke nur an die symbolhafte Bedeutung der Form der ägyptischen
Pyramiden
oder der dreieckigen Giebel der
griechischen Tempel
- lässt sich bereits in vielen Bauformen und Bauplastiken mittelalterlicher
Kirchen nachweisen, nicht zuletzt in den Kirchtürmen, die mit ihren Turmkreuzen
die Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellen. Seit dem 17. Jh. wird das
Dreieck mit dem Auge Gottes zu einem geläufigen Bildmotiv.
In
den meisten Weltreligionen gilt das Auge als Organ der sinnlichen und
intellektuellen Wahrnehmung; es wird deshalb zu einem wichtigen Bestandteil im
Arsenal der Kunstmotive. Bei den antiken Kulturvölkern wie z.B. bei den Ägyptern
wird das Auge zum Sinnbild des
Sonnengottes.
In der christlichen Kunst erinnert das Auge an die Allgegenwart Gottes und an
seine alles durchschauende Allwissenheit; in einem Dreieck eingeblendet weist
das Auge auf die Weisheit und Allwissenheit der Dreifaltigkeit hin, die es
ermöglichen, selbst die letzten Geheimnisse der irdischen Dinge zu durchschauen.
So
wirkt das Auge wie eine Aufforderung zur Gewissenserforschung; der forschende
Blick aus dem vom hellen Gegenlicht erleuchteten Fenster erhält im halbdunklen
Raum eine besonders eindringliche Aussage, und man stellt sich unwillkürlich die
Gewissensfrage, ob man nicht eventuell etwas falsch gemacht hat. Doch dann
vermitteln die reichlich ausgesandten Gnadenstrahlen ein befreiendes
Glücksgefühl."
Die
Glasmalereien der Sakristeifenster beschreiben vor allem
eucharistische
Motive. Die einzelnen Bilder haben die Form von abgerundeten, hochstehenden
Rechtecken, die oben und unten mit einer Dreieckspitze versehen sind. Da die
einzelnen Bilder im Verhältnis zur Größe der Fenster relativ klein sind, wirken
sie wie farbige Miniaturen, die in den umgebenden, mit gradlinigen Bleiruten
gefassten, zartgelb getönten, streng geometrisch angeordneten Glasscheiben sehr
gut zur Geltung kommen.
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Besonders plastisch erscheint die blendend weiße
Hostie
über dem
Kelch,
der auf dem Messbuch steht; er wird von der weißen
Stola
umgeben, die mit schwarzen Kreuzen und Goldfransen verziert ist. |
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Der
Fisch
war in vielen Religionen das Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Bei
den ersten Christen wurde er als geheimes Erkennungszeichen für den
christlichen Glauben benutzt. Wird der Fisch zusammen mit Brot
abgebildet, weist er auf die Eucharistie hin. |
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Das
Kreuzreliquiar
hat die Form einer
Strahlenmonstranz. |
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Das geschlossene
Buch mit den sieben Siegeln
enthält alle Geheimnisse, die aber nur den Eingeweihten entschleiert
werden. Die
heilige Zahl sieben,
zusammengesetzt aus vier (Gott) und drei (Welt) spielt in der
christlichen Religion eine wichtige Rolle. Das
Lamm,
Sinnbild für Reinheit, Demut und Geduld, symbolisiert hier die
Auferstehung Christi;
als Beweis des Sieges über den Tod trägt es die Fahnenstange mit
Kreuz und flatternder Kreuzfahne. |
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Die Schlange erscheint gleich zweimal: im Paradies lauert sie im
Geäst des Baumes mit den verbotenen Früchten und hält einen
leuchtend roten Apfel derart verführerisch bereit, dass er den
ersten Menschen zum
Verhängnis
wird; indem sie sich um das Kreuz windet, erinnert sie an die eherne
Schlange, die
Moses
in der Wüste aufstellte. Als die Israeliten auf dem Weg zum Roten
Meer sich über die beschwerliche Reise beklagten, schickte Gott zur
Strafe viele giftigen Schlangen. Diejenigen, die ihren Unmut
bereuten, wurden vom Schlangengift verschont, wenn sie die eherne
Schlange hoffnungsvoll anblickten. |
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Erhalten geblieben sind einige alte Fenster mit einer bemerkenswerten,
floral-geometrischen Dekoration.


In der Sakristei werden ebenfalls die Fahnen des Kirchenchors
aufbewahrt. Mehr zu diesen Fahnen im Kapitel über die "Chorale
Sainte-Cécile":
Die erste Fahne der Chorale sowie
Besondere Ereignisse der
letzten Jahre. |