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DER
INNENRAUM DER MAMER PFARRKIRCHE
DIE
SEITENALTÄRE
Die beiden Seitenaltäre, die 1996 zusammen mit
der Kanzel restauriert und polychromiert wurden, sind in ihrem Aufbau eine
verkleinerte Replik des Hauptaltars. So bilden die drei Altäre optisch einen
harmonischen
Dreiklang,
auch dann, wenn die beiden Seitenaltäre - wie bei der 1723 vorgenommenen
Kirchenkonsekration - ihren Standort untereinander
vertauscht hatten. Der Marienaltar, der heute auf der linken Seite aufgestellt
ist, stand damals an der Stirnseite des rechten Seitenschiffs, und der
Eligiusaltar,
der heute auf der rechten Seite steht, befand sich damals auf der linken Seite.
Bei Vergleichen der bei den Seitenaltäre in
ihrem heutigen, farbenfrohen Gewand mit ihrem früheren, seit 1932 bestehenden,
farblosen, trostlosen Zustand fällt das Plädoyer zweifellos zugunsten der
Polychromierung aus.
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Der linke Seitenaltar (Marienaltar) vor und nach der
Polychromierung |
Bis auf einige geringe Abweichungen haben die
bei den Seitenaltären den gleichen Aufbau. Die
Predella
schließt auf jeder Seite mit einer Konsole, die aus einer schwungvollen
Doppelspirale gebildet wird. Diese Konsolen liefern, in Verbindung mit dem
letzten, rechteckigen Bauelement der Predella, ein solides Fundament für die
beiden Säulen, welche die Seitenaltäre beidseitig begrenzen. In diesen Konsolen
vereinigen sich sowohl die Bewegung der Spiralen und die Starrheit des
rechteckigen Bauelementes als auch der Kreis und das Rechteck zu einer
geschlossenen Einheit.


Die äußere der beiden Säulen,
die alle reich geschnitzte, vergoldete Kompositkapitelle tragen, ist
zurückversetzt. Diese Aufstellung ermöglicht eine interessante,
abwechslungsreiche Anordnung der verschiedenen Bauelemente, aus denen die
Altarbekrönungen zusammengesetzt sind.
Die Säulenfüße sind nach
ionischen Vorbildern geformt, die durch die gut getroffene Wahl der Farbtöne
plastisch zur Geltung kommen: zwischen zwei vergoldeten, wulstigen Rundstäben
befindet sich eine rot bemalte
Hohlkehle.
Ähnlich wie am Hauptaltar sind auch die Säulen der Seitenaltäre mit goldenen
Linien verziert.
Die
Bekrönungsnischen werden auf jeder Seite von ineinander laufenden Spiralen
gerahmt, an den Kanten des Gesimsbalkens und des abschließenden Baldachins
stehen Vasen mit voll erblühten Blumen.
Der linke Seitenaltar (Marienaltar).
Der linke
Seitenaltar steht im Zeichen der Marienverehrung. In der Hauptnische
erscheint die Gottesmutter als
Consolatrix Afflictorum,
im
Antependium
als
Mater Dolorosa,
die Maria der sieben Schmerzen mit einem siebenfach von Schwertern
durchbohrten Herzen, zur Erinnerung an die sieben schmerzvollen Ereignisse,
die sie in ihrem Leben erleiden musste: Darstellung Jesu im Tempel; Flucht
nach Ägypten; zwölfjähriger Jesus im Tempel; Kreuztragung; Kreuzigung;
Kreuzabnahme; Grablegung.
Dem Bildschnitzer ist hier ein besonders realistisches Porträt der
Gottesmutter gelungen, das auch ohne Polychromie eine ergreifende Botschaft
ausstrahlt, und seinen hohen, künstlerischen Wert erkennen lässt.
Ihr Gewand als Consolatrix zeigt ein flammendrotes, strahlenförmig
aufblühendes Motiv, das dem abschließenden Bekrönungsornament der drei
Altäre und der Tabernakelverzierung des Hauptaltars nachempfunden ist.
Aus der Bekrönungsnische des Marienaltars steht der Wetterheilige
Sankt Donatus.
Der rechte Seitenaltar (Eligiusaltar).
Auf dem rechten Seitenaltar erscheint auch der
hl. Eligius
gleich zweimal, als Relief im Antependium, und als Statue in der
Hauptnische. In beiden Darstellungen ist er mit seinen Attributen Hammer und
Amboss mit Hufeisen abgebildet, was ihn als Schutzpatron der Schmiede
ausweist.
Der Bildschnitzer, der diese schwungvolle Statue geschaffen hat, konnte bis
heute nicht ermittelt werden. Anhand verschiedener gemeinsamer
Charakteristiken mit anderen Statuen kann man eventuell auf ein Werk des
Bildhauers Nicolas Koenen schließen (*~1660- +1724).
Wie auf dem (linken) älteren Bild erkennbar stand früher eine Josefsstatue
in der Hauptnische, während die Eligiusstatue in der Bekrönungsnische
aufgestellt war. Aus dem unausgewogenen Verhältnis zwischen der Größe der
Eligiusstatue und den bescheidenen Ausmaßen der Bekrönungsnische ist
ersichtlich, dass die Statue nicht für die Bekrönungs-, sondern für die
Hauptnische geschaffen worden war, wo sie wahrscheinlich auch zu Beginn
gestanden, und seit der letzten Restaurierung wieder ihren Ehrenplatz
gefunden hat. Aus diesem Standortwechsel der Eligiusstatue ließe sich
ableiten, dass der rechte Seitenaltar der Mamer Pfarrkirche ursprünglich
nicht - wie in den meisten anderen Kirchen - dem hl. Josef, sondern dem hl.
Eligius gewidmet war.
Die Eligiusstatue steht - wie auch die Consolatrix-Statue auf dem linken
Seitenaltar - auf einem Sockel, an dessen Kanten
Puttenköpfe
hervor lugen. Auf dem stahlgrauen Amboss liegt ein Hufeisen mit
handgeschmiedeten, viereckigen Nagelköpfen.
In der Bekrönungsnische wurde die Eligiusstatue durch eine neuere Statue des
hl. Josef
ersetzt, die unter Pfarrer Jos Eicher angeschafft wurde; durch ihre neue
Polychromierung integriert sie sich sehr gut in das Gesamtkonzept des
Greeff-Mobiliars. Seine Attribute weisen ihn als Schreiner aus; in der
rechten Hand hält er einen Hobel, in der linken ein Winkeleisen. Somit
erinnern die bei den Heiligen des rechten Seitenaltars an zwei der wohl
wichtigsten Handwerksberufe, Schmiede und Schreinerei.


In den seitlichen Gehängen wartet die Schnitzkunst mit einem aus
Akanthusblättern gebildeten Rankenwerk bis hinauf zu der Ornamentik und den
Blumenvasen der Bekrönung mit faszinierenden Einzelheiten auf.
Der hl. Eligius als Relief im Antependium, das mit Muschelwerk ausgelegt und
an den beiden Seiten mit einer Flammenvase verziert ist, und mit seinen
Attributen Hammer und Amboss mit Hufeisen.

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