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VEREINSCHRONIK DER CHORALE SAINTE-CECILE

Von Henri Wilmes
in: Chorale Sainte-Cécile Mamer 100e annversaire, Imprimerie Saint-Paul, Luxembourg 1983, Ss. 17-67, (mit Ergänzungen).
[=Wilmes 1983]


 

KAPITEL 4

DIE "ENTENTE DES CHORALES MAMER/CAP-CAPELLEN"

4.1 Die neue Orgel und Verdienstmedaillen des Piusverbandes

Von den Einweihungsfeierlichkeiten der neuen Orgel, die am 10. Januar 1965 in Anwesenheit von Generalvikar Mgr. Dr. Jean Hengen einen sehr würdigen Verlauf nehmen, seien an dieser Stelle die musikalischen Elemente herausgestrichen: die gesangliche Leistung des Chores unter der Stabführung von Fernand Keiser (seit 1963), das herrliche Orgelkonzert von Domorganist Albert Leblanc und die Einlagen der sympathischen Organistin Marguy Kerschenmeyer. Zehn Mitglieder des Kirchenchores werden im Rahmen dieser gediegenen Feier mit folgenden Auszeichnungen des Piusverbandes geehrt:

die Herren Jacques Fischer, Emile Knepper, Henri Knepper, Jos. Knepper und Paul Schmitz in Gold;

die Herren Josy Bourkel, Marcel Knepper, Nic. Kremer, Roger Leytem und Pierre Neiens in Silber.

Eine verdiente Anerkennung für Dienste über Jahre hinaus.

 

4.2 Regionale Kooperation

Die Beziehungen zu Gesangfreunden der Nachbarortschaften werden ausgebaut und vertieft; dies ist das klare Kennzeichen des Jahres 1966. Am 27. März bieten die vereinigten Chöre von Steinfort (Leitung: Raymond Biren) und Mamer (Leitung: Fernand Keiser) im Saal der Harmonie "Union" ein erlesenes Programm. Die Familie Kerschenmeyer übernimmt den Klavierpart, als Solisten finden Gaby Bidinger und Josy Bourkel allgemeine Anerkennung.

Im Juli weilt die "Chorale Ste-Cecile" aus Rollingergrund zu Gast (9. Juli); der Ausflug vom 24. Juli führt die Sängerschar ins Ösling, genauer gesagt nach Bourscheid und Kautenbach.


 

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Nachbargesangvereinen von Cap/Capellen und Mamer findet am 4. Dezember einen ersten Niederschlag in einem vielbeachteten "Concert spirituel" mit Werken u. a. von Bach, Frescobaldi, Schnabel, Haendel und Andriessen. Das Dirigenten-Duo Jos. Ries und Fernand Keiser kann mit den gebotenen Leistungen hoch zufrieden sein; auch die Solisten Maître Albert Leblanc (Orgel), Madame Hansen-Flick (Soprano), Frl. Anny Welter (Alto) und M. Josy Bourkel (Tenor) ernten verdienten Applaus.

Die harmonische Kooperation zwischen den beiden Gemeindechören wird zielstrebig ausgebaut, und es kommt zu der offiziellen Gründung der

 

4.3 "Entente des Chorales de Mamer-Cap/Capellen"

Dieser Zusammenschluß wird bis 1969 Bestand haben.

Geleitet wird die "Entente" von einem Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt:

Paul Schmitz, Präsident; Eugene Ihry, Vizepräsident; Charles Kerschenmeyer, Sekretär; Emile Knepper, Kassierer.

Auf insgesamt 55 Aktive kann man zurückgreifen; für Mamer ergibt sich folgende Aufteilung: Sopran, 13; Tenor, 8; Alt, 8; Bass, 6; (insgesamt: 35).

Der neue Elan spiegelt sich in einer weitgefächerten Tätigkeit für das Jahr 1967 wider:

12. März:
Musikabend im Saale der Pornpiers-Fanfare in Anwe­senheit von 200 Musikliebhabern;
26. März: Konzert im Rahmen des Bazar der "Mamer Fraenak­ tioun",

14. Mai:
Teilnahme an der Einweihung des Totendenkmals in Mamer;

21. Mai:
Ausflug und Konzert in Hosingen;

18. Juni:
Konzert anläßlich eines "Wiesenfestes" der "Pompiers-Fanfare" ;

14. August:
Auftritt bei einer "Kermesse flamande" in Steinfort;

1. bzw. 22. Oktober:
Kirchweihfest in Cap bzw. Mamer: "Missa Brevis" von W. A. Mozart;

November:
Gestalten des Cäcilienfestes in den beiden Pfarreien;

17. Dezember:
Gastkonzert der "Entente des Chorales Steinfort­ Hagen- Kleinbettingen" in der Mamer Pfarrkirche (Deutsche Messe von Schubert, vierstimmig mit Orchester und "Halleluja" von Haendel).

Zu diesem beachtlichen Saisonprogramm kommen weiter ein Tanzabend (9. Juli) und neun Hochzeitsmessen, darunter die des amtierenden Dirigenten. Vorbereitet werden die jeweiligen musikalischen und gesanglichen Darbietungen in nicht weniger als 86 Proben. Diese Zahl allein unterstreicht mehr als jeder anerkennende Kommentar das Engagement aller Beteiligten.

Es ist klar, daß es im Rahmen dieser Chronik einfach unmöglich ist, die kirchlichen, weltlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten bis ins kleinste wiederzugeben. Für die letzten anderthalb Jahrzehnte wollen wir uns mithin auf die hervorragenden Ereignisse in den verschiedenen Bereichen beschränken. Damit sei aber nicht die fast tägliche, unauffällige Präsenz derjenigen geschmälert, die nach Brechts Worten "im Schatten" stehen. Ohne sie wird der Cäcilienchor nämlich seinem primären Auftrag nicht gerecht.

Eine nicht zu verachtende Rolle spielt dabei die würdige Gestaltung der Grabmessen. Die Trauergemeinschaft weiß diese Präsenz zu würdigen; diese Aktivität, die auf der idealistischen Mitwirkung der Sänger und Sängerinnen beruht, trägt nicht wenig zum guten Ruf der "Chorale" im öffentlichen Leben bei.

Obwohl die "Entente" bei den Gemeindeautoritäten finanziell wenig Unterstützung findet (2000 Franken insgesamt!), lassen Verantwortliche und Aktive sich nicht von dem eingeschlagenen Weg abbringen.

Das Jahr 1968 wird eröffnet mit einem "Concert spirituel", das am 7. Januar in der Pfarrkirche von Capellen unter der doppelten Stabführung von F. Keiser und J. Hartert steht. Gesangsolisten sind: Madame Glaesener­Pethges, Fr!. Marianne Bertemes und die Herren Josy Bourkel und Paul Schmitz; die instrumentale Besetzung umfaßt folgende Könner: die Herren Pierre Gilson, Claude Krier, Jean Less, Henri Oth, Francis Theis, Theo Wandivinit und Gérard Weiter.

Der Ausflug des Jahres 1968 führt 44 Teilnehmer ins Ahrtal und nach Trier (26. Mai).

Die "Entente" tritt verstärkt bei weltlichen Anlässen auf (Rotkreuzabend, Frauenbazar, Muttertag, Sommerfest der Pofama, Fest des D.T. Cap-Capellen), ohne jedoch das Kirchliche zu vernachlässigen ("Missa Brevis" von Mozart zu Ostern und zum Kirchweihfest in beiden Ortschaften).

Gelegentlich des geistlichen Konzerts vom 1. Dezember in der dichtgefüllten Pfarrkirche von Mamer, das vorwiegend Haendelkompositionen begreift, tritt Dirigent Fernand Keiser erstmals mit einem Kinderchor, der drei Weihnachtslieder vorträgt, vor das breite Publikum; als Solisten weist das Programm im Vergleich zum 7. Januar einige zusätzliche Namen auf: Frl. S. Engels sowie die Herren Henri Massard, Jean Schwartz, Bert Weber.


 

Die Presse hebt einerseits die erfreuliche Jugendarbeit, andrerseits das beachtliche Niveau der Darbietungen hervor. Am 11. Januar 1969 erfährt das Konzert eine zweite Auflage im Rollingergrund. Die Generalversammlung ist sich aber auch bewußt, daß die Aktiven nicht überbeansprucht werden sollten und legt die großen Linien für die kommende Saison fest (22. August).

Am 1. Juni 1969 bestreitet die "Entente" noch ein gediegenes Rahmenprogramm zur Muttertagsfeier, in deren Verlauf auch der Kinderchor (unter F. Keiser), die Pompiers-Fanfare, verschiedene Solisten und die Schulkinder mit Gedichtvorträgen auftreten. Dies bedeutet gleichzeitig das Ausklingen der "Entente", aus welchen Ursachen auch immer. Die Zusammenarbeit hat gewiß neue Akzente gesetzt, bevor beide Vereine wieder jeder für sich ihren eigenen Weg beschreiten.

In der Chronik der Chorale stehen wir damit an der Schwelle des letzten Zeitabschnitts ihrer Geschichte.

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