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KREUZE UND KAPELLEN
 

 

 

Die Lage der Kreuze und Kapellen


Das Ewertskreuz

[Flener, 1960, S. 112] [Capellen, 1939, S. 253] "Genauen Bescheid wissen wir nur über das bei "Ewerts" befindliche Steinkreuz. Der Inhaber dieses Hauses, Heinrich Ney, arbeitete im Jahre 1835 in seinem Steinbruch an dem "Katzenfels". Unverhofft brach ein Teil der überhängenden Felsenwand zusammen und verschüttete Ney gänzlich. Der Umstand, daß er im Augenblick des Einsturzes dicht an dem Felsen stand, schützte ihn zwar von dem Erschlagenwerden, doch schien es ihm unmöglich sich durch den Trümmerhaufen ans Tageslicht zu arbeiten. In dieser schweren Not wandte er sich an Gott und gelobte außer andern frommen Werken, ein Steinkreuz zu errichten, falls er sein Leben retten könnte. Dann ging er mutig ans Werk und es gelang ihm wirklich, seinem Grabe zu entkommen. Seinem Gelübde getreu, ließ er alsbald das Kreuz errichten".

Inschrift: H N FECIT 1835

 

 

Mamer Ewertskreuz Heinrich Ney

Mamer Ewertskreuz Heinrich Ney

Mamer Ewertskreuz Heinrich Ney Mamer Ewertskreuz Heinrich Ney

Das Ewertskreuz

 


Das Mreienkreuz

 

[Flener, 1960, S. 113] [Capellen, 1939, S. 253] "An dem Schnittpunkt der Arloner- und Kehlenerstraße steht das sogenannte "Mreienkreuz". Dasselbe wurde gegen 1727 oder 1730 errichtet von dem Ehepaar Nicolas Decker und Maria Fonck alias Riol aus der der zur Abtei Münster gehörenden Fonkenvogtei, auf dem "Kneppchen", heute (1960) Haus Welsch, in Erfüllung eines in Tagen schweren Leidens gemachten Gelübdes.

 

Der Name der Hausfrau Maria (Mrei), ging nicht nur auf das Kreuz, sondern auch auf einen Zweig ihrer Nachkommenschaft; die Mreien- oder Mreiessen­Familie über.

 

Das an der anderen Seite des Weges stehende Haus (heute (1960) Inhaber Diederich) hieß früher das Mreienhaus und wurde von einem Mitglied dieser Familie erbaut, so daß wohl der Grund und Boden dieser Gegend früher zur Fonkenvogtei gehörte.

 

Von 1812 bis 1929 wurde bei den Prozessionen am Fronleichnams- und St. Johannisfest dort der Segen gegeben. Bei diesen Anlässen übernahmen die jeweiligen Inhaber des Fonkenhauses die Ausschmückung".

 

 

Mamer Mreienkreuz

Mamer Mreienkreuz

Mamer Mreienkreuz

Das Mreienkreuz

 

Am 23. Juli 1947 berichtet das "Luxemburger Wort:

"Ein mehrhundertjähriges Denkmal der Mamer Ortsgeschichte wurde dieser Tage durch die Verwaltung der öffentlichen Bauten wieder hergestellt, und damit den kommenden Geschlechtern erhalten. Es handelt sich um das rechts des Weges nach Kehlen an dessen Schnittpunkt mit der Arloner Straße stehende Wegkreuz.

Dieses Kreuz wurde im Jahre 1727 von den Inhabern der zur Abtei Münster gehörenden Fonkenvogtei, den Eheleuten Nicolas Decker und Maria Fonck alias Riol, in Erfüllung eines in Tagen schweren Leidens gemachten Gelübdes errichtet. Gleichzeitig übernahmen die Fonkenleute für sich und ihre im Fonkenhause lebenden Nachkommen die Verpflichtung, das Kreuz bei Gelegenheit der feierlichen Prozessionen am Fronleichnamstage und St. Johannisfest zu schmücken, damit der sakramentale Segen in würdiger Weise an demselben gespendet werden könne.

Über 200 Jahre kamen die Bewohner des Fonkenhauses dieser Verpflichtung nach, bis im Jahre 1929 der Sakramentssegen bei der etwa 100 Meter straßeabwärts liegenden, von den Eheleuten Henri Knepper und Lucie Wilhelm erbauten Kapelle erteilt wurde. Seither stand das Kreuz, im Volksmunde „Mreienkreuz” noch dem Namen der Stifterin Maria-Mrei genannt, verlassen, bis es zur Zeit der Rundstedtoffensive von einem amerikanischen Panzer zusammengefahren wurde."


Kapelle Knepper-Wilhelm an der Arlonerstrasse

 

[Flener, 1960, S. 113] [Capellen, 1939, S. 253] "1929 errichteten die Eheleute Heinrich Knepper und Lucie Wilhelm aus "Decken" an der Arlonerstraße eine Kapelle links bei ihrem Hause, in welcher fortan der Segen, statt am Mreienkreuze gegeben wurde".

 

 

Mamer Kapelle Knepper-Wilhelm an der Arlonerstrasse

Mamer Kapelle Knepper-Wilhelm an der Arlonerstrasse

Mamer Kapelle Knepper-Wilhelm an der Arlonerstrasse

Kapelle Knepper-Wilhelm an der Arlonerstrasse


Das Stêmeskreuz und Kapelle

 

[Flener, 1960, S. 113] [Capellen, 1939, S. 254] "Ein anderes Steinkreuz, an dem bei den feierlichen Prozessionen der Segen erteilt wird, ist das "Stêmeskreuz" aus dem 18. Jh.

 

Die Gretengasse hatte früher einen anderen Verlauf und die Häuser "Gedesch" und "Kefesch" lagen höher hinaus auf der unteren "Mees". Ostwärts derselben in gleicher Linie, oberhalb der heutigen (1960) Häuser Martin und Biever, lag die längst verschwundene Theisenvogtei, zu der das Kreuz ursprünglich gehörte. Es stand früher am Osteingang zur Gretengasse.

 

An diesem Kreuz wurde zu jener Zeit bei den Prozessionen der Segen erteilt, da die Prozession anscheinend nicht wie heute (1960) ging.

 

Auf der Arlonerstraße standen noch 1822 nur ein paar Häuser und auch der "Ferweschbierg" und "Karweg" wurden erst später besiedelt. Als die Theisenvogtei gegen 1788 einging, erwarb das Stêmeshaus einen Teil der veräußerten Ländereien und übernahm ebenfalls das Kreuz und dessen Ausschmückung.

 

Als dann die Prozessionen statt durch die Gretengasse den Fieweschbierg hinunter über die Ludesbrücke gingen, wurde das Kreuz in den "Kleepesch" versetzt,  wo von da an der Segen erteilt wurde. An seiner Stelle steht heute (1960) die im Jahre 1928 erbaute Kapelle. Beim Bau der Kapelle wurden leider die Steinplatten mit der interessanten Widmungsschrift zerschlagen.

 

Im Jahre 1891 liessen einige Nachbarn am ehemaligen Standort des Kreuzes in der Gretengasse ein einfaches Steinkreruz errichten.

 

 

Mamer Kapelle Stemeskreuz

Mamer Kapelle Stemeskreuz

Stêmeskreuz und Kapelle


Kreuz und Kapelle bei Neppesch

 

[Flener, 1960, S. 113] [Capellen, 1939, S. 254] "Das dritte Kreuz, an dem bei der Prozession der Segen gegeben wurde, steht befindet sich in der Giebelmauer des "Neppeschhauses". Ursprung und Stifter sind vollständig unbekannt, ebenso das Jahr seine Errichtung.

 

Bei diesem Kreuz können noch Reste der originalen Polychromie beobachtet werden.

 

Im Jahre 1927 liess der Inhaber des Neppeschhauses, Herr Pier, eine Kapelle erbauen, welche bei den Prozessionsfeierlichkeiten das Kreuz ersetzt".

 

 

Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch

Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch

Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch  
Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch Mamer Kapelle und Kreuz Neppesch

Kreuz und Kapelle bei "Neppesch"


Das Wohneschkreuz

 

[Flener, 1960, S. 113] [Capellen, 1939, S. 254] "Bei dem nun ausgerodeten Getgenbusch, am Wege nach Holzem, stand früher das "Wohneschkreuz", wohl das älteste Wegkreuz auf Mamer Gemarkung. Den Namen führte es wahrscheinlich, weil es auf dem Boden der Wohneschfamilie stand.

 

Auch dieses Kreuz steht mit der Hexengeschichte, die sich an das Pastorskreuz knüpft in Verbindung, doch hat die darüber bestehende Überlieferung zwei Versionen. Nach der einen soll an dieser Stelle des Pastors Pferd durch die Hexen scheu gemacht worden sein, nach der andern soll das durchgegangene Pferd hier Halt gemacht haben. Da die ganze Hexengeschichte eine mittelalterliche Fabel ist, können wir die Sache auf sich beruhen lassen.

 

Es läßt sich jedoch annehmen, daß die Errichtung des Kreuzes auf einen an dieser Stelle erfolgten Unfall zurückzuführen ist. Gegen 1917 wurde dasselbe von Buben zerstört".


Das Henteskreuz

 

[Flener, 1960, S. 114] [Capellen, 1939, S. 254] "Das "Henteskreuz", heute (1960) an einer Wand des Hauses Müller-Buchette, in dem Dreieck zwischen Holzemerstraße und Weg zum Baumbusch eingemauert, steht auf dem Grab hessischer Soldaten, die 1793 in Mamer an der Ruhr starben. Der Tradition nach birgt dieses Grab evangelische Soldaten, während die katholischen auf dem alten Friedhof bei der Kirche bestattet wurden.

 

Das Kreuz wurde im 18. Jh. von einem Angehörigen der Hentesvogtei auf dem "Kneppchen" errichtet.  Das Kreuz mit dem zugehörigen Terrain kam später in den Besitz der Familie Bley (Klunschen) und die Eheleute Peter Bley und Anna Steichen liessen im Jahre 1849 das verfallene Denkmal restaurieren.

 

Als an dieser Stelle das Haus Müller errichtet wurde, baute man das Kreuz in eine Giebelmauer ein.

Beim Ausschachten der Fundamente zu diesem Haus, wie auch schon früher zu Zeit der Erzwäscherei, wurde bei dem Kreuze menschliche Skelette und militärische Ausrüstungsgegenstände gefunden.

 

 

 

Mamer Henteskreuz

Mamer Henteskreuz

Mamer Henteskreuz Mamer Henteskreuz

Da Henteskreuz


Sankt Katharinenhäuschen

[Flener, 1960, S. 110] "Am Wege nach Kehlen, auf der Höhe, wo die alte Römerstraße diesen Weg kreuzt, stand früher eine der heiligen Katharina geweihte Kapelle. Wie uns von älteren Leuten erzählt wurde, soll vor Zeiten bei bestimmten Gelegenheiten eine Messe für die Einwohner von Mamer und Capellen in dieser Feldkapelle abgehalten worden sein. Es gelang uns jedoch nicht, irgend ein schriftliches Dokument darüber aufzufinden. Ebensowenig wissen wir genauen Bescheid über den Ursprung und das Verschwinden dieser Kapelle. Aus Aufzeichnungen über die Ländereien der Kirchenfabrik ist zu ersehen, daß das St. Katharinenhäuschen noch im Jahre 1778 bestand. Gegen 1840 war die Kapelle jedenfalls verschwunden, denn Hr. Professor Engling schreibt um diese Zeit, daß nur mehr ein Flurname an die Kapelle erinnere".

Zum St. Katharinenhäuschen siehe auch http://www.mambra.lu/rt_cap_mam3.htm sowie  http://www.mambra.lu/skh1.htm.


Das Muttergottesbild im Bärental

[Flener, 1960, S. 114] [Capellen, 1939, S. 255] "Im Jahre 1932 ließ der pensionierte Grenzaufseher Anton Dondelinger von Mamer ein Muttergottesbild am Fuße des "Beerental", unter der sogenannten runden Buche errichten. Dasselbe besteht aus einer Statue der Gottesmutter mit dem Jesukinde.

Mamer Mutergottesstatue im Baerendall

Mamer Mutergottesstatue im Baerendall

Muttergottesstatue im Baerendall


Fotos (wenn nicht anders angegeben): Jos Thiel, 2009



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