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1225
[Flener, 1960, S. 42]
DIE
TEILHERRSCHAFT DER ABTEI MÜNSTER IN MAMER
Die im
Jahre 1083 von dem Luxemburger Grafen Conrad gegründete Münsterabtei wurde von
der Verpflichtung entbunden, ihre Interessen einem Schutzvogt anzuvertrauen.
Diese Gunst wurde ihr durch den Grafen Wilhelm (1086-1128) übertragen. Die Abtei
übte daher selbst die Hochgerichtsbarkeit über ihre Untertanen aus. Da keines
der in mehreren Ortschaften zerstreut liegenden Güter beträchtlich genug war, um
einen eigenen Gerichtshof zu haben, galt die Abtei als Gerichtsort für alle,
unter dem Namen "Münsterisches Saalgericht". Das Gericht bestand aus 7
Schöffen, die von dem Klostervogt präsidiert wurden. Daneben amtierten ein
Gerichtsschreiber und ein PolizistSergeant.
Durch
Schenkung hatte Münster im Jahre 1225 einige Vogteien in Mamer erhalten, denen
sie im Jahre 1605 durch Kauf weitere hinzufügte. Im Jahre 1611 wurden als
münsterische Untertanen in Mamer aufgeführt: Fonck Hupricht, Falk Johann,
Steffen Johann, Thuly Peter und die Witwe Clementia.
Nach
dem 30jährigen Krieg, im Jahre 1656 bestanden noch: Dicken Peter und Bousser
Peter, beide auf dem Toumelt (Kneppchen). Im Jahre 1755 waren zu Mamer der Abtei
Münster hörig: Steffen Nicolas, Engel Mathias in Decken, Fonck Michel in Foncken
(Welsch) und Klees Peter in Nilles (Henriette Christophory), die drei letzteren
beieinander auf dem Kneppchen gelegen. Diese Untertanen unterstanden der
Hochgerichtsbarkeit der Merscher Herren nicht.
Jean
Bertels, Abt von Münster, 1576-1595, erwähnt in einem Memorandum vom Jahre 1586
die Hinrichtung der Margaretha, Ehefrau des Steffen Clas von Mamer im Jahre
1585. Die unglückliche Frau war der Zauberei beschuldigt und wurde im
Gerichtssaal der Abtei zum Feuertode verurteilt. Die Hinrichtung, zu der die
münsterischen Untertanen von Mamer und Holzem erscheinen mußten, fand beim
Galgen auf dem Fetschenhof statt.
Im
Jahre 1798 wurden auch die Güter der Münsterabtei zu Mamer durch die
französische republikanische Verwaltung versteigert. Das sogenannte Altgut, 100
Ruten Wiesen und 6 Morgen Ackerland erwarb Jean François Thiry von Bastnach. Im
Jahre 1803 wurde dann noch ein Münster gehörender Garten, groß 96 Ruten, 11
Schuh, von Greiwelding von Remich erworben.
Der
letzte münsterische Abt, Weis Bernard, gebürtig von BurgIinster, starb am 30.
November 1805 bei seinen Verwandten im Hengenhaus zu Garnich.
Quellen:
"Abtei Münster", von J. Wilhelm, Publications 1935, Bd 46. Mamer Pfarrarchiv.
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