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1767, 15. Mai

[Flener, 1960, S. 36]

Die Kaiserin Maria-Theresia hatte im März 1766, zur Kontrolle der adligen und geistlichen Güter, die Anlegung eines Katasters angeordnet. Der mit der Durchführung dieser Anordnung betraute Graf Philipp von Cobenzl wurde am 15. Mai 1767 von dem reichen Freiherrn Mohr de Waldt zu Tische geladen. Während des Gastmahls kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen beiden Herren und schließlich zu einem sofort ausgetragenen Duell, bei dem Mohr de Waldt tödlich verletzt wurde. Die Herrschaft Mersch kam an seine einzige Tochter, die 1782 den Baron de Reinach, aus Hirtzbach im Elsass, heiratete.

Eine aus dieser Ehe hervorgegangene Tochter, Philippine von Reinach, (eine ausgetretene Ordensschwester), erhielt Mersch und Heisdorf als Erbteil. Sie war letzte Herrin und Erbin von Mersch und starb am 28. Juni 1870 im Schloss Heisdorf. Sie war die letzte in der langen Reihe der Merscher Feudalherren.

In ihrem Familienarchiv hatten sich im Laufe der Jahrhunderte die Urkunden einer großen Anzahl Luxemburger Adelsfamilien angehäuft, die 1873 von dem Staat erworben wurden und als "Fonds de Reinach" eine äußerst reichhaltige Fundgrube für Historiker darstellen. Die Sammlung reicht von 1220 bis 1795 und enthält 4397 Urkunden.

Quellen: Van Werveke: Kulturgeschichte des Luxemburger Landes - Koltz J. P.: Baugeschichte der Stadt und Festung Luxemburg. - Josef Reuter: Geschichte der Herrschaft Mersch. O.H. Fonds de Reinach.

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