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MAMER
WEISTÜMER VON 1542, 1583 UND 1612
Weistümer
sind ländliche Rechtsquellen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, die
das dörfliche Leben sowie das Verhältnis der Bauern untereinander und zur
Grundherrschaft regeln. Sie beruhen auf einem förmlichen Verfahren des Fragens
und des Weisens durch ein Gremium von Rechtskundigen, z.B. den Schöffen des
Dorfgerichts. In dieser Bedeutung auch bei Köbler: "Weistum ist das durch
mündliche Erklärung alter Männer als bestehend erwiesene Gewohnheitsrecht...
Ihre Aufzeichnung findet vor allem in Spätmittelalter statt."
(Gerhard Köbler, Lexikon der europäischen Rechtsgeschichte, München 1997, S.635).
Das
Jahrgeding
ist eine jährlich zu bestimmter Zeit (ein- oder mehrmals) stattfindende
Zusammenkunft des Grundherrn oder seines Vertreters mit den Untertanen. Auf dem
Jahrgeding wurden die Rechte und vor allem die Pflichten der Untertanen in
sogenannten "Weistümern" festgelegt bzw. neu erörtert sowie anstehende
Rechtsfälle behandelt (dörfliches/ländliches
Gericht). Das Jahrgeding wurde im Prinzip im Freien "unter der Dorflinde"
abgehalten.

Dorfplatz unter der Linde.
Ort des öffentlichen Lebens der ländlichen Gemeinden:
Gerichtsort, Versammlungsort der Dorfgenossen und Festplatz.
Schweizer Bilderchronik 1513
Luzern Zentralbibliothek (HS. S. 23 fol. 127v).
eingescannt aus: Alois Niederstätter: 1400 - 1522:das Jahrhundert der Mitte:
an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, aus der Reihe Österreichische
Geschichte, Wien 1996, ISBN 3-8000-3532-4
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:298Diebold_Schilling_Dorfgericht.jpg
Die Zuständigkeit der Dorfgerichte war vielfältig: neben der
niederen Gerichtsbarkeit, der Ahndung von Verstößen gegen die Dorfordnung,
der Regelung von Nachbarschaftsstreitigkeiten übernahmen sie auch
verwaltungsrechtliche Aufgaben (z.B. Ausstellung von Kaufverträgen,
Beurkundungen von Geburten, Heiraten und Sterbefällen). Die Strafen der
dörflichen Gerichte reichten von einfachen Bußen über
Ehrenstrafen, dem Entzug an gemeindeeigenen Ressourcen (z.B. Ausschluss von
Wasser und Weide) bis hin zum Ausschluss aus der Gemeinde.
Hier
das von Hardt
veröffentlichte
Weistum, das auf dem
Jahrgeding aus dem Jahre 1542 durch die Schöffen vorgetragen wurde
[Hardt, 1870, S. 474 ff.].
---> Text lesen
Ein zweites, von Hardt
[Hardt, 1870, S. 480 ff.]
veröffentlichtes Weistum stammt aus dem Jahre 1583 und stimmt im Wesentlichen
mit dem von 1542 überein. Es ist jedoch ausführlicher und die Sprache schon "moderner".
---> Text lesen
Die Gegenüberstellung der beiden Weistümer verdeutlich,
wie sehr sie sich in ihrem Inhalt ähnlich sind:
|
Weistum von 1542 |
Weistum von 1583 |
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Placitum annale jurisdictionis scabinorum in Mammeren in ducatu
Lucenburgunsi anno 1542 tentum et observatum.
Thun und sagen die scheffen diesem friem richtlichem jargedinge, das
heutigs tags fallen, ban und frede von wegen des hilligen bischoffs
sant Maximyns, von wegen eins erwirdigen herrn apts, seiner erwurden
convents lind cloesters, des kellners, des amptmans und scholteis,
des meyers, dern scheffen, der hoifsman und aller der gengen wegen,
davon es pillich ban und frede haben solt, und verpietten alle
uberbraecht, das nemants us noch ingehen, er thue es mit urloeff.
|
In gottes namen amen.
Kundt und zu wissen sey allermenniglichen so gegenwenigen
scheffenweistumb ersehen oder hören lesen werden, wie dasz im jahr
unseres hern und sehligmachers dausent funffhondert und achtzigh
drey, den zweyten tagh des monats juny, in der eylften indiction
oder römer zinszzahl, bey regierung und herschung des
allerdurchleuchtigsten, groszmechtigsten und unuberwindtlichsten
fürsten und hern, hern Rudolphi des andern, röm. kaysers, zu allen
zeiten mehrern des reichs, in Germanien, Ungarn, Boheim, Dalmatien,
Croatien und Slawonien könig, ertzhertzogen zu Oesterreich,
herrzogen zu Burgundt,Wurtenberg, graffen zu Tirole u. s. w. ihrer
kais. maj. regierung im neunten jahr, in gegenwertigkeit und auf
begehren des ehrw. prelaten und hern hern Reineri, abt der kayszerl.
praelaturen und abteyen st. Maximin auszerhalb der statt Trieren,
ungefehrlich umb die acht uhren vormittag, in dem dorff Mameren in
dieszem hertzogthumb Lutzemburg gelegen, vor mir Heinrichen Brenner,
scheffen zu Lutzemburg, kays. gewalt uffenbahren und von der konigl.
regierung daselbst admittirten und approbirten notarien, und in
gegenwertigkeit der hernach benanten glaubwurdigen gezeugen,
persönlich erschienen sein die ehrenveste, hochachtbare und
vomehmige hern Claudt Musiel von Bebingen, scheffen der stadt Trief
und wohlgen. kays. abteyen st. Maxirmin schulteiszen, und Johan
Neumetzler, ihrer ehrw. und gnaden schultheis alhie zu Lutzemburg,
ahn einem, und die ehrbarn Neuw Peters Johan, Streffs Johan,
Schmidts Peter, Meyer Wilhelm, Steimetz Peter, Schiltz Steffen, zur
zeit maximinischer grundtmeyer, undt Thomas Wilhelm, alle sieben
ihrer ehrw. undt gn. grondtscheffen und gerichtsleuthe im hoff
daselhst zu M., ahm anderen theill, und hat daselbst obg. herr
Musiell, scholtheisz, in namen und von wegen irer ehrw. und gn.,
beywesens aller umbständer, gehöber und underthanen, welche zu
diesem tagh und jahrgeding uff gewisse pönen, dem allen herkommen
und brauch nach persöhnlich zu erscheinen verpflichtet (wie dann
auch von dem mehren theil der selbigen beschehen, mündlich
vorgetragen, demnach jedermänniglich kündig und offenbahr, dasz
wohlgen. ihre ehrw. und gn. wie auch dero vorfahren, wohlseliger
gedächtnusz, von uhralters herausser des hoffs und bahns M. nicht
allein ein grundther, sonder auch ein lehnherr immediate wehre, und
auch von jedermahn darfirr gehalten würde, dasz auch derowegen ihrer
ehrw. und gn. den aidt und huldung von ihnen, den gehöberen,
alleinig und niemandt anderst zustünde, als wehren ihrer ehrw. und
gn. gnädig gesinnen, erfordem und begehren, dasz sie die gehöber
deroselhigen, als ihrem jetzigen reinen grondt und lehnherrn, wie
von alters schwehren und hulden wollten, welchen ihrer ehrw. und gn.
gnädig gesinnen und begehrens die dhamals erscheinende gehöber und
underthanen, als mit nahmen, Eberhardts Class, Clemens Class,
Veltzen Clousz, Crousen Johan, Crousen Thomas, Schwein Peter,
Bueffmers Johan, Capellen Steffen, Joest Michel, Staltges Britzius,
Juckelts Wulffert, Schoussel Marx, Sondachs Johan, Johan uff dem
Toumelt, Annen Michel, Heuardts Reichart, Schou Heinrichs Peter,
Wilhelm der plaicker, Kempen Johan, Joutt Schneider, Hans der
kremer, Treine Houdt , Machers Claussen nachgelassen witwe, Wageners
Clausz, Uressen Clausz Johan, Seymons Clausz, alle im dorff daselhst
zu Mameren wohnhafft, nachdem sie, wie auch obg. sieben hoffsmeyer
und scheffen ihre ehrw, und gn. durch den wurdigen und andechtigen
hern Johanssen Falck, ihren pastoren, nebent zuwünschung
langwehrender gesundheit und glückseligen regiment, in gott
willkommen heischen und umb handthabung und erhaltung ihrer alten
privilegien und gerechtigkeiten underthänig gebetten, und zu dem
effect ihnen den gewohnlichen eydt durch obg. hern Musiel,
scholtheiszen, ahngestellt worden, haben sie ihrer ehrw. und gn.
alsbalt mitt handthabenden treuwen gehuldet, auch für sich ihre
erben und nachkommende versprochen und zugefügt, derselben wie auch
volgen zu ihrem gotteshaus st. Maximin trew und holdt zu sein, dero
schaden ihrem besten vermögen nach zu warnen, und ihres besten und
frommen allezeit zu prüfen und vorzukommen, mit ahngehenkter
vermeldung, dasz ihren ehrw. und gn. underthanen in den dörfem
Kehlen und Nospelt hierbey nicht erschienen, wehre solches die
schwere krankheit, damit ihre häuser inficirt wehren, die ursach, so
wehren auch ettelige gehöber in königs diensten.
Solches beschehen, hat demnach vielgen. herr Musiel, scholteisz, in
nahmen seines ehrw. und gn. h. principalen ahn obernante sieben
hoffsmeyer und scheffen begehrt, das diesz heuttigh jahrgeding dem
alten brauch nach ausrouffen und verkündigen, und folgents uff
inhalt copey eines alten scheffenweistumbs, ahntreffendt ihrer ehrw.
und gn. und dero gotteshaus, desso orts habender grondtherrlichkeit,
lehnsrecht sambt allen andern gerechtigkeiten, wie die auch sein
oder den namen haben mögten (so ihnen durch mich notarien
verschiedentlich vorgelesen worden), under einander wohl erinnem und
bedenken und demnach bey den eyden, so ein jeder ihrer seines
scheffentombs halber geschworen, und gleich wie sie von ihren
vorfahren hoffsscheffen erlemet und gewiesen worden, uber inhalt
desselbigen alten weistumbs und erkentnus von sich geben wollten.
Und als nuhn sie, die sieben hoffsmeyer und scheffen, nach
benommenem rath und bedenckens, sambt und ein jeder besunder darauff
geandtwortet, dasz sie ein solches also treuwlich zu thun willig und
bereit wehren, haben sie demnach durch mundt obangeregten Streffen
Johans, ihres mitscheffen, als den sie zu dieszem effect sonderlich
erfordert und erbeten, uff ein jeden articul desselbigen weistumbs
erklehrt, erkendt und von sich geben in aller gestalt und maszen,
nach der längde von articul zu articul hernach geschrieben volgt.
1.
Undt fürs erst erkennen und sagen sie obgem. hoffsmeyer undt
scheffen zu diesem heuttichen, rechtlichen undt freyen jahrgeding
von wegen des heiligen bischoffs st. Maximin, ihrer ehrw. und gn.
als dem h. abt, dero convent undt gotteshaus, einen würdigen h.
kelner, den herren ambtman undt scholtheis, der scheffen, der
gehöber undt aller anderen, so dies antreffen mag, bahn undt friede,
gepietende undt verpietende allen uberbracht, dasz auch niemandt
ohne vorgehende erlaubnus zu diesem jahrgeding wieder aus noch
eingehen soll. |
|
In der Einleitung zum Weistum von 1542 "Tun und sagen die Schöffen
diesem freien und rechtlichen Jahrgedinge das heutigen Tages fällt,
Bann und Friede, von wegen des heiligen Bischofs Sankt Maximin, des
ehrwürdigen Abts, seiner Ehrwürden Convent (von
lat. conventus - „Zusammenkunft“
,
die Gemeinschaft eines Klosters oder auch der Wohnbereich des
Klosters selbst)
und Kloster, des
Kellners,
des Amtsmanns und
Schulteis,
des Meiers, der Scheffen, der Einwohner und all derjenigen, wegen
derer es billig Bann und Frieden haben soll. Wir verbieten allen
Zank und es soll niemand aus- und eingehen, er tue es denn mit
Urlaub."
"Erstes Geschäft des Richters ist, Stille zu gebieten,
Gerichtsfrieden zu bannen"
(Jacob Grimm,
Deutsche Rechtsaltherthümer,
Göttingen,1828, S. 853),
das bedeutet,
niemand darf seinen Platz verlassen oder ohne Erlaubnis sprechen.
Die langatmige Einleitung zum Weistum von 1583 lautet in freier
Übersetzung:
In Gottes Namen, Amen.
Heute, am 2. Juni 1583 (an einem Donnerstag – dieser Tag entspricht
also nicht mehr den unter 4. im Weistum von 1542 festgelegten Tagen
der berufenen Jahrgedinge), um 8 Uhr morgens, im Dorfe Mamer, unter
der Regierung des großmächtigen und unüberwindlichen Kaisers
Rudolf
II., in Gegenwart und auf Begehren des ehrwürdigen Prälaten
Herrn Reiners, Abt des außerhalb Trier gelegenen Klosters Sankt
Maximin, erschienen vor mir, Heinrich Brenner, kaiserlich-königlich
approbierter Notar und Schöffe zu Luxemburg:
Einerseits die hochachtbaren und vornehmen Herren
Claude de Musiel von Bübingen, Schöffe der Stadt Trier und
Schultheiß der kaiserlichen Abtei Sankt Maximin, sowie Johann
Neumetzler, ihrer Gnaden des Herrn Abts Schultheiß zu Luxemburg.
Andrerseits die ehrbaren
Neuw Peter Johann
Streff Johann
Schmiets
Peter (aus Dondelingen, Hochgerichtsschöffe der
Landmeierei Kehlen)
Meyer Wilhelm
Steimes Peter
Thomas
Wilhelm, Schöffen
und Schiltz Stephan, Grundmeier und Schöffe,
alle
diese Gerichtsleute des Dorfes Mamer.
Ferner erschienen die Einwohner (die Familienvorstände):
Eberhardts
Clos
Clemes Clas
Vellz Clas
Crausen Johann
Crausen Thomas
Schwein Peter
Buffmers Johann
Capellen Stephan
Jost Michel
Stalltges Britzius
Juckels Wullfert
Schoussel Marx
Sonndags
Johann
Johann auf dem Toumelt
Anen Michel
Heuardts Richard
Schon
Heinrichs Peter
Wilhelm der Plaiker
Kempen Johann
Schneider Jost
Hans der Kremer
Trine Houdt, Witwe des Machers Clas
Wagner Clas
Uressen Clas Johann
Symons Clas
und ihre Ehrwürden Herr Pfarrer
Falk Johann.
Die Untertanen aus den Dörfern Kehlen und Nospelt waren nicht
erschienen, wegen einer an diesen Orten herrschenden Seuche. Auch
waren einige Untertanen in des Königs Diensten abwesend.
Herr de Musiel nahm im Auftrag seiner Gnaden, des Herrn Abts, den
Untertanen den Treueid ab, der mit Segenswünschen für Leben und
Gesundheit des Grundherrn begleitet wurde. Die Schöffen weisen dann
die Gerechtsame
wie im Jahre 1542, nach dem Inhalt einer Kopie eines alten
Scheffenweistums. |
|
1.
Und erstlich wiesen und erkennen obgem. scheffen und gericht vermits
iren pflichten und gethaenen eiden, wie von alters herusz und mit
recht , einen erwurdigen hern apt sanct Maximins cloesters, uswenigh
Trier gelegen, in namen und von wegen seins cloesters obg., vor
einen rechten naturlichen grundt und lehen hern, allein und nemans
gemein, des gantzen bans und dorffs M., und erkennen seiner erwurden
und cloester darunder zu man und ban, zuck und fluck, fondt und
prunt von dem hemel uff die erde und von der erden an den hemel, wie
dan das alwegh on verhinderungh dergestalt erkant und gewesen.
|
2.
It. weisen undt erkennen sie dem alten brauch nach einen ehrw. h.
abt zu st. Maximin vor einen rechten, naturlichen grondt undt
lehnherren des gantzen dorffs undt bahns M. zu manne undt bahn, zuck
undt fluck, fondt undt prondt, von dem himmel bis auff die erden
undt von der erden bis an den himmel, gleich wie dann durch ihre
vorfahren hoffsmeyer undt scheffen, bis hiehero erkendt undt
gewiesen worden. |
|
Die Schöffen weisen und erkennen dann gemäss den ihnen obliegenden
Pflichen und geleisteten Eiden, dass seine Ehrwürden der Herr Abt
des Klosters Sankt Maximin ausserhalb von Trier gelegen, im Namen
und wegen des Klosters, von jeher der rechtmäßige und alleinige
Grund-
und Lehensherr
des Bannes und des Dorfes Mamer ist; daß besagtem Kloster Mann und
Bann, zuck und fluck, fondt und prondt, von dem Himmel bis an die
Erde und von der Erde bis an den Himmel seit jeher in Mamer
zugehört, wie solches denn allzeit unbestritten anerkannt wurde.
"Mann und Bann" bezeichnet den unfreien Boden, auf dem der
unfreie Mann klebt, "Zuck und Fluck" bedeutet das Recht des
Herrn auf die in der Luft fliegenden Vögel, die im Wasser
schwimmenden Fische und das Wild in Feld und Wald. Die Formel "Fund
und Prund" bezeichnet das herrschaftliche Jagd- und
Fischereirecht, Berg-, Schatz- und Fundregal und das Recht des
Einfangens von Bienenschwärmen
(Richard Schröder, Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte 6., verb.
Aufl. / fortgef. von Eberhard von Künßberg, Berlin, 1922). |
|
2.
Und erkennen auch obgem. schaffen bie iren gethaenen eiden und
pflichten die hern von Mersche des angemasten bans und dorffs M. vor
rechte voigthern lind hahen ire voigt die von einm hern apt und
cloester sandt Maximyn obgem. zu lehen, und nit anderswoher khommen. |
3.
It. dasz die herren von Mersch obg. dorffs undt bahns M. rechte
vogtherm sein, undt aber dasselb vogtrecht von einem ehrw. h. abt zu
st. Maximin undt niemandt anders zu lehn tragen und empfahn. |
|
Die Herren von Mersch sind des Dorfes und des Bannes Mamer
rechtmäßige Vogtherren,
und dieselben haben dieses Amt von dem Kloster Sankt Maximin und
niemand andres zu
Lehen tragen. |
|
3.
Vernner erkennen und wiesen obgem. scheffen, dasz ein erwirdiger her
apt zu sendt Maximyn, als grundt und lehen her, hab daselbst
scheffengericht, meyer und potten seins grundts wegen zu machen und
zu entmachen, zu setzen und zu entsetzen, und so es sich begebe und
zudragen wurde, dasz ein scheffen ersterbe und aibgin[g], so sollen
die andre scheffen einen oder zwen froemmer bedermanne darstellen
und vorschlagen und die des obgem. erwurdigen hern apts, als grundt
und lehenhern, kelner, scholteis, meyer oder theiner, so dahin
quemen, aingeben, alsdan sollen die obgem. theiner einen usser
dennen, so innen erlich, duglich und zum scheffen nutzlich, kesen,
erwelen und annemen, und soll dem angenomen scheffen in biesein des
gerichts eins obgem. hern apts meyer zu M. den eidt staben und
schweren thun, dem obgem. erwirdigen hern apt zu sendt Maximin
obgem. und seim gotzhaus globen und schweren getreuwe, holt und
gewars[am] zu sein, [sein] best zu werben und vor schaden zu warnen,
recht, ruege und hoedt zu thun und folgens dem voegthern von Mersche
als voigthern obgem. grundts zu Mammeren. |
4.
It. dasz ihre ehrw. undt g. undt dero gotteshaus als grondt undt
lehnherr ahngezogen hoffs M. in selbigem berechtigt scheffen undt
gericht, meyer undt botten nachfolgender gestalt zu setzen undt zu
entsetzen, als nemblich, dho derselbigen einer mit thott abgehe,
dasz die andere seine mittbrüder scheffen einen oder zween frommer,
unberüchtiger, ehrbahrer männer ihro ehrw. undt g. oder dero
abgeordneten kelnern, ambtman, scholtheisen, meyer oder sonsten
thiener, so dahin verschickt werden, vorschlagen undt angeben,
welche alsdann auszer sulchen zweyen mannen einen, so zu solchem
ambt thinlich undt fähig, kiesen, erwehlen undt beywesens ihrer der
scheffen gericht undt des grondtmeyers den gewohnlichen eydt mitt
aufgerecten fingern staben undt beschwören thun, als nemblich, dasz
er wohlg. ihrer ehrw. undt g., wie auch dero gotteshaus undt
convent, getreuwe, holdt undt gewahrsam sein soll, dero bestes undt
frommes nach allem seinem vermögen zu werben, undt für schaden zu
waren, auch allezeit rechte, rüge und huet zu thun, wie auch
folgendts den herren zu Mersch, als vogtherren g. hoffsmannen,
gleichwie dasselb sich einem getreuwen scheffen undt gerichtsman
eignet undt gepührt. |
|
Der Herr Abt hat als Grund- und Lehensherr Macht und Gewalt im Dorfe
Mamer, Schöffen,
Meier und
Boten ein- und
abzusetzen. Falls ein Schöffe stirbt, oder sonst wie vom Amt abging,
sollen die anderen einen oder zwei fromme "Biedermänner" (1583:
fromme, unberüchtige, ehrbahre Männer) dem Abt vorschlagen, der
selbst oder durch seinen Vertreter den neuen Schöffen ernennt. Bei
der Ernennung muss derselbe den vorgeschriebenen Eid (1583: den
gewöhnlichen Eid mit "aufgerichteten Fingern" schwören), als dem
Vertreter des Abts schwören. Derselbe muss auch dem Herrn von
Mersch, als dem Schutzvogt, gehorsam sein. |
|
4.
Verner wiesen und erkennen obg. scheffen vermits iren eiden und
pflichten eim erw. h. apt, als grundtheren drier frier jargedinge
mit iren drien wissongen. Darine erkennen und wisen sie eim obgem.
erw. h. apt und gotshaus sein grundtgerechtigheit und dem voigt sein
voigtrecht. Das erst am montagh nach der drier khuenincktagh. Das
zweite am negsten montagh nach dem sontag zu latine gnant quasimodo
geniti, und das dritte am montagh nach sendt Johans gepurt tagh im
mitsommer. |
5.
It. erkennen obg. scheffen und gerichtsleuth ihro ehrw, undt gn.,
als ihrem grondtherrn, drey freyer jahrgedingh mitt ihren drey
weisungen, in welchen sie schuldig undt verpflichtet sein derselben
ihren ehrw. undt gn. alle desso orts tragende grondtherrlichkeit,
wie auch, dem vogtherm ihre angebührende gerechtigkeit zu weisen, zu
erklehren undt zu erkennen, mit vermeldeng, dasz das erste
jahrgedingh ahm montag nach der heiligen dreyer königentagh, das
zweitte uff den nechsten montag nach quasimodo geniti undt das
dritte ahm montag nach st. Joannis Baptistae geburthtag (gestalt wie
hie oben gesetzt) gehalten werden. |
|
Die Grundherrschaft Mamer hat drei freie (unberufene) Jahrgedinge,
bei denen der Herr Abt als Grundherr, und der Herr von Mersch als
Schutzvogt, Gerechtigkeit pflege. Das erste der Gedinge wird
abgehalten am Montag nach
Dreikönigstag
(Epiphanias, 6. Januar), das zweite am Montag nach
Quasimodo
(Sonntag nach Ostern, Weißer Sonntag), das dritte am Montag nach
St. Johannis
Baptista (Johannistag, 24. Juni). |
|
5.
Wiesen und erkennen, dasz in solichen jargedingen und iren wissongen
magh einer den andren vor scheffen und gerichten zu M. umb eigen und
erb anspraech geben. Und erkennen obgem. scheffen, so wer mit dem
andren zu thun hat, so es dem aintworter gelibt, muecht er antwort
geben oder nit, vermits einer boessen, als nemelich vier lucemburger
pfenninck des grundthern meyer zu sandt Maximyn zu geben. Und alsdan
an der negster ankhommender wissongen so muesz er dem clager
aintwort geben. |
6.
It. dasz in solchen dreyen jahrgedingen undt weisungen einem
jeden gehöberen erlaubet den anderen umb eigen- undt erbgut vor
obgem. scheffen undt gerichtsleuthen zu M. forderung undt anspruch
zu geben, undt im fahl dem beklagten zu dem tagh sein endtworth zu
geben nicht geliehen wurde, dasz derselbiger vermitz einer bouszen
von einem schwahren beyer (so der hoffsmeyer in nahmen ihrer ehrw.
und gn. entpfahet), bis zu der nechsten weisungen, nemblich uher
den viehrzehnten tag darnach, ahn welchem der beklagt dem kläger
antworth zu geben schuldig ist. |
|
Die Einwohner von Mamer haben auf diesen Jahrgedingen ihre
Streitigkeiten um Hab und Gut vor das Schöffengericht zu bringen.
Wird der Streitfall nicht gleich geschlichtet, so muss der Beklagte
4 Luxemburger Pfennig Gebühr an den grundherrschaftlichen Meier
zahlen (1583: einen "schweren" Beier). Bei der nächsten Weisung (am
14. Tag danach) wird das Urteil gesprochen. |
|
6.
Erkennen auch obgem. scheffen, dasz in den vorgemelten
jargedingen und wissongen seint gebent zu khommen und zu erschinen
alle genige, die uff Merscher und Bubinger voigtdien zu M. sitzen
und feur und flamm haben, welche des obgem. h. apts, grundthern zu
M. geschworen gerichtspott zu eim jedern jargedinge und wissongen
vermits scheffen wistomps inrueffen und heischen soll. Und welcher
also ingerueffen nit erscheint und ungehorsam usplibt, der sol geben
die boes vier lucemburger pfenninck, und ein scheffen duppell boes.
|
7.
It. dasz zu den vorgen. dreyen jahrgedingen undt weisungen
gebannet undt verpflicht sein zu erscheinen undt compariren alle
diejenige, so uff der herren zu Mersch undt Bübbingen vogteyen zu
M. sitzen undt fewer und flamme haben, welche jahrgeding undt
weisungen durch ihrer ehrw. undt g. pott jedes jahrs beibescheidet
undt interpellirt werden, undt der ausbleibende undt nicht
erscheinende als ein ungehorsamer vermacht hatt ein bousz von einem
schwaren beyer undt ein scheffen oder gerichtsman doppell so viell. |
|
Alle Einwohner von Mamer, die auf Merscher oder Bübinger Vogteien
sitzen und Feuer und Flamme haben, sind verpflichtet, auf den
Jahrgedingen zu erscheinen. Des Grundherrn geschworener Bote ruft
sie ein. Derjenige, der nicht erscheint, verfällt einer Buße von 4
Luxemburger Pfennig (1583: einen "schweren" Beier). Ein abwesender
Schöffe zahlt doppelte Strafe. |
|
7.
Und erkennen auch obgem. scheffen bie iren gethaenen eiden und
pflichten eim erw. h. apt und gotshaus zu sent Maximyn sein frien
und eigen bruelle zu M., bie der kirchen wedenhoeben gelegen, mit
seim zugehör, den auch selbst zu mehen lassen.
Und wannehe ohgem. bruell gemehet ist, so soll eins h. apts pott den
gemehetten bruell flisich zeden und an den huesten zu machen
bereiden, und derowegen soll der pott den zehenten huesten nemen und
holen, und dann soll der obgem. pott allen denjenigen und gehöbern,
so den hern von Mersche und Bubbingen landtrecht geben, si sitzen in
dem bann Mameren, Kellen oder anders woe, solich heuwe zu machen und
zu huesten gepitten und bieruffen, und so die huesten in dem bruell
gemacht, soll des grundthern meyer den fröner ire zemlich kost, als
arbeitsleutten eignet, geben. |
8.
It. dasz wohlgen. ihre ehrw. undt gn. undt dero gotteshaus den
freyen brüll daselhst zu M. bey der kirchen wiedomb, gleich wie
derselb in sich begriffen, zugehöre undt zustehe, welchen ihre ehrw.
undt gn. uff ihre kosten mehen lassen, undt dasz nach beschehener
mädt der holfsbott solchen brüll fleiszig zu zehden undt die hausten
helffen zu machen schuldig, wie dan auch hergegen den zehnten
hausten für seine belohnung, mühe undt arbeith hinwegh zu nehmen
von alters berechtiget, welcher dan auch allen den gehöberen undt
sonsten, so den herrn zu Mersch undt Büffingen landtrecht geben, sie
sitzen in dem bahn M., Kehlen oder sonsten anderstwohin , schuldig
sie bey zu rouffen undt zu gepiethen sich zu ihren verpflichten
frohenden uff bestimmte tag in selbigem brüll finden zu lassen undt
ihr gebühr zu thun.
Wanner solche hausten gemacht undt gericht, dasz alsdan ihrer ehrw.
undt gn. meyer den fröndern einen ziemlichen kosten, wie
arbeitsleuthen gebuhrt, zu geben schuldig seye. |
|
Die Schöffen erkennen, dass der Brüll "bei der Kirche
wiedenhoben gelegen" dem Kloster St. Maximin gehört mit allem
Zubehör. St. Maximin muss denselben selbst, auf seine Kosten, mähen
lassen. Des Herrn Abts Bote soll dann das Gras fleißig zeden
(wenden) und fertig machen zum Aufhäufen. Dann soll er alle, die auf
Merscher oder Bübinger Vogteien sitzen und dem Herrn von Mersch
Landrecht geben, herbeirufen, einerlei ob sie zu Mamer oder Kehlen
sitzen. Die sollen das Heu dann fertig machen und auf Haufen
stellen. Der Bote erhält für seine Mühe den zehnten Haufen. Die
Einwohner erhalten nach getaner Arbeit die Kost, wie sie
Arbeitsleuten ziemt. |
|
8.
Und von wegen obgemelten erw. h. apts, als grundthern, soll der
hoeffsmeyer uff Gruewelts muelen alle jar nemen und holen acht
lucemburger sester rockenkorns, darumb dasz er den fröner den kost
gibt.
Und umb dasz man jarlichs usser Gruewelts moelen acht sester korns
gibt, soll man zusehen derselbigen moelen und dem parshaus nit
gestaden dasz ein ander muele gebauwet werde. |
Gleichwie dan auch er, der meyer, von wegen deren im nechsten
artikell angezogenen unkosten der frönden alle jahrlichs uff der
Grewelssmühlen, jenseits dem flusz der Mameren gelegen, acht sester
korns, Lutzemburger maszen, zu fordern undt zu empfahen berechtigt,
sonsten wissen sie die scheffen undt gerichte von keiner verfallener
mühlen, so von alten zelten zwischent obg. Grevelsmühlen undt dem
gotshaus gestanden haben solte, nichts zu sagen. Seindt auch dessen
von ihren vorfahren nicht erlemt worden. |
|
Des Abtes Meier erhebt alljährlich von der Neumühle (1542:
Gruellsmühle, 1583: Grewelssmühlen) acht Sester
Roggenkorn (1583: Luxemburger Masse), die zur Beköstigung der
Arbeiter im Brüll verwandt werden. Als Entgelt hat besagte Mühle das
Privileg, dass zwischen ihr und dem Gasthaus keine andere Mühle
errichtet werden darf.
Der Sester ist ein altes Hohlmaß für Getreide. Seine Bezeichnung
leitet sich vom lateinischen "sextarius" ab. Je nach Region
wurden sehr unterschiedliche Volumengrößen festgelegt. Die folgenden, als
Beispiel angeführten Mengenangaben beziehen sich auf das Stadtgebiet
von Trier:
1 Sester Korn (Roggen) = 6,66 Liter
1 Sester Hafer = 10,3 Liter
1 Sester Gerste = 7,41 Liter |
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9.
Wiesen und erkennen auch obgem. scheffen und gericht, dasz man
soll in dem frien broll machen zehen huesten. Der nemet und holt ein
her apt, als grundther, zwehen zuvorn abe, darnach der zender einen,
und der pott, dasz er den proll muesz heutten und versorgen, auch
einen. |
9.
Weissen undt erkennen auch femer obg. scheffen undt gericht, dasz
man jahrliehe in obg. freyen brüll, in maszen hieoben in der lengde
vermeldet worden, machen undt auffrichten soll zehen hausten heu wes
in gleichmesziger grosze, von welchen ihrer ehrw. undt gn., als dem
grundtherrn, zuvomausz zween, demnach dem zehntmeyer einen,
desgleichen dem botten, umb dasz er offtgen. brüll (in maszen
obengemelt) hüten undt versorgen musz, auch einen hausten heuwes zu
nehmen zustehe undt gebühre. |
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Das Heu im Brüll wird auf zehn gleichmässige Haufen geschichtet.
Davon gehören vorab zwei dem Abt als Grundherr, danach wählt sich
der Zentner einen, weil er das Heumachens leiten muss, dann des
Abts Bote auch einen, weil er den Brüll hüten und pflegen muss.
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10.
Undt als nuhn auff diesen art ihrer ehrw. undt gn. jetziger
hoffsmeyer zu M., genant Schiltz Steffen, ahngezeigt, dasz vermögh
allen scheffenweistumb weiland Schiltz Johan, sein vatter sehlig,
undt er, nach seinem absterben, von wegen ihres meyer ambts
berechtiget gewesen undt von rechtswegen noch sein sollen ausser
obg. zehn hausten in ihrer ehrw. undt gn. nahmen jahrlichs zween
hausten hinwegh zu nehmen, hat er begehrt, dasz ihm dieselbe
possession in dieszem weistumb auch zuerkendt werden sollte, undt
obwohl der würdigh undt andechtig herr Johan Falcken, priester undt
pastor daselbst zu M., ein solches wahr zu sein undt als derjenigh,
so nunmehr die pfarkirch M. uber die xxxv jahr regirt, undt
gesehen, dasz in hinweghnehmung der zunechst ahngezogener zween
häusten heuwes, weder dieszem noch seinem vorfahrenden meyeren, die
zeit seiner residentz , einigen irrthumb geschehen zu sein
affermirte, haben gleichwohl viel gen. scheffen undt gerichte ihme,
dem meyeren, weyter nicht, dan einen hausten zuerkendt, ahnzeigende
sie wehren von ihren vorfahren weiter nicht erlernt worden, noch
gewiesen worden. |
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Der Meier Steffen Schiltz erklärt, ihm stünden zwei Haufen Heu im
Brüll zu, gleich seinem verstorbenen Vater Johan Steffen, der als
Grundmeier stets zwei Haufen erhalten habe. Dies bezeugt der Pfarrer
Johann Falk, der erklärt, während seiner 35jährigen Amtszeit in
Mamer habe der Meier alljährlich zwei Haufen Heu aus dem Brüll
eingeholt. Dennoch lehnen die Schöffen den Anspruch des Meiers ab
und erklären, von ihren Vorfahren nichts darüber gehört zu haben. |
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10.
Und erkennen obgem. scheffen eim hern apt, als grundthern, uff
seiner voigtdien und so with und ferne sein landtrecht gahet und
richt zwehen die drissichte ploege winnonge das landrecht darin
zuvor usz (1 verdorbene stelle). |
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Die Schöffen erkennen, dass dem Herrn Abt, soweit sein Landrecht
reicht, die dreißigste
Pfluggewinnung zusteht. |
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11.
Vernner erkennen angemaste scheffen und gericht, dasz eins hern
apts pott vor sein loen nympt und hoelet von der pesten [?]
ploechwinnong das landtrecht halb, und ein her apt das ander
halbtheill. Darumb soll obgem. pott alles, was schaden geschet dem
meyer vorpringen und eim hern apt und meyer gehorsam sein und thun,
was ime vermoge scheffen wisthumbs eignet. |
11.
It. dasz ihre ehrw. undt gn., als grondherrn, das landrecht im bahn
M. alleinich zustehe, jedoch dasz auszer demselbigen dem
hoffsbotten, für seine belohnung, mühe undt arbeit, die abnutzung
eines halben theils eines pflugs von alters herauszer geordnet
worden, welcher aber dargegen alle die vorfallenden schaden ihrer
ehrw. undt gn. hoffsmeyer getrewlich ahnbringen, auch demselbigen,
was ihme botten durch scheffen weistumb zu thun ufferlegt wirdt,
gehorsam undt gewertigh sein soll. |
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Der Bote des Abtes hat das Recht, von der besten? Pfluggewinnung
das Landrecht halb zu nehmen, und der Abt nimmt die andere Hälfte.
Dafür muss der Bote dem Grundmeier allen verursachten Schäden
anzeigen und demselben gehorsam sein. |
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12.
Erkennen ferner angemaste scheffen vermitz iren eiden und pflichten
von allen den voigtdien, die hinder den hern von Mersche und
Bubbingen ligent und innen voigtrecht geben, eim erw. h. apt, als
grundthern zu M., das landtrecht, als nemelich, so der zehen
usgenommen und gehaben, die ein und zwentzigste garbe von jare
winnonge an korn, weisz und andern. |
12.
It. dasz ihro ehrw. undt gn., als grondtherrn zu M. von allen den
vogteyen, so hinder den herrn von Mamern (soll Mersch heissen)
undt Bubbingen liegen undt ihnen vogtrecht geben, das landtrecht,
nachdem der zehent ausgenohmen undt gehoben, die ein undt zwanzigste
garb von ihrer jahrwinnungen ahn korn, weitzen, habern undt sonsten
von früchten zu heben undt zu empfahen berechtigt seyen, als
nemblich in Klein Wilhelms acker bis uff Katzenfelt, item Ulmers
uerthe [?] necht dabey niedent dem wegh, undt was sonsten noch
darbinnen liegt, es sey abts zu Münster, Mamerer oder Feltzer gutt,
welche gelände zusammen in die viertzig morgen ungefehrlich ertragen
magh.
(Folgen ferner solche felt undt äcker, so ihrer ehrw. undt g.
zustendig, welche durch den jetzigen grundtmeyer Schiltz Steffen
gewonnen undt gebraucht werden…….) |
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Erkennen die Schöffen dem Herrn Abt von allen Merscher und Bübinger
Vogteien das Landrecht zu, welches in der, nach Wegnahme des
Zehnten, 21.
Garbe von Weizen, Roggen (1583 fügt Hafer hinzu) und anderen
Feldfrüchten besteht. |
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13.
Vortter erkennen und wiesen angemaste scheffen vermitz iren eiden,
das solich landt in Kleinen Wilhelms acker und gleicher weisz das
landt in Ulmes roeth darbie gelegen neden wegh und wais darbinden
ligt, es sie abts zu Monster, Mammersguet, Vieltze und was dern da
ligen hat, dem obgem. erw. h. apt das landtrecht dar usz.
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Auch von den Ländereien in des kleinen Wilhelms Äcker (Wellemsäcker)
(1583: bis nach Katzenfels) und den dabei gelegenen Ulmesroth
(Mimmelsratt), sowie von den der Abtei Münster, den Herren
von Fels oder von Mamer gehörenden Gütern, hat der Abt als Grundherr
das Landrecht zu erheben. |
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14.
Wiesen und erkennen auch angemaste scheffen diese
hernochgemelten velt und ecker vor eins apts und grondthern meyer
velte , welche des cloesters meyer winden und prauchen soll. [Folgt
eine aufzählung von äckem und wiesen.] |
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Enthält eine Aufzählung von Feldern, die St. Maximin gehören und
dem Grundmeier als Nutznießung (statt Gehalt) überlassen werden.
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15.
Wiesen und erkennen obgem. scheffen
mit recht, das Wageners scheuwer und ein stuck gartten hinden dar
an, das sie mit zum broll thinen, geben sie alle jars uff sent
Stephanstagh in den winnachten hilligen tagen dem obgem. erw. hern
apte und gotzhaus zwey hoenner, und so sie nit bezalt wurden, sol
man handt dar an schlagen und dem grundt eignen zum broell on
hindernus wenden. |
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Erkennen die Schöffen, dass Wagners Scheune und ein Stück Garten zum
Brüll gehört (Loenertz oder Wonesch). Wagner muss als
Anerkennung des Eigentumsrechts dem Abt alljährlich am
Stephanitag
(26. Dezember) zur Weihnachtszeit zwei Hühner liefern. Wird dieser
Zins nicht bezahlt, so soll das Anwesen abgerissen und zum Brüll
geschlagen werden. |
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16.
Wiesen auch obgem. scheffen und gericht mit recht alle jar usser
Luffinger moelen uff sendt Steffanstagh in den winnachten hilligen
tagen eim erw. h. zu sandt Maximyn, als grundthern, obermelten zwey
hoener zinsze, und abe man die nit bezalt und sumich wurde, soll man
das moelen isen darvor pfanden. Und soll auch dan zuschen der moelen
und dem parshaus kein moele mehe stain noch erbauwet werden. |
13.
Undt alsz nuhn obgen. scheffen undt gericht uber gelegenheit der
Lüffinger mühlen, undt ob ihrer ehrw. undt gn. darauszer jahrlich
zwey hühner für zins nicht zustehen undt gebühren, bey poen undt
mangel der bezalung, dasz man in der mühlen darfür zu pfenden hette,
haben sie, der scheffen, einmündig darauf geantwortet, ihnen nichst
davon bewust zu sein, hieltens aber darvor, dasz es die molter
muhlen, so jetz undt gantz undt gar verfallen, sein kundte. |
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Die Bubingermühle (Neumühle) muss jährlich am St. Stefanstag dem
Herrn Abt zwei Hühner liefern für das Privileg, dass zwischen
erwähnter Mühle und dem Gasthaus (Gaschtmühle) keine andere Mühle
errichtet werden darf. Erfolgt die Abgabe nicht, so soll das
Mühleneisen gepfändet werden.
Das Mühleneisen ist eine eiserne Halterung im Mühlenstein als
zentraler Bestandteil des Mahlwerks; ihre Entfernung führt zur
Blockade der Mühle, weshalb der Diebstahl des M. mit der dreifachen
Buße belegt wird; nur der Mühlenherr darf es bei Leistungsverzug des
Müllers oder Verstoß gegen die Mühlenordnung als Pfand einbehalten;
vermutlich war das M. obrigkeitlich gekennzeichnet, um Missbrauch zu
verhindern
(Quelle:
Deutsches Rechtswörterbuch).

Quelle:
http://www.wassermuehle-ovelgoenne.de/side/mahlwerk.htm
1583: Die Schöffen erklären einstimmig, nichts von der Lieferung
zweier Hühner durch die Bübinger-Mühle (Neumühle) an den Abt zu
wissen. Sie glauben, dieser Zins hafte an der nun verfallenen
Maltersmühle (Wilzermühle). |
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17.
Vernner wiesen und erkennen die scheffen vermitz gethaenen eide
Orffeltz wese, in den Sifen gelegen zu Garnich und Gerlingen, gibt
eins iglichen jars eim erw. h. apt zu sandt Maximyn uff sendt
Steffanstagh in den winnachten hilligen tagen zwey hoener zinse, und
abe man an bezallongh sumich wurde, sol man diejenige, so die wese
in henden haben mit der boeszen pfenden. |
14.
It. geben die inhaber der Orssels wieszen, in dem Seyff gelegen,
ihrer ehrw. undt gn. uff st. Steffenstagh zwey hühner zinsz, undt so
sie ahn der betzalung seumig, man diejenig, so die selbig wiesz in
handen haben, mit der bouszen zu pfenden berechtigt. |
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18.
Witters wiesen und erkennen angemaste scheffen vermitz gethaenen
eiden, dwill und dasz Mammer ban nit geith noch reicht zu Diepach on
den haegen, damit goscheget sandt Maximins cloester unrecht und sol
vor solich abschnidongh und verkurtzongh ein iglicher inwoener und
gemeinsman zu Diepach eim hern apt sanct Maximins cloesters eins
iglichen jars uff sendt Remigii tagh im winter zu geben schuldigh
sein, ein halb malder haber. Und soll desso entragen und enthoben
sein ein zender zu Diepach, darumh soll er ermelten haber uffheben
und usdriben. Und so ein inwoener zu Diepach an bezallongh und
liberongh ennelten halben malter habers sumich und hinderlessigh
erfunden wurde, nit bezalt noch vemugt uff tagh und zill ollgemelt,
und abe ein gemeintsman tausent gulden werdts möbell und guete in
sein haus heue und [nit] vernücht, so soll doch der pott dem sumigen
man die hausthuir usser dem angell werffen und zwerch vor die thuir
legen, und soll der haussman die thuir nit muegen uffrichten noch
insetzen, er hab dan die obgem. haber mit vermachter boessen vernugt
und entricht. |
15.
Ferner weiszen undt erkennen vielgen. scheffen undt gericht bey
ihren gethanen eyden undt pflichten, dieweill sich befindt, dasz
Mamerer bahn jetziger zeit nicht gehet, noch sich erstrecket bis zu
Diepacher hägern, in dem geschehe ihro ehrw. undt gn. undt dero
gotteshausz unrecht, wie auch nicht, ohne dasz vor solcher
abscheidung undt verkürtzung ein jeglicher inwohner undt gemeiner
man daselhst zu Diepach, in dessen behaussung feur undt flamm
ausgehet, ihrer ehrw. undt gn. eines jeglichen jahrs auff st.
Remeystag im winter zu geben schuldig sey, ein halb malter habern,
deren doch der zehnter (1 wohl centner gemeint ? S. oben [a], 18) zu
Diepach befreyet, dieweill er gen. habern ufftreiben undt einheben
musz, undt im fahl einer derselbigen inwohner zu obbestimmten tagh
ahn der bezahlung seumig erfunden würde, obwohl derselb gemeine man
den werth von thausendt gulden möbel undt andere gütter in seinem
hausz hette undt vermögte, dasz doweniger nit ein zehentner zu
Diepach uff ansuchen undt erforderen ihrer ehrw. undt gn. potten
macht undt gewalt habe, dem säumigen gemeinen man die hausthür
ausser dem angel zu werffen undt zwersch vor dieselbe thür zu legen,
welche der hausman mit nichten wieder auffrichten, noch insetzen
solle, noch möge, er habe dann zuvorn solche habern mit vermachter
bouszen vergnügt undt bezahlt. |
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17. und 18. (1582: 15. und 16) handeln von Einwohnern von Dippach, Garnich und
Gerlingen bei Garnich (im 30-jährigen Krieg ausgestorben, lag
zwischen Holzem und Garnich), die St. Maximin tributpflichtig sind. |
|
19.
Wiesen auch obgem. scheffen und gericht uber Jockelsbuesche drie
ruegen. Die erst hebt an sendt Remigii tagh an und werdt an sandt
Martins tagh; die zweitte werdt von sandt Martins tagh bis an
winachten, die dritte werdt von den winachten bis an den negsten
frietagh im märtz. Inwendigh und binnent den obgem. ruegen farent in
den obgem. busch hauwen die gehöber so uff den voigtdien sitzen,
gefallen holtz, als der scheffen wyst, und geben von einer iglicher
ruege zween beyer. Da nemen die gericht von den ruegen vunfften
halben beyer, und den uberstandt von denen ruegen deilt man in drie
theill, davon nimpt und hollet ein her apt, als grundther, zwoe
theillen, und die voigthern einen dritten theill und soll solich
boeszen der meyer uffnemen und indriben und den gerichten leberen
vor ire kost der jargedinge.
|
16.
Weisen und erkennen ermelte scheffen undt gerichte über den
Juekelsbüsch drey roigen undt dasz die erste anhebe umb st.
Remeisstagh, die zweite wehrendt von st. Martinstagh bis ahn die
weynachten, undt die dritte von den weynachten ahn bis uffden
nechsten freitag des monats martii, inwendigh obg. dreyen ruegen
mögen fahren in obg. büsch gefallen holtz hauwen die gehöbere, so
uff den vogdeyen sitzen, welche von einer jeglichen roegen zween
beyer geben müssen; von welchen sie, die gerichte, nehmen undt
abziehen fünf halbe beyer, den uberstandt aber theille man in drey
theillen, deren zwo theillen ihrer ehrw. undt gn. als dem
grondtherren, undt die ubrige dritte theill dem vogtherrn zustehen
undt gebühren, was aber die bouszen ahnlangt , soll der hoffsmeyer
dieselbige intreiben undt empfahen, auch nachmals den scheffen undt
gerichten uberlieberen für die Unkosten obg. dreyer jahrgedingh.
|
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Die Mamer Gemeiner hatten das Recht, vom 1. Oktober bis zum ersten
Freitag im März im Juckelsbusch dreimal dürres Holz zu hauen und
Fallholz zu raffen, wofür sie von jeder Fuhre eine Gebühr zu
entrichten hatten, deren Gesamtertrag zum dritten Teil den
Vogtherren gehörte.
Über die Holznutzung im Juckelsbusch weisen die Schöffen drei Ruegen
(Roigen). Die erste dauert von
St. Remigiustag bis
St. Martin,
die zweite von St. Martin bis Weihnachten, die dritte von
Weihnachten bis ersten Freitag im März. Innerhalb dieser drei Ruegen
darf jeder Mamer Vogtinhaber im Juckelsbusch Totholz hauen und
Fallholz raffen und heimfahren. Von jeder Fuhre bezahlen sie zwei
Beyer. Von dieser Einnahme nimmt das Schöffengericht 5 halbe Beyer.
Das Übrige wird in drei Teile geteilt. Davon nimmt der Abt als
Grundherr zwei Teile, und der Herr von Mersch als Schutzvogt einen
Teil. Der Meier erhebt dieses Geld und davon wird die Kost der
Gerichtsherren auf den Jahrgedingen bestritten. |
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20.
Und erkennen und wiesen auch obgem. scheffen und gericht bey
gethaenen eiden und pflichten, den acker in dem Jockelsbuesche
sollen die gemein von M., under was voigtdien sie sitzen, etzen mit
iren schwinnen alles nach scheffen wistomp, und wannehe es vollen
acker ist, soll man geben von iglichem schwein ein halben beyer, und
soll der scheffen den ackerschatz besehen und nach scheffenweistumb
davon gegeben werden. Und sol eins gronthern und apts meyer mit dem
boeden den ackerschatz uffnemen, ustriben, inheben und den dem
voigthern meyer, leberen und handrichen. |
17.
It. dasz die gemeinde zu M., under was vogteyen die auch seyn sollen
undt mögen, mit ihren schweinen den acker in obg. Juckelsbüsch nach
inhalt des scheffenweistumbs etzen, nutzen undt genieszen, wannehr
aber in selbigem Juckelsbüsch vollen acker vorhanden ist, soll man
von jeglichem schwein geben undt betzalen vier rader pfenning oder
ein halben stüber, zu welchem effect die scheffen den ackerschatz
besichtigen undt demnach vermögh scheffenweistumb davon gegeben
werden, undt ihrer ehrw. undt gn. grondtmeyer sambt dem botten den
ackerschatz austreiben, innehmen undt empfangen undt volgendts des
vogtherren meyem uber liebern undt handtreichen. |
|
Jeder Mamer Gemeiner durfte Schweine zur Ackermast in den
Juckelsbusch treiben. Für jedes Schwein musste eine Gebühr bezahlt
werden, deren Gesamtertrag dem Vogtherrn gehörte.
Alle Gemeine von Mamer, einerlei welchem Herrn sie dienen, haben das
Recht, ihre Schweine zur Ackermast in den Juckelsbusch zu treiben.
Von jedem Schwein ist eine Gebühr von 1/2 Beyer zu entrichten. Der
Grundmeier erhebt diese Gebühr und liefert sie dem Meier des
Schutzvogtes ab. Die Schöffen müssen vorher den Ackerschatz (die
Abgaben für die Schweinemast) besehen. |
|
21.
Und darumb, dasz obgem. meyer und botte den ackerschau uffheben
und indriben, leberen und die scheffen den besehen, so nement sie an
dem ackerschatz zuvor abe acht beier vor ire recht. Des selbigen
ackerschatz zu geben seint auch frie scheffen, meyer und pott, die
da wonent in der voigthern haus zu Mammeren. |
18.
Undt dieweile jetz gerührte meyer und bott solchen ackerschatz
indreiben, uffnehmen undt forther uberliebern, auch sie die scheffen
undt gerichte (wie obengemelt) denselbigen besichtigen müssen, so
gebühre ihnen für ihr recht acht beyer, undt mögen auch der meyer,
bott undt ein jeglicher scheffen in zeitt des ackers vier schwein
intreiben. |
|
Als Entgelt für die Besichtigung des Ackerschatzes und die
Eintreibung der Gebühren, erhalten der Meier, der Bote und die
Schöffen vorab 8 Beyer für sich. Wenn sie auf Merscher Vogteien
sitzen, sind sie von der Ackerschatzgebühr frei. |
|
22.
Und erkennen auch obgem. scheffen und gericht, dasz der voegther
den ackerschatze und voegtdie von eim erw. h. apt sandt Maximins zu
lehen hab, darumh soll er eim erw. h. apt, als grundthern, den
leutten und gehöbem im jargedinge, wissongen und sonst, so von
noten, allen gwalt abwenden und bie altem herkhommen, ubungh und
gewoinheit hanthaben. |
19. It. dasz der vogtherr oballegirten ackerschatz sambt den
vogteyen von ihren ehrw. undt gn. undt dero gotteshaus st. Maximin
zu lehn empfangen undt verpflichtet seye, wie auch diesselbige ihr
ehrw. undt gn., als der grondher, die gehöber undt arme leuthe der
jargeding bey gutter zeitt verständigen, vor allem gewalt helffen
beschützen undt schirmen, auch bey altem herkommen, ubung undt
gewohnheiten handthaben sollen. |
|
Erkennen die Schöffen, dass der Ackerschatz dem Vogtherrn nur
zusteht, weil er vom Abt von St. Maximin damit belehnt wurde. Als
Gegenleistung ist er verpflichtet die Grundherrschaft, wie auch die
Untertanen gegen fremde Gewalt zu schützen, und bei den Jahrgedingen
die Ordnung aufrecht zu erhalten. |
|
23.
Wiesen auch obgem. scheffen, dasz das doetholtz umb
Jockelsbusche den voegthern zugehört zu verkauffen iren meyeren,
vermitz dem recht, dasz ermelten voegthern sollen dem grundthern,
den gerichten und armen leutten vor gewalt biestandt thun und bie
altem herkhommen und ubungh behalten. |
20.
It. dasz das thotholtz umb Juckelsbusch, was dessen bahn
begreifft, undt nicht darbeneben, den vogtherren zugehöre, ihren
meyeren zu verkauffen, undt dasz vermitzt dem dieselbigen vogtherrn
verpflichtet und verbunden sein ihre ehrw. undt gn., als
grondtherrn, sie, die gerichte, undt arme leuthe für gewalt
beystandt zu thun undt darbeneben bey altem gebrauch undt
herkommen handthaben. |
|
Der Vogtherr hat das Recht Totholz im Juckelsbusch zu verkaufen. Als
Gegenleistung muss er den Grundherrn, das Gericht und die Untertanen
(hier arme Leute genannt) schützen. |
|
24.
Sollen auch obgem. voegthern dem potten des grundthern, damit er den
wald heudt und ein uffsehens habe, ein malder rocken korns
geben. |
21.
Es sollen auch vorgerührte vogtherren des grondtherren botten,
damit er den Juckelsbüsch wohl hüte undt darinnen gutt uffsehens
habe, ein malter korns auszer ihren renthen liebem lassen, gleichwie
dan obg. Neuwen Peters Johan undt Streffen Johan, beyde scheffen,
bey ihren eyden affirmirt, ihnen wohl bewuszt seye, dasz solch
malter korns eines grondtherm botten, obg. ursachen wegen, durch des
vogtherrn officianten (so langh ihnen beiden scheffen geduncke)
jahrlich unweigerlich geliebert worden seye. |
|
Der Bote des Abtes hatte den Wald zu hüten und dafür musste der
Vogtherr demselben jährlich ein Malter Roggenkorn liefern.
|
|
25.
Vernner erkennen angemaste scheffen, das was durch das gantze
jar in demselbigen buesche gehauwen und gepfandt wurde, geben die
gehöber von M. vom stuck drie beier und die uswendighe von dem stuck
von eichgen und buechen sexze beier, und von dem kleinen geholtze
von dem foeder dasselbigh recht. Und wan sie ungepfant uswenigh den
buesche khommen, so seint sie entgangen und frie. |
22.
It. dasz alles dasjenigh, so durch das gantze jahr in
demselbigen busch gehauwen undt gepfendet wirdt, seyen die gehöber
zu M., wie auch die auswendige meyer undt die gerichte daselbst zu
M. von jedem stock zu geben schuldig zwölff grosz, welche, demnach
die verbrecher oder gepfendte forther dem grondtherrn oder seinen
bevelchleuthen zuweisen, umb von wegen der bouszen undt verdienter
straffen mitt demselhigen sich zu vergleichen. undt sie auch
sonsten, nebent dem freittagh, ohne vorwissen des grondtmeyers in
demselbigen Juckelsbüsch zu führen undt zu hauwen niemandt erlaubt.
|
|
Bei Forstfrevel wurde das Holz zu Gunsten des Abtes beschlagnahmt.
Die außerdem verwirkte Geldstrafe gehörte dem Vogtherrn.
Mamer Einwohner müssen vom Stock (der unrechtmäßig gehauenen Bäume)
drei Beyer, auswärtige aber sechs Beyer zahlen. Dieselbe Strafe ist
für jede Fuhre Unterholz und Reiser zu entrichten. Gelingt es den
Frevlern ungepfändet aus dem Walde zu entkommen, so sind sie frei. |
|
26.
Und erkennen auch angemaste scheffen und gericht vermitz iren
[eiden] und pflichten, dasz wer begriffen und gericht wird uff dem
frietagh, die pfende gehören zu sendt Maximyn dem grundthern, und
das ubertheil dem voegthern. |
23.
It. dasz derjenigh, so uff dem hieoben ahngezogenen freyttagh oder
sonsten in obg. Jockelsbüsch uff der that ergriffen undt gerougt
wirdt, dasz die ihme abgenommen pfendt ohne allen mittel ihm ehrw.
undt gn. von wegen dero gotteshaus st. Maximin gehörigh undt
zuständig seyen. |
|
Am Freitag im Juckelsbusch gehauenes Holz wird zu Gunsten des Herrn
Abts beschlagnahmt. Die außerdem verwirklichte Geldstrafe gehört dem
Vogtherrn. |
|
27.
Wiesen und erkennen auch die vorgem. scheffen das etlichen
vocgtdien zu Kellen gelegen, die daruff woeunent, haben macht holtz
zu rauffen in Jockelsbuesche, vermits dasz ein iglicher schuldigh
und pflichtigh ist zu winnachten sandt Maximins potten zu geben ein
hausbacken brodt und [dem meyer] ein beier, und sollent sonder
cromen und axsze raffen faeren. Nimpt der bot das broet und der
meyer den beier, und abe die raffer hauwen worden, so soll man sie
glich andren pfenden, und so sie uberheben, magh man der schlagen
nachgan zu Kellen in das feuer, darvor pfenden und nach scheffen
wystumb abdraegh zu thun. |
24.
Weisen undt erkennen auch vorg. scheffen undt gerichtsleuthe
noch ferner, demnach etlliche vogtheyen im dorff Kehlen undt Nospelt
gelegen, deren besitzeren die macht haben in viellgenanntem
Jockelshüsch holtz zu rauffen undt uff zu heben, aber weder mit der
krommen oder achszen zu hauwen, dasz dieselbige undt ein jeglicher
ihrer besonder dargegen schuldig seie zu den weynacht heiligen tagen
des grondtherm botten zu geben ein hausgebacken brodt undt ein
beyeren, welches brodt dem botten undt der beyer dem meyer für ihrer
beider recht gebühren undt zustehen, do aber der rauffer hauwen
wurden, dasz man sie gleich anderen pfenden, da sie aber uherhawen,
dasz man den schlägen nachgehen möge his zu obgen. dörffer Kehlen
und Nospelt, ihnen ihre feuwr in den häusern darfür pfenden, bis
undt dahien sie nach erkentnus scheffenweisthumbs des zugefügten
schadens halber kehrung undt abtrag haben. |
|
Einige zu Kehlen sesshafte Leute haben das Recht im Juckelsbusch
Holz zu raffen, jedoch ohne Axt und
Hippe. Dafür müssen
sie Weihnachten dem maximinischen Boten ein hausbacken Brot (im
Gegensatz zeu einem im Bannofen gebackenes Brot), und dem
Meier einen Beyer geben. Hauen diese Leute Holz, so sind sie zu
pfänden. Gelingt es ihnen zu entkommen, so soll der Bote ihnen nach
Kehlen folgen und dort die Strafe erheben. Weigern sie sich zu
zahlen, so wird ihnen das Feuer gepfändet.
Das Herdfeuer, wurde als das Zeichen für den Hausstand schlechthin
verstanden. Wer "mit Feuer und Rauch" im Ort ansässig war, galt als
vollwertiger Gemeindegenosse. Das Anzünden des Herdfeuers
begründete, das Löschen beendete die Rechte des Hausherren. |
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28.
Und erkennen und wisen obgem. scheffen dem voegthern in demo
Juckelsbuesche den ackerschatz, und aber dem grundthern wipell uud
stronck, durre, gruene, grundt und boden, und niemants anders als
obgemelt. |
25.
It. dasz dem vogtherrn in obgen. Jockelsbüsch der ackerschatz,
undt aber ihrer ehrw. undt gn., als grondtherrn, wippfel undt
gestrunck, grün undt dhörre, grondt undt boden aygenthumblicher
weys undt niemandt anders zusthehe undt gebühre. |
|
Erkennen die Schöffen, dass dem Vogtherrn der Ackerschatz gehört,
dem Abt als Grundherrn aber der Boden und alles Holz, d. h. der
ganze Wald: "Wippel und Stronk, dürre und grüne".
|
|
29.
Erkennen und wiesen auch obgem. scheffen, so die hoeffsmanne und
leutte zu M. durch vilheit und uberfluis gemeinen ackers den acker
in dem Jockelsbuesche verschmehetten und den dar ine lieszen ligen,
oder sie nit schwein dar ine zu eckern hetten, so soll des apts und
grundthern meyer solichen ackerschatz vermoge scheffen wystomps und
erkentenus von den armen leuten heben und nemen, den sein sie zu
bezallen schuldigh und dem voigthern, wie obgem., liberen und
handtreichen. Dargegen sollen auch obgem. voegthern den ackerschatz
nemants anders verkauffen noch zustellen, und soll man vollen acker,
sol man geben von eim schwein nach scheffen wistomp und erkentnus,
als obgemelt ist. |
26.
Undt obgleich vorfiele, dasz die gehöber undt inwohner zu M.
durch vielheit undt uberllusz des ackers in Jockelsbüsch denselbigen
verschmeheten undt liegen lieszen, oder dasz sie kein schwein darin
zu treiben oder zu eckem hetten, dasz doweniger nit ihrer ehrw.
undt gn. grondtmeyer desso orts gewalt undt macht habe solchen
ackerschatz vermög scheffenweistumb undt erkenntnus von den armen
leuthen (gleich wie sie desso genossen hetten) zu heben undt zu
empfangen undt vorther den vogtherrn, wie obg., lieberen undt
handtreichen, dasz auch dagegen die vogtherren solchen ackerschatz
niemandt anders verkauffen noch zustellen, undt do man vollen acker
hette, soll man geben von einem jeglichen schwein, nach
scheffenweisthumb undt erkenntnus, in maszen nieoben gemeldt ist. |
|
Ist in den Gemeindewäldern der Acker so im Überfluss, dass die
Gemeinen den Acker im Juckelsbusch verschmähen, und keine Schweine
zur Ackermast in den Juckelsbusch treiben, so soll des Grundherrn
Meier dennoch die Gebühr für den Ackerschatz von den Vogteien
erheben und dem Vogtherrn abliefern. Hingegen darf der Ackerschatz
im Juckelsbusch niemand anders als den Mamer Vogteien verkauft
werden. |
|
30.
Weisen obgem. scheffen und gericht die grundthoeszen zwoe
theille dem grundthern und das dritttheill den scheffen und
gerichten zu M. zu. |
27.
Was aber alle verfallen grondtbouszen anlangen thutt, erkennen
undt weisen sie, die scheffen undt gericht, ihrer ehrw. undt gn.,
als grondtherrn, ahn derselbiger die zwo theillen undt der ubrige
drittheil ihnen selbst zu. |
|
Die vom Gericht verhängten Geldbußen gehören zu zwei Dritteln dem
Abt. Ein Drittel gehört den Schöffen. |
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31.
Verner wiesen und erkennen obgem. scheffen und haben das von
iren vorfaren scheffen verstanden, dasz Wilhelms oder Johans wese,
gelegen unden an dem bruell nechst an dem stege, zu dem obgem.
bruell nit gehörigh sie. Damit geschege meim hern zu sandt Maximyn,
als grundhern, unrecht. Lassen dasz ermelten hern apt verthedingen
und usfechten. |
28.
Auch weisen undt erkennen obg. scheffen undt gerichtsleuthe, gleich
wie sie dan von ihren vorfahren scheffen erlernet undt gewiesen
worden, dasz Wilhelms undt Schon Mamers wiesz unden an dem brüll,
necht bey dem sregh gelegen, ohne allen mittel ihrer ehrw. undt gn.,
als grondtherrn eygenthumblicher weis zusthehe undt gebühre, welche
auch solche wiesenplatz ohne zweiffel wohl werden wissen zu
verfechten undt verthätigen. |
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Der Abt behauptet, die Wiesen Wilhelms und Johanns (Mellerjans und
Jans), "gelegen unden an dem Brüll" gehörten zum Brüll. Die
Schöffen erklären, von ihren Vorfahren das Gegenteil erlernt zu
haben. Sie überlassen es dem Abt, seine Ansprüche zu verfechten
(1583: Die Schöffen erklären nun, die Wiesen Wilhelm und Schonau,
bei dem Steg unten im Brüll gelegen, gehörten ohne Zweifel dem Abt,
der sein Recht wohl zu verteidigen wisse). |
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32.
Und dasz auch glichen fals das Betgesserich im Willer nit zu des
hern apts grundthern bruelle gehörigh und dienstbarlich ist, damit
gescheget dem grundthern unrecht. |
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Auch das "Bettgesserich im Willer", gehört, nach Meinung der
Schöffen, nicht zum Brüll. Der Abt erklärt, dadurch geschehe ihm
Unrecht. |
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33.
Wiesen auch obgem. scheffen so und wanehe die achten gewonnen
werden von dem hern, soll der bode die seille schneiden und in die
achten leigen und vor seinen loen die letzte garbe nemen und haben. |
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Wenn auf den Uechten geerntet wird, muss der Bote die Seile
anfertigen und legen. Dafür erhält er als Lohn die letzte Garbe.
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Also geschehen uff jahr, monath, tagh undt stundt, wie oben, in
beysein benanter zeugen. Dr. Husman, herr Johann Falck, pastor zu
Mameren, Reihnardt uff dem sande zu Kellen, Schmits Peter von
Donlingen, beyde hochgerichtsscheffen der landtmeyerey Kehlen.
|
Ein,
in der Geschichte der Herrschaft und Pfarrei Mersch von Majerus und Grob
veröffentlichtes Schöffenweistum aus dem Jahre 1612 handelt von den Rechten der
Herren von Mersch als Schutzvögte und Hochgerichtsherren des Hofes Mamer
[Majerus,
1980, S. 303 ff.].
---> Text lesen
Es
lautet:
Uff
heud den ersten Octobris 1612 Haben Meyer und Gericht des Hobs Mamerzu wissen
Heinrich von beggen zur Zeitt Meyer, Euren Wilhelm, Scheldtges Velten, Schmidts
Johan, Pellen theiβ, Mippersch Wilhelm und Claiβ uff der Cappellen samentliche
scheffen dem hern von Mersche, ahn Recht und Gerechtigkeitt, Renth und gulden,
etc. in dem hoff und dorf Mammern Erkandt wie folgt,
Heute, den 1. Oktober 1612, haben Meier und Gericht des Hofes Mamer, nämlich:
Heinrich von Beggen, Meier, Uressen Wilhelm, Scheltges Valentin, Schmitz Johann,
Pellen Mathias, Neppesch Wilhelm und Claus auf der Capell, sämmtlich Schöffen,
dem Herrn von Mersch an Renten und Gerechtigkeit, an Recht und Gulden zuerkannt
wie folgt:
Erstlich Erkennen sie Meyer und scheffen die hern zu Mersche, vor iren
ungeweiffelten Hochgerichtshern, so uber halβ und bauch etc daselbs zu Richten
haben.
Als
erstes erkennen die Meier und Schöffen die Herren von Mersch als die
unangezweifelten
Hochgerichtsherren des Dorfes Mamer über Hals- und Bauchbelange
(Leibestrafen bis hin zumTodesurteil).

Das Hochgericht, Abb. aus der
Constitutio Criminalis Carolina
Ausgenommen f … haupricht, des hern Johannes hauβ und Steffen Johanneshauβ, so
dem apt vo Münster gehörig.
Nicht dem Herrn von Mersch unterworfen sind das Haus des Pfarrers Johann
Falk, und die Leibeigenen der Abtei Münster: Petges, Mellis Johann und
Steffen Johann.
Folgen der hern von Mersche Leibeigene und Hochgerichtsunterthanen zu Mammern.
Clements oder Meyer Heinrich, Michel in d. Schmidten, Veltz huprecht, Peters
Steffen, Crausen Steffen, Pellen Theiβ, Ottemer Johann, Peiffer Jonas,
Scheldtges Velten, Sondags Bernard, Engeln Steffen, Heinverdts johan,
Schuemachers johan, Kemppen Peter, Schneider Joste Johan, Euren Wilhelm, Schiltz
Peter, Schmidts johan, Simondts Dietgen, Weiβ Michell und Marx hauβ.
Folgende sind Leibeigene des Herrn von Mersch zu Mamer:
Clemens Heinrich, Meier
Michel in der Schmiede
Veltz Huprecht
Steffen Peter
Crausen Stephan
Pellen Mathias
Attemer Johann
Peiffer Jonas
Scheltges Valentin
Sonntags Bernard
Engel Stephan
Ewerts Johann
Schumacher Johann
Kempen Peter
Schneider Josten Johann
Uressen Wilhelm
Schiltz Peter
Schmitz Johann
Simon Theodor
Weiss Michel
Marx Hans.
Eigenleute uff d. Capellen.
Medersten Johann, Meyer Bernhardt, Schneider Johan.
Leibeigene Von der Capell:
Niedersten Johann
Meier Burkhardt
Schneider Johann.
Folgen Hochgerichtsunterthanen So nit Leibeigen sein.
Thomas Peter, Effrardts Claus, Steffen heinrich, Kremer hants, Buieffers Peter,
Wacht Michell, Friedrichs Schmidt, Meyer Goederts johan, Wagner Johan, Lhenen
Jonas etc. (34 an der Zahl).
Folgende sind zwar dem Hochgericht Mersch untertan, aber nicht Leibeigene:
Thommes Peter
Eberhards Clas
Steffen Heinrich
Kremer Hans
Buffmers Peter
Wacht Michel
Schmidt Friederich
Goedert Johann
Theisen Johann
Lehnen Jonas.
Es folgt noch eine Anzahl unlesbarer Namen, im ganzen 34 nicht leibeigene
Einwohner.
Der
apt von St. Maxemein, alβ grondher, habe in beisein eines Hern von Mersche oder
deβen beampten, Scheffen zu verwehlen und zu beeidigen.
Der Abt von Sankt Maximin, als Grundherr, hat im Beisein eines der Herren
von Mersch die Schöffen zu wählen und zu vereidigen.
Geben
auch den Wirthen die maβ uber das weinschankrercht, nemlich von 6 ahmen fünff
maβen kome dem hochgerichts hern
Den Herren von Mersch gebührt das Weinschankrecht (Recht zum Ausschank von
Wein an einem bestimmten Ort) und ihm geben die Wirte von 6 Ohmen Wein dem
Hochgerichtsherrn 5 Maße.
welche in verbrouch erfunden werden durch die hern von Mersche aund niemand
anders gestrafft.
Alle Vergehen werden durch die Herren von Mersch und sonst niemand gestraft.
Schaffgeldt.
Es
werden under den schafft leuthen zu herbst und Mey schafft jedesmals zwentzighh
und vier goltgulden zu 28 stüber das Stück uffgehoben, die welche dem hern von
Mersche halb, ubrige dem hern von der Horst geliebert werden …
Zur Herbst- und Maischafft werden von den Schafftleuten 24 Goldgulden zu 28
Stüber das Stück erhoben, die je zur Hälfte den Herren von Mersch und den
Herren von Horst abgeliefert werden.
Neben den Frondiensten mussten die "Schaffleute" noch Abgaben in Form von
Naturalien oder von Geld an den Grundherren zahlen. 2mal jährlich an den
sogenannten "Schafftagen" mussten die Bauern eine Abgabe in Geld, Getreide
und Hühnern entrichten, die sog. Schaffrente. Die Abgabe am 1. Mai (Fest des
hl. Philipp und Jakob) hieß Maischafft, die am 1. Oktober (Remigius) hieß
Herbstschafft.
Item
noch wirdt Doctor Kecken Erben jahrlichs auβ dem herbstschafft Mersche geliebert
3 thr. thun 9 schlechte gulden und hait die itzige witwe Wilhelms vain Malberg
selige hausfrauwe, frauwe zu ham und berg das halbetheil zuvor auβ – demnach
Doctor Kerben Erben – Die hern vain Bertringen VI goltgulden.
Den Erben des Dr. Keck
werden jährlich aus der Herbstschafft Mersch 3 Taler gegeben, oder 9
schlechte Gulden. Davon hat die Witwe Wilhelms von Malberg, Herrin von Hamm
und Berg (an der Mosel), ein Drittel voraus. Demnach Dr. Kecks Erben, die
Herren von Bartringen 6 Gulden.
Item
die obige Witwe vain Mailburgh ein Malter auβ der Mertz haberem.
Die Witwe von Malberg erhält außerdem ein Malter Märzhafer.
Item
der ban offen zu Mammern gibt jus 4 gulden. (Register des Paulus von der Veltz
v. 1572).
Der Backofen, an dessen Benutzung die Bewohner von Mamer gebunden sind, d.h.
dass sie dort backen mussten, ergibt gerade 4 Gulden. Ein "Backgeld" war für
die Benutzung des Backofens an den Herrn von Merschzu bezahlen.
Flener interpretiert diesen Satz folgendermassen: "Für
Weiderecht geben die Mamer Vogteien jährlich vier Goldgulden."
Volgt
wieviell ein Jedweder underthan den hern von Mersche ahn Schafft geldt, frucht
und huenern zu geben schuldif sey.
Erstlich Meyer heinrich gibt ahn Schafft geldt 11 gulden jed zu 10 Stüber, ahn
Weitzen 5½ sester, ahn haber 3 sester und 3 hoener u. s. w.
Vorgeschriebenes Geldt, Weitzen, korn, Haber und hoener theillen hern zu Mersche
mit dem von der Horst zum haben …
Vorbeschriebenes Geld, sowie die Renten an Weizen, Korn, Hafer und Hühner
teilen die Herren von Mersch zum halben mit den Herren von Horst.
Die
Fischerey in der Bach Mammern ist Meyern heinrich dieβ jahrs verlaβen vor einen
halben goltgulden.
Die Fischerei im Mamer Bach ist dieses Jahr dem Meier Heinrich verlassen für
einen halben Gulden.
Der
Beyenfundt sei durch die hern von Mersche in die Bruoderschaft in die Kirch
geben, werde durch die bruoderschaft meister verrechnet.
Der Bienenfund ist von den Herren von Mersch der Kirchenbruderschaft von
Mamer überlassen und wird von dem Bruderschaftsmeister verrechnet.
Es
ist ein Waldt genandt der Junkelsbusche bey Mammern in der herrschft Mersche
gelegen, darin die hern von Mersche Vogt, und der apt zu St. Maximein grundt her
ist. Weill das Wasser oder Bach umb den Junkelsbusche gehendt sowoll alβ andre
denn hochgerichtshern allein zustendig wirdt, denselben auch wahn ein Baum darin
fiell, der Wippell so weith derselbe ins Wasser gehe, allein zugewiesen, aber
dem apt von St. Maximein ein stuck von Sieben schouen an dem Stock so er uff dem
landt lieg, wegen des gronds zugewiesen.
Im Walde Juckelsbusch ist der Herr von Mersch Vogt und der Abt von Sankt
Maximin Grundherr. Da das Wasser, oder die Bäche um den Juckelsbusch dem
Herrn von Mersch allein gehören, so steht ein Baum soweit er im Wasser
liegt, dem Hochgerichtsherrn zu. Liegt er auf dem Lande, so erhält der Abt,
als Grundherr, ein Stück von 7 Fuß am Stocke zugemessen.
In Wirklichkeit aber betrachteten die Herren von Mersch sich als Eigentümer
des Waldes, wie aus mehreren Urkunden hervorgeht. Doch nicht allein die
Vogtherren, auch die Mamer Gemeiner machten Sankt Maximin den Besitz des
Waldes streitig. Nicht zufrieden mit den ihnen gewährten Vergünstigungen der
Ackermast und Holzentnahme, forderten sie freies Schalten und Walten im
Juckelsbusch. Im Jahre 1734 erreichten sie nach mehreren verlorenen
Prozessen ein Urteil des Provinzialrates. nach dem Mamer ein Achtel des
Waides (circa 30 Hektar) erhielt, dafür aber den Waldhüter ganz bezahlen
musste. In den Katastertabletten vom Jahre 1766 fordern die Gemeiner dennoch
statt des Tot- und Weißholzes "ein gutes Buchenholz".
Also
Erkenndt und Gewiesen durch vorgenandte Meyer und Scheffen
N.
Dhame, Nots.
It.
der bann Offen zu Mamer gibt jahr drey Daller 6 Stüber.
Im Anschluß an die Jahrgedinge fand in langjährigen Zwischenräumen der
Umgang des Bannes statt, wobei dessen Grenzen der jüngeren Generation
gewiesen wurden. Beim Einsetzen von Marken wurde den herbeigerufenen Kindern
das Gedächtnis durch eine derbe Ohrfeige gestärkt.
Quellen:
-
Nic Flener-Delcourt, Aus der Geschichte der
Ortschaft Mamer, 960-1960, Luxembourg, 1960, S. 74 ff.
-
Nic Flener, Ein Jahrgeding zu Mamer im Jahre
1583, in: Tageblatt vom 5.2.1943, 8.2.1943 und 9.2.1943.
- Mathias Hardt,
Luxemburger Weisthümer: als Nachlese zu Jacob Grimm's
Weisthümern/gesammelt und eingeleitet von Hardt, Regierungsarchivar in
Luxemburg, Luxemburg, V. Bück, 1870, SS. 474-490.
-
Jean Majerus, Die Geschichte der Pfarrei
und Herrschaft Mersch: ein Beitrag zur vaterländischen Geschichte / aus
dem Nachlasse Majerus; hrsg. von Jakob Grob. Mersch, Fr. Faber, 1980.
-
Nicolas Van Werveke, Kulturgeschichte des Luxemburger Landes,
Esch/Alzette, 1983.
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