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EIN GALLO-RÖMISCHER VICUS BEIM TOSSENBERG (MAMER)
DIE NOTGRABUNG VON 1971 - ABSCHNITT D (Faltplan)


[Gérard Thill, RdC, 1972] ... les travaux de terrassement en vue de la construction de routes ou de quartiers résidentiels ont causé la destruction de bien des vestiges historiques. Citons les exemples de Mamer-"Berg" où les substructions importantes d’une villa ainsi qu’un four de potier ont été bouleversées...

 

[Metzler, 1973] Im Frühjahr 1971 stieß man bei Baggerarbeiten für den Unterbau einer, von der E 9 nach Westen abgehenden Nebenstraße am Nordhang des Hügelrückens "Bierg" auf römische Ueberreste. Die Baugrubenbeobachtung ergab eine Reihe Mauerzüge, Reste eines Töpferofens und eine, wahrscheinlich in hölzernen Leitungen gefaßte Quelle (vgl. Taf. 2 - D und Faltplan).



Tafel 2
 


Mamer - Plan der Notgrabungen von 1971-1973
Faltplan
Plan der Notgrabungen von 1971-1973

 

Die Mauerspuren, die nur mehr im Fundament erhalten waren, lagen fast rechtwinklig zur Römerstraße, deren Verlauf am Osthang von "Bierg" noch in einem Feldweg zu erkennen ist.

 



Plan d'ensemble su secteur détruit

Teile von mehreren kleinen Räumen, sowie eine zwei­periodische Hypokaustanlage konnten untersucht und gezeichnet werden. Die erhaltenen Baureste reichten jedoch nicht aus, um als typische Langbauten eines Vicus gedeutet zu werden, besonders da man, in Anlehnung an die Funde des 19. Jahrhunderts die Siedlung weiter südlich vermutete.

In der Verlängerung der im Bau befindlichen Straße hatten die Bagger auf 85 m Entfernung von der Römerstraße einen römischen Töpferofen zerstört. Durch vorsichtiges Abschaben der Bodenfläche konnten noch letzte Reste eines runden Heizraumes von etwa einem Meter Durchmesser ermittelt werden. Die Wände bestanden aus verziegeltem Lehm, dem als Magerung Bruchstücke von Fehlbränden beigegeben waren.

 



Détail de la pièce hypocaustée

 

Aus diesen Scherben zu schließen, wurden hier kleine Krüge mit gerilltem Trichterrand (Form etwa Filtzinger Taf. 20, 9-12) [13 Philipp Filtzinger; Novaesium V, Die römische Keramik aus dem Militärbereich von Novaesium. (etwa 25-50 n. Chr.) in: Limesforschungen 11, Berlin 1972.], sowie Schrägrandtöpfe aus Terra-Belgica (Form Hofheim 125-126) [14 Emil Ritterling; Das frührömische Lager bei Hofheim i. T., Wiesbaden 1912] und kleine Näpfe mit Bandrand (Form etwa Hofheim 129) hergestellt. Die Fehlbrände datieren diesen Töpferofen um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus.

[Gérard Thill, RdC, 1973] Inscription fragmentaire sur calcaire de l’époque gallo-romaine de Mamer-«Berg» (h. 52cm ; 14 lettres disposées sur 4 lignes, restent plus ou moins déchiffrables :

1.N( ?) V( ?)
2.ARATI ( ?)
3.I( ?) ATROR
4.S ( ?)

Inscription fragmentaire sur calcaire de l’époque gallo-romaine de Mamer-«Berg»

Inscription fragmentaire sur calcaire de l’époque gallo-romaine de Mamer-«Berg»

Diese Inschrift wird von [Wilhelm, 1974 Nummer 502 S, 79] folgendermassen beschrieben:

Fragment d'une inscription

R A T

I A T R O P(?)

          C

Hauteur 51 cm
Largeur 36 cm
Hauteur des lettres: 6,5-7 cm

Provenance: Commune de Mamer, lieu-dit "Bierg", 1972.
Musée 1972, No d'inv. 3401.

Réf. PSH 88, 1974, p- 291 & 297 (RC) fig. 1

Die Wiedergabe der Inschrift bei Wilhelm weicht beträchtlich von der bei Thill ab. Nach einer schriftlichen Mitteilung von Dr. Jean Krier, Konservator im "Musée National  d'Histoire et d'Art" vom 25.02.2009.  ist die Inschrift auf dem Fragment zu verwaschen um eine eindeutige Lesung vorzuschlagen.

Nach J. Krier ist es nicht sicher, dass die Zeichnung des Steins die Buchstaben richtig wiedergibt. Am ehesten bildet das Fragment seiner Auffassung nach die untere rechte Ecke einer Grabinschrift wo das C für [F(aciendum)] C(uravit) steht (hat der Erbe, die Erbin, .... errichten lassen).

Das Steinfragment wurde nicht im Jahre 1973, sondern im Frühjahr 1971 aufgefunden (Wilhelm: 1972).

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