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EIN GALLO-RÖMISCHER VICUS BEIM TOSSENBERG (MAMER)
DIE FUNDE

von Jeannot Metzler, in Hémecht, 1973/4. SS. 485-501


 

DIE KLEINFUNDE

 

Grabungsschnitte A und B

 

Tafel 11

BRONZE


1. Bogenscharnierfibel mit längsgeripptem Bügel und Schlußknopf; der Nadelhalter ist durchlocht; etwa Van Buchem Taf. XI, 26
[27 H. van Buchern, De Fibulae van Nijmegen: Bounesteenen voor een Geschiedenis van Nijmegen III, 1941.]; Thill 164 [28 G. Thill, Fibeln vom Titelberg aus den Beständen des Luxemburger Museums, in: Trierer Zeitschrift 32, 1969, S. 133.].
Aus Grabungsschnitt B, Oberflächenschutt 1.


2. Bogenscharnierfibeifragment mit längsgeripptem Bügel, abgesetztem glatten Bügelfuß und Schlußknopf (AucissafibeI); das Scharnier und die Nadel fehlen, van Buchem Taf. IX, Böhme 18
[29 Astrid Böhme; Die Fibeln der Kastelle Saalburg und Zugmantel, in: Saalburg Jahrbuch XXIX, 1972.], Lerat 138, 143 etc. [30 Lerat: Les fibules gallo-romaines. Catalogue des collections archéologiques de Besançon, in: Annales litt. de I'Université de Besançon, 1956.], Thill 115-­129.
Aus Grabungsschnitt B, Siedlungsschicht 13.


3. Bogenscharnierfibel mit im Schnitt dreikantigem Bügelprofil, mit Fischgrätrnuster und Bügelknopf, die Nadel fehlt; etwa Lerat 198-199.
Aus Schnitt B, Siedlungsschicht 13.


4. Bogenscharnierfibel mit querprofiliertem Bügel; die Nadel fehlt. Lerat 243-246:
Aus Grabungsschnitt B, Siedlungsschicht 13.


5. Einfache Bogenscharnierfibel, die Nadel fehlt.
Aus Grabungsschnitt B, im Straßenschotter.


6. Bogenscharnierfibel mit bandartigem Bügel, die Nadel fehlt.
Aus Grabungsfläche A, Baggerschutt.


7. Tierfibeln in Form einer Taube. In den angelegten Flügeln befinden sich Emailfelder mit rötlichen Einlagen. Die Nadel fehlt; vgI. Lerat 307.
Aus Grabungsschnitt B, im Straßenschotter.


8.-9. Kreuzförmige Scharnierfibeln mit rhombischen Emailfeldern auf der Mittelscheibe. In beiden Fällen fehlen die Nadeln.
Aus Grabungsschnitt B, Sied­lungsschicht 13.


10. Schanierfibel mit rechteckiger, getreppter Mittelscheibe und erhabenem runden Mittelteil. Je drei blattförmige Emailfelder entwachsen der Mittelscheibe. Hellgrüne Emaileinlage im Mittelblatt. dunkelgrüne in den Seitenblättern. Die kleinen Emaileinlagen des Mittelteils sind abwechselnd hell­grün, himmelblau und rot. Der Nadelhalter ist durchlocht.
Aus Abschnitt A, Baggerschutt.


11. Scharnierfibel mit runder Mittelscheibe und konzentrischen Emailfeldern mit abwechselnd roten und weißen Einlagen. Tierkopffuß mit durchlochtem Nadelhalter. Die Nadel fehlt. Ewa Thill 188.
Aus Grabungsschnitt D.


12. Scharnierplatte mit grasgrünen und roten Emaileinlagen.
Aus Grabungsschnitt B, Siedlungsschicht 13.

13.-17. Beschläge für Lederriemen


13. - Aus Grabungsschnitt B, Schicht 13.


14. - Aus Grabungsabschnitt A, Baggerschutt.



15., 16. - Aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 5.


17. - Aus Grabungsabschnitt A, Baggerschutt.

18.-19. Glöckchen


18. - Aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 6.


19. - Aus Grabungsabschnitt A, Baggerschutt.


20. Griff einer Bronzekasserole mit Fabrikstempel MB VITALIS und CARA­TVSV. Willers, S. 76
[31 H. WiIlers; Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie von Capua und von Nieder­germanien, Hannover u. Leipzig 1907]; Willers erwähnt einen Stempel CARATVSV aus Aszar in Ungarn (S. 90, N. 163 und CIL III, 12031,11). Italischer Import vgl. Eggers, Import 140 [32 H.J. Eggers; Der römische Import im freien Germanien in: Atlas der Urgeschichte, Bd, 1, Hamburg 1951]; Eggers Britannien' Abb. 9, 13, S. 118 [33 H.J. Eggers; Römische Bronzegefäße in Britannien, in: Jb. R.G.Z.M. 13, 1966]; Abb. 16 i. S. 193, etc.
Aus Grabungsschnitt A, Baggerschutt.



21. Bronzearm einer römischen Schnellwaage (auf der Zeichnung wurde versucht die Waage zu ergänzen).

Auf dem, im Schnitt, quadratischen Bronzearm sind zwei verschiedene Skalen eingraviert [34 O. Paret ; Von römischen Schnellwagen und Gewichten in Saalburg, Jb. IX, Frankfurt 1939, S. 73 ff, Taf. 26. - C.I.L. 13, II Staterae S. 744, Berlin 1906. - S. Frere; The Roman theatre at Canterbury, in Britannia I, 1970, Abb. S. 113. - Publications de la Section Historique 7, Luxemburg 1851, Taf. X - Fundort Dalheim].
Skala a bot die Möglichkeit Waren von 0 bis 7,5 römische Pfund zu wiegen. Jeder senkrechte Strich bedeutet ein römisches Pfund, libra oder As=327,45 g. Ein Pfund ist durch eingestanzte Punkte in sechs geteilt, wovon jeder Punkt einen sextans darstellt. Zwei übereinanderliegende Punkte, die ein Pfund halbieren, geben einen Semis an. Skala b erlaubt Maße von 5 bis 14 Pfund. Die Feineinteilung ist hier in quadrans und semis.

Skala a: 0-7,5 Pfund (libra, as)
1 libra = 2 sernites = 6 sextantes = 12 unciae = 327,45 g
1/2 libra = 1 semis = 3 sextantes = 6 unciae = 163,73 g
1/6 libra = 1/3 semis = 1 sextans = 2 unciae = 54,58 g

Skala b: 5..,14 Pfund
1 libra = 2 semites = 4 quadrantes = 12 unciae = 327,45 g
1/2 libra = 1 semis = 2 quadrantes = 6 unciae = 163,73 g
1/4 libra = 1/2 semis = 1 quadrans = 3 unciae = 81,86 g

Aus Grabungsschnitt B, Oberflächenschutt 1.


22. Bauchiger Topf mit Schrägrand aus gehämmertem Bronzeblech; D. 17,5 cm. Aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 13.


BEIN


23.-25. Haarnadeln aus Bein
23., 24. - aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 7.
25. - aus Zisterne 2.


GLAS


26. Gerippte Perle aus dunkelgrünem Glas.
Aus Grabungsabschnitt A, Baggerschutt.


28. Einfache Perle aus grasgrünem Glas.
Aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 5.


BERNSTEIN
 


27. Flache Perle aus Bernstein.
Aus Grabungsabschnitt A, Zisterne 5.

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