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DIE MÜNZFUNDE AUS DEM GALLO-RÖMISCHEN VICUS
BEIM TOSSENBERG (MAMER)

von Raymond WEILLER, in Hémecht, 1973/4. SS. 485-501


Die Grabungsabschnitte A, B, C, D, I lieferten insgesamt 257 Münzen, d. h. einen Schatzfund von 41 Stück und 216 Einzelfunde. Bereits veröffentlichtes Material wird hier nicht berücksichtigt; siehe dazu: (Mamer) FMRL 224= A, 225, 226= E, 227; (Bertrange) FMRL 30= G, 31, 32= P, 33; (Strassen) FMRL 336, 337.
Unter Grabungsabschnitt A sind auch alle Oberflächenfunde der Siedlung aufgenommen.
Grabungsabschnitt E wird später veröffentlicht.

 
 

Tafel 13 Tafel 14

Zeitliche Verteilung der Einzelfunde:

 

A

B

C

D

I

Total:

I. Jh. v. Chr.

1

2?

1


 


 

4(2?)

I. Jh. n. Chr.

5

1

1


 

1

8

II. Jh.

7+1


 

2


 

2

12

III. Jh

31+71


 

0+2

1+1


 

106

IV. Jh

69+7

1


 

9


 

86

Total:

192

4

6

11

3

216

Diese Datierungen stimmen mit dem restlichen Grabungsbefund überein (siehe Aufsatz Metzler).

Außerdem lieferte A einen Münzschatzfund aus dem späten dritten Jahrhundert, bestehend aus einem offiziellen Antoninian Valerians II. und 40 stempelgleichen, geprägten Fälschungen des Antoninians des Gallienus, ELMER 55 (siehe Katalog). Dieselben wurden zusammenoxydiert an der Wand der Zisterne 4 in 2 m Tiefe geborgen.

Bemerkenswerter Weise lieferte die angrenzende Zisterne 2 einige Schmiedewerkzeuge (Amboß, Zangen), was zur Frage verleitet, ob dieselben wohl zur Herstellung der Fälschungen gedient haben mögen? Stempel fanden sich allerdings keine. Sicher jedoch sind besagte Fälschungen im vicus entstanden.

Der Antoninian Valerians II. und der Antoninian des Gallienus, der als Vorlage zu den Fälschungen gedient hat, datieren beide aus den Jahren 257-258. Mithin werden die Fälschungen noch vor 260 entstanden sein, d. h. kurz vor der Verschlechterung des Antoninians am Beginn der Alleinherrschaft des Gallienus (260-268).

Vom Antoninian Valerians II. und von einer Fälschung besorgte uns Prof. H. Heyart, Conservator des Naturwissenschaftlichen Museums, Luxemburg, Röntgenspektralanalysen, die folgende Werte ergaben:

1)Antoninian Valerians II. (offizielle Prägung)

Beobachtete Linien: Silber sehr stark
Kupfer: sehr stark
Zinn: schwach
Blei: schwach
Gold: sehr schwach

Vorwiegende Elemente: Silber und Kupfer.

2)Antoninian des Gallienus (Fälschung)

Beobachtete Linien: Kupfer sehr stark
Zinn: mittelstark
Blei: schwach
Vorwiegendes Element: Kupfer.

Die Rückseite des Antoninians Valerians II. ist glatt abgefeilt; der so gewonnene Silberstaub diente jedenfalls nicht zur Versilberung der Fälschungen, denn, wie das Resultat der Analyse zeigt, wurde ein ähnliches Aussehen hauptsächlich durch den Zusatz von Zinn angestrebt. Der so erzeugte Glanz ist auf einigen Stücken noch feststellbar.

Die Nummern A 24, (40?) und 144 aus der schwarzen Zerstörungsschicht bieten einen weiteren Beweis für die Verwüstung unserer Gegend durch die Franken in den Jahren 275-276.

Den zahlreichen Personen, deren freundliches Mitwirken den nachfolgenden Kata­log materiell ermöglichte, sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt.

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