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ÖFFENTLICHE BÄDERANLAGE UND SPÄTANTIKE BAURESTE IM
GALLO-RÖMISCHEN VICUS VON MAMER
von Jeannot METZLER und Johny ZIMMER
in Hémecht 1975/27, pp. 429-475.
Beim Ausbau der Europastraße E9,
am westlichen Ausgang der Ortschaft Mamer, mußte der Grabungsdienst des
Staatsmuseums im Jahre 1972 unter sehr schwierigen Bedingungen Notgrabungen
durchführen. Diese Ausgrabungen haben ergeben, daß sich auf der Flur "Bierg",
zu beiden Seiten der römischen Fernstraße Reims-Trier eine ausgedehnte
galle-römische Straßensiedlung erstreckte (Abb. 1). Zwei größere Gräberfelder
begrenzten den Vicus im Norden und im Süden. Während der Untersuchungen wurden
zwei Nebenstraßen der Siedlung angeschnitten, welche im rechten Winkel von der
Fernstraße abgingen. Die Innenbauten erwiesen sich als langrechteckige
Privatparzellen, die mit einer Schmalseite an die Straßen anstießen. Mehrere
Handwerksberufe, wie Töpferei, Schreinerei und Schmiedekunst sind im Vicus
durch Funde belegt worden. Für weitere Einzelheiten und für eine topographische
Beschreibung sei hier auf den
Grabungsbericht in Hémecht 4, 1973, 485 ff hingewiesen

Abb. 1 - Geologische Karte der Umgebung des Vicus von Mamer. a = quartäre
Ablagerungen, d2, d2x = Jungtertiäre Ablagerungen, Im1 = Kalkschichten, li4 =
Mergelschichten, li3 = Mergel- und Kalkschichten, li2 = Luxemburger Sandstein.

A. Die Grabungen von 1974-75
Die Ausgrabungen wurden unter Aufsicht von Georges Hess vom Grabungsdienst des
Staatsmuseums, mit durchschnittlich 5 Arbeitern durchgeführt. Den freiwilligen
Helfern, besonders P. Jost und E. Leithem, sowie einer Schülergruppe des Lycée
Michel-Rodange gebührt unser aufrichtiger Dank. Weiter sei Herrn V. Maas und
seinen Schülern für die Ausarbeitung des Planes Nr. 2 herzlich gedankt. Die
Fotos des vorliegenden Berichtes sind von A. Biwer und G. Hess, die Zeichnungen
(außer Abb. 2) von J. Zimmer, P. Probst und J. Metzler. Das Modell auf Abb. 41
wurde von P. Probst hergestellt.
Der Nord-Osthang der Flur "Bierg" , auf
welchem der bedeutendste Teil der römischen Siedlung liegt, fällt ziemlich steil
zur Mamer hin ab. Am gegenüberliegenden Gleithang hat sich durch quartäre
Ablagerungen eine 20-30 m breite Niederterrasse gebildet.
Im Laufe des Jahres 1973 wurde auf dieser, am Nord-Ostrand des gallo-römischen
Vicus gelegenen Flur "Woosen", der Humus für den Bau eines Abwasserkanals
abgeschoben. Da sofort massiver römischer Bauschutt zu
Tage kam, wurde eine Notgrabung in die Wege geleitet, welche, dank der
Zuvorkommenheit der Gemeindeverwaltung von Mamer und der zuständigen
Ministerien, in den Jahren 1974-75 fortgesetzt und beendet werden konnte.
Der verhältnismäßig gute Erhaltungszustand der aufgedeckten Baureste bewirkte,
daß der Verlauf des geplanten Abwasserkanals verlegt wurde und die Anlage als
archäologisches Bodendenkmal für die Öffentlichkeit erhalten wird.
Die Grabung erstreckte sich auf eine Fläche von 1200 qm und deckte Bauten
verschiedener Funktion und Zeitstellung auf.

Abb. 30 – Übersichtsaufnahme der Grabung
von Mamer
(im Vordergrund ein moderner, überdeckter Abwasserkanal).

Luftaufnahme der restaurierten Thermenanlage (Photo: Jos
Thiel, Juli 1980)
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