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ÖFFENTLICHE BÄDERANLAGE UND SPÄTANTIKE BAURESTE IM GALLO-RÖMISCHEN VICUS VON MAMER

 

von Jeannot METZLER und Johny ZIMMER
in Hémecht 1975/27, pp. 429-475.

 

 

 

A. 9. Periode III -
Das Ende des III. und der Anfang des IV. Jahrhunderts

(Abb. 17)

 



Die Germaneneinfälle von 275/76 brachten das Ende des römischen Bades und wahrscheinlich die Zerstörung des ganzen Vicus von Mamer. Stellenweise zeugt eine dicke Brandschicht von dieser Katastrophe.


Gleich nach den Wirren dieser Zeit richtete sich eine Gruppe von Vicusbewohnern die am wenigsten zerstörten Räume des alten öffentlichen Bades provisorisch als Wohnung wieder her.

 

Der nach Norden vorspringende Raum 11 der letzten beiden Thermenperioden hatte wegen seiner in den Felsen eingekeilten Lage der Brandkatastrophe besser standgehalten. Der Raum erhielt eine neue Überdachung, welche durch Pfosten und Ständer getragen wurde. Eine mit Handquadern ausgelegte Feuerstelle an der W.- Wand diente als Wärmespender und als Herd. Besonders wichtig für die schutzsuchenden Menschen war das Nord-Apodyterium der letzten Thermenphase (Periode II F - Raum 13).

 


Abb. 35 - Blick in den nördlichen, beheizten Auskleideraum (Grabungsschnitt 10, Raum 13, Periode II F)

 


Abb. 36 - Der Heizkanal des nördlichen Auskleideraums mit der späteren Ueberbauung

 

 

Da die O-Wand und das alte Praefurnium dieses Raumes zerstört waren, zog man eine neue O.- Wand ein und verkleinerte den Raum auf 7 x 6,50m. Die defekte Bodenheizung wurde in der S.- W.-Ecke des Raumes durch Stützen aus Steinen und Hohlziegeln grob wiederhergestellt.

 


Abb. 38 – Die mit Hohlziegeln geflickte Bodenheizung (Periode III) von Raum 13


Ein neues Praefurnium wurde eingerichtet, indem man eine Grube in den Estrich des Frigidariums der beiden letzten Thermenperioden schlug und durch die W-Mauer des Apodyteriums einen neuen Feuerkanal aus Flachziegeln baute. Zwei Pfostengruben aus dieser Zeit lassen vermuten, daß über der Heizgrube ein Holz­schuppen errichtet wurde, der sich wahrscheinlich mit einem Pultdach an das Apodyterium anlehnte.



Abb. 37 – Das „improvisierte“ Praefurnium von Periode III


Diese improvisierten Wohnräume dienten einer oder mehreren Familien nicht nur für eine überwinterung, sondern für längere Zeit als Bleibe.


Es ist anzunehmen, daß noch mehr Räume der alten Thermen als notdürftige Behausungen hergerichtet waren. Durch die Planierungsarbeiten der Mitte des IV. Jahrhunderts wurden jedoch alle Spuren weggeräumt. Die hohe Zahl der durch diese Arbeiten in sekundärer Lage (außerhalb des späten Rechteckbaues) aufgefundenen Münzen aus der Zeitspanne zwischen 275 und der Mitte des IV. Jahrhunderts, berechtigen jedoch die Annahme, daß verhältnismäßig viele Menschen hier gewohnt haben.


Wahrscheinlich kann man diese Leute in Verbindung mit einer Grube bringen, welche dicht neben ihren Behausungen in die zweite Terrasse des Hanges eingegraben und mit Töpfereiabfall verfüllt war (vgl. Abb. 27). Leider war bei den Untersuchungen in Mamer die Möglichkeit nicht geboten, die Grabungsschnitte zu erweitern, um den (oder die) Töpferofen zu suchen, in dem diese Gefäße hergestellt wurden.

 




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