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ÖFFENTLICHE BÄDERANLAGE UND SPÄTANTIKE BAURESTE IM
GALLO-RÖMISCHEN VICUS VON MAMER
von Jeannot METZLER und Johny ZIMMER
in Hémecht 1975/27, pp. 429-475.
B. Die Funde
Außer den Steindenkmälern, den Fibeln, den medizinischen Instrumenten, der
spätrömischen Rädchensgillata und den Münzen, können die vielen Funde der
Ausgrabungen von 1974-1975 nur zum Teil an dieser Stelle vorgelegt werden. Die
Nummern (wie 74-15/257) sind die des Grabungsinventars.
B. 1. STEINDENKMALER (Abb.
42-44)
Jedes der hier aufgeführten ganzen oder fragmentarischen Steindenkmäler war als
Wiederverwendung in den Mauern des Baues von Periode IV eingebaut.
1. 74-15/257.
Sockel eines Götterbildes (kein Dübelloch an der Oberseite!) oder Votivaltar
(Abb. 44). Kalkstein, H, 0,80 m, B. 34/0,39 m, T. 0,28/0,30 m, Schriftfeld 0,34
X 0,39 m.

IN H· D • D • D • E • E
MATRI
DEUM
IULIANUS
POSUIT
IN H(onorem) D(omus) D(ivinae) DEE (statt Deae) I MATRI / DEUM / IULIANUS /
POSUIT
Zu Ehren der göttlichen kaiserlichen Familie und der Muttergöttin
(=Kybele) hat Julianus (diese Weihung) aufgestellt.
Die unregelmäßige Schreibweise, sowie die Form der Buchstaben (besonders U statt
V) deuten auf eine späte Datierung dieser Inschrift. Überflüssige Punkte wie
zwischen DEE treten häufig bei Inschriften schlechter Machart auf. Eine
Besonderheit stellt der Ausdruck DEA MATER DEUM dar, der nicht bekannt zu sein
scheint (Mater Deum: H.
Nesselhauf-H. Lieb, Dritter Nachtrag zu CIL XIII in: Berichte der
Römisch-Germanischen Kommission 40, 1959, 180. Nr. 155-156. H. Nesselhauf, Neue
Inschriften aus dem römischen Germanien in: Berichte der Römisch-Germanischen
Kommission 27, 1937, f. (Nr. 45 - aus Dalheim = C. M. Ternes, Les inscriptions
antiques du Luxembourg, Hémecht 3/4, 1965, Nr. 28, S. 301; Lesung unsicher,
keine "inscription votive et funéraire", sondern eine Weihinschrift)).
[Ternes, 1991,
pp. 34-52]
Parmi les objets trouvés à l'occasion des fouilles, relevons deux
inscriptions, dont l'une au moins a une importance certaine, puisqu'elle
représente l'une de nos dédicaces à la DEA MATER DEVM, la 'Grande Mère' des
dieux, Cybèle d'Asie Mineure. Julianus lui dédia une inscription en même
temps qu'à la DOMVS DIVINA, la maison impériale; tout en faisant foi
d'appartenir à ce culte oriental, Julianus n'était pas trop au courant des
pratiques théonymiques puisqu'il était superflu d'appeler 'dea' la
mère des dieux! Il nous livre donc un aperçu (corroboré par de fréquents cas
semblables) sur l'état de culture de l'époque: on connaissait les dieux
étrangers, on les honorait, on les nommait... sans trop mesurer la portée
exacte des mots que l'on demandait au lapicide d'utiliser. L'inscription
dont nous parlons est relativement mal faite, si bien qu'il ne sera pas trop
osé de l'attribuer au 3e siècle, peut être même au premier quart du 4e.

[Vermaseren,
1986, S. 154]
2. 74-15/511.
Bruchstück einer Weihinschrift (Abb. 43). Kalkstein; H. 0,26 m; B. 0,28 m. T. -
0,29 m.

— — OGENO
MERCATO
RIVSTERTI
VSV • S • L • M
— — OGENO MERCATORIUS TERTIUS V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Für ? erfüllte Mercatorius Tertius sein Gelübde gern und dankbar.
Für die Deutung von — — OGENO gibt es meines Erachtens drei Möglichkeiten:
-
— — OGENO = Teil des Namens eines Gottes von
wahrscheinlich keltischer Herkunft. Namensendungen auf -ogeno gibt es sehr
viele im keltischen Bereich (7 A Holder,
Alt-celtischer Sprachschatz, I-III, Leipzig, 1896-1907. D. E. Evans,
Gaulish Personal Names, Oxford 1967, 203-207.).
-
— — OGENO = [SV]O GENIO. Bei dieser Deutung wäre N und
I ligiert. Eine Weihung an seinen eigenen Genius ist sehr selten in der
Epigraphik. Beispiel: CIL. VI, 23941; dis manibus M. Perpena Felix sibi et
genio suo et coniugi suae quae vixit mecum.
-
— — OGENO = [DE]O GENIO. Die Verbindung von Deus und
Genius ist auch sehr selten. Beispiel: CIL VIII,9014, Auzio deo genio et
conservatori col(oniae).
Mercatorius und Tertius sind Gentiliz und Cognomen des
Dedikanten. Der Name Mercatorius ist im gallischen Bereich kein unübliches
Gentiliz.
[Ternes, 1991, pp. 34-52]
L'autre inscription, un peu plus soignée (et donc sans doute antérieure) a
été faite par un [Lito]genus (?) qui était mercator, marchand.
3. 74-15/564.
Kalksteindarstellung des Apollo-Grannus (Abb. 42)
(8 Gerd Weisgerber, Das Pilgerheiligtum des Apollo und der Sirona von
Hochscheid im Hunsrück, Bonn 1975). H. 0,83 m, B. 0,42 m.
T. 0,21 m. Höhe der Figur 0,68 m.

Apollo ist frontal ausgerichtet. Das rechte Standbein trägt sein Körpergewicht.
Das linke Bein ist angewinkelt und vor das rechte gesetzt. Neben dem Standbein
sitzt der zum Teil verstümmelte Greif nach außen gerichtet. Der rechte Arm des
Gottes ist erhoben und über den Kopf gelegt. Die Hand hielt wahrscheinlich den
Mantel, der zum Teil über die linke Schulter und den linken Unterarm fällt. Der
linke Arm ist angewinkelt und seitwärts geführt. Die Hand hält ein Horn der
Leier.
Unter dem linken Arm steht eine Schale auf einem Ständer. Eine Schlange windet
sich um den Ständer, um aus der Schale zu trinken. Die einzelnen Stege des
Ständers sind durchbrochen. Das Oberteil der Stele trägt beidseitig zwei
aleroterartige Blüten und schließt bogenförmig ab.
4. 74-15/51.
Bruchstück eines Grabsteins. Kalkstein, H. 0,49 m, B. 0,30-0,35 m, T. 0,34 m.
Erhalten sind der Hals und die rechte Schulter einer in einen Mantel
geschlungenen männlichen Figur.
5. 75-15/570.
Bruchstücke einer kannelierten Kalksteinsäule (ev. Pilaster), Dm. ca. 0,30 m.
6. 74-15/569.
Trommelbruchstück einer glatten Kalksteinsäule. Dm. 28 cm.
7. 74-15/569a.
Wie 6. Dm. 35 cm.
8. 74-15/569b.
Wie 6. Dm. 50 cm.
9. 74-15/664.
Emailfibel mit ungeteiltem Bügel, Ettlinger Typ 36.
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