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ÖFFENTLICHE BÄDERANLAGE UND SPÄTANTIKE BAURESTE IM GALLO-RÖMISCHEN VICUS VON MAMER

 

von Jeannot METZLER und Johny ZIMMER
in Hémecht 1975/27, pp. 429-475.

 

 

 

B. 3. "Medizinische Instrumente" (Abb. 22)

In den Thermengrabungen von Mamer wurden mehrere kleine Bronze-Utensilien gefunden, welche allgemein unter die Bezeichnung "medizinische oder chirurgische Instrumente" fallen
(9 H. Deringer, Die medizinischen Instrumente des Ennser Museums, in: Forschungen aus Lauriacum, Bd. 2. Die Plangrabung 1952, Linz 1954, 144 ff. - A. Watermann, Medizinisches und Hygienisches aus Germania Inferior, Neuss 1974).


Abb. 22 - Medizinische Instrumente
 

Obschon es Nachrichten über Badeärzte gibt, darf man jedoch annehmen, daß diese Geräte in einem kleinen Vicusbald hauptsächlich zum Mischen und Auftragen von Salben (10 Galenus L. LVI. 4.) oder eventuell zum Offnen und Säubern von Fisteln und kleinen Wunden gebraucht wurden. Die Pinzetten 8 und 9 bestätigen die Erwähnung Senecas, über Haarausrupfer in öffentlichen Bädern (Seneca Ep. 56.).


Sämtliche Instrumente wurden in der Planierschicht für den Bau von Periode IV, über und neben dem Hauptpraefurnium der Thermen gefunden.


1. 74-15/395a.
Löffelsonde.

 


2. 74-15/370a.
Löffelsonde.

 


3. 74-15/291.
Löffelsonde
(Sonde abgebrochen).

 


4. 74-15/370b.
Sonde.

 

 


5. 74-15/370d.
Zweiseitige Spatel.

 


6. 74-15/370e. Spatel
(wie bei Nr. 4 saß das spitze Ende wahrscheinlich in einem Griff aus Bein oder Holz.

 


7. 74-15/395b.
Abgebrochene Spatel.

 


8. 74-15/515
Pinzette.

 


9. 74-15/531.
Pinzette.

 


10. 74-15/329.
Abgebrochener Löffel.

 

 


B. 4. Nadeln (Abb. 23)

 


Abb. 23 - Haar- und Nähnadeln aus Bein (1-17, 20-21) und Bronze (18-19)


Es wurden 220 vollständig oder fragmentarisch erhaltene Haarnadeln meist aus Bein gefunden. Nach der Kopfform konnten sie in 19 Gruppen eingeteilt werden.

 

Die Nummern 18 und 19 bestehen aus Bronze, wobei Nummer 19 die abgebrochene Nadel einer Spiralfibel ist, bei der die Hälfte der Spirale als Nadelkopf zurechtgebogen wurde.


Einige Haarnadeln wurden in den Thermenschichten der II. und III. Jahrhunderts, die meisten jedoch in den Planifikationsschichten für den Bau der Periode IV gefunden.


In dieser Auffüllschicht wurden auch die zwei beinernen Nähnadeln Nr. 20 und 21 gefunden.



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