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STRECKENABSCHNITT CAPELLEN-MAMER
"Sankt-Katharinenhäuschen" und "Kazefiels"

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Übersichtskarte Luftbild
Höhenprofil 3D Terrainmodell


Carte régionale 1:20000
© Origine Administration du Cadastre et de la Topographie Luxembourg (ACT)
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Die Reims-Trier zwischen Capellen und Mamer am "Sankt-Katharinenhäuschen"
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Bevor die römische Straße die Straße von Mamer nach Kehlen (C.R. 102) schneidet, passiert sie Sankt-Katharinenhäuschen (Katherinenhaischen, Chapelle Sainte-Cathérine).

 

Dieser Ort ist reich an Fundstellen aus allen Perioden. Genau am Kreuzungspunkt der Reims-Trier mit der alten Strasse in Richtung Mersch entdeckten André Schoellen und Norbert Theis im Jahre 1989 römische Münzen; es wird vermutet, dass sich hier an der Wegkreuzung eine gallo-römische Kultstätte (Tempel) befand auf deren Fundamenten in christlicher Zeit die Kapelle errichtet worden ist (siehe hierzu auch Römische Gebäudeüberreste bei "St. Katherinenhaischen" - Die Grabung von 2009). Etwas nördlicher, auf der gegenüberliegenden Strassenseite, fanden sie noch eine weitere, einzelne Münze, auf.

 

Ein weiterer Münzfund, ein Denar des Hadrianus (117-138), ist aus dem Jahre 1849 bekannt:

[Engling, 1849, S. 137] "Unweit desselben Ortes (an dem Orte “Op der Schmelz” und an der Chaussée von diesem Dorfe nach Kehlen) und in der Nähe des s. g. Katharinenhäuschens, d. i. eines daselbst an dem Kéme nach Kapellen hin früher bestandenen Feldkapellchens, fand sogar erst vor einigen Wochen ein Schullehrer aus der Umgegend eine schöne Silbermünze von Kaiser Hadrian."

 

[FMRL I, p. 407]

Lieu-dit: "Catherinenheischen" («Kiem»)

Pièce trouvée en 1849 dans des substructions romaines. PSH VIII 1849, p. 137.

 

Hadrianus

D (imitation)

Av. : NNDΛIΛNVUS-ΛVCCOSIII, tête laurée à droite.

Rv. : IETΛSΛo-CTPXXCOSIи, Pietas debout à gauche, étendant le bras droit au-dessus d’un autel tenant une boîte d’encens.

 


Unbestimmter Vergleichsfund: Denar des Kaisers Hadrian

 

Man könnte sich dieses Ort auch vorstellen als Standpunkt eines von [Koltz, 1970, S. 28] beschriebenen Strassenturms, da von hier ein weiter Teil der Reims-Trier bis hinter Capellen einzusehen ist.  Ebenfalls ist eine kleine  Strassenbefestigung nicht auszuschließen.

 

Auch ein Bleisarg wurde 1849 hier aufgefunden:

 

[Engling, 1849, S. 137] "Desgleichen brachte vor einigen Jahren ein Partikular von Mamer an dem Orte “Op der Schmelz” und an der Chaussee von diesem Dorfe nach Kehlen einen bleiernen Sarg zutage. In freudiger Hoffnung, darin einen Schatz zu finden, schlug er ihn entzwei. “Dass dich der T.....!” rief er, denn er fand nur Knochen und Asche."

 

Desweiteren liegt südlich der A6, auf der Flur Edemer am Ort genannt Theiskaul, eine bedeutende römische Fundstelle, die bis zur Böschung der Autobahn reicht.

 

Auf Sankt Katharinenhäuschen befand sich früher eine Einsiedelei (Klause) sowie eine der heiligen Katharina geweihte Feldkapelle, in der bei bestimmten Gelegenheiten eine Messe für die Einwohner von Mamer und Capellen abgehalten worden ist. Der Ursprung sowie das genaue Datum des Verschwindens dieser Kapelle sind nicht bekannt.

 

Nach Aufzeichnungen über die Ländereien der Mamer Kirchenfabrik bestand die Kapelle noch im Jahre 1778. Gegen 1840 war die Kapelle jedenfalls verschwunden. Engling schreibt um diese Zeit, dass nur noch ein Flurname an sie erinnere. [Flener, 1960, S. 110].

 

Obwohl ihre Existenz historisch nicht belegt ist, war die Heilige Katharina von Alexandrien lange eine der beliebtesten katholischen Heiligen. Sie zählt zu den 14 Nothelfern, gilt als Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten. Die Hl. Katharina ist Schutzpatronin der Schulen und der philophischen Fakultäten und (über die gedankliche Verbindung zum Spinnrad) auch der Näherinnen und Schneiderinnen. Erstmals wurde sie im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt, der Legende nach lebte sie im 3. oder 4. Jahrhundert und erlitt unter Kaiser Maximian oder seinem Sohn Maxentius den Märtyrertod.

http://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Alexandrien

 

 
Blick von "Sank-Katharinenhäuschen" nach "Hireboesch" Zwischen der Industriezone "Hireboesch" und "Sank-Katharinenhäuschen"
Die Reims-Trier von "Sank-Katharinenhäuschen" nach "Hireboesch" Die Straße von Mamer nach Kehlen. Rechts befindet sich der Standort der verschwundenen Feldkapelle. Was bleibt ist ein Betonsockel

 

 

St. Katharinenhäuschen dürfte jedenfalls ein strategischer Punkt gewesen sein, wie man auf Karten des 17. und 18. Jh. ersehen kann. Für die Wichtigkeit dieses Punktes sprechen vor allem jene Karten, die die Ortschaft Mamer nicht erwähnen, dafür aber St. Katharinenhäuschen.

 


Carte des environs de Luxembourg / sur la copie de Bruxelles par E. H. Friex. -  A Amsterdam : chez Cóvens et Mortier, 1745 [001097045]. Standort: Bern UB ZB. Sammlung Ryhiner | Signatur: ZB Ryh 2912 : 43
http://www.zb.unibe.ch/maps/ryhiner/sammlung/?group=volume

 

Le Duché de Luxembourg divisé en Quartier Wallon et Allemand dans chacun desquels sont diviser les Seigneuries, Prévostés et Comtés. Le Duché de Bouillon, le Comté de Namur et el Pays entre Sambre et Meuse. Dédié au Roi, 1781 [001097001]. Standort: Bern UB ZB. Sammlung Ryhiner | Signatur: ZB Ryh 2912 : 39
http://www.zb.unibe.ch/maps/ryhiner/sammlung/?group=volume

 

Die auf diesen Karten eingezeichnete Redoute scheint eine Feldbefestigung  in ihrer einfachsten Form gewesen zu sein. Sie wäre südwestlich vom Katzenfels zu suchen, einem steil abfallenden Felssporn an der Straße nach Kehlen.

 


 

 

Auch auf der "Ferrariskarte" ist sowohl die Feldkapelle als auch diese Schanze als eine zweiseitige Befestigung eingezeichnet.

 

Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Befestigung aus der österreichischen Zeit, vielleicht im Zusammenhang mit der Verteidigung der Festung Luxemburg gegen die Franzosen von 1794-1795 (vgl. Östreichische militärische Zeitschrift, Heft 7-9, Die Verteidigung der Festung Luxemburg 1794—1795. Nach östreichischen Originalquellen, sowie Victoires, conquêtes, désastres, revers et guerres civiles des Français depuis 1792, Paris 1854).

 

"Et as leider net ganz vill bekannt iwert d'Redouten vun den Éisträicher. Ech kennen dank der Loftbildarchäologie eng weider op der Héicht bei Dippech, e Bild dervun as iwergens am Annuaire vum MNHA "Empreintes 1/2008" Säit 110". Et schengt esou eng Linn gewiescht ze si géint Frankräich, mee wéi scho gesot, et feele mer heizou di noutwendeg Detailer. Ech si bal secher, datt Material dozou am "Geheime Kriegsarchiv Wien" existéiert."

(Freundliche Mitteilung von Rob Wagner, Musée National d'Histoire et d'Art, vom 3. Juni 2009).

 

Bibliothèque royale de Belgique
Carte de cabinet des Pays-Bas autrichiens levée à l'initiative du comte de Ferraris # Carte de cabinet des Pays-Bas autrichiens 1771 à 1778. Blatt 224 - Mamer
http://www.europeana.eu/


[Flener, 1960, S. 274] "Der Felsen, von dem diese Flur den Namen führt, erstreckte sich früher weit nördlicher und wurde durch langjährige Ausbeutung als Steinbruch bis zu heutigen Stand abgetragen. Nach Schliep soll jede Flur mit dem Namen Katze, mit Grab, Gräbern zusammenhängen. Tatsächlich wurde 1845 in der Gegend en Bleisarg beim Stöckemachen aufgefunden. Eine andere Version leitet den Namen von Castell ab, einer befestigten Anlage oder auch nur einem Wachtturm aus der Römerzeit."

 


Mamer - "Kazefiels"
Luftaufnahme von Süden. Die bewaldete Anhöhe von Süden.
 

Die Anhöhe bietet einen guten Überblick über die Strasse Mamer-Kehlen.

 

Schroffe Abhänge begrenzen die Anhöhe auf der nördlichen sowie der östlichen Seite.

 

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