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STRECKENABSCHNITT STEINFORT-CAPELLEN
Vom Windhof nach Capellen

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Römerstrasse Reims-Trier zwischen Steinfort und Capellen Römerstrasse Reims-Trier zwischen Steinfort und Capellen Römerstrasse Reims-Trier zwischen Steinfort und Capellen
Übersichtskarte Luftbild Höhenprofil 3D Terrainmodell


Carte régionale 1:20000
© Origine Administration du Cadastre et de la Topographie Luxembourg (ACT)
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DER MEILENSTEIN VON CAPELLEN

 

[Flener, 1960, S. 25] “Ein abgebrochener Meilenstein wurde auf dem Kiem zu Capellen, bei dem Hause Rauchs gefunden. Derselbe befindet sich heute (1960) im Park Simons zu Cap.”

 

[Roth, Wege] (bei dem Meilenstein von dem Eberhardt, 1905, berichtet) "handelt es sich um den Meilenstein, welcher bei der früheren Kapelle beim Hause Rauchs aufgestellt und später im Park der Villa Simon zu sehen war."

 

Nach G. München [München, 1849] stand der Meilenstein genau an der Abzweigung eines Nebenweges von der römischen Fernstraße in Richtung Titelberg in einer Entfernung von 12,5 km von Luxemburg:
 

 "Le Kiem, qui se rend de Luxembourg à Arlon, après avoir traversée les villages de Strassen, Bertrange, longe Mamer dans une direction à-peu-près parallèle à la nouvelle route d'Arlon, se trouve dans le méridien de Kaap à une distance d'à-peu-près 200 mètres de la route de l'Etat.

 

 A cette hauteur, qui correspond à-peu-près à la pierre milliaire qui marque une distance de Luxembourg de 12500 mètres, le Kiem, qui est aujourd'hui le chemin vicinal, se divise en deux branches, l'une principale, qui se dirige sur Arlon, l'autre le diverticulum, auquel j'ai donné une attention particulière, et qui prend la direction suivante: à 220 mètres du bois dit «Hohenerboesch», le diverticulum et la voie qui se dirige sur Arlon se divisent; ce diverticulum fait avec le méridien terrestre un angle de 76° N.O".

 

---> Bericht von München lesen

 

Bei [Eberhardt, 1905, S. 142] steht, dass der in Capellen aufgefundene Meilenstein inschriftlos ist und daher weder zu Datierungszwecken noch zu einer Entfernungsbestimmung benutzt werden kann:
 

 "...la voie côtoie le côté gauche de la route moderne; on y a extrait une colonne milliaire sans inscription déposée à l'entrée d'une chapelle qui se trouve à un kilomètre de Capellen."

 

Das Fehlen einer Distanzangabe ist für Nicolas Folmer [Folmer, 1973] kein Problem – er setzt den Meilenstein auf eine Distanz von 39 Leugen ab Trier:
 

"Wir kennen des weiteren die genaue Stelle, wo der Sockel des Meilensteins 39 Meilen = 26 Leugen (von Trier) gefunden wurde; hier mündete der von G. München in den PSH 5 beschriebene, vom Titelberg kommende Nebenweg in den Hauptkiem“.

 

Der Meilenstein hätte sich also 57 km und 780m von Trier (ab dem Forum?) befunden. Diese Behauptung hat Folmer schon vier Jahre früher in einem Artikel des Luxemburger Wort vom 27. Februar 1969 aufgestellt:
 

“S'il existe un Kiem au Grand-Duché dont la trace est bien fixée, c'est celui qui passe par Cap-Capellen et au sud du "Wandhaff'. A côté de la maison Rauchs on a trouvé la base d'une borne milliaire. L'étude de nos voies antiques nous amène à préciser pour cette borne une distance de 39 milles = 26 lieues "ab Augusta Treverorum".”

 

Zur Kapelle, von deren Existenz Capellen seine Namen verdankt und bei der der Meilenstein aufgefunden sein soll, gibt es folgende Angaben: 

[De la Fontaine, Essai étymologique, PSH 1856] "Le nom de Capellen vient d'une chapelle anciennement construite sur un sol formant une extrémité du territoire paroissial de Mamer, dont cet oratoire dependait."

Im Kataster von 1766 gibt Bernard Weicker an: "ein Haus mit einer Capellen darbey"; Carl Risch gibt an: "Bey der Capell auf der Landstrass"."

 

[Roth, Wege] beschreibt ebenfalls einen Fund, der auf in der Nähe der Kapelle gemacht wurde:  "Eine Bleistatuette, auf einen Messinggegenstand aufgelötet, stellt einen Faun dar, ohne Arme und mit weit geöffnetem Mund. Der Form nach zu urteilen diente sie vielleicht als Griff eines Handspiegels. Diese Bleistatuette wurde von Herrn Georg Kolbach, Sohn von Peter Kolbach und Catherine Ries, in einem Acker nicht weit vom Haus Rauchs um 1910 gefunden". Eine Abbildung befindet sich am Schluss des Artikels

 

[Roth, Wege, S. 152] berichtet folgendes über das Schicksal der Villa Simons, wohin der Meilenstein gebracht wurde: "Am 22. Januar 1986 wurde die altehrwürdige Villa Simons leider gänzlich abgerissen. In den anliegenden Parkanlagen entstand ein ... Neubau."

 

Der genaue Standort der Kapelle konnte nie eindeutig festgestellt werden. [Roth, Wege, S. 197] bemerkt noch zu dieser Kapelle: "... (dass) die frühere Kapelle am Kiem kaum jemals zum öffentlichen Gottesdienst gedient zu haben scheint. Jedenfalls lässt sich nichts Derartiges aus den Visitationsberichten der umliegenden Pfarreien feststellen. Noch heute nennt sich der Teil des Kiem bei der Résidence (früher Haus Nicolay) "op der Kapell"."

 


Lageplan des früheren Hirtenhauses (I) in der heutigen rue Basse (Skizze von Pfarrer L. Schaack).

 

Aufmerksam geworden durch diese Angabe begannen wir uns die Frage zu stellen, ob dieser Stein zum heutigen Zeitpunkt noch aufzufinden sei.

 

Die schon zitierte Festschrift zum 25 jährigem Bestehen des Tischtennisvereines gibt an, dass das Haus Rauchs auf Nummer 92 im "Kiemwee" lag. Der Hof befindet sich im Eingang der Ortschaft Capellen, aus Richtung Windhof kommend.

 


 

Es galt als nächstes den Park der Villa Simon aufzufinden. Dies erwies sich als umso einfacher, da in einer weiteren Publikation darauf hingewiesen wurde, dass das Haus welches im Park stand, im Jahre 1986 komplett abgerissen wurde und an Stelle auf der Nummer 80 der Arloner Straße ein neues, modernes Gebäude der Karmeliterschwestern aufgebaut wurde (Cap-Capellen 25e anniversaire du D.T.C Capellen, René Roth, Die Villa Simons - Le Gallais und späteres Klosterheim der Karmeliterinnen). Die Vermutung lag nahe, dass hierbei der besagte Meilenstein mit auf die Bauschutthalde gelang. Dem war aber nicht so.

 


 

Der Gärtner der Parkanlage, Guy Zeimet, wusste zu berichten, dass rechterhand, ca. 20m neben dem Eingang ein mit Moos überzogener Stein steht, welcher ab und zu als Blumenständer diene.

 

Bei dem Stein handelt es sich um das abgebrochene Fragment einer Säule mit einem rechteckigen Sockel welcher ca. 45 cm aus dem Boden ragt. Der Stein wurde in einem Stück aus einem Kalksteinblock gemeißelt und ist auf allen Seiten behauen, wie aus den immer noch sichtbaren Bearbeitungsspuren zu erkennen ist. Die Säule besteht aus einem ovalen Zylinder von 46cm Durchmesser, der an seiner breitesten Stelle 34cm misst. Die größte erhaltene Höhe beträgt noch 45cm. Die rechteckige Basis, mit abgerundeten Ecken, misst 48 x 41cm und ist 55cm tief. Die ganze noch erhaltene Höhe des Meilensteinfragmentes beträgt 1 m.

 

Meilenstein milliaire Capellen

 

Reims-Trier: Meilenstein (milliaire) von Capellen


 

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