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SAGEN und LEGENDEN




58. Die Kobolde auf dem Kirchhofe zu Mamer.
[Gredt, 1963] Zu Mamer war der Totengräber, ein Trunkenbold und als Dieb berüchtigter Mann, auf dem Kirchhofe in der Christnacht beschäftigt, eine Gruft zu graben. Da kam ein Junge des Weges daher und sang. Darüber ergrimmt, sprang der Totengräber auf ihn los und prügelte ihn. Nachher wollte er sich durch einen Schluck aus seiner Branntweinflasche laben, da sah er »vier Gräber weit« vor sich ein Männlein in weißen Kleidern sitzen mit herausgereckter Zunge. Die Angst erfaßte ihn und er wollte fort; der Geist aber hielt ihn zurück, und da er sich sträubte, schlug jener mit einem Hämmerchen auf ein Metall, so daß es einen klingenden Ton gab. Da ward Licht in der Sakristei und zwölf andere Kobolde erschienen, packten den Totengräber und stießen ihn in eine offene Gruft, wo sie ihn in eine Ecke drängten. Da sagte der erste Kobold, er sei kalt, und man brachte ihm in einer Schaufel Feuer, das er trank. Man forderte auch den Totengräber auf zu trinken, und da er sich weigerte, goß man ihm das Feuer mit Gewalt in den Mund. Dann schlugen sie jeder seine Beine ihm über den Rücken, so daß sie den Kopf zwischen die Beine preßten. Endlich warfen sie ihn wieder hinauf auf den Kirchhof, wo er ohnmächtig liegenblieb. Am anderen Tage war er krank, und die Beulen, die er am Körper trug, überzeugten ihn, daß er nicht geträumt hatte.




115. Das versunkene Schloß zu Holzem.
[Gredt, 1963] Auf der Südseite von Holzem ist ein Morast, genannt Fockenmoor. Vor vielen Jahren stand an dieser Stelle ein festes Schloß, das im Moor versunken ist. In diesem Schlosse wohnte ein Mann von ungewöhnlicher Stärke, welcher der Plagegeist der ganzen Gegend war. Niemand war vor seinen Mißhandlungen sicher. Da beschlossen die Leute der Umgegend, ihn zu verderben. In der Nähe des Schlosses war ein Tiergarten und in diesem ein Einhorn, ein großes Tier mit einem Horn auf der Stirn. Einige herzhafte Männer ließen nun im Augenblicke, wo der Schloßherr vor dem Schlosse stand und vielleicht auf irgendeine Grausamkeit sann, das Einhorn aus seinem Käfig. Wütend stürzte sich das Tier auf seinen Herrn los, der sich in die nahe Kapelle flüchtete und die Tür derselben schnell hinter sich zuzog und verriegelte. Das wütende Tier aber nahm einen solchen Anlauf gegen die Tür der Kapelle, daß es mit dem Horn in der Tür steckenblieb. So war der Schloßherr in der Kapelle eingesperrt und mußte elendiglich verhungern. Bald auch ereilte die Strafe sein ganzes Haus. Eines schönen Morgens war sein Schloß versunken, und an der Stelle ist jetzt ein Morast, den man Fockenmuor nennt.





25. Die Wichtelmännchen im Katzenfels.
[Gredt, 1963] A. Im Katzenfels, dicht am Wege, der von Mamer nach Kehlen führt, wohnten vor langer Zeit Wichtelmännchen in einer tiefen Felsenhöhlung. Sehen konnte man sie nicht, wohl aber gaben sie ihr Dasein kund durch die Arbeiten, die sie verrichteten, und die Wohltaten, die sie heimlich spendeten. Merkte z.B. ein auf dem nahen Acker pflügender Bauer am aufsteigenden Rauche, daß die Wichte Brot buken, so rief wohl der Pflugjunge (Treiber) laut zum Katzenfels hinüber: »Ihr lieben Wichtelmänner, backt auch uns ein Brötchen mit!« Pflüger und Treiber fanden dann regelmäßig bei ihrer Rückkehr je ein Brötchen auf dem Pfluge liegen.

Einst versiegten für immer die Wasserquellen des Boforter Hüttenwerkes; das war für die ganze Umgegend ein harter Schlag, zumal da zu gleicher Zeit die Ernten schlecht ausgefallen waren. Ein Mann aus Mamer, Vater von sieben Kindern, ging mit dem Rest seiner Barschaft nach Kehlen, um Brot zu kaufen. Im dichten Schneegestöber kehrte er spät abends traurig und ohne Brot zurück. Schon hatte er den Kehlbach überschritten, als er vor sich ein gewaltiges Klopfen und Geräusch hörte. Indem er weiterging, gewahrte er plötzlich dem Katzenfels gegenüber auf dem sogenannten Goldberg einen großen Feuerofen, um den sich allerlei Schatten bewegten. Es waren die Wichtelmännchen, deren Wohnung in der Nähe war. Der Mann näherte sich unvermerkt und schaute verwundert dem geschäftigen Treiben zu. Die Zwerge hatten ganze Haufen Goldes umherliegen und noch immer prägten sie neue Münzen. Da trat der Mann vor und klagte seine Not. Mitleidsvoll erlaubten ihm die Wichtlein soviel Geld zu nehmen, als er bedurfte, um aller Not enthoben zu sein. Als sich nun unser Mann anschickte, seinen Wohltätern zu danken, war alles verschwunden. Von der Zeit an hat man die Wichtelmännchen nie mehr beim Goldprägen überrascht, so sehr auch die Neugier oder vielmehr die Habsucht die Einwohner von Mamer antrieb, sich bei den Zwerglein Reichtum zu holen.

Die Wichtelmännchen trieben ihre Kuh zum Vieh der umliegenden Dörfer auf die Weide und hüteten des Tieres sorgsam; doch vermochte keiner der Hirten je ein Wichtelchen zu sehen.

Lehrer Ries zu Mamer

B. Vor vielen Jahren, als die guten Wichtelmännchen noch im Lande waren und den Leuten bei der Arbeit halfen, kam ein Mann, namens Mamer, am Katzenfels vorbei. Hier hörte er auf einmal das muntere Klopfen und Hämmern einer Schmiede, er kehrte ein und sah, wie die niedlichen Kleinen das Gold und Silber verarbeiteten, das sie nachts aus den Bergen holten. Der Mann gründete sich nun in der Nähe eine neue Heimat, dort wo jetzt das Dorf Mamer liegt. Die Wichtelmännchen aber sind verschwunden, jedoch ihre Wohnung im Katzenfels kann man heute noch sehen.





481. Die musizierenden Luftwandler zu Mamer.
[Gredt, 1963] Ein Mann aus Mamer begab sich zur Mitternachtsstunde in den nahen Hirenbüsch, um Holz zu holen. In Paffenbruch, dicht an der Arloner Straße, angelangt, hörte er nach dem Juckelsbüsch hin eine liebliche Musik, deren Töne immer näher zu kommen schienen. Der Mann bezeichnete sich in seiner Angst mit dem Zeichen des hl. Kreuzes, und im Nu zischten die Gespenster über ihn hinweg nach jener Richtung des Waldes hin, welche man Kuhbrück nennt.

Lehrer Ries zu Mamer




 

514. Der Hase im Juckelsbüsch bei Mamer.
[Gredt, 1963] Eines Sonntags, während des Hochamtes, waren ein Müller des Gaaschtgrundes zu Mamer und dessen Vetter in den Juckelsbüsch auf die Jagd gegangen. Während der Müller mit den Hunden jagte, stellte sich der Vetter am Saum des Waldes auf. Bald sah dieser einen Hasen auf sich zukommen; er feuerte die Doppelladung ab, aber das Tier fiel nicht und suchte auch nicht, sich durch die Flucht zu retten, vielmehr schaute es ruhig nach dem Jäger hin. Sodann floh der Hase vor den herannahenden Hunden, kam aber noch einmal zu dem Jäger zurück und zwar so nahe, daß dieser ihn hätte schlagen können. Das Schrot des Doppelschusses prallte jedesmal wirkungslos am Pelz des Tieres ab. Dieses schien so wenig Furcht zu haben, daß es sogar das Papierläppchen, das als Überrest der Ladung auf den Rasen gefallen war beroch. Dasselbe Spiel trieb der Hase mit dem Müller. Zuletzt huschte er vor den Hunden in einen Strauch; die Hunde bellten diesen an, ohne sich jedoch hineinzuwagen. Schnell eilt der Müller hin, aber sieh! wie er den Strauch mit den Händen auseinanderteilt, steht vor ihm eine schöne Frauengestalt, den Blick zur Erde gesenkt und die beiden Hände auf der Brust gekreuzt. Dem herannahenden Vetter zeigt der Müller mit dem Finger die Erscheinung. Der Vetter will nach derem Begehr fragen, jedoch der Müller gestattet es nicht. Beide zogen sich reuigen Herzens zurück und gelobten, in Zukunft nie mehr den Sonntag zu entheiligen.



 

768. Der Versucher als Frau.
[Gredt, 1963] Vor etwa zehn Jahren kamen abends spät zwei Männer aus Kopstal in angeheitertem Zustand von Mamer zurück. Im Ort Bärental angelangt, gesellte sich eine schwarzgekleidete Dame zu ihnen und hängte sich dem einen der Männer an den Arm. Sie plauderten verschiedenes, machten unter anderm auch schlechte, unkeusche Witze, wobei die Dame immer so grell auflachte, daß die Wälder wiederhallten. Grausen bemächtigte sich zuletzt der beiden nächtlichen Wanderer. Der eine machte sich endlich aus dem Staube, während der andere die Dame nicht loswerden konnte. Endlich bekreuzte er sich und fort war die Schwarze. Schweißtriefend und vor Angst bebend langten beide endlich zu Hause an. Des einen Kind, abends noch frisch und gesund, war morgens eine Leiche.

Lehrer Wahl zu Kopstal




 

839. Der getötete Werwolf bei Mamer.
[Gredt, 1963] Der Taglöhner X ... aus Mamer kam einst von dem nahegelegenen Dorfe Kopstal von einer Hochzeit zurück. Da fand er im Biérendal einen schönen Gürtel. Gleich legte er ihn an und ward in einen Werwolf verwandelt. Lange trieb er nun seinen Spuk in der Gegend von Mamer, bis ihm endlich eine wohlgezielte Kugel den Garaus machte. Als der Jäger herbeieilte und den Gürtel wegnimmt, liegt vor ihm der lang vermißte Taglöhner X ...

Lehrer J. Pesch




 

849. Der Werwolf zu Mamer.
Zwei Knechte aus Mamer waren abends mit den Pferden auf die Weide gefahren; während diese in der Wiese grasten, legten sich die beiden Hüter in der Nähe eines Gehölzes, in ihre Decken gehüllt, zur Ruhe nieder. Johann, der jüngere, hegte schon lange Verdacht gegen seinen Mitknecht Jakob; denn oft war es geschehen, daß sich dieser heimlich des Nachts entfernte und erst gegen Morgen zurückkehrte, und dann hieß es am folgenden Tage gewöhnlich, der Wolf habe während der Nacht diesem oder jenem Bauern ein Fohlen geraubt. Da Jakob heute abend nur wenig zu Nacht gegessen hatte, beschloß Johann, diesmal ein wachsames Auge auf ihn zu haben. Schon nach einer Viertelstunde ließ Johann ein lautes Schnarchen vernehmen, als sei er in tiefen Schlaf versunken. Leise erhebt sich nun Jakob von seinem Lager und entfernt sich, während sein Genosse alle seine Bewegungen beobachtet. Er zieht einen Gürtel hervor, huscht ins Gebüsch und kehrt nach einem Augenblick als Wolf zurück. Die Pferde werfen schnaubend den Kopf empor und scharen sich zusammen. Aber mit einem Satz wirft sich die Bestie auf ein Füllen und reißt es nieder. In weniger als einer Stunde hatte es der Wolf bis auf den Schwanz verzehrt. Angst und Entsetzen hatten den armen Johann ergriffen; er wagte kaum zu atmen. Nachdem der Werwolf noch die Knochen im Gehölz geborgen hatte, kehrte Jakob zurück und legte sich, wie er glaubte, unbemerkt wieder zur Ruhe. Doch bald weckte er Johann durch sein Gewinsel. Auf die Frage, was ihm fehle, klagte er über furchtbare Leibschmerzen. »Die wird«, sprach Johann, »wohl jeder Vielfraß empfinden, der, wie du, auf einmal des Meisters schönstes Füllen verzehrt hat.« Johann mußte versprechen, nie ein Wort von dem Vorfall zu sagen; bald darauf jedoch verschwand Jakob für immer aus dieser Gegend.

Lehrer Ries zu Mamer




 

876. Noch andere Versammlungsorte und Tanzplätze der Hexen.
[Gredt, 1963] B. Im Ort Bärenthal zwischen Mamer und Kopstal befindet sich eine Stelle mitten in einer Wiese, wo noch heute nichts wächst. Hier sollen die Hexen ihre nächtlichen Tänze gehalten haben.

Lehrer Wahl zu Kop




 

Eine Hexenlegende
[Berens, 1939, S. 265]

An der Nordostecke des alten Friedhofs zu Mamer standen bis zu dessen Aufhebung im Jahre 1932 zwei mächtige Linden; zwischen ihnen erhob sich das sogenannte "Pastorskreuz" , der Inschrift nach 1734 errichtet.

An dieses Kreuz bezw. an seinen Standort knüpft sich eine düstere Legende aus jener schlimmen Zeit, die im P fa r r b u c h von Mamer verzeichnet ist.

Hier der Wortlaut:

Ein Pfarrer von Mamer bemerkte um Mitternacht von seiner Wohnung aus auf dem gegenüberliegenden "Bierg" zahlreiche Lichter, in deren Schein menschliche Gestalten unter Schreien und Johlen umhersprangen. Um über diese Spuckerscheinung ins Klare zu kommen, beschloß der Pfarrer in Gottes Namen sich an den Schauplatz des wüsten Treibens zu begeben. Dort angekommen merkte er, daß er in einen Hexensabbath geraten war, der unter dem Vorsitze Satans dort stattfand. Er wurde von der Teufelsbande aufs freundlichste empfangen und aufgefordert sich in den Bund aufnehmen zu lassen. Unter dem Vorwand seinen Namen einzutragen, ließ der Pfarrer sich das Mitgliederverzeichnis vorlegen. Statt seines Namens schrieb er jedoch den heiligen Namen Jesus ein, worauf augenblicklich die gespenstische Erscheinung wie weggeblasen war.

Der Pfarrer nahm das Buch mit nach Hause und fand beim Durchblättern desselben auch die Namen von manchen seiner Pfarrkinder. Darüber tief betrübt beklagte er am nächsten Sonntag von der Kanzel herunter, daß Angehörige seiner Pfarrei sich dem Teufel ergeben hätten.

Die "Hexen" des Dorfes schworen ihm ob dieser Predigt Rache.

Im Laufe der Woche wurde er Nachts nach Holzem zu einem Kranken gerufen, wohin er sich wie gewöhnlich des schlechten Weges halber zu Pferde begab. Auf dem Heimweg lauerten die "Hexen" ihm außerhalb Holzem auf und machten das Pferd des Pfarrers durch wüsten Spektakel scheu, so daß es seinen Reiter abwarf und durchging. Der Unglückliche war aber mit einem Fuße im Steigbügel hängen geblieben und wurde mit fortgeschleift. In dieser Todesnot gelobte der Pfarrer, wenn er mit dem Leben davonkäme, ein Kreuz an der Stelle errichten zu lassen, wo das Pferd still stehe. Daraufhin soll das Tier beim Getgenbusch Halt gemacht haben, wo dann das Kreuz in Erfüllung des Gelübdes aufgestellt wurde

Nach einer anderen Version dieser Sage sollen die "Hexen" dem Pfarrer beim Wohneschkreuz aufgelauert haben und das durchgegangene Pferd denselben bis zum Dorfe Mamer mitgeschleppt haben. Das mit dem alten Friedhof verschwundene Kreuz zwischen den beiden mächtigen Linden sei auf der Stelle errichtet worden, wo das Pferd stillstand.

Laut [Flener, 1960, S, 111] lautet diese Legende:

"In jener finsteren Zeit als Aberglaube und Hexenwahn alle Schichten der Bevölkerung in einem wüsten Taumel gefangen hielt, galt es zu Mamer als feststehend, daß die Hexen der Gegend auf "Bierg" ihre verrufenen Sabbate feierten.

Bei diesen Hexensabbaten sollte der Teufel den Vorsitz führen und in Bocksgestalt und Krallenhänden die Huldigung seiner Anhänger entgegennehmen.

Auf einem Throne sitzend musterte er die Schar und ließ sich die Neuaufgenommenen vorstellen, denen er das Zeichen des Bundes an geheimer Körperstelle aufdrückte. Er teilte Belohnungen und Strafen aus und präsidierte nach der Audienz das Hexenmahl. Bei diesem waren Krötenfleisch, Stücke von hingerichteten Mördern und Selbstmördern, sowie ungetauft verstorbenen Kindern, die vorzüglichsten Leckerbissen. Unanständige Tänze und Gesänge beschlossen das unflätige Gelage. Beim ersten Hahnenschrei löste sich die Versammlung auf und die Hexen ritten auf Besenstielen, Ziegenböcken, Eseln usw. zur Heimat.

Das Pfarrhaus von Mamer lag derzeit an der Stelle des heutigen Schlosses. Eines Nachts hörte der Pfarrer in seinem Schlafzimmer wüstes Gekreisch, das von "Bierg" herüberschallte und als er ans Fenster trat, sah er die Hexen in rotem Feuerschein um den Teufel tanzen.

In der folgenden Nacht begann der Rummel aufs neue und der Pfarrer beschloß in Gottes Namen hinzugehen, um über den Spuck ins Klare zu kommen.

Er wurde aufs freundlichste von der Teufelsbande empfangen und bestürmt, sich in den Bund aufnehmen zu lassen. Unter dem Vorwand, seinen Namen einzeichnen zu wollen, ließ er sich das Mit­gliederverzeichnis vorlegen, in welches er dann den heiligen Namen Jesus schrieb.

Augenblicklich war der ganze Spuk verschwunden. Der Pfarrer nahm das Register mit nach Haus und fand beim Durchblättern desselben auch Namen von manchen seiner Pfarrkinder. Darüber tief betrübt, äußerte er am Sonntag von der Kanzel herunter seinen Schmerz, daß Angehörige seiner Pfarrei, ja sogar junge Mädchen sich dem Teufel ergeben hätten.

Die Hexen des Dorfes schworen ihm ob dieser Predigt Rache. In der Woche wurde er nächtlicherweile zu einem Kranken nach Holzern gerufen, wohin er sich wie gewöhnlich, wegen des schlechten Wetters, zu Pferd begab. Auf dem Heimweg wurde er von einem schweren Unwetter überrascht, und in der Nähe des Getgenbusch, da wo später das "Wohneschkreuz" errichtet wurde, lauerten die Hexen ihm auf. Sie veranstalteten einen wüsten Spektakel, durch welchen des Pfarrers Pferd scheu wurde und ihn abwarf. Er blieb aber mit einem Fuße im Steigbügel hängen und das durchgehende Pferd schleifte ihn bis ins Dorf. In dieser Not machte er das Gelübde, falls er mit dem Leben davon käme, ein Kreuz an der Stelle zu errichten, wo das Pferd still stehe. Eben an der Stelle, wo bis 1932 das Pastorskreuz stand, soll das Tier dann Halt gemacht haben."

 


 

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