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Die Geschichte des Mamer "Schlosses"

Das ursprüngliche Mamer "Schloss" hatte nichts mit dem heutigen, als "Mamer Schlass" bezeichneten Sitz der Gemeindeverwaltung gemein, sowohl was das Aussehen als auch die Lage betrifft. Auch die Bezeichnung Burghaus ist in dem Sinne nicht korrekt, da es sich nicht um das Wohnhaus einer Burg handelte. Am ehesten kann man sich unter dem ersten Mamer Schloss einen repräsentativen, befestigten Bauernhof, Gutshof mit Herrenhaus, vorstellen, das wahrscheinlich schon sehr früh in Steinbauweise errichtet wurde und mit Schiefer gedeckt war.

Dieses Hofgut hob sich sicherlich von den umliegenden, hüttenähnlichen und mit Stroh gedeckten Höfen der Hörigen von Mambra hervor, auch was seine Ausdehnung betraf.


Das "Schloss" mit dem Brüll und einem Teil der Umfassungsmauer auf einer Ansichtskarte (1930?).

Welcher der Herren von Mamer dieses Hofgut errichtete und zu welcher Zeit, ist unbekannt, da erstmals im Jahre 1166 ein Vertreter dieser Herrschaft erwähnt wird.

Als im 13. Jh. die Abtei Sankt Maximin das ihr gehörende Dorf und den Bann Mamer den Herren von Mersch als Lehen übertrug, behielt sie für sich als Eigenbesitz eine Anzahl Äcker und Wiesen, den Brüll und das unterhalb der Kirche gelegene Hofgut, "in dem die Äbte bei ihren Besuchen in Mamer abstiegen [Flener 1960]".

Um 1600 vergab das Kloster dann auch diesen Eigenbesitz als Lehen an Klaudius von Musiel, Herr von Bissingen und anderen Orten, welcher bereits den sogenannten Bübinger Anteil von Mamer als Lehen inne hatte.

Klaudius von Musiel hinterließ bei seinem Tode vier Kinder, von denen der älteste Sohn Johann und dessen mit Hans Jakob von Zievel verheiratete Schwester Anna das Hofgut mit allen zugehörenden Vogteien und Ländereien als Erbe erhielten.

Johann von Musiel und das Zievelsche Ehepaar wohnten zusammen auf Schloss Berg an der Mosel und besaßen auch die Mamer Güter gemeinschaftlich bis zum 14. Januar 1621, an welchem Tage sie das Hofgut mit Nebengebäuden, sowie die Obst- und Gemüsegärten durch das Los unter sich teilten.

Aus der Teilungsurkunde ist zu ersehen, dass das Herrenhaus im Erdgeschoß und im Stockwerk acht große Zimmer hatte und mit Schiefer gedeckt war, während die weitläufigen Scheunen und Stallungen Strohdächer hatten. Die Gebäude umgaben einen Hofraum, der viel größer war, als der heutige "Schlosshof".


Die imposanten Mauern des "hinteren Schlosses" geben eine Vorstellung davon, wie sich das komplette Gebäude von den umliegenden, ärmlichen Höfen, abgehoben haben muss.
(Kneppesch, Inhaber Jos Knepper-Hellenbrand, 1, route de Dippach, abgerissen im Jahre 1969/70. Foto: Nic. Stoffel)

Die Teilung erfolgte in der Weise, dass das Haus in der Richtung des breiten Hausganges getrennt wurde, wobei der rechte Flügel, von nun an "vorderes Schloß" genannt, an de Musiel, der linke Flügel, das "hintere Schloß" (Kneppesch) an Ziwell kam.

Zievell erhielt auch das Hofhaus, doch mußte er jährlich 1 Sester Weizen, 1 1/ 2 Sester Hafer und 23 Stüber an Musiel deswegen entrichten. Ferner die oberhalb der Kirche gelegene Lechmentgesvogtei, die von nun an Ziwellsvogtei genannt wurde. Daraus entstand daraus “Zirwes" und schließlich der spätere Hausname "Zirbes".

Musiel erhielt die Stallungen und Scheunen, sowie ein bei Loenertz gelegenes Brauhaus.

Einen Monat später, am 10. Februar 1621, teilten die Erben auch die vom Gut abhängenden Ländereien unter sich. Diese lagen bei dem Gutshof, op Berg, beim Katharinenhäuschen, beim "schlammen. Kues", in Beckelsbond, op der Uecht, in Kineksbond, Fronerbond, Gesselbond, Kromecht, Eveleck, beim Kornweg (Kärweg), Steiniger Weg, Mühlenberg, Gaschtberg, Drumeschbusch, Loorlach, und an dem Faulbach.

Man kam überein die Vogteien vorderhand ungeteilt zu lassen. Diese Vogteien, welche den Bübinger Anteil ausmachten waren: Lechesch, Hartesch, Küfers, Goedesch, Strefen, Theisen, Petesch, Krausen, Thommes, Ewerts, Kremesch, Biwesch, Friedrichs, Weils, Webers, Nuppesch, Jakobs, Anen, Engel, Heuardts, Lorentz, Zemmes, Attemer, Pleekesch, Gehlen, Zievels, Wilhelms, Wohnesch, Schoujosten.

Zu den vorstehend erwähnten Vogteien des Bübinger Anteils wird nun noch Pellen und Niedersten auf der Cappel aufgeführt. Diese Vogteien hatten zusammen jährlich 113 Gulden, 74 Sester Weizen, 45 Sester Hafer, 58 Hühner und 8 Kapaune an die Gutsherrschaft zu entrichten; dazu kamen die zu leistenden Frondienste.


Teilansicht von Mamer, vom "Breitenbach" her, rechts das Schloss.
Foto aus [Flener, 1960]

Gegen diese Teilung erhob Anna von Pforzheim, Witwe des Herrn von Merfeldt, der Einnehmer und Burgverwalter zu Dasburg und Mannrichter zu Vianden war, Protest. Sie besaß nämlich den vierten Teil der Hofgüter als Pfand für ein Darlehen an Klaudius von Musiel und erklärte, sie habe bis jetzt freundschaftshalber ihre Rechte nicht geltend gemacht, wolle aber nun wegen der Teilung nicht länger damit zögern.

Musiel und Zievell einigten sich schließlich mit der Witwe Merfeldt, indem dieselbe 200 Gulden in bar und einen im Brüll gelegenen Garten erhielt.

Der Hausname "Merwels" geht auf diesen Merfeldtschen Anteil zurück.


Das Haus Merwels, Inhaber Jean Thill, an der Dippacherstrasse.
Um 1850 gebaut, Einstellung der bäuerlichen Aktivitäten im Jahre 1965.
Abgerissen am 18.12.1967., nach dem Ankauf durch die Mamer Gemeinde.
Hier stehen heute die Ateliers und Garagen des technischen Dienstes der Gemeinde.

 

Johann von Musiel siedelte später nach Mamer über, wo er sich als ränkesüchtigen Herrn aufspielte. Mit seinem Schwager von Zievel hatte er fortwährend Händel wegen der Güter und die festen Satzungen der Dorfgemeinschaft erkannte er nur insofern an, als sie mit seinem Vorteil in Einklang standen.

Im Jahre 1656 wohnten im "vorderen Schloss" der Gerichtsvollzieher Feyerstein, im Zievelschen Teil Jean de Frisen, beide mit großem Gesinde. Sie weigerten sich, ihren Pflichten als Gemeine nachzukommen, da das Herrengut abgabenfrei sei, wollten jedoch nicht auf ihre Rechte als Gemeine verzichten. Der Zentner von Mamer strengte deswegen einen Prozess beim Provinzialrat gegen beide an.

Musiel setzte es aber durch, dass keine Amtsperson das Burghaus betreten durfte. Hatte eine solche einen Auftrag auszurichten, so musste sie diesen schriftlich an dem Markstein bei der vordersten Pforte abgeben.

Ob Hans Jakob von Zievel je im Herrenhaus zu Mamer wohnte, ist nicht bekannt.


Foto: Willy Suys, Kehlen (1970).

Musiels Tochter, Maria Elisabeth, heiratete den Freiherrn Johann Mathias d'Huart, geboren in Luxemburg am 23.10.1623 , und beide nahmen Wohnung im vorderen (dem linken) Teil des Schlosses. Ihr Vater, Jean de Musiel, Teilherr von Mamer, Elter und Koerich, war am 24. Mai 1659 von einem französischen Soldaten zu Remich erstochen worden.

Am 27. Juli 1673 kaufte d'Huart von Ludwig Wilhelm von der Ecken, Offizier im Regiment des Markgrafen von Baden, die vordere Hälfte des Herrenhauses für 1100 Taler ab. Von der Ecken hatte diese Hälfte durch seine Heirat mit der Tochter des Gerichtsbeamten Feyerstein von Luxemburg erworben.

Von Zievel hatte demnach den ihm gehörenden Teil des Herrenhauses an Feyerstein verkauft.

Der neue Gutsherr ließ sich im Jahre 1683 durch ein Schöffenweistum seine Rechte bestätigen. Dieses Weistum lautet:

1)     Erklären die Schöffen und das Gericht von Mamer, dass Herr d'Huart (gestorben 1680?) als Erbe des verstorbenen Jean de Musiel eine freie adlige Wohnung zu Mamer bei der Kirche zu eigen hat, mit Scheunen, Ställen, Land, Gärten und Wiesen, eine Schäferei usw.

2)     Dass Herr d'Huart Recht hat auf freie Entnahme von Brennholz aus dem Juckelsbusch, sowie freie Jagd und Fischerei.

3)     Derselbe hat das Grundgericht über seine Untertanen und das Recht den Bübinger Meier und die Schöffen zu ernennen.

4)     Hat der Zentner, Bote, oder Feldhüter dem Burghaus etwas von Gemeindewegen mitzuteilen, so muss er bei dem Markstein an der vordersten Pforte stehen bleiben und seine Botschaft dort ablegen. Er darf das Burggebiet nicht betreten und keinerlei Amtshandlung auf demselben vornehmen.

5)     Die Untertanen dürfen, ohne Abkauf der Kinder, dieselben nicht in andere Herrschaften verheiraten.

6)     Ohne Einwilligung des Herrn dürfen die Untertanen keines ihrer Güter verkaufen oder verpfänden und gebührt ihm der zehnte Pfennig von allem Verkauf.

7)     Aufzählung der Bübinger Vogteien (Johann Mathias d'Huart gehörten durch das Erbe seiner Frau 8 der 28 Bübinger Vogteien): Leschesch, Hartesch, Képesch (Küfers), G(o)edesch, Theisen, Stréfen, Zennen (Zemmesch) und Loenertz.

So gewiesen zu Mamer, am 28. Januar 1683.

Jonas Kemp, Maximinischer Meier
Johann Berchern, Hochgerichtsmeier
Johann Decken, Bübinger Meier
Wagner Johann, Scheltgen Peter, Weicherding Johann, Bernards Clas, Schöffen.
Reuland, Gerichtsschreiber des Hofes Mamer.

Durch Landkäufe in Fluesgard, auf dem Treckelberg und anderen Fluren vergrößerte er seinen Besitz, den er seiner Tochter Odile Thérèse hinterließ.

Diese heiratete den aus Lothringen stammenden Offizier Freiherrn Karl Bertrand von Boudonville, Ritter und Herr von Lagrange bei Diedenhofen. Aus der Ehe gingen ein Sohn namens Karl Albert und eine Tochter namens Odilia Therese hervor. Der Freiherr von Boudonville war viel in Kriegsdiensten abwesend und scheint ein fröhlicher Kriegsmann aber ein schlechter Wirtschaftler gewesen zu sein. Er brauchte viel Geld, sodass die Einkünfte des Besitzes schließlich nicht mehr für seine Bedürfnisse ausreichten und er zur Verpfändung von Grundstücken seine Zuflucht nahm. Unter seiner Verwaltung zerrüttete das Gut rasch. Am 30. November 1692, als er für einige Zeit in Mamer weilte, erließ er eine geharnischte Ordonnanz an seine Untertanen, in welcher er sie an ihre Pflicht, dem Herrn Geld zu schaffen, erinnerte.

Eine Urkunde vom 24. April 1688 besagt, dass Charles de Boudonville, Herr von Mannoir (Mamer) und seine Frau, Odile-Thérèse de Huart, Nic. Tandelinger die Lechesvogtei als erbliches Besitzrecht überlassen (56bis). [Mersch, 1969, S. 195]

Um sich Geld zu verschaffen, verkaufte oder verpfändete er Wiesen und Äcker. Am 13. April 1696 verpfändete Charles de Boudonville, Schloßherr zu Mamer und seine Gattin Adele d'Huart einen Pesch zu Mamer, längs des Baches, für 24 Gulden an den Pfarrer Steil, 1697 dem Amtmann von Bartringen Land auf dem Tossenberg, dem maximinischen Meier Äcker auf Berg, an Reuter von Holzem Wiesen in der “Kehl" und Land auf dem “Leh", an Dominik Nieles von Mamer Äcker auf Berg und im Rosengärtchen usw.

Die Zirwesvogtei (Letsch-Olinger bei der Kirche) ließ er neu aufbauen, vergaß aber die Baukosten zu zahlen, woran ihn ein Urteil des Provinzialrates vom 18. Februar 1693 erinnern musste. Der Vogteiinhaber Heinrich Zirbes, alias Poeckes, hatte zum Neubau nämlich 29 Gulden vorgestreckt und führte zwecks Rückzahlung des Geldes vor dem Provinzialrat einen Prozess gegen Boudonville.

Die Maximiner als Grundherren des Dorfes überwachten mit Besorgnis die Pumpwirtschaft des Freiherrn und sandten am 30. Juni 1701 den Notar Nots von Luxemburg in Begleitung der Dorfschöffen Engel Bernhard und Ewerts Bernard zu Boudonville, um sich von ihm die Besitztitel der veräußerten Güter vorweisen zu lassen.

Am 2. November 1702 überlässt Odile Thérèse von Boudonville, geborene d'Huart, Dame von Mamer, als erbliches Besitzrecht (bail perpétuel), ein Feld an Jean Greimer, für die Summe von 16 Ecu, welche ihm geliehen wurde. Ob ihr Ehemann zu diesem Zeitpunkt schon tot war, ist nicht gewusst.

[Flener, 1960] schreibt, dass von Boudonville um 1706 starb und seine Witwe heiratete1713 im Gut zu Mamer in 2. Ehe den Ritter, Freiherr Karl Christof von Reiffenberg, Herr von Körich. Dieser ließ in die Umfassungsmauer des Schloßgartens eine Pforte brechen, um bequemeren Zutritt zur Kirche zu haben. Dies duldeten die Pfarrleute jedoch nicht und forderten ihn am 8. Oktober 1709 vor Gericht.

 


Foto: Willy Suys, Kehlen (1970).
 

Auch unter dem neuen Herrn ging der Verfall des Gutes weiter und schließlich waren die letzten Ländereien und Renten des Gutes verpfändet.

  • Am 24. April 1710 verkaufen Charles de Reiffenberg, Herr von Mamer und Odile Thérèse d'Huart ihre Güter in Athus, Lamadeleine und Battincourt an die Jesuiten in Luxemburg für 2000 Ecu. (Christophe de Reiffenberg déclare tenir de Bar en fief des biens à Rodange, Lamadeleine et Athus - 30/06/1665 - Document Anlux, A-X-34-378).

  • Am 8. November 1713 verkauft das Ehepar einen Garten beim Mamer Schloss an Grégoire Gudes.

  • Am 20. Dezember 1713 erlaubt der Provinzialrat, dass die Dame Odile Thérèse d'Huart 160 Ecu leiht auf ihre Güter zu Mamer, um ihre minderjährigen Kinder zu versorgen.

  • Im selben Jahr verkaufen Charles de Reiffenberg und Odile Thérèse d'Huart dem Abt Nicetic Andreau von St. Maximin ihre Wiesen "Frönviesen" zu Mamer für 36 Ecu.

  • Am 10. September 1726 fordert der Verwalter von St. Maximin den Baron von Reiffenberg auf, die fälligen Zinsen zu bezahlen, welche auf hypothekierten Renten aus seinen Gütern in Mamer erfallen sind.

Ausserdem schuldete Reiffenberg der Abtei Sankt Maximin 2400 Gulden für Darlehen. Gemäß den Bestimmungen des Lehnsrechtes war St. Maximin berechtigt, das Lehen wegen schlechter Verwaltung als verfallen zu erklären.

Diese Sachlage war unhaltbar und am 21. Januar 1727 verzichteten vor dem Notar Pierret zu Luxemburg der Freiherr von Reiffenberg, seine Gattin, geborene d'Huart (seigneur et dame de Koerich et en partie de Mameren), ihre Kinder und die Kinder aus erster Ehe, Karl Albert und Odilia Therese von Boudonville in aller Form auf das Mamer Lehen, das damit an Sankt Maximin zurückfiel. Gegen diesen Verzicht schenkte die Abtei den Gutsleuten die geschuldeten 2400 Gulden und diese lösten die verpfändeten Güter, im Ganzen 32 Artikel, wieder ein. Reiffenberg durfte mit seiner Familie im Burghaus wohnen bleiben. Er zog es jedoch vor, sich mit seiner Gattin im "Fockeschlass" in Koerich niederzulassen, welches sie restauriert hatten.

So war also das im Jahre 1534 an Dr. Keck und seine Nachkommen verliehene Afterlehen wieder in maximinischer Hand.

Am 26. Juni 1727 erklärt François Hungen aus Kehlen, vom Verwalter der Abtei St. Maximin8 Ecu erhalten zu haben  für die Lieferung von 4 Karren Kalk für den Verputz der Scheune des Mamer Schlosses.

Die Geschwister de Boudonville blieben unverheiratet. Odile Thérèse war am 26.4.1719 Patin bei Johann Celen, dann wieder am 28.1.1731 bei Michel Gelen, Sohn von Gelen Nicolas und Johanna PaulI. Die nun erloschene Familie Gelen wohnte damals in einem beim Hofgut gelegenen Häuschen und wird wohl als Taglöhner im Gut gearbeitet haben.

Bruder und Schwester de Boudonville starben auf ihrem Gut in Mamer, doch ist deren Todestag nicht bekannt, da das Sterberegister der Pfarrei aus jener Zeit nicht mehr existiert.

Nach deren Tod wurden die Gebäude Taglöhnerfamilien als Wohnung überlassen und verfielen allmählich.

Die Maximiner bewirtschafteten nun die Hofgüter selbst, teils im Eigenbetrieb, teils durch Pächter. Aus den Katastertabletten vom Jahre 1766 sind die Fronleistungen zu ersehen, welche die zum Hofgut gehörenden Vogteien zu leisten hatten.


Die Kirche mit dem Friedhof und das Mamer Hofgut
auf einem Ausschnitt der Ferrariskarte von 1777.

 

Im November 1796 erklärte die Regierung der französischen Republik den Besitz aller religiösen Gemeinschaften als Nationaleigentum. Unter diesen Beschluss fielen auch die zahlreichen Liegenschaften der Maximiner hierzulande. Die Abtei protestierte gegen diese Beschlagnahme da das betreffende Gesetz nicht für ausländische Besitzer gelte. Der Protest wurde jedoch abgelehnt, und am 15. Februar 1798 wurden die maximinischen Güter zu Mamer öffentlich ausgeboten.

Dieser Besitz bestand aus dem Hofgut, dem Brüll, den Wiesen in "Fronerbond" und 37 Morgen anderer Wiesen und Äcker. Ferner dem Juckelsbusch, der am Redelbach gelegenen Neumaxmühle mit einem Morgen Garten, drei Morgen Ackerland, vier Morgen Wiesen und einem Morgen Weiher. Dann dem Getgebusch-, Eweschtbruch- und Gollenweiher, sowie ein Weiher auf der Kapell.

Das Anwesen wurde in 4 Losen versteigert:

1)     Das Schloß mit einer Anzahl auf dem Bann verstreuter Äcker wurde erworben von Thierry von Bastnach für 172 000 fr.

2)     Der Brüll, begrenzt durch den Gemeindeweg, den Schloßgarten, den Bach und Neppesch, angesteigert von dem Bäcker Clemens von Luxemburg für 221 000 Fr.

3)     Der sogenannten. Patresgarten, angesteigert durch den Schankwirt P. Reuter von Luxemburg für 42 000 Fr.

4)     Das Pfarrhaus, beim Brüll gelegen, mit 1,28 Ruten Garten und einem Morgen Land, angesteigert durch General Morand für 91 000 Fr.

Der vordere, am Wege gelegene Teil des Herrenhauses war um diese Zeit ganz verfallen und wurde von dem Tagelöhner Michel Glodt und dessen Ehefrau Barbara Tordue bewohnt. Es war so baufällig geworden, dass der Munizipalagent Heinrich Styr bei der Oberbehörde den Antrag einreichte, diesen Leuten eine andere Wohnung zu beschaffen und das Haus wegen Einsturzgefahr abzubrechen. Der Nationalagent Legier gab dem Gesuch statt und der Abbruch wurde dem Unternehmer Dondelinger von Luxemburg übertragen, dem auch die Altmaterialien für 500 Frs überlassen wurden.

Im hinteren Teil  wohnte das Ehepaar Nikolaus Olinger und Elisabeth Lang (Tunnen). Es kam am 11. März 1798 zur öffentlichen Versteigerung mit einem Garten von 40 Ruten und einer Anzahl Äcker. Das Hofhaus diente dem Pfarrer von Mamer zur Wohnung, der auch den zwei Morgen großen Merfeldtschen Garten, nun Patergarten genannt, im Genuss hatte.

Der Juckelsbusch war bereits im Jahre 1795 zur Staatsdomäne erklärt worden. Der übrige Besitz gelangte in mehreren Terminen zur öffentlichen Versteigerung. Das erste Angebot lautete auf 15 000 Francs. Es wurden mehrere kleine Kerzen nacheinander angezündet, und es durfte bis zum Erlöschen der letzten geboten werden. Am 11. März 1797 steigerte der Richter Johann Franz Thiry von Bastnach das hintere Herrenhaus mit den Ökonomiegebäuden und 40 Ruten Garten für 172000 Franken an.

An demselben Tage gelangte der Patergarten für 2000 Franken in den Besitz des Schankwirtes Peter Reuter von Luxemburg. Reuter ließ am oberen Ende des Gartens eine Scheune und eine Oelmühle errichten.

Johann Clemens von Luxemburg erwarb den Brüll mit dem Golleweiher für 121 000 Franken und Thiry von Bastnach die Wiesen in Fronerbond für 11 000 Fr.

Am 20. Juli desselben Jahres kam die Neumaxmühle zur Versteigerung. Im Auftrage der ehemaligen Äbtissin des Klosters von Differdingen, Therese von Gorcy, steigerte Reuter von Luxemburg dieselbe an für 17 000 Franken.

Am 11. August 1798 erwarb der Kommandant der Festung Luxemburg, Karl Alexis Morand, das Pfarrhaus mit einem 28 Ruten großen Garten und 7 Morgen, 113 Ruten Ackerland für 91 000 Franken. Charles Alexis Morand wurde im Jahre 1771 zu Pontarlier geboren. In der Schlacht bei Auerstädt zeichnete er sich so aus, dass Napoleon ihn in den Grafenstand erhob.

Der Getgebuschweiher kam für 265 Franken an Guillaume von Neufchâteau und der Eweschtbruchweiher für 295 Franken an Pfloug von Grevenmacher.

Das Land verkaufte Thiry an Mamer Bauern. Das Herrenhaus wurde vermietet und gegen 1816 von Knepper Nicolas aus Thommes käuflich erworben.

Am 14. Februar 1819 kam ein Tauschhandel zwischen der Gemeinde und Knepper zustande, durch den Knepper das "hintere Schloss" für jährlich 34 Gulden an die Familie Nicolas Nocke-Kolvender vermietete. Nocke überließ seinerseits dem Pfarrer Asselborn das bis dahin gemeinsam bewohnte ehemalige Pfarrhaus am Brüll ganz.

Als der Enkel von Nicolas Knepper, Peter Knepper, im Jahre 1840 heiratete, nahm er mit seinem Hausstand in diesem Gebäude Wohnung, das noch heute im Besitz seiner Nachkommen ist.

So war der letzte Rest der über 800 Jahre dauernden maximinischen Grundherrschaft in Mamer verschwunden und das Hofgut zersplittert. Nur einige über den Bann zerstreute mit S. M. manchmal auch mit einer Jahreszahl gezeichnete Grenzsteine erinnern noch an die Herrschaft der berühmten Abtei.


Feldbegrenzungsstein aus dem Jahr 1769
Fundort: Mamer "Op Edemer"

Wegen des Brüll hatte dessen neuer Besitzer einen Prozeß mit der republikanischen Verwaltung zu führen, welche den "Kramp" genannten Teil als nicht zum Brüll gehörend erklärte. Aus den Prozessakten ist zu ersehen, dass der Brüll damals mit einer Hecke umgeben war.

General Morand, ließ das ehemalige Hof- oder Pfarrhaus zu einem Landesaufenthalt für sich einrichten. In einer Aufstellung vom Jahre 1809 wird er als einer der höchstbesteuerten Grundbesitzer von Mamer aufgeführt.


Der Brüll mit dem Gölleweiher auf auf einem Kadasterplan um 1845
(Original: Service Technique Gemeinde Mamer).

Das ihm gehörende Anwesen wurde nach dem Abzug der Franzosen im Jahre 1814 von dem aus Bastnach stammenden und nach Luxemburg verzogenen Jean Metz, den Ahnherrn der Hüttenherrendynastie Metz erworben, der dem Ortspfarrer und der Familie Nocke das Gebäude als Wohnung überließ. Metz vereinigte auch die übrigen Gebäude, den Patergarten und den Brüll wieder zu einem abgerundeten Besitz. Als seine im Jahre 1804 geborene Tochter Virginie den gleichfalls 1804 geborenen Sohn des Notars Joseph François von Luxemburg, Friedrich François, heiratete, erhielt sie den ganzen Mamer Besitz als Hochzeitsgeschenk.

Unter den Francois erlangte das Gut eine nahezu 100 Jahre dauernde Blüteperiode, wie es sie selbst zur Zeit der Musiel und d'Huart nicht erreicht hatte. Friedrich Francois ließ das hintere Herrrenhaus gänzlich abtragen und erbaute am Standort des ehemaligen Pfarrhauses im Jahre 1830 das neue "Schloß",mit den angrenzenden Wirtschaftsgebäude wie es noch heute besteht und das der Familie lange Jahre als feudaler Sommersitz diente.

Die Grenzen des Brüll dehnte er über den Mamerbach hinaus bis zu den Höhen auf Berg, welches Terrain er von der Kirchenfabrik im Austausch gegen Wiesen in Malemter gewann.

Den ganzen Komplex liess er mit einer zwei Meter hohen Mauer umgeben, die vom Schlosse bis auf Bierg verlief und vom Karweg wieder bis zum Schlosse führte.

Im Brüll wurde ein 22 Ar großer Weiher geschaffen und durch Anpflanzen von Fichtengruppen, Platanen, Ulmen, Korkeichen und anderen Bäumen ein prächtiger Park angelegt.

Der durch den Brüll bis zum Karweg führende Weg wurde zu einer schattigen Allee umgestaltet und am Eingang zum Schlossanwesen vom Dorfe her, wie auch am Ausgang zum Karweg Pförtnerhäuschen errichtet, so daß das Ganze als vornehmer Herrensitz gelten konnte.

Als guter Wirtschaftler mehrte Friedrich François den Besitz, so dass er im Jahre 1860 an die 60 Hektar Wiesen und Ackerland auf dem Mamer Bann besaß, die auf 50 verschiedene Fluren verteilt waren.

Friedrich Francois starb 62 Jahre alt, am 20. August 1866, im Schlosse zu Mamer. Seine Gattin war schon vorher gestorben. Deren Sohn, Camille François, folgte dem Vater in dessen Amt als Generaleinnehmer. Derselbe war im Jahre 1835 geboren und heiratete um 21. Juli 1863 Pauline Jurion von Diekirch, die am 1. Februar 1869 zu Pau in Südfrankreich starb.


"Mamer Schlass" - Briefmarke 2003

Aus der kurzen Ehe gingen vier Kinder hervor:

·   Friedrich. geboren zu Luxemburg am 15. 2. 1864. Derselbe starb ledig als Friedensrichter des Kantons Capellen, zu Cap, am 23.11.1899. 

·  Virginie, geboren zu Mamer, am 8. April 1865. Dieselbe heiratete am 19. Mai 1890 Ulveling Georges von Luxemburg, der erst Distriktskommissar, dann erster Eisenbahnkommissar wurde. 

·  Léon, geboren zu Mamer, am 8. April 1866. Dieser heiratete arn 9.8.1898 Justine Weber, Tochter des Arztes Eduard Weber von Eich. Léon starb als Hütteningenieur zu Esch/ Alzette am 12. Januar 1904. 

·   Eduard, geboren am 21.8.1867. Derselbe heiratete am 17. 9. 1900 zu Luxemburg Matilde Brasseur, Tochter von Alexis und Constance Brasseur. Die Ehe blieb kinderlos. Eduard folgte seinem arn 29. Juni 1900 zu Luxemburg verstorbenen Vater als Generaleinnehmer, welches Amt nach Eduards Tod am 19. März 1914 abgeschafft wurde.

Das Schloss diente von da ab dem Paare Ulveling-François allein als Sommersitz; hier starb Ulveling am 15. Juni 1916 im Alter von 54 Jahren. Er ließ seine Witwe Virginie mit dem einzigen aus der Ehe hervorgegangenen Sohn Georges, geboren am 20. März 1892, zurück.

Der junge Georges wurde Advokat und erreichte es durch sein joviales Wesen, daß er am 26. Oktober 1919, erst 27 Jahre alt, als Deputierter des Kantons Capellen in die Kammer der Abgeordneten gewählt wurde. Da machte am 23. September 1923 ein stupider Autounfall am Tossenberg seinem hoffnungsvollen Leben ein Ende.

(vgl.: 1923, 23. September – Der Tod von Georges (“Jemmy”) Ulveling)

Seine Mutter, die Eltern, Gatten, Sohn und Brüder mußte hinscheiden sehen, starb, 61 Jahre alt, als gramgebeugte Frau, am 14. November 1926 im Schlosse zu Mamer.

Bereits unter Camille François waren alle auf dem Bann gelegenen Güter des Schlosses veräußert worden. Gegen 1913 erwarb der Lehrer Kieffer von Mamer den auf Bierg gelegenen Teil des Brüll.

Nach dem Tode Ulvelings im Jahre 1916 ließ seine Witwe Virginie den schönen Park zum größten Teil abholzen, und die Pförtnerhäuschen mit Land in Brüll wurden verkauft

Nach dem Tode der Witwe Ulveling bezog der am 31. März 1903 zu Esch/ Alzette geborene Sohn der Eheleute Leon François-Weber, Jean Frederic François das Schloß. Derselbe hatte die zu Dragoer in Dänemark geborene Moeller Nelly geheiratet. Es wurden weitere Teile des Anwesens veräußert, bis im Jahre 1934 das Schloß mit dem Brüll an eine Güterhändlerfirma verkauft wurde, die den in Parzellen geteilten Brüll an einige Mamer Bauern verkaufte.

Das Schloss mit den Wirtschaftsgebäuden erwarb das aus Engel stammende Ehepaar Jacques Fischer- Julie Kremer.

Mamer Bilderbogen
Neues vom ehemaligen, sagenumwobenen Schloßgarten "Brill"

[tb, 1942] Der "Brühl", ein häufiger Flurname, ist die eingefaßte Schloßwiese. In Mamer ist es heute noch ein Areal von 10 ha, dicht am Dorf, ein Bannteil mit stolzer und reicher Vergangenheit, ein Begriff beim Volk, anfangs abseits, heute mitten im Betrieb der Gemeinschaft.

Die auffallende Mauer ringsum, deren Alterserscheinungen und verschwundenen Teile ein Symbol der Vergangenheit sind, hütete den Bering "vor der Außenwelt" und drückte dem imposanten Besitz den Stempel der Vornehmheit auf. Der Mann aus dem Volke rechnete sich aus wieviel sie gekostet haben mag, heute kosten würde, und zieht so Schlüsse auf das Ganze. 


Noch sind Teile der alten Umfassungsmauer sichtbar (Foto J. Thiel, 2009)

Das war ein Ganzes, damals als der Brill noch ein Park war, eine Sammlung der edelsten und schönsten Bäume und Sträucher aller Art, die einem botanischen Garten alle Ehre gemacht hätten, deren Umfang dem schönen Flecken die Patina gab; wo Naturfreund und Maler auf ihre Rechnung kamen. Tannengruppen rückten träumend zu Sträußen zusammen und ließen die mächtigen Aeste wie Fächer zu Boden gleiten. Eschen, wovon mehrere 6 bis 7 cbm Schnittware lieferten, standen wie Titanen wachend ringsum. Eine prächtige Pappelallee bildete als “goldene Straße" im sonnigen Herbste das schönste Spalier und wurde zum Wahrzeichen der Landschaft.

Ulmen, Platanen und Ahorn boten den Reiz des Außergewöhnlichen und Exotischen. Damals, als der Gärtner, eifersüchtig auf sein Reich, mit Kunstsinn der Natur nachhalf, als "der alte Herr", mit Recht stolz wie ein Prinz hier wandelte, war der Brill das Schönste und Begehrenswerteste, ein Kleinod, eine Zier.

Von der Mamer leitete man das Wasser zum Fischweiher, der in der Mitte, ruhig wie ein frommes Gewissen die Sonne auffing. Im Patresgarten gedieh das beste Obst. Der Schloßgarten selbst war Muster und Ansporn. Die Totengruft schob sich heimlich zum Dorffriedhof ein, war bei allen und doch vornehm für sich allein.
Das war eine glückliche Zeit ...!

Das geheimnisvolle Drinnen regte die Phantasie der Außenwelt an und umwob den Brill mit Sagen. Der Hexensabbat "auf Berg" brachte lange ein gewisses Gruseln.

Dann nagte der Zahn der Zeit und der schöne Schloßgarten wurde ein Opfer der Entwicklung. Die böse Axt hallte dort wieder, Holzhändler fuhren ganze Ladungen zur Stadt. Die Poesie verkroch sich in die geheimsten Winkel und fand sich schließlich auch dort nicht mehr heimisch. Selbst die sich sonst alljährlich einstellenden Wildenten getrauten sich nicht mehr zum versumpften Weiher; der Brill war all seiner Geheimnisse beraubt.

Das Volk bemächtigte sich seiner, jedermann durfte dort ein und aus und hinterließ Spuren. Die Kinderwelt erkor sich ihn zum idealen Tummelplatz. Alle Tore öffneten sich groß. Ein Stück nach dem andern verfiel den Nachbarn, bis sein Schicksal sich erfüllte! Bauern teilten sich das Ganze. Eine Baumgruppe nach der andern fiel und machte fruchtbares Land frei. An Stelle der versonnenen Schönheit alter Schloßromantik, trat eine neue reale Wirtschaft. Wo früher Wild und Vögel und edle Luxustiere sich des Daseins freuten, grasen heute prächtige Viehherden - der Brill gehört dem Dorfe.

 
Das heutige "Mamer Schlass" (Foto: J. Thiel, 2008).


Quellen:
[Flener, 1960] Das feudale Schloss und dessen Herren, S. 38 ff.
[Flener, 1960] Das moderne Schloss und der Brüll, S. 163 ff.
[TB, 1942_04_08] Mamer Bilderbogen. Neues vom ehemaligen, sagenumwobenen Schloßgarten "Brill", in Tageblatt, 08.04.1942
[TB, 1943_03_27]
[TB, 1943_03_29]
Nik Flener, Das Mamer Schlossgut im Wandel der Zeiten, in Tageblatt, 27.03.1943 und 29.03.1943

Von Flener zitierte Quellen:
Majerus-Grob, Geschichte der Herrschaft Mersch - Pfarreiarchiv - Regime Francais - Landesarchive - Jules Vannerus: La Familie Vannerus.

         
Mamer Schloss Schlass Château Mamer Schloss Schlass Château Mamer Schloss Schlass Château Mamer Schloss Schlass Château Mamer Schloss Schlass Château
LE CHATEAU, act. Lucien Fischer-Wagener, 19, rue du Marché, construit en 1830, vendu en 1934, acquis par J.Fischer-Kremer. –AM SCHLASS-, -ENGEL- (photo : Nic.Stoffel) Le projet d’acquisition du château par la Commune de Mamer, objet de controverses entre 1973 et 1979 fut définitivement abandonné le 18 juillet 1979 (photo : Nic.Stoffel)

 

(photo : Nic.Stoffel) Vue aérienne de Mamer en 1962. Editions : CIM, Macon
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  1929 : Le cours de la Mamer au Brill.Vue de la route de la libération. En 1930 le cours du ruisseau fut redressé (coll. E. Hoffmann). Passerelle au Brill sur le Breitenbach vers 1918 (act. Stade Fr. Trausch)(photo : L. Mayer).

Le Breitenbach et le château vers 1913 (photo : Hamper)

 
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La Breitenbach vers 1930 (photo L. Mayer).

« Haffen » Maison Trausch au Brill ancienne conciergerie de château vers 1914 (coll. : Fr. Trausch).

Le pont sur le Faulbach au Brill avec restes de la voûte du mur d’enceinte de l’ancienne propriété du château. Démolition et reconstruction en 1977 (photo : Nic. Stoffel).

Le pont sur le « Faulbach » au Brill, vers 1920 (coll. Christophe Schonckert)

Le pont sur le Faulbach au Brill - reconstruction en 1977 (photo : Nic. Stoffel).
Fotos & Texte: [Stoffel, 1988, vol. I & III]

 

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