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Römische Gebäudeüberreste
bei Sankt-Katharinenhäuschen „ënnert dem Katreinerhaischen

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Die Lage der Fundstelle bei St. Katharinenhäuschen

Blick von Osten auf die Fundstelle. Im Vordergrund die Strasse von Mamer nach Kehlen, im Hintergrund die Zone d'Activité von Capellen.

Blick von Westen auf die Fundstelle. Im Hintergrund die Kompsotanlage, rechts der abgeräumte Boden. Der neuangelegte Weg zur Kehlenerstrasse; angrenzend an den Erdhaufen befindet sich die Fundstelle. Steinschotterung der Römerstrasse von Reims nach Trier ?
       
Die Fundstelle von Westen. Die Fundstelle von Süden, links oben die abgetragene Erde. Die Fundstelle, links oben die Z.A. Capellen
Spuren von Mauerzügen und Keramikfragmente.


Carte régionale 1:20000
© Origine Administration du Cadastre et de la Topographie Luxembourg (ACT)
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DIE ENTDECKUNG

Zu der Entdeckung von Mauerüberresten kam es Anfang April 2009 als Joël Adam aus Kehlen, dem schon mehrere Entdeckungen in der Region zu verdanken sind, bei einer Felderbegehung in einem westlich an die Kompostanlage in Mamer angrenzendem Feld, auf Spuren aufmerksam wurde, die auf eine römische Besiedlung schliessen lassen.

 

Dank der Zuvorkommenheit des Grundstückseigentümers, Herrn Henri Hilgert, wurde mit schwerem Gerät, das sich an Ort und Stelle befand, die obere Bodenschicht abgedeckt. In der darunterliegenden Schwemmschicht (Kolluvium) wurden Mauerzüge sichtbar, die zweifelsfrei römischen Ursprungs sind. Die in der Schicht aufgelesenen Keramikscherben sowie typisches Material der Dachbedeckung lassen keinen Zweifel daran, dass hier ein Gebäude gestanden hat.

 

DIE GRABUNG

 

Nach einer umgehenden Benachrichtung von Dr. Jean Krier, Konservator am "Musée National d'Histoire & d'Art" wurden umgehende Grabungsarbeiten in Aussicht gestellt, welche am 9. April 2009, unter der Leitung von Matthias Paulke, Grabungstechniker am Musée National d'Histoire & d'Art, begannen.

 


Matthias Paulke

 

Das Auffinden zahlreicher Muschelkalksteinfragmente (calcaire bajocien) legte die Vermutung nahe, dass es sich bei dem  Mauerresten um ein Grabmonument handeln könnte, was durch die Lage des Gebäudes nahe an der Römerstrasse Reims-Trier und in nächster nähe zu anderen wichtigen Fundorten (Hierebësch, Edemer-Theisekaul) nicht unmöglich wäre. Diese Annahme wurde jedoch im weiteren Verlauf der Grabung nicht bestätigt.

 

 

Vermutlich gehörte das Gebäude zum Tempelbezirk am St. Katharinenhaischen, auf dessen Überresten später eine Einsiedelei mit einer dazu gehörigen Feldkapelle errichtet wurde. Mangels Funden kann die Nutzung des Gebäudes jedoch nicht klar bestimmt werden.

 

Überraschend war das Auffinden eines mit flachen Sandsteinen abgedeckten Kanals, der das Grabungsareal durchquerte.
Hier handelt es sich jedoch um einen modernen Kabelkanal.

 

Die Grabung wurde am 5. Juni 2009 eingestellt. Interessant wäre es, wenn auch unter der Kompostanlage ausgegraben werden könnte, weil weitere Spuren in diese Richtung weisen. Warum dies beim Bau der Kompostanlage nicht geschehen ist, bleibt momentan unklar.

 


Auch Alan Stead, Leiter der Grabung von 1999 anlässlich des Baus des Mamer Lyzeums am Tossenberg,
 beteiligte sich an den Ausgrabungen.

 

 

[Paulke, 2009] Von März bis Juni 2009 untersuchte das MNHA eine römische Fundstelle in Mamer (Flur „ënnert dem Katreinerhaischen“).


Am Fuß eines Hanges konnte ein 7 x 8 Meter großes, isoliert stehendes Gebäude freigelegt werden. Das Gebäude befand
sich in unmittelbarer Nähe zur römischen Fernstraße von Trier nach Arlon, ca. 300 Meter vom Fundort des bedeutenden
römischen Ziegeleibetriebes von Mamer-Capellen entfernt. Die Mauern und Fundamente des Gebäudes waren z. T. von einem Kolluvium (durch Erosion abgeschwemmter Boden) bedeckt. Zahlreiche römische Funde, wie gut erhaltene
Ziegelfragmente, Keramik und Glas in diesem Erosionsboden belegen eine bisher unbekannte römische Fundstelle, die sich
oberhalb des freigelegten Bauwerkes auf der Hügelkuppe befinden muss.

 

Der vom MNHA untersuchte Bereich erbrachte neben dem bereits erwähnten Gebäude keinerlei Befunde. Das dort geborgene Fundmaterial war sehr schlecht erhalten und ermöglicht kaum eine genauere Datierung. Der Fund von fünf römischen Münzen verweist auf eine Nutzung zwischen dem 2. und dem Ende des 3. Jahrhunderts.

 


 

---> siehe hierzu auch "Sankt-Katharinenhäuschen"

 

 

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