1853, 30. Juni – Lärm während der Abendandacht

Lärm während der Abendandacht

Aus dem Canton Capellen, 30. Juni.
Es wäre zu wünschen, daß der Landrath des Breslauer Kreises, Graf v. Königsdorf, einige Zeit in unserem Lande für die Heilighaltung der Sonn- und Festtage wirken könnte.

Am verflossenen Sonntag wurde in Mamer das Fest des heil. Johannes gefeiert. Die Dorfbewohner hatten Alles aufgeboten, um die Feier zu erheben. Allein eine Anzahl ungezogener Jungen eines Nachbardorfes machten während der Abendandacht solchen Lärmen in einem nahe bei der Kirche gelegenen Wirtshause, daß die Menge der Betenden so gestört wurden, daß sogar Einige beim Austritt aus der Kirche unter sich äußerten : Das Dorf sollle ein solches Haus niederreißen. Ich berichte Ihnen dies, um anzuzeigen, wie strenge die Polizei im Lande gehandhabt wird.

Luxemburger Wort 03.07.1853 Link zum Artikel

1858, 13. Juni – Eisenbahnbau in Mamer

Eisenbahnbau in Mamer

Tossenberg, 21. Sept.

Es war am 13. Juni, als man am Fuße des Tossenberges den ersten Spatenstich zum Bau der Luxemburg-Wilhelm-Eisenbahn nach Arlon that. Zufällig stieß man an das Fußgestell eines Römergrabmales, wo der lang Entschlafene plötzlich sich ausrichtete, nach Speer und Lanze griff, und die erschrockenen Arbeiter drohend anfuhr : warum störet ihr die zweitausendjahrige Ruhe meines Aufenthaltes hier an diesem Orte? Alle Arbeiter flohen erschrocken davon; nur einer der Beherzten, der aus Angst die Flucht vergessen hatte, zog zitternd seine Mütze ab, und sprach: Herr Geist, zürnen Sie uns nicht; wir können nicht darfür; man will eine Eisenbahn hier haben. Continue reading

1808, 17. Juli – Der große Brand in Mamer

Die schlimmste Brandkatastrophe von der Mamer heimgesucht wurde war wohl die totale Einäscherung des Dorfes durch marodierendes, Kriegsvolk im Jahre 1543. Der große Brand vom Jahre 1808 reichte in seinen Ausmaßen und Folgen, nicht an dieses Unglück heran, doch würde durch denselben immerhin ein Viertel des damaligen Dorfes in Asche gelegt. Continue reading

1821, 20 Dezember – Hinrichtung durch die Guillotine

Die letzte Hinrichtung durch die Guillotine auf dem Fischmarkt in Luxemburg fand am 20.12.1821 statt. Franz Blasius, ein Müller aus Mamer, bezahlte hier den Mord, den er an seiner Ehefrau begangen hatte, mit seinem Leben. Er hatte sie zwischen den Mühlsteinen zermalmt und das ganze wie einen Unfall aussehen lassen um eine junge Frau aus Sandweiler zu heiraten, die von ihm ein Kind erwartete.
[Fanny Beck, Un aspect plus sombre du Marché-aux-Poissons : Un lieu d'exécutions, in: Ons Stad, Nr. 23, 1986, p. 15].

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1830, 3. Oktober – Verteilung von Geld aus der Gemeindekasse

fl Dondelingen.
M. J. Mohimont. Dondelingens größter Sohn.

In ein Seitentälchen der Eisch hingeschmiegt, liegt Dondelingen mit seinen großen Bauernhöfen und seinem kleinen Kirchlein. Zwischen ihnen plätschert geruhsam das Bächlein aus Klein-Amerika herunter und möchte erzählen aus alter Zeit. Sah es doch soviel Interessantes im kleinen Weiler, hat es doch soviel, Aufstieg und Untergang erleben müssen und weiß es doch besonders von einem tüchtigen Dondelinger Kind zu erzählen, das noch heute im fremden Arel voller Lob genannt wird: J. Mohimont.

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1848, 11. September – Concours für die Stelle eines Lehrers und einer Lehrerin

Bekanntmachungen.


Am 11. September 1848, um 9 Uhr Morgens, wird im Schulhause zu Mamer ein Concours für die Stelle eines Lehrers und einer Lehrerin stattfinden. Das Gehalt des Lehrers beträgt 250 Gulden, das der Lehrerin 200 Gulden nebst Wohnung und einem kleinen Garten.

Die sich zum Concurs meldenden Candidaten haben sofort ihre Zeugnisse dem Herrn Bürgermeister vor dem 11. September einzuhändigen.

Mamer, den 1. September 1848.
Der Bürgermeister
Kayl.

Luxemburger Wort, 03.09.1848 Link zum Artikel

1848, 14. Mai – Adresse der Gemeinde Holzem an den König

Adresse der Gemeinde Holzem an den König.

Sire.
Wie haben Sie doch Ihre katholischen Luxemburger so traurig machen können in dieser ohnehin schon sehr betrübten Zeit, wo uns noch immerfort jene Gesetze und Abgaben drücken, deren Abschaffung wir längst verlangt haben!

Die Religion, Sire! ist in tiefer traurigen Zeit das Beste, was wir haben. Wollen Sie also durch die Entfernung unseres geliebten Bischofs uns nicht noch mehr kränken, nicht unseren einzigen und letzten Trost uns rauben, nicht unsern gewissenhaften Bischof zum Lügner machen, der in seinem vor etlichen Wochen erlassenen Hirtenbriefe uns doch so feierlich versichert hat, daß Ew. Maj. es so gut und väterlich mit seinen katholischen Luxemburgern meine, wollen Sie endlich nicht in unsern Augen erscheinen, als seien Sie zum Feinde  unserer katholischen Religion geworden, so machen Sie, daß unser uns so theure Oberhirt alsogleich in unsere Mitte zurückkehren kann.

Die in ihrem Religionsinteresse sehr tief gekränkten Einwohner des Dorfes Holzem, am 5. Mai 1848.

(Folgen die sämmtlichen Unterschriften der Männer und Jünglinge.)

Luxemburger Wort, 14.05.1848. Link zum Artikel
Numérisé par la Bibliothèque nationale de Luxembourg, www.eluxemburgensia.lu

1848, 16. April – Die Revolution von 1848 – Petition der Gemeinde Mamer. *)

An Seine Königlich-Großherzogliche Majestät.

In dieser Zeit der Bewegung und des Aufruhrs greifen Ihre getreuen Unterthanen der Gemeinde Mamer nicht zu den Waffen des Aufruhrs und der Auspflanzung fremder Fahnen, sondern stellen Ihrem Könige mit tiefgebeugtem Herzen die Beschwerden und Lasten die uns Alle drücken unterthänigst dar, und wir hoffen von Ihrer Königlichen Großmuth und Hochherzigkeit Hülfe und Linderung in folgenden Punkten :

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1849, 11. Juni – Schweres Ungewitter

Strassen, 11. Juni.

Am letzten Freitage, gegen halb 2 Uhr Nachmittags kam ein schweres Ungewitter aus der Richtung von Kapellen und Mamer, allwo es im Ueberzuge Felder und Gärten beschädigt hatte, mit furchtbarem Geräusch und unheildrohend nach Strassen herüber, um hier einen Theil seiner Stoffe der Verheerung über unsere reichen Fluren auszuschütten. Es stürzten Hagelsteine von der Dicke einer Erbse bis zu der einer Haselnuß mit Wuth aus den blitzenden Wolken herab, und in 7 bis 19 Minuten war so manches erfreuliche Feld ganz verwüstet. Die Hanfsaat ist gänzlich vernichtet, die zarten Sprossen der Kartoffeln, Erbsen, Bohnen und anderer Gartengewächse sind zum Drittel zerknickt ; die Kornhalme jedoch, die in den letzten heißen Tagen Festigkeit erhalten, haben dem gewaltigen Sturme und dem zerschmetternden Hagel besser Widerstand leisten können; doch sind die Kornäcker zur Nordseile der Landstraße hart heimgesucht worden.

Luxemburger Wort, 13.06.1849 Link zum Artikel

1849, 15. Juni – Ein Wolf

Ein Wolf

Vorige Woche geschah es, daß ein kleines achtjähriges Mädchen von Mamer sein Zicklein hinaus auf die Weide führte. Das Kind lurrelte sein Liedchen und wand Blumenkränze; lieb Zicklein nagte an allen Hecken, die es am Wege fand. So kamen sie in Ungedanken immer weiter und weiter. Zuletzt waren sie an den Rand des Waldes gekommen.

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1849, 15. September – Concurs für die Lehrerstelle der Knabenschule

Concurs.
Am 15. September 10 Uhr Morgens wird ein Concurs für die Lehrerstelle der Knabenschule von Mamer im Schulsaale des Dorfes in Gegenwart des Gemeinderathes und unter der Leitung des Schulinspektors stattfinden. Die Emolumente dieser Stelle sind: 1) ungefähr 600 Fr, für die schulpflichtigen Kinder.
2) Der Ertrag von den nichtschulpflichtigen Kindern.
3) Ein  geräumige Wohnung im Schulhause.
4) Ein Garten.
Luxemburg 8. September 1849.
Im Auftrage des Bürgermeisters Hr. Bornong,
der Schulinspektor, Dr. Neumann.
 
Luxemburger Wort 12.09.1849. Link zum Artikel
Numérisé par la Bibliothèque nationale de Luxembourg, www.eluxemburgensia.lu

1849, 18. Dezember – Verlegung des Hauptortes des Kantons Kapellen

Verlegung des Hauptortes des Kantons Kapellen

Aus der Kammer.

In derselben Sitzung (18. Dezember) hat die Kammer, aus den Vorschlag eines Mitglieds, die Verlegung des Hauptortes des Kantons Kapellen nach Mamer abgelehnt, indem sie einstimmig und ohne Discussion zur Tagesordnung überging.

Eine ähnliche Petition war schon von den früheren Landständen in der Sitzung vom 15. Nov. 1847 abgewiesen worden.

Luxemburger Wort, 21.12.1849
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1849, 22. Mai – Mobiliar-Versteigerung im Schulhause zu Mamer

Am Dienstag, 22, Mai, um 1 Uhr Nachmittags, werden die durch den zu Mamer verstorbenen Herrn Asselborn, gewes. Pastor, hinterlassenen Mobiliargegenstände auf Borg versteigert werden:

Tische, 18 Stühle. 2 Schränke, Bücherschrank, Armstuhl, Schreibtisch (Sekretär), Wanduhren, Oefen, Nachttische, Bettstellen mit Bettzeug, Küchengeräthschaften, vieles Leinenzeug und mehre große und kleine Fässer u. s. W,

Kap, am 18, Mai 1849,
Funk, Notar.

Luxemburger Wort, 20.05.1849 Link zum Artikel

1849, 8. April – Ackerbaugeräte zu verkaufen



Wirtz Johann, Mechanikus zu Holzen,, Gemeinde Mamer, Dreschmaschinenfabrikant, hat die Ehre das ackerbautreibende Publikum zu benachrichtigen, daß er seit Kurzem die nachstehenden Ackerbaugeräthe zn den billigsten Preisen verfertigt:
1. Rowiller verbesserte Getreide Putz-Mühle, großer Wann mit abwechselnden Sieben. Fr. 80, 00
2. Belgischer Pflug (Hobitz) nach dem verbesserten dombaleschen Pflug verfertigt. Unterer Pflug von Gußeisen, und gebogener Grindel. Fr. 45,00
3. Der nämliche Pflug mit grabem Grindel, und mit Regulator des belgischen Pfluges. Fr. 34, 00-
Gemäß mehreren Landwirthenen, die sich dieser Pflüge bedienen, sind dieses die besten, stärksten, dauerhaftesten und verhällnißmäßig die billigsten aller unserer Pflüge. Sie sind am geeignetsten, indem die Leitung derselben nicht viel von der gebräuchlichen Hobitz abweichen. Vermittelst abwechselnden Scharen dauern sie drei- bis viermal länger, als die gewöhnliche Hobitz, ohne von zu großem Gewichte zu fein.
Luxemburger Wort, 08.04.1849. Link zum Artikel
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1851, 28. Juli – Beobachtung des Phänomens einer Sonnenfinsterniß

Von der obern Eisch, 31. Juli. Am 28. Juli gegen 2 Uhr Nachmittags hatte man Gelegenheit, in der großen Wiese des Herrn Tibesar von Mamer  eine große Versammlung von Kindern und Erwachsenen zu sehen, welche das Phänomen der Sonnenfinsterniß beobachteten. Es war der alte Lehrer von Kehlen mit dem Herrn Pfarrer und achtzig Schulkinder, welche zur Beobachtung dieses Phänomens eine Spazierreise hiehin gemacht hatten. Zu diesen hätte sich der Lehrer von Mamer mit seinen Knaben gesellt und etwas später kamen auch die Lehrer von Kapellen, Kopstal und Körich mit den ihrigen an.

Es war ein angenehmer Anblick, so viele Köpfe in der grünen Wiese zu sehen, welche sich alle der Sonne zukehrten und mit staunender, ruhiger Verwunderung das Ereigniß durch schwarz gefärbte Gläser beobachteten. Sobald die Sonne wieder in heiterem Glanze am Himmel stand, überließen sich die Kinder unter der Aussicht ihrer Lehrer dem heitersten Spiele. Es wurde gesungen und gelacht, und auch für Erquickung Sorge getragen, Gegen 6 Uhr Abends trennte sich die Gesellschaft in der heitersten Stimmung.

Luxemburger Wort 06.08.1851. Link zum Artikel
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1852, 26. April – Person im Zustande der Erstarrung aufgefunden

Mamer, 26. April.

Es hat sich ergeben, daß die Person, die meinem neulichen Berichte zufolge im Zustande der Erstarrung in der Nähe unserer Gemeinde auf der Landstraße gefunden wurde, keine andere ist, als die schon früher im „Luxemb. Wort” signalisirte Person aus Bartringen, die unter verschiedenen Vorwänden in fremden Häusern Unterkommen und Geld zu erhalten suchte.

Luxemburger Wort, 28.04.1852. Link zum Artikel
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